Mieses Karma

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Rezension von: gerdahutt | Rezensionsdatum:

Mieses Karma

Was kommt danach
Ihre kleine Tochter hat Geburtstag, doch sie bleibt an diesem Tage nicht zu Hause. Kim Lang, die Hauptfigur des Romans, hat wichtigeres vor. Sie geht zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises und will danach – zunächst nur in Gedanken, denn aber tatsächlich, da ihre Ehe schon lange nicht mehr richtig funktioniert- mit einem Kollegen ins Bett gehen. Beides klappt. Die Moderatorin erhält den Preis. Doch sie kann sich nicht lange daran erfreuen. Das Waschbecken einer Raumstation, die entsorgt werden soll, tötet sie. Als sie aufwacht, ist sie eine Ameise. Sie hat auf ihrem bisherigen Weg, beruflich und privat, zuviel schlechtes Karma angesammelt. Sie hat ihre Kollegen schlecht gemacht, nur um selber Karriere zu machen. Nichts war ihr zu blöd. Jetzt erhält sie die Rechnung dafür präsentiert. Nun ist guter Rat teuer. Was soll sie machen. Sie hat wenig Lust, als Ameise ein Dasein zu fristen.

Dasein als Ameise
Zunächst sucht sie in ihrer neuen Gestalt ihre Familie auf. Was sie dort sieht, gefällt ihr überhaupt nicht. Ihr Mann, mit dem sie nicht mehr viel mehr als Streit gemeinsam hatte, interessiert sich für eine andere Frau. Als Ameise steht sie dem hilflos gegenüber. Sie beschließt, gutes Karma zu sammeln, was ihr denn auch gelingt. Durch jeden Tod und eine neue Wiedergeburt, durchläuft sie mehrere Stationen der Reinkarnation, von der Kuh über den Regenwurm, Kartoffelkäfer zum Eichhörnchen. Schließlich wird sie als Mensch wiedergeboren. Sie ist eine dicke Frau in einer Imbissstube. Zunächst hat sie Kontakt zu ihrer alten Affäre Daniel und trifft dann auf ihre Familie. Es gelingt ihr, diese von ihrer Authentizität zu überzeugen und sie söhnen sich aus. Also ein Happy End, bei dem das Gute siegt. Sie ist zwar körperlich nicht in Top Form, aber seelisch und geistig schon. Ihr größter Wunsch ist es, sich der Familie zu widmen.

Mieses Karma ist der erste Roman von , der u.a. die Drehbücher für „Berlin, Berlin,“ und „Nikola“ geschrieben hat. Die Idee für das Buch ist originell: Die Wiedergeburt. Der westliche Kulturkreis kennt dieses Phänomen nicht. Aber mit dem Bekanntwerden der östlichen Kulturen, wird diese Anschauung bei uns bekannt. Bei den Christen hätte Kim Lang in der Hölle oder einer Vorstufe davon geschmachtet, bis zur Läuterung. In der östlichen Denkweise muß sie eben mehrere Tierleben durchlaufen und gutes Karma sammeln, bis es aufwärts geht. Am Ende steht das Happy End.

Fazit
Der Bestseller ist gut verständlich und leicht leserlich geschrieben. Der Autor beweist viel Humor beim Schreiben. Eine Lektüre für den Urlaub oder abends im Bett, so kurz vor dem Einschlafen. So mancher mag sich bei der Lektüre an das eigene Ich erinnern, und ob er immer richtig liegt, oder besser gleich seinen Lebensstil ändert, ehe er durch nicht beeinflußbare Dinge dazu gezwungen wird. Und diese gibt es nicht nur in östlichen Kulturkreisen durch die Wiedergeburt als Tier, sondern auch bei uns. So humorvoll und leicht der Roman geschrieben ist, er enthält doch die Botschaft, das eigene Leben zu überdenken, und vielleicht jetzt schon gutes Karma zu sammeln, ehe es zu spät ist. Obwohl es in dem Roman nicht zu spät ist, aber doch einiges an Zeit kostet.

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2 Kommentare to “Mieses Karma”

  1. Lilly009 schreibt:

    Der Autor hat viel Humor beim schreiben bewiesen!
    Ich habe lange kein so unterhaltsames Buch wie dieses hier gelesen.

  2. Klaus schreibt:

    im vergleich zu büchern wie „vollidiot“ oder „die müttermafia“ eher mäßig zu bewerten, was den humor betrifft. das ende wirkt hingeboten. nichts desto trotz würde ich das buch weiterempfehlen.

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