Lichter Der Stadt

Autorenwertung
  • Sound
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  • Instrumentalisierung
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  • Vocals
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  • Texte
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Lichter der Stadt

Unheilig. Vertigo Berlin (Universal Music) 2012, Audio CD, € 0,89

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

Lichter der Stadt von

Die Band:

Einem breiten Publikum ist Unheilig um Sänger und Songschreiber „Der Graf“ seit 2010 ein Begriff, als der Band aus Aachen mit dem Album „Große Freiheit“ und der Hitsingle „Geboren Um Zu Leben“ der Durchbruch gelang.

Das Album mauserte sich zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Album aller Zeiten und verschaffte der Band eine unglaubliche Medienpräsenz, die vom Bundesvision Song Contest, den sie mit „Unter Deiner Flagge“ gewannen, bis hin zur ZDF-Sendung „Willkommen bei Carmen Nebel“ reichte.

Gerade mit dieser so genannten Massenkompatibilität vergraulte der Graf viele Fans der ersten Stunde, die größtenteils aus der Gothic-Szene stammen und ihrem einstigen Idol nunmehr Schlagertümmelei vorwerfen.

Das Album:

Zwei Jahre nach „Große Freiheit“ folgt nun der Nachfolger „Lichter der Stadt“. Schon jetzt kann man sagen, dass das Album kontrovers diskutiert wird. Viele der alten Fans lehnen das Album komplett ab, während andere, die Unheilig erst seit dem letzten Album kennen, begeistert reagieren.

Wenn man die letzten zwei Jahre der Band verfolgt, kommt die Veröffentlichung schon etwas überraschend, waren Unheilig doch fast pausenlos auf Tour. Das Abschiedskonzert der letzten „Heimreise-Tour“ fand erst im September des letzten Jahres statt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass viele der neuen Songs unterwegs entstanden sind.

Wie bei den vorherigen Alben handelt es sich auch bei „Lichter der Stadt“ um ein Konzeptalbum, dass das Leben eines Menschen in der Großstadt mit allen Höhen und Tiefen, mit allem war er erlebt, spiegeln und erzählen soll.

Den Auftakt macht das Intro „Das Licht“. Ein Pendant zu „Zum Meer“ vom letzten Erfolgsalbum. Elektronische Klänge und die markante Stimme des Grafen leiten das Thema ausgezeichnet ein.

Mit „Herzwerk“ folgt der eigentliche Opener, der typisch für Unheilig ist: düstere Gitarren, eine eher dunkel gefärbte Stimme des Grafen und ein keyboardlastiger, eingängiger Refrain machen den Song zu einer gelungenen Nummer. S

Schon an dritter Stelle folgt die aktuelle Single „So Wie Du Warst“. Viele Kritiker sprachen im Vorfeld spöttisch von „Geboren Um Zu Leben 2.0“. Sicher ist der Song eine radiotaugliche Nummer, doch diese gehörten schon immer zum Repertoire von Unheilig, nur mit dem Unterschied, dass sich vor einigen Jahren noch keine Radiostationen für seine Musik interessiert haben.

Mit Track 4 beginnen dann die Songs, die viele Fans mit Grausen abwenden lassen. Unheilig standen in ihrer Anfangszeit für einen satten, düsteren Sound, der oft tanzbar war und mehr als einmal auch mit dem Sound von Rammstein verglichen wurde, auch wenn solche Vergleiche natürlich hinken und keinem Künstler gerecht werden.

Schon auf „Große Freiheit“ klang der Sound eine Spur weicher. Diesen Trend setzen Unheilig konsequent fort. Die harten Gitarrenklänge wurde stark reduziert. An deren Stelle rutschen melodiöse Popsongs wie „Tage Wie Gold“, „Brenne Auf“ oder „Lichter Der Stadt“, die sich mit Balladen wie „Unsterblich“, „Ein Guter Weg“, „Ein Großes Leben“ oder „Vergessen“ abwechseln.

Hier ist immer noch die Musik von Unheilig zu erkennen, doch man geht unbestritten den Weg weiter, den man schon mit „Große Freiheit“ begonnen hat.

Mit Andreas Bourani („Wie Wir Waren“) und („Zeitreise“) hat sich der Graf zwei Duettpartner gesucht, die ebenfalls kontrovers diskutiert werden, die jedoch von der Stimmfärbung ausgezeichnet zu ihm passen.

Farbtupfer sind „Feuerland“ und „Eisenmann“, die vom „alten“ Sound geprägt sind: Synthesizer, harte Gitarren, schwere Beats und die dunkle Stimme des Grafen. Beschlossen wird das Album in typischer Unheilig-Tradition mit einem instrumentalen Outro, dass hier den Titel „Die Stadt“ trägt und das Album gut beendet.

Trackliste:

01 – Das Licht (Intro)

02 – Herzwerk

03 – So Wie Du Warst

04 – Tage Wie Gold

05 – Wie Wir Waren (feat. Andreas Bourani)

06 – Unsterblich

07 – Feuerland

08 – Lichter Der Stadt

09 – Ein Guter Weg

10 – Ein Großes Leben

11 – Brenne Auf

12 – Zeitreise (feat. Xavier Naidoo)

13 – Das Leben ist Schön

14 – Eisenmann

15 – Vergessen

16 – Die Stadt (Outro)

 Fazit:

„Lichter Der Stadt“ ist mit Sicherheit das bisher ruhigste Album von Unheilig. Ob dies dem Massengeschmack geschuldet ist (wie viele Fans ihm vorwerfen) mag dahingestellt sein.

Ich verfolge die Musik des Grafen schon seit einigen Jahren. Sicher sind viele Songs eine Spur weicher, als zu Zeiten von „Moderne Zeiten“ oder „Zelluloid“, doch ich kann mit dieser Entwicklung grundsätzlich gut leben, zumal sich auch auf diesen Alben Songs befanden, für die ihn viele, die ihn damals liebten, heute an den Pranger stellen würden.

Leider hat „Lichter Der Stadt“ bei weitem nicht so viele gute Songs wie „Große Freiheit“. „Herzwerk“, „Feuerland“ oder „Eisenmann“ sind richtig klasse. Ebenso die Single und „Ein Großes Leben“ und „Vergessen“.

Über die Notwendigkeit der Duette kann man sicher streiten, doch gerade „Zeitreise“ mit Xavier Naidoo ist ein richtig guter Song. Das war es dann aber auch. Der Rest ist mir zu belanglos und austauschbar. Zwar befinden sich keine absoluten Ausfälle auf dem Album, doch wirklich begeistern können die restlichen Titel nicht.

Textlich kann das Album jedoch als Gesamtwerk überzeugen. Wer sich mit der Konzeptidee beschäftigt, wird einige Ansatzpunkte finden, die ihm gefallen. Die Klasse von „Große Freiheit“ erreicht das Album indes nicht.

Der Vorgänger war homogener und geschlossener und hatte, über die gesamte Länge betrachtet, deutlich weniger Songs die das Prädikat Durchschnitt verdienen. Massenkompatibilität hin oder her, vielleicht hätten Unheilig sich einfach etwas mehr Zeit für die Produktion lassen sollen.

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