Kollegah – Bossaura

Autorenwertung
  • Sound
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  • Songtexte
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  • Melodie
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  • Technik
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  • Features
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  • Gesamt
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Bossaura

Kollegah. Selfmade Records (Groove Attack) 2011, Audio CD, € 8,79

Rezension von: Steelbound | Rezensionsdatum:

Der selbsternannte (und von seinen Fans so genannte) „Boss“ kehrt zurück mit einem neuen Album. Passend nennt sich die CD „Bossaura“, mit der Kollegah ein weiteres Mal beweist, weshalb er der „Boss“ genannt wird. Seit er 2005 mit seinem „Zuhältertape“ seine -Karriere unter dem Namen „Kollegah“ startete, nahm seine Fanbase schnell zu. Das liegt vor allem an seinem Talent für anspruchsvolle Texte und seiner hervorragenden -Technik.

Die Musik

Auf „Bossaura“ schlägt Kollegah einen ähnlichen Weg ein wie auf seinen vorherigen Alben: Mit fetten Beats unterlegter Rap, der in eingängigen Hooklines seine Höhepunkte findet. Vor allem Kollegahs Technik war schon immer einzigartig, besonders seine Art und Weise, in Doubletime zu rappen. Dabei meistert er diese Technik soweit, als dass er einen enorm hohen Skill beweist, indem er beeindruckend schnell die Punchlines raushaut, den Takt einhält und dabei akustisch verständlich bleibt – bestes Beispiel ist der Track „Mondfinsternis“, zu dem es auch ein Musikvideo auf Youtube zu sehen gibt.

Nicht ohne Grund, der Song ist einer der stärksten auf dem Album, auch, weil er eine sehr eingängige Hookline besitzt. Die Hooklines sitzen aber leider nicht auf dem ganzen Album durchgängig. So enthält das Album diverse einfallslose Hooks, die überdies teilweise auch noch mit Autotune bearbeitet wurden. Bei einer entsprechend guten Hookline kann Autotune gewiss eine gute Ergänzung sein, aber bei Tracks wie „I.H.D.P.“ klingt das gar nicht gut. Zudem ziehen einige der auf der CD enthaltenen Features die Qualität eher runter, als Kollegah zu ergänzen. So holt sich Kollegah oft Sundiego hinzu, dessen Stimme oft durch Autotune bearbeitet wurde, was nicht zu den Songs passt. Auch beim Track „Kobrakopf“, auf dem Farid Bang und Haftbefehl gefeatured werden, fällt der Qualitätsabfall im Vergleich zu Kollegah auf.

Zum Glück ist die Mehrzahl der Songs so stark, dass diese kleinen Unterschiede gar nicht so sehr ins Gewicht fallen. Songs wie „Spotlight“ mit seiner großartigen Hookline, das erwähnte „Mondfinsternis“ oder der deepe Track „Du (feat. Sahin)“ glänzen mit Abwechslungsreichtum und einfallsreichen Texten.

Die Texte

Textlich ist Kollegah der beste deutsche Rapper, der Boss. Das kann niemand anstreiten, der schon einmal Kollegahs Punchlines gehört hat. Inhaltlich geht es zwar um Gewalt, Sex, Drogen und Waffen, was natürlich alles nicht dem wahren Leben Kollegahs entspricht, das ist einfach nur Entertainment, aber die Rhetorik von Kollegah ist einzigartig. Vor allem seine Vergleiche und Punchlines sind allesamt auf einem hohen Niveau angesiedelt, sodass man teils ein paar Sekunden nachdenken muss, bevor man den Sinn versteht.

So zum Beispiel in „Billionaire’s Club“: „Sieh, deine Mum hat so viel Lover / Auf ihr waren schon X Männer drauf wie auf ’nem Marvel-Comic-Cover“. Doch Kollegah beweist auch, dass er gefühlsvoller kann, wie zum Beispiel im bereits erwähnten „Du“, in dem er zusammen mit Sahin einen sehr ruhigen Track performt, der mit einem starken Text beeindruckt.

Fazit

Mit „Bossaura“ untermauert Kollegah seine Position als Boss der Szene. Musikalisch hat er schon bessere Alben abgeliefert, auch wenn „Bossaura“ verdammt stark ist. Meine Kritik ist also auf hohem Niveau wie Kollegahs Texte, in denen alle paar Verse eine großartige Punchline staunen lässt.

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