Liegen lernen

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Liegen lernen

Frank Goosen. Eichborn Verlag 2001, Gebundene Ausgabe, 304 Seiten, € 0,55

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Liegen lernen von

Inhalt
Anfang der 80er Jahre. Helmut ist 16, besucht die Oberstufe eines Gymnasiums im Ruhrgebiet und weiß nicht, was er mit seinem Leben einmal anfangen soll. Seine Eltern reden nicht mehr miteinander, seine Mutter wird aus Helmut nicht schlau und ist ratlos was die Zukunft ihres Sohnes betrifft, Helmuts Vater scheinen die meisten Dinge gleichgültig zu sein und das Leben rauscht an ihm vorbei. Das nahezu ganz normale Leben eines Jungen auf seinem Weg zum Erwachsenen. Helmut verliebt sich in die charismatische Schulsprecherin Britta, und als es mit der Schule zu Ende geht, ist Helmut zunächst wieder einmal ratlos. Britta geht erst einmal nach Amerika und Helmut schreibt sich halbherzig an der Uni ein, und da ihm Geschichte auch in der Schule leicht gefallen ist, entscheidet er sich für Geschichte als Hauptstudienfach, ohne diese Entscheidung vorher länger durchdacht zu haben. Die Beziehung mit Britta verläuft sich nach einer gewissen Zeit im Sand, und Helmut zieht sich immer mehr in sich selbst zurück, konzentriert sich im wesentlichen auf sein Studium und verliert sich in zahlreichen Affären. Er begibt sich auf die Suche nach Britta, und während der Suche lässt er seine eigene Jugend Revue passieren.

Eine unterhaltsame Reise in die Zeit der Kohl-Ära und zugleich eine berührende Geschichte über das Erwachsenwerden und die Suche nach der eigenen Identität
Frank Goosen erzählt in seinem Debütroman „Liegen lernen“ die Geschichte von Helmut, eines im Ruhrgebiet der 80er Jahre aufgewachsenen Mannes, der sich in schwierigen Zeiten zurechtfinden muss, ohne dass er sich überhaupt schon selbst gefunden hat. Goosen beschreibt mit seinem Roman die Lebenswirklichkeit einer ganzen Generation, nämlich die der heute über 40-jährigen, die in den 80er Jahren in der Bundesrepublik aufgewachsen sind. Helmut weiß nach dem Erreichen des Abiturs nichts mit sich anzufangen, er zieht von zuhause aus und beginnt Geschichte zu studieren.

Während der ersten 6 Jahre seines Studiums klammert er sich verzweifelt an die Erinnerung an Britta, seine erste große Liebe, die nach dem Abitur nach Amerika gegangen ist. Doch der Kontakt zu Britta verliert sich irgendwann, und Helmut flüchtet sich in einige amouröse Abenteuer mit Frauen, die wohl unterschiedlicher nicht sein könnten. Nach einigen kürzeren Affären lässt sich Helmut auf eine Beziehung mit der 6 Jahre älteren Sportreporterin Gloria ein, und der Leser bekommt das Gefühl, dass Helmut nun jemanden gefunden hat, mit dem er sein restliches Leben verbringen könnte. Doch auch die Beziehung zu Gloria geht „in die Brüche“. Helmut macht sich auf die Suche nach den Frauen, mit denen er einst zusammen war, und die Suche entwickelt sich zu einer Reise in Helmuts eigene Vergangenheit und macht ihm selbst klar, dass er vor einer Entscheidung steht, die den weiteren Verlauf seines Lebens bestimmen wird.

Fazit
Mit seinem Debütroman legt der Bochumer Autor Frank Goosen ein beeindruckendes Werk vor. Die Figuren sind absolut authentisch angelengt, und Goosen gelingt das Kunststück, das Gefühl eines Jahrzents einzufangen, ohne sich in sentimentalen Rückblicken zu verlieren. Außerdem schafft er es, gekonnt Musik in seinen Roman einzubinden, die für den Handlungsverlauf bedeutsam ist, ohne den Leser jedoch mit der Überbetonung der musikalischen Aspekte „zu überfallen“.

Hier könnten sich durchaus auch manche bekannte Autoren noch eine Scheibe von abschneiden. „Liegen lernen“ ist leicht zu lesen, aber trotzdem kein „seichter Stoff“. Die Geschichte des liebenswerten Hauptprotagonisten Helmut wird berührend erzählt, und Goosen verzichtet auf ein allzu klischeehaftes Happy-End, was dem Gesamteindruck positiv entgegenkommt. Deshalb sei dieses Buch all denen, die anspruchsvolle, neue deutsche Literatur schätzen, wirklich „ans Herz gelegt“.

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