Manfred Pohl: Von Bagdad nach Stambul

Autorenwertung
  • Fotos
    ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
  • Informationen
    ein Buchein Buchein Buchein Buchhalbes Buch
  • Lesbarkeit
    ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
  • Recherche
    ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
  • Gesamt
    4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne
Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Von Bagdad nach Stambul Die Geschichte einer berühmten Eisenbahn; München 1999; 189 Seiten; ISBN: 3-492-04113-2

„Von Bagdad nach Stambul“ heißt ein Buch von Karl May. Es beschreibt die von ihm erdachten Reiseerlebnisse von Kara ben Nemsi und Hadschi Halef Omar. In diesem vorliegenden, hier besprochenen Buch geht es nicht um irgendwelche fiktiven Reiseerlebnisse. Der Autor stellt uns eine tatsächlich existierende historische Eisenbahnstrecke vor.

Über den Verlag

Der Münchner Piper Verlag wurde im Jahre 1904 von Reinhard Piper gegründet. Erv veröffentlicht Belletristik und Sachbücher. Er ist heute kein inhabergeführter Verlag mehr, sondern gehört zur schwedischen Bonnier-Gruppe.

Die Buchbesprechung

Das Buch ist ein Blick in die türkisch – osmanisch- arabische Geschichte. Es beschreibt, wie die Eisenbahn in diesen Landstrich gekommen ist. Es beschreibt also die Industrialisierung und regionale Entwicklung dieser lange Zeit als rückständig geltenden Region.

Die Ausführungen sind sehr anschaulich geschrieben. Durch die vielen historischen Fotos erhält der Eisenbahnfan einen guten Einblick in die geschichtlichen Ereignisse. Sie enden im Jahre 1940, als das letzte Teilstück der Eisenbahnstrecke fertiggestellt wurde.

Gibt es die Eisenbahnstrecke auch in unseren Tagen noch? Wie wird sie betrieben und genutzt? Darüber wird im Buch leider nichts gesagt. Man muß schon in der Internetenzyklopädie Wikipedia nachschlagen, um überhaupt Informationen darüber zu erhalten. ANgesichts der leichten Fälschbarkeit der Informationen dort ist also nicht ganz klar, ob es die Strecke momentan noch gibt.

Doch aber zurück zum Buch. Der Rechercheaufwand muß schon hoch gewesen sein, was sich schon allein an den Fotos zeigt. Wie kommt man – beispielsweise in der Türkei oder dem Irak – an geschichtliche Abbildungen? Gibt es dort so gut bestückte Bildarchive, die man als ausländischer Journalist bzw. Buchautor überhaupt benutzen darf.

Der Textteil folgt nicht unbedingt dem strengen wissenschaftlichen Duktus. Ohne in den Boulevard abzugleiten bemüht er sich eher um gute Verständlichkeit. Der Leser soll etwas vom Reisen damals, vom Bau der Eisenbahn und den allgemeinen Lebensbedingungen der Menschen erfahren.

Die Literatur beschreibt die Bahnlinie als technisch anspruchsvolle und ingenieurskundliche Meisterleistung. Die technischen Daten und Fakten stehen in dem Buch eher im Hintergrund. Das politische, wirtschaftliche, finanzielle und sonstige Umfeld sind dem Autren offensichtlich wichtiger und werden daher vorgestellt.

Das Fazit

Das Buch behandelt ein Thema, das in unserer deutschen Wahrnehmung – trotz der türkischen Arbeitsmigration ab den 1960er Jahren – nicht vorhanden ist. Dementsprechend gering ist auch das Wissen um die türkisch-osmanische Geschichte. Wer sich für Themen wie Eisenbahngeschichte und Reisen interessiert, hält hier bestimmt ein interessantes Buch in den Händen.

Wie bewerten Sie dieses Produkt?

Ihre Bewertung
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar