Meine Expeditionen zu den Letzten ihrer Art

Autorenwertung
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  • Fotos
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  • Humor
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  • Dramatik
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  • Gesamt
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Rezension von: Wolfi | Rezensionsdatum:

: Meine Expeditionen zu den Letzten ihrer Art

Auf dem Cover sieht man einen großen Berggorilla, der grimmig dreinschaut und sehr gefährlich wirkt. Jeder andere würde in solch einer Situation Reißaus nehmen, Andreas Kieling nicht. Ihn zieht es hin zu den Tieren, ohne den Respekt vor ihnen zu verlieren. Diesen Respekt spürt man während des gesamten Buches, und vermutlich bemerken ihn auch die Tiere, wenn Kieling sie beobachtet.

Andreas Kielings Weg zum Tierfilmer
1959 wurde Andreas Kieling in Gotha geboren. In den Verhältnissen der damaligen DDR fühlte er sich von vorneherein nicht wohl, auch wenn er eine glückliche Kindheit verlebte. Als Kind hielt er sich, wie er im Buch anekdotenhaft erzählt, eine Ringnatter, die er zur Gaudi seiner Schulkameraden mit Fröschen und Molchen beköstigte. Er will zu dieser Zeit Tierpfleger werden, in Museen schaut er sich ausgestopfte Uhus an. Stundenlang verbringt er im Wald und beobachtet Tiere.

Doch die DDR wird ihm zu eng, mit 16 flieht er und wird von Grenzsoldaten angeschossen.

Diese biographischen Einzelheiten machen dieses Buch so ehrlich und verleihen ihm einen Charakter, der weit über den eines bloßen Tierbuches hinausgeht.

Eine neue Generation des Tierfilmens
Seine ersten Versuche in der Tierdokumentation sind keineswegs von Erfolg gekrönt. Kieling beschreibt: „ Um es kurz zu machen: Mein ´treatment proposal´wurde abgelehnt. ´Ne, ne, lass mal´, hieß es, ´das passt nicht in die Zeit. Wir machen lieber große Geschichten, monothematisch.´“

Eine große Fehleinschätzung. Denn das wäre Tierfilmen á la Walt Disney gewesen. Inszeniertes, künstliches Tierfilmen ohne persönlichen Bezug. Schon Grzimek mit seinem Einsatz für die Serengeti ging weit darüber hinaus. Die Natur wird dort schon als etwas Wertvolles betrachtet, etwas, das man schützen muss. Das möchte auch Kieling.

Er beschreibt als seine Aufgabe: „Ich wollte stattdessen auf eine ganz eigene Art betroffen machen. Da kaum ein Fernsehzuschauer die Möglichkeit hat, selbst auf der Suche nach seltenen oder vom Aussterben bedrohten Tieren in die entlegensten Winkel dieser Erde zu kriechen, würde ich an seiner statt kriechen und ihn quasi mitnehmen.“

Die Wildnis fängt vor der Haustür an
Und wie bereits in seinen Fernsehdokumentationen beweist er auch hier, dass Natur und Wildtiere nicht nur im fernen Afrika zu finden sind. So beschäftigte er sich während einer ganzen Fernseh-Reihe mit der Flora und Fauna an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, wobei auch dort Kielings Biographie eine wesentliche Rolle gespielt haben dürfte. Und auch in seinem neuen Buch geht es eben nicht nur um Berggorillas in Ruanda – wenngleich dies zweifellos der Höhepunkt seiner Erzählungen ist- sondern auch um Wölfe und Braunbären in Rumänien oder um Schneeleoparden in Kirgisistan. Die Orte, an denen Tiere leben, sind für Kieling, egal ob sie nah oder fern gelegen sind, „Symbole der Einzigartigkeit“, die zu erhalten sind. Dazu will Kieling einen Beitrag leisten.

Fazit
„Meine Expedition zu den Letzten ihrer Art“ ist nicht nur geographischer oder biologischer Natur, sie kennzeichnet vielmehr den Weg, wie der Mensch in der Moderne sich dem wilden Tier und damit seiner eigenen Vergangenheit nähern sollte: mit Respekt, Ehrfurcht, aber auch mit Neugierde.

Kielings Erzählungen sind ein Abenteuerbuch der besonderen Art. Mit vielen biographischen Einschüben will er den Leser für sich gewinnen, und dies gelingt ihm auch. Die renommierte National-Geographic-Reihe hat ihn zurecht aufgenommen, und man ist gespannt auf mehr.

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