Kosmische Reise: Von der Erde bis zum Rand des Universums

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Kosmische Reise

Stuart Clark. Springer Spektrum 2012, Gebundene Ausgabe, 240 Seiten, € 39,88

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Stuart Clark: Kosmische Reise: Von der Erde bis zum Rand des Universums

All-Mächtig

Das Universum erwartet Sie steht auf dem Klappentext des Buches Kosmische Reise von Stuart Clark. Diese Einladung sollte man persönlich und ernst nehmen, denn tatsächlich ist diese visuelle und informative Reise ein fantastisches Erlebnis zu den Tiefen der Ursprünge allen Seins. Es ist darüber hinaus eines jener Bücher, das auch in vielen Jahren noch mit seiner Aufmachung und seinem Unterhaltungswert Maßstäbe setzen wird. Es ist ein großartiges, nun ja, Sachbuch, das sich von  vielen anderen, trockenen Wissenschaftsbüchern mit Lichtgeschwindigkeit abhebt.

Ausgestattet mit einem multimedialen Wunderteleskop machen sich die Leser von der Erde aus auf die Reise in die Grenzenlosigkeit des Weltalls und dringen dabei in immer tiefere Schichten vor. 101 Stationen sind es, die in diesem Buch auf ihre Entdeckung warten. Vom Mond, dessen Licht, gerade einmal 1,3 Sekunden von unserem Heimatplaneten entfernt ist, bis hin zum Hubble Ultra Deep Field, den gewaltigen Andeutungen von Sternen- und Galaxiengeburtsstätten in 30 Giga-Lichtjahren Entfernung.

Vier große Bereiche hat der Autor, der als leitender Wissenschaftsredakteur für die europäische Raumfahrtbehörde arbeitet, zusammengefasst. Der interplanetare Bereich ist derjenige, den die meisten kennen: die Planeten unseres Sonnensystems plus einiger besonderer Monde der großen Gasriesen. Ab dann wird es bereits unvorstellbar, denn der interstellare Bereich katapultiert einen als nächstes in all die Sternenhaufen und galaktischen Nebel unserer Milchstraße bis wir schließlich auch das gewaltige Zentrum, in dem alles zermalmt und in ein gigantisches schwarzes Loch gesogen wird, kennenlernen.

Von da an schickt uns dieses Buch in den intergalaktischen Raum, wo einzelne Galaxien so aussehen wie Sterne am Himmel. Glücklicherweise verliert sich der Autor nicht nur in metaphysischen Demutsbekundungen (das verständlicherweise auch), aber in erster Linie präsentiert er nachvollziehbare mathematische Formeln, Größen, Abstände und Durchmesser. So kann man die einzelnen Stationen, die alle mit fantastischen Fotos belegt werden und einem kurzen Text den (aufs Buch betrachtet)gesamten astronomischen Wissensstandard verständlich aufbereiten, langsam und voller Informationen in sich aufnehmen und ausbreiten lassen.

Der intertemporale Bereich ist so weit entfernt und so unvorstellbar alt und mächtig, das man es schlecht beschreiben kann. Das Buch tut dies (auch immer visuell) aber eindrucksvoll – eine Fähigkeit, die den meisten Büchern aufgrund ihrer mangelnden Didaktik und Axiomlastigkeit abhanden kommt.

Hier ist alles herrlichst aufbereitet: die großen vier Kapitel, zum einstieg garniert mit je zwei, drei Seiten Theorie – wer möchte, kann auch am Ende immer wieder das Glossar zur Hilfe nehmen – und dann wartet jede Station mit mehreren Bildern, graphischer Legende zur Entfernung und Durchmesser und einem kleinen Text ; genau die richtige Größe, um verdauliche Wissenshappen aufnehmen zu können.

Fazit:

Anstatt Millionen für einen Flug auszugeben, der einen „nur“ Richtung Mondumlaufbahn führt, kann man mit deutlich weniger Investition eine gigantische Reise ins Universum machen, die perfekt aufbereitet ist und die den wunderbaren Spagat zwischen menschlicher Demut und stetig abrufbereiter, wissenschaftlicher Taxonomie und Genauigkeit wagt. Vor allen Dingen die unakademische Freundlichkeit dieses Buches ist einmalig – wie das Weltall selbst.

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