Mimikresonanz: Gefühle sehen. Menschen verstehen

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Mimikresonanz

Al Weckert (Vorwort). Junfermann Verlag 2013, Taschenbuch, 232 Seiten, € 24,56

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Dirk Eilert: Mimikresonanz: Gefühle sehen. Menschen verstehen

Schau mir nicht nur in die Augen, Kleines

Die 7-38-55 ist altbekannt; vielleicht nicht, in dieser nicht einfachen Regeldefinition, aber ihrem Wesen nach. Sie besagt nämlich, dass bei einer Kommunikation die Gesprächspartner die Wichtigkeit der gegenüberliegenden Aussagen zu 7 Prozent an den Wörtern, zu 35 Prozent an der Stimme und zu 55 Prozent an der festmachen. Inwieweit die einzelnen Prozentangaben abweichen können, soll hier nicht interessieren, nur festgehalten werden, dass das Grundprinzip jener Regel allen menschlichen Vorfahren – ob bewusst oder unbewusst – bekannt war. Der Körper lügt nicht und die ist ein untrüglicher und verlässlicher Anzeiger für Stimmungen und Einstellungen.

Eine sehr professionelle und fundierte Anleitung zur Resonanz, Erkenntnis und Arbeit mit der Mimik hat der -Trainer Dirk Eilert im -Verlag vorgelegt. Das Buch ist hilfreich, systematisch gut strukturiert und verbindet gekonnt Wissen und Menschlichkeit – insgesamt ein reichhaltiger, profunder und dank der detaillierten Fotografien äußerst nachvollziehbarer Ratgeber.

Beachten sollte man die grundsätzliche Herangehensweise von NLP-Experten: sie ist meistens sehr wissenschaftlich, sehr vernunftorientiert und bringt häufig, eigentlich sonnenklare Lebensweisheiten mit umständlichen Verklausulierungen und Formelgetue auf den Punkt. Nicht nur die wissenschaftliche Nähe zu modernen Soziobiologen wird hier – leider – deutlich. Kann man aber zwischen den Zeilen lesen bzw. dieses pseudo-sensationelle Gebaren ein wenig ausklammern, dann hat man unheimlich viel Spaß und Freude an Buch und Autor, der neben seiner fachlichen Klarheit auch gekonnt historische und soziologische Aspekte mit einfließen lässt. Das Buch mit Charles Darwin als Referenz der Mimikforschung anfangen zu lassen, ist zwar wissenschaftshistorisch absolut logisch, aber dennoch in diesem Rahmen aller Ehren wert.

Wenn die in der Moderne leider so verschwenderisch verwendeten Fach- und Kunstausdrücke nicht wären, könnte der Verbraucher diese Schrift wohl noch leichter und weniger demütig (denn das passiert automatisch, knallen einem die Fachwörter derart um die Ohren) annehmen. Embleme, Facial Feedback oder Facial Display Rules haben einfach in der Wirklichkeit unserer Beziehungen (und darauf will der Autor hinaus) nichts verloren.

Nichtsdestotrotz ein sehr praktisches Buch, mit dem man schnell und unkompliziert sich selbst und vor allen Dingen andere Gesprächspartner anhand der Gesichtsausdrücke verstehen kann. Darüber hinaus bewirken die sehr feinfühligen und tiefgründigen Erkenntnisse des Autors, dass die Leser weit mehr als nur etwas über die Mimik erfahren – es geht richtig tief, richtig gut und sensibel in das menschliche Unbewusste, welches sich autonom im Körper ausdrücken will und so auch verstanden werden kann.

Fazit:

Auch mit einer sehr eigenwilligen, sehr persönlichen Einleitung ein nicht nur authentisches, sondern sehr effektives Buch, bei dem man die üblichen NLP-Formulierungen und Eingrenzungen am besten mit wegdenkt. Dann hat man alles was man braucht, um der Wirklichkeit, die sich im Körper wiederspiegelt, näher zu kommen.

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