La Conjuration des Importants von Jean d’Aillon

Autorenwertung
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  • Unterhaltung
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  • Authentizität
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  • Story
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  • Geschichte
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  • Gesamt
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Rezension von: Annemarie | Rezensionsdatum:

La Conjuration des Importants von Jean d’Aillon – Ein historischer Kriminalroman

Der historische Hintergrund

Paris 1642. Kardinal Richelieu ist tot. Das sorgsam von ihm aufgebaute Machtgefüge steht in Frage. Und als bald darauf auch der König stirbt, beginnt einer der letzten Machtkämpfe um die Herrschaft im absolutistischen Frankreich. Ein Machtkampf, der in seiner Eitelkeit eher grotesk als gefährlich ist, vergleicht man ihn mit den Revolten der vorangegangenen Jahre unter Richelieu. Es ist „Die  Verschwörung der Wichtigen“, die dem Buch seinen Titel gegeben hat.

In diesem äußeren Rahmen entfaltet d’Aillon seine Geschichte. Die Sympathien des Autors liegen dabei eindeutig auf Seiten von Richelieus Nachfolger,  Giulio Mazzarini.

Inhalt:

Die Hauptperson des Romans ist der junge, von Geldsorgen geplagte,  Notar Louis Fronsac, dem man auch in anderen Romanen d’Aillons begegnet. Er betätigt sich als Amateur-Ermittler, zu Hilfe gerufen von seinem Freund, dem Kommissar Gaston de Tilly.

An einem bitterkalten Wintertag ist ein Polizist ermordet worden; bei sich zu Hause in einem nicht von außen zugänglichen Raum. Das Wie entdeckt Fronsac sehr bald (Spolier); aber der Grund bleibt lange ein Rätsel. Klar ist nur, dass ungemein viel auf dem Spiel stehen muss für den Mörder; sonst wäre er dieses Wagnis nicht eingegangen. Ein Polizistenmord war damals selten, denn dieses Verbrechen wurde mit einem besonders grauenvollen Tod bestraft.

Die Spurensuche führt zu mehr als einem Komplott. Fronsac selber gerät in Gefahr – natürlich – und entkommt nur mit Mühe aus Paris. Um sogleich zum Entsetzen der Verwalter seines Guts dorthin zurückzukehren, denn es gilt, das Leben Mazarins zu retten.

Zwischen Krieg und Not

Fronsac bewegt sich zwischen den hohen Adligen Frankreichs, denn er ist ncht nur Notar, sondern von Ludwig XIII. zum Chevalier erhoben. Er wird von den Verschwörern um Beaufort und Marie de Chevreuse verfolgt und von den Condé geschützt, die sich als königstreu erweisen, obwohl nur zwei kleine Kinder zwischen ihnen und dem Thron Frankreichs stehen.

Der Weg Fronsacs führt aus den Palästen zu den „Höfen der Wunder“ und einem Paris, das in eifriger Bautätigkeit begriffen ist. Wir begegnen Molière in seinem Theater am Rande der Pleite.  Wir erleben die Marquise de Rambouillet, die mit ihrem berühmten Salon in die Geistesgeschichte eingehen wird.  Und zwischendurch begleiten wir Fronsac noch zu dem blutjungen Duc d’Enghien auf das Schlachtfeld von Rocroi – eine Schlacht übrigens, die das Gesicht des Krieges für immer verändert hat.

Fronsac stolpert eine Weile durch die Geschichte, ohne die Zusammenhänge zu begreifen (Spoiler). Als er sich schließlich aufmacht, den König zu retten, kommt er zu spät. (Der Autor hat seine eigene, romanhafte Erklärung für den Tod Ludwigs XIII.)

Für seinen Mut gewinnt er die Anerkennung vieler, allen voran die des Duc d’Enghien; aber auch die des Chevalier de Baatz, der ihn anfangs als Feigling verspottet, weil Fronsac keinen Degen trägt. Den Chevalier de Baatz kennen wir unter dem Kriegsnamen d’Artagnan …

Fazit:

D’Aillon steigt in seinem Buch tief in die historischen Details der Epoche ein. Wer macht sich schon Gedanken darüber, was Kälte damals wirklich bedeutete? Kann man sich vorstellen, dass eine adlige Familie für die Fahrt aus ihrem Pariser Hotel auf ihr Gut, nur  zwei oder drei Tagesreisen entfernt, mit 30 Kutschen loszog? Oder dass Söldnerheere auch das Land plünderten, das sie verteidigen sollten, weil die Beute ihr Sold war?

Es ist ein Whodunit, der von seinem historischen Background lebt.  Eine spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen. Mit Fronsac hat D’Aillon einen lebensgroßen, sympathischen  Charakter geschaffen, mit Sorgen und Ängsten, die ihn zuweilen ganz und gar nicht heldenhaft erscheinen lassen. Er dominiert die anderen ein wenig, aber auch die sind gut gelungen  – nur eine ist dabei zu kurz gekommen: Julie de Vivonne, die Verlobte des Helden. Sie taucht nur als „love interest“ auf, hat aber keine wirkliche Aufgabe im Plot. Das ist ein bisschen schade, denn d’Aillon hat sie als ungewöhnliche junge Frau angelegt, indem er ihr die Fähigkeiten einer Architektin zuschrieb. Einer Architektin? Was hat das jetzt mit dem Plot zu tun? Nichts. Eben.

Ungewöhnlich für einen Roman: D’Aillon nennt im Anhang seine historischen Quellen. Und dann bietet er noch eine kurze Zusammenstellung damaliger Preise und Löhne sowie von Maßeinheiten und Zahlungsmitteln.

Was mich als Historikerin zuweilen gestört hat: Dass sich der allwissende Erzähler mit Erklärungen zwischen mich und die Geschichte stellt.  Aber für Leser und Leserinnen, die weniger mit der Epoche vertraut sind, sind sie gewiss hilfreich für das Verständnis.

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