Lesezeit 2013: Diogenes Literatur-Kalender

Autorenwertung
  • Aufmachung
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  • Unterhaltung
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  • Nutzen
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  • Zeichnungen
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  • Kreativität
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  • Gesamt
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Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Lesezeit 2013: Literatur-

Hochwertiger Wochenplaner

Der Diogenes-Verlag aus der Schweiz präsentiert seit seiner Gründung im Jahr 1952 hervorragende Weltliteratur in optisch ansprechendem Format. Nicht nur gegenwartsbezogene Literatur, und zwar hochklassige, hat hier ihr Öffentlichkeitsforum, sondern vor allen Dingen auch Klassiker aus aller Herren Ländern werden immer wieder gerne aufgelegt. Die optische Umschlagsgestaltung ist unverkennbar, ebenso das Markenzeichen Cartoons und Zeichnungen in das Cover mit einzubeziehen, oder gleich den Künstlern eigene Produktionsformen anzubieten (z.Bsp. Sempe oder Tomi Ungerer). Aufgrund dieser künstlerisch hoch veranlagten Grundausstattung verwundert es daher nicht, dass der für 2013 erstmals erscheinende Literatur-Kalender ein optisch und textlich ansprechender Genuss geworden ist.

Etwas größer als das DIN-A-4-Format, gedruckt auf hochwertigem Papier, versehen mit dem klassischen Diogenes-Schriftsatz, den wir aus den Büchern kennen, und jeder Menge wunderschöner Zeichnungen, Bilder oder Collagen, serviert uns der Verlag einen klassischen Wochenkalender. 53 Abreiß- oder Umschlagblätter (je nachdem, wie man will und welche weitere Verwendung man dafür hat) mit den üblichen Ingredienzien: Kalenderwoche, Tag und Monatsangabe, Feiertagsmarkierung und – gute alte, naturverbundene Schweizer Schule – die Angaben für Voll- und Neumond, wobei letztere bei den Eidgenossen, zumindest 2013, als Leermond tituliert wird.

Formell also alles in Ordnung, hebt sich der Kalender nun durch seinen hochwertigen Inhalt ab. Irgendwie haben es die Produzenten geschafft, tatsächlich nur Autoren oder Zeichner zu versammeln, die momentan oder in vergangener Zeit zumindest eines ihrer Werke beim Schweizer Verlag veröffentlicht haben. Bei manch anderem Verlag wäre das ziemlich langweilig geworden und jede vierte Woche hätte sich der gleiche Held gemeldet. Wer aber Heine, Tscheschow, Twain, Tolstoi, Maugham, Dürrenmatt, Faulkner, Irvine, Chandler, Nietzsche oder Schopenhauer (um nur einige zu nennen) im Aufgebot hat, kann sich das schon mal erlauben.

So startet die erste Januarwoche mit einem unnachahmlichen Gedicht des Spötters Heinrich Heine, garniert mit einer lustigen Zeichnung von Tomi Ungerer. So geht der muntere Reigen von Weltliteratur (Gedichte, Bonmots, Essay-Auszüge) und Cartoonisten großformatig weiter, ab und an wird ein reales Foto aktueller Schriftsteller des Diogenes-Verlages samt einem Zitat eingestreut – keine Woche ohne Highlight.

Fazit:

Eine tolle Idee, die dem Diogenes-Verlag da gekommen ist: auf dem unendlich großen Kalendermarkt einen anspruchsvollen, innovativen und richtig bunten Farbtupfer zu setzen. Am Besten beschreibt der Loriot-Comic, der ebenfalls diesen Kalender ziert, den starken Inhalt: Ein Mann geht zu seinem Fernseher und öffnet diesen, der sich als verkappter Bücherschrank herausstellt, und nimmt Literatur zum Lesen heraus. Ein wertvoller Schritt zurück in die Welt der gediegenen Unterhaltung.

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