Live

Autorenwertung
  • Musik
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  • Instrumentalisierung
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  • Liveatmosphäre
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  • Stimme
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  • Songauswahl
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  • Gesamt
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Live

Roland Kaiser. Gloriella (Sony Music) 2013, Audio CD, € 5,98

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

DIESES ALBUM WIRD DER KAISERMANIA NICHT RICHTIG GERECHT!

Der Musiker:

Als Ronald Keiler wurde der Sänger 1952 in Berlin geboren. 1976 hatte er mit „Frei, das heißt allein“ seinen ersten Verkaufserfolg. Vier Jahre später eroberte er mit „Santa Maria“ die Charts. Der Song hielt sich fünf Wochen auf Platz 1 und erreichte Goldstatus in Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Mit „Dich zu lieben“ oder „Manchmal möchte ich schön mir dir“ folgten weitere Top Ten Platzierungen. In den 90ern wurde der Erfolg weniger, auch wenn Roland Kaiser weiterhin Alben produzierte und gern gesehener Fernsehgast war. Im Jahr 2000 wurde bei ihm eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung diagnostiziert, die ihn zwischenzeitlich sogar dazu zwang, seinen Abschied von der Livebühne bekannt zu geben. Im Februar 2010 wurde ihm eine Lunge transplantiert. Mit Erfolg. Schon im Oktober des gleichen Jahres gab er sein Fernsehcomeback. Die dazugehörige Tour startete im Juli 2011.

Das Album:

Im Rahmen dieser Tournee trat Roland Kaiser zur Freude seiner Fans auch wieder am Dresdner Elbufer auf. Die Kaisermania, so der liebevolle Name dieser Kultveranstaltung, zählte in den letzten Jahren für Sänger und Publikum zu den Highlights. Unter der Produktion von wurde dieses Konzert nunmehr als Livealbum veröffentlicht.

Leider kann das Album nur bedingt überzeugen. Ohne jeden Zweifel sind die Konzerte am Elbufer auch für die Besucher ein Erlebnis, die nicht zu den Schlagerfans gehören. Rund 2,5 Stunden stellt Roland Kaiser unter Beweis, das er zurecht einer der erfolgreichsten deutschen Schlagersänger ist. Die Setlist wird jeden Fan zufriedenstellen, da alle Hits wie „Santa Maria“, „Schach matt“ oder „Joana“ ebenso dabei sind, wie neuere Titel wie „Wir sind Sehnsucht“ oder „Friedensangebot“. Der Knackpunkt dieser Veröffentlichung sind zwei Dinge: Roland Kaiser war 2011 stimmlich fast wieder auf der Höhe. Aber halt nur fast. Hier stellt sich die Frage, warum nicht die 2012er oder die in diesem Jahr stattfindende Veranstaltung genommen wurde. Denn stimmlich hat sich der Sänger in den letzten zwei Jahren weiter gefestigt.

Der Hauptkritikpunkt ist aber die Tatsache, dass es Produzent Jack White über weite Strecken des Albums nicht gelingt, die besondere Liveatmosphäre aus Dresden einzufangen. Und gerade das macht die Kaisermania aus. Alle Ansagen des Sängers wurden entfernt, so dass gerade die ersten Titel so wirken, als habe man die Studioversionen der Songs lediglich mit etwas Jubel am Anfang und am Ende unterlegt. Lediglich bei „Santa Maria“ und „Joana“ kann man erahnen, wie die Stimmung bei diesem Konzert gewesen ist. Hinzu kommt, das auch das Publikum kaum zu hören ist. Wer Livealben deutscher Musiker wie Herbert Grönemeyer oder Pur kennt, weiß, das gerade dieser Punkt die Wirkung eines guten Livealbums ausmacht.

Trackliste CD 1:

01 – Alles ist möglich

02 – Sag niemals nie

03 – Die Gefühle sind frei

04 – Alles was du willst

05 – Midnight Lady

06 – Haut an Haut

07 – Ich hab deine Tränen nicht verdient

08 – Sie ließe sich so gerne fallen

09 – Schach matt

10 – Manchmal möchte ich schon mit dir

11 – Friedensangebot (Lisa-Marie)

12 – Amore Mio

13 – Ich hab dich 1000 Mal geliebt

14 – Hier fing alles an

Trackliste CD 2:

01 – Sie weiß genau, was sie tut

02 – Wir sind Sehnsucht

03 – Santa Maria

04 – Lieb mich ein letztes Mal

05 – Dich zu lieben

06 – Du Wunderbare

07 – Sag ihm, dass ich dich liebe

08 – Ich glaub´es geht schon wieder los

09 – Im 5. Element

10 – Extreme

11 – Joana

12 – Bis zum nächsten Mal

13 – Egoist

 

Fazit:

Was das Einfangen der Liveatmosphäre angeht, bleibt dieser Mitschnitt aus Dresden weit hinter den Erwartungen zurück. Alles was ein solches Album ausmacht, wurde von Produzent Jack White entfernt. Ein trauriges Ergebnis, für einen solch erfahrenen Produzenten. Roland Kaiser macht dagegen einen guten Job. Stimmlich fast der alte, singt er sich durch eine Setlist, die sehr gut ist. Als Bonus wirbt das Album mit Kaisers neuer Single „Egoist“. Der Titelsong aus dem Münsteraner Tatort „Summ, summ, summ“, in dem Roland Kaiser auch eine Rolle spielte ist sicherlich einer der besten Kaiser-Titel der letzten Jahre. Ob dieser Song den Kauf des Albums rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden. Wer hofft, eine eindrucksvolle Erinnerung an die Kaisermania zu bekommen, wird jedoch enttäuscht sein.

 

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