Lakota

Autorenwertung
  • Spannung
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  • Spielspaß
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  • Langzeitspaß
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  • Aufmachung
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  • Ausstattung
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  • Gesamt
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Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

-Spiele: Lakota

Planen statt Stapeln, Brücke statt Turm

Auch in einer durch und durch formatierten Welt ist immer noch Platz für Individualisten, für Eigenbrötler, für Visionäre. Der französische Landarzt Phillipe Proux ist so ein Exemplar. Er lebt in den herrlich wilden Ardennen und erfindet in seiner Freizeit ganz einfache Spiele, die möglichst mit wenig Material auskommen sollen. Und das wenige sollte, wenn möglich, aus naturnahen Bestandteilen, vorzugsweise Holz, zusammengesetzt sein. Tasso war so ein : einfach, holzig und in Frankreich schon 2004 ein kleiner Indie-Hit.

Der Kosmos-Verlag hat die Güte dieses Prinzips erkannt und sich die deutschen Rechte gesichert; das Spiel erscheint jetzt in einer schönen quadratischen Box und hochwertigem Spielmaterial unter dem Namen Lakota. Dazu gibt’s einen lustigen Indianerkopf auf Verpackung und Spielbrett; jaja, der Bezug zum Spiel ist zwar auch eher hölzern, aber es sieht putzig aus und etymologisch ist das Ganze passabel – Lakota bedeutet in der Indianersprache nämlich Verbündete und genau dies braucht man in diesem Spiel auch.

Allerdings nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, indem man mit Mitspielern kooperiert und seine sozialen Fähigkeiten unter Beweis stellt. Vielmehr geht es um die Verbindung von kleinen Holzstäbchen, die aufgetürmt wollen und dafür eine Verbindung von zwei freien Stäbchen brauchen. Das Schöne im Vergleich zu bisher bekannten Spielen: es geht nicht nur um die das Hölzchen entsprechend zu platzieren, sondern auch um strategische Voraussicht, wo die Grundlagen hingelegt werden können.

60 Stäbchen sind insgesamt zur Verfügung, je nach Spieleranzahl werden diese aufgeteilt. Jeder darf nun abwechselnd ein Stäbchen legen unter Verwendung folgender Bauregeln: Eine Brücke darf man nur auf Holzstäbchen bauen, auf denen nicht bereits ein anderes Holzstäbchen liegt. Die Holzstäbchen dürfen nicht hochkant auf das Spielbrett gestellt werden. Eine Brücke darf nur vom einen Stäbchen zum anderen Stäbchen führen, aber nicht noch ein weiteres Stäbchen überbauen. Stäbchen einer Ebene dürfen sich nicht berühren und sie dürfen auch nicht schräg aufgebaut werden. Und der besondere Clou: wem irgendwas herunterfällt, der muss alle gefallenen Stäbchen in seinem Vorrat nehmen. Außerdem bekommt er dann vom rechten Nachbarn noch ein Strafstäbchen aus dessen Vorrat – eine Regel, die eher unnötig und fragwürdig ist, weil man so theoretisch auch das Spiel gewinnen kann, nämlich als Erster alle Stäbchen loszuwerden.

Was hat es denn eigentlich mit dem Brückenbauen so auf sich? Nun, ganz einfach, wer dies schafft, darf direkt noch einmal legen. So schnell wie hier (und besser), wird das Ganze auch in der Anleitung erklärt, nur mit viel schöneren Bildern. Das Spiel ist wirklich in weniger als zehn Minuten verstanden und aufgebaut – einen schnelleren Einstieg kann man sich kaum wünschen. Und trotz der einfachen Herangehensweise ist das Spiel eine komplexe Kunst der Antizipation.

Fazit:

Supermaterial, einfache Regeln, süßer Spaß – und eine nicht nötig gewesene Indianerstory. Das Spiel ist so auch ein Geschenk unter Manitus freiem Himmel. Wer ehrliche, klare und saubere Spielprinzipien- und materialien will, ist hiermit bestens bedient.

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