Micky X ist wieder da!

Autorenwertung
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  • Gesamt
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Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Lustiges Taschenbuch Premium 06: Micky X ist wieder da!

Dunkle -Diamanten

Die tiefliegenden Triebe und ihre exzessive Perversion in der Moderne sind ja tagtäglich nicht nur im Fernsehen zu bestaunen. Pornographie und Horror als Filme oder Bilder sind nicht nur die Datenbasis des Internets, sondern auch die unterdrückte Seite des Menschen selbst, der sich vielem bewusst ist – nur nicht seiner eigenen Natur. Nun hat aber diese Natur ein Anrecht auf Ausdruck und so sind jene gruseligen, abartigen, andersartigen, verrückten und dämonischen Anteile – bringt man sie lebensbejahend in den Reigen des Daseins – was sehr, sehr Vernünftiges. Man höre und staune: aber es geht auch vernünftig und darüber hinaus komisch. Wer will, sollte sich – egal ob Erwachsenen- oder Kinderunterhaltung – mal eine Scheibe abschneiden beim Ehapa-Verlag, der in seiner Premium-Serie der Anderswelt ein sehr artgerechtes Forum gibt.

Micky X lautet der Titel des sechsten Bandes der LTB-Premium-Serie und ist der zweite, der sich der Mäuse und Hunde im Rahmen der Schauergeschichten annimmt. Wie auch bei den anderen Themen, die in der Premium-Reihe präsentiert werden (Special Phantomias, Superheldensagen), stammen Ideen und Comics aus Italien und so protzen Grafik, Layout und Aufmachung in stilistisch hochwertiger Form. Farben, Panels und Anordnung sind an sich schon mal ein optischer Augenschmaus, den man hervorheben muss.

Inhaltlich führt der Titel vielleicht ein wenig in die Irre, denn es ist beileibe nicht nur Micky Maus, in der Rolle des Anderen, des X – in seinem Fall einem Vampir -, sondern vor allen Dingen Goofy als Werwolf Goofwolf, der in den Geschichten und kleinen Slapstick-Episoden zwischendurch (Leser fragen, Goofwolf antwortet) der eigentliche Held dieses Bandes ist. Und das zu Recht, denn eben jene naive, grundehrliche und immer komische Herangehensweise an die Welt der Monster und Absurditäten ist pädagogisch sinnvoll und immer auf der Seite des guten Geschmacks.

Die dritte Hauptperson ist Fräulein Missi – im richtigen Leben Minni Maus -, die in der Geschichte Ein Alptraumtag ein schönes Beispiel für die mittlerweile gänzlich moderne Erzählform von guten Disney-Comics bietet. In schönster neorealistischer Tradition eines Gottfried Kellers wird hier ein Alptraumtag erzählt – ohne Spannungsbogen, ohne Plot, ohne Rätsel, ohne Notwendigkeit, irgendetwas mehr zu tun, als einfach nur zu beschreiben. Das ist sehr anspruchsvolle, moderne und gute Comicunterhaltung.

Fazit:

Wer sich etwas ganz Besonderes gönnen möchte, wer auf eindrucksvolles Artwork, hochwertige Tuschierung und eine Vielzahl von komischen, verrückten und exquisiten Ideen steht und wer dem Schauder der Anderswelt – die es ja nicht nur für Comicfans tatsächlich in unzähligen Versionen gibt -, eine quasi realistische und kindgerechte Note geben möchte, der greife hier zu. Dann verbünden sich die Kleinen demnächst mit den schwarzen Schatten unterm Bett. Das wäre doch auch mal nett, oder?

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