Kniffel, Das Kartenspiel

Autorenwertung
  • Aufmachung
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  • Spielspaß
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  • Aussehen
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  • Unterhaltung
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  • Langzeitspaß
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  • Gesamt
    4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne
Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

, Das Kartenspiel

Der Kniffel geht fremd

Adaptionen sind so eine Sache. Da werden Film, Buch, Computer- oder Brettspiel in eines der anderen Formate übertragen und schon sind alle unzufrieden. Das liegt meist daran, dass das Original ja ein absoluter Knaller gewesen ist, denn sonst käme man ja nie auf die Idee es zu adaptieren. Und der Effekt liegt dann in besonderem Maße daran, dass dieser Knaller eben nur im Original knallt. Im Buch Weltklasse, im Film Kreisklasse. Ist aber nicht immer so, wie man am Spiel der Siedler erkennen kann, wo immerhin das Kartenspiel genau so stark ist wie die Brettvariante. Die Übertragung auf die Würfelvariante wiederum war – gelinde gesagt – zum Vergessen.

Wo wir gerade bei Würfeln sind, darf Kniffel nicht fehlen. Denn Kniffel ist der Oberknaller und seit gut 40 Jahren wohl behütet im Hause aufgehoben. Deren Verantwortliche tun bislang gut daran, diesen Schatz sorgsam zu hüten, bringen höchstens ab und an aufgemotzte Versionen oder eben den erweiterten Knaller Kniffel Extreme auf den Markt. Ansonsten bleibt heilig, was heilig gehört. Bis jetzt sozusagen. Denn hier ist Kniffel, das Kartenspiel, die erste offizielle Adaption.

Vorneweg: das Spiel ist sehr unterhaltsam und kurzweilig. Es kann – logisch, denn das kann kein Spiel – dem Original nicht das Wasser reichen und ist trotzdem sehr zu empfehlen. Das liegt in erster Linie daran, dass eine Adaption außer vom Namen her eigentlich gar nicht ersichtlich ist. Es handelt sich um ein Kartenspiel, bei dem bestimmte Kombinationen (unter anderem Farbe oder zwei Paare, also Kombinationen, die es beim Kniffel Original gar nicht gibt!) ausgelegt  werden müssen, um kleine weiße Steine los zu werden.

Die Anzahl dieser ominösen weißen Steine variiert je nach Spielerzahl; gemein ist allen Varianten, dass derjenige, der am Ende alle auf seinem Spielbrett platziert hat, der Sieger ist. Die strategischen Möglichkeiten ergeben sich aus dem interessanten Spielaufbau, denn die weißen Steine können nicht einfach so abgelegt werden, sondern müssen zunächst von der persönlichen Reserve in die aktive Zone verschoben werden, bevor sie von dort aufs Spielbrett gelegt werden können. Klingt komplizierter als es ist, erlaubt aber mit Hilfe der Spielmöglichkeiten, die sich durch das Ablegen auf dem Brett ergeben, ein vielschichtiges Geschehen.

So können das Handkartenlimit, die Anzahl der nachzuziehenden (je mehr, umso mehr Auswahl) oder die zu verschiebenden Steine mit Hilfe der platzierten Steine erweitert werden. Dies alles lässt sich schnell und einfach in einer guten Anleitung (weniger als 2 DIN-A-4 Seiten) verstehen. Darin finden sich auch ein paar strategische Kniffe, um das Spiel in die eine oder andere Richtung zu verändern. Wie man’s kniffliger, einfacher oder pfiffiger haben kann. Ein heutzutage häufig anzutreffender und lobenswerter Ansatz, nämlich das eigene Spiel in seiner Bandbreite offener zu gestalten.

Das Spiel lässt sich nach zwei, drei Runden locker und flockig runter spielen; die zunächst unübersichtlichen Möglichkeiten sind direkt integriert und es entwickelt sich tatsächlich ein Kartenspiel, bei dem es in erster Linie eine Portion Glück beim Nachziehen braucht, mit der variablen Strategie aber dennoch die entscheidende Richtung eingeschlagen werden kann. Und bevor es  zu kurz kommt: ein Kniffel ist auch möglich, aber nicht weniger selten als im Original.

Fazit:

Man hätte es nicht zwingend Kniffel-Kartenspiel nennen müssen, sondern es genau so gut als Pokervariante mit weißen Steinen oder einen ganz neuen Namen kreieren können. Es ist ein überdurchschnittliches, strategisch ausgezeichnetes Kartenspiel mit hohem Wiederspielreiz. Was ich mich jetzt frage:  Was passiert, wenn Kniffel auf Film oder Buch übertragen wird?

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