Mein Bruder ist ein Einzelkind

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Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Mein Bruder ist ein Einzelkind

Inhalt
Der junge Accio wird von seinen Eltern nicht ernstgenommen – ständig werden seine Schwester und sein Bruder Manrico von den Eltern bevorzugt. Und dann spielt sich Manrico auch noch als sozialistischer Arbeiterführer auf, wodurch ihm die Mädchen zu Füßen liegen. Accio reicht es endgültig: Zum Schrecken seiner ganzen Familie wird Accio Mitglied bei den gefürchteten Schwarzhemden, den italienischen Neofaschisten.

Accio träumt von der Konterrevolution und hört sich in seinem Zimmer alte Reden Mussolinis an. Doch eines Tages verliebt sich Accio in die bildhübsche Freundin seines Bruders Manrico. Francesca, die ja eigentlich zu Manrico gehört, bringt Accio fortan auf andere Gedanken, und angesichts der zunehmend brutalen Vorgehensweise seiner rechtsradikalen politischen Freunde beginnt Accio langsam immer mehr an seinen Überzeugungen zu zweifeln. Manrico hingegen ist politisch engagiert wie eh und je und wird zunehmend fanatischer…

Ein großartiger Film über Liebe, Freundschaft und Politik – ein gekonnter Drahtseilakt zwischen ernster Melancholie und überschwänglicher Freude
„Mein Bruder ist ein Einzelkind“ erzählt die Geschichte zweier unterschiedlicher Brüder, die sich mehr und mehr voneinander entfernen, jedoch stets zusammenhalten, wenn es drauf ankommt. Der Film von erzählt jedoch nicht nur auf berührende und trotzdem ungemein komische Weise die Lebensgeschichte von Geschwistern mit unterschiedlichen politischen Ansichten, sondern der Film zeigt auch die Situation im Italien der frühen 70er-Jahre – einem Italien, welches genau wie Deutschland von Studentenunruhen und terroristischen Aktionen erschüttert wurde und lernen musste, mit der eigenen faschistischen Vergangenheit umzugehen.

So ist der Film auch von historischer Relevanz, ohne dass er versucht, trockene historische Daten in einen Gesamtkomplex einzubinden. Luchetti gelingt es, die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf die sorgfältige Zeichnung der einzelnen Charaktere zu lenken – zwar spielt die Politik bei der Porträtierung der beiden Hauptprotagonisten Accio  () und Manrico () eine durchaus wichtige Rolle, dennoch dienen die unterschiedlichen politischen Ansichten der beiden Brüder in „Mein Bruder ist ein Einzelkind“ eher dazu, der Parabel über Liebe und Freundschaft, die der Film beschreibt, deutlichere Konturen zu verleihen.

Dabei ist „Mein Bruder ist ein Einzelkind“ einer dieser typischen italienischen Filme, der mit den Erwartungen des Zuschauers spielt und dabei immer wieder souverän zwischen komischen und tragischen Szenen hin- und herspringt.

Fazit
„Mein Bruder ist ein Einzelkind“ gewann fünf italienische Filmpreise, und die Süddeutsche Zeitung findet für den Film ein kurzes, aber absolut treffendes Urteil: „Brilliant!“. Das kann man zweifelsohne so stehen lassen – „Mein Bruder ist ein Einzelkind“ ist ein gelungener Film, der allen Liebhabern des anspruchsvollen südländischen Kinos noch lange im Gedächtnis haften bleiben wird.

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