Kraftwerk – Radio-Aktivität

Autorenwertung
  • Sound
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  • Hörspaß
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  • Songtexte
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  • Melodie
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  • Gesamt
    4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne
Rezension von: Zaiman | Rezensionsdatum:

– Radio-Aktivität

  1. Geigerzähler
  2. Radioaktivität
  3. Radioland
  4. Ätherwellen
  5. Sendepause
  6. Nachrichten
  7. Die Stimme Der Energie
  8. Antenne
  9. Radio Sterne
  10. Uran
  11. Transistor
  12. Ohm Sweet Ohm

Radio-Aktivität, das Album

Genau ein Jahr nach dem die deutsche Band Kraftwerk mit ihrem Album Autobahn der internationalen Durchbruch gelang, veröffentlichte sie das Album Radio-Aktivität, dass im Ausland unter dem Namen Radio-Activity erschien, aber abgesehen von der englischen Tracklist sonst mit der deutschen Version identisch ist.

Das Album erschien im Jahr 1975, also lange vor dem Reaktorunglück in Tschernobyl und den jüngsten Vorfällen in Fukushima, so geben die Kraftwerker hier keine politische Meinung zum Thema ab, sondern behandeln es auf sehr sachliche Art und Weise, wobei so ganz stimmt das ja nicht, seit Teschernobyl spielt die Band das Stück „Radioaktivität“ in einer abgeänderten Version, in dem sie expliziet auf die Gefahren der Radioaktivität eingehen, so heißt es in der neuen Fassung, die man beispielsweise auf dem Remixalbum In The Mix hören kann: „Stopt Radioaktivitat Weil ’s um unsere Zukunft geht Stop Radioaktivitat! Strahlentod und Mutation“, in der Originalfassung ging man weitaus wohlwohllender mit dem Thema um: „Radioactivity is in the air for you and me Radioactivity discovered by madame Curie“. Es war wohl das einzige Mal, dass sich Kraftwerk entschlossen haben, an ihren Stücken etwas zu ändern, um so vermutlich öffentlicher Kritik aus dem Weg zu gehen.

Bei Radio-Aktivität handelt es sich, wie man unschwer an der Tracklist erkennen lässt, um eine Konzeptalbum, dass sich rund um das Thema Radio und -Aktivität handelt. So tragen die Titel namen wie „Geigerzähler“, „Radioland“, „Ätherwellen“ etc. Wenn man diese Art von Musik nach über 30 Jahren wieder hört, ist man erstaunt, wie weit Kraftwerk ihrer Zeit vorausgewesen sein müssen, im Grunde haben wir es hier mit dem Archetypus des modernen Synthpops zu tun, viele Songs auf dem Album sind sehr melodiös und sogar tanzbar und überraschen mit ihrem ausgeklügelten Arrangement. Immer wieder gibt es geistreiche Geräuscheinsprengsel zu hören, entweder das Geräusch einens Geigerzählers, oder das Rauschen eines Radios, und das lange bevor man diese Art von Geräuschen mit einem Sampler erzeugte. Außerdem ist Radio-Atkivität ein sehr hermetisches Werk, es funktioniert wunderbar allein und Einflüsse von außen gibt es kaum, damit gehören Kraftwerk zu den originellsten Bands überhaupt. In „Die Stimme Der Energie“ kommt sogar eine Computerstimme zum Einsatz, ähnlich einer stimmlichen Verfremdung die man heute als Vocoder bezeichnet.

Fazit

Mit Radio-Aktivität haben Kraftwerk nach Autobahn ein weiteres Meisterwerk geschaffen, das leider viel zu unterschätzt ist. Lange vor Tschernobyl ging man mit dem Thema Radio-Aktivität auch noch ganz anders um, so haben wir es hier mit einer sehr sachlichen Verarbeitung des Themas zu tun, die kritischen Stimmen kamen erst später mit einer umgearbeiteten Version des Titelstückes. Radio-Aktivität gehört für mich zu den besten Kraftwerk-Alben überhaupt und ich kann es klar empfehlen.

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