Mission Marathon

Autorenwertung
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Mission Marathon Oder

Thomas Plaßmann (Illustrator). Sportwelt Verlag 2012, Taschenbuch, 252 Seiten, € 0,91

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Mission Marathon – Oder: Wie ich kein Superläufer wurde von

Inhalt
In Mission Marathon schildert Lothar Koopmann, seines Zeichens Leiter des Duisburger Mercator-Verlags, Vorsitzender einer Kleinkunstbühne und bekennender Marathon-Läufer auf recht amüsante und schonungslos offene Weise seine Erfahrungen auf dem Weg vom gelegentlichen Jogger zum begeisterten Marathon-Läufer. Er unterteilt sein Werk dabei in verschiedene kurze Kapitel, die alle manchmal mehr und manchmal weniger mit dem Laufen an sich zu tun haben.

Er beschreibt die Quälereien, die ein Marathon-Läufer auf sich nimmt, um eines Tages sein großes Ziel zu erreichen und ergänzt dies durch humorvolle Beschreibungen der typischen Probleme und Fragen, die einen Läufer beschäftigen – von kleineren und minder schweren Verletzungen über die richtige Ernährung eines Läufers bis hin zur „Abrechnung“ mit Hundebesitzern, die Läufern im Wald das Leben bzw. das Laufen schwer machen.

Ein Buch mit zahlreichen lustigen Stories über das Laufen, welches insgesamt einige Stunden kurzweiliges Lese-Vergnügen garantiert
Der Autor Lothar Koopmann entstammt einer rheinischen Arbeiterfamilie, und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass er in seinem Werk „Mission Marathon – Oder: Wie ich kein Superläufer wurde“ kein Blatt vor den Mund nimmt und seine Erfahrungen großteils im typischen „Ruhrdeutsch-Slang“ zu Papier bringt. Er macht dabei von Anfang an klar, dass seine Motivation, um mit dem Laufen zu beginnen nicht das Ziel war, Bestzeiten zu erreichen, was der Untertitel des Romans noch einmal unterstreicht. Ohne dem Autoren zu Nahe treten zu wollen, dürfte dieser Aspekt aber wohl jedem Leser ohnehin klar sein, welcher sich kurz mit der Biographie des Autoren beschäftigt bzw. beschäftigt hat – denn jemand, der 1952 geboren ist und sich nun im beginnenden 21. Jahrhundert dem Laufen zuwendet, wird es wohl kaum noch zu olympischen Ehren bringen.

Doch dies ist vielleicht gerade auch mit ein Grund dafür, dass „Mission Marathon“ auch von „Fachfremden“ leicht gelesen werden kann, schließlich gibt es genug Leute und Leser, die sich gern sportlich betätigen, der Sportart des Laufens aber so gar nichts abgewinnen können und den Marathon für eine Form der modernen Selbsterniedrigung halten. Nicht selten beschleicht den Leser allerdings der Verdacht, dass auch dem Autoren selbst dieser Gedanke nicht ganz fremd ist, denn besonders die zwischendurch eingestreuten Karikaturen machen immer wieder deutlich, dass die Disziplin des Laufens nun nicht unbedingt in die Kategorie der sogenannten „Fun-Sportarten“ fällt.

„Mission Marathon“ beschreibt somit den Weg eines einst unsportlichen Manns im „fortgeschrittenen“ Alter zum bekennenden Marathon-Läufer, wobei die Beschreibungen der einzelnen Laufstrecken und -arten und die Schilderungen der Vorbereitungen für einen Lauf immer wieder durch kleine Anekdoten aufgelockert werden, in denen etwa der „Marketing-Wahnsinn“ verschiedener Sportartikelhersteller parodiert wird.

Aber auch wenn „Mission Marathon“ insgesamt ein recht amüsantes Werk ist, besitzt das Buch einige Schwächen, die mit Fortschreiten des etwas losen Handlungsverlaufs doch etwas stören und somit ermüdend wirken. Ein Beispiel dafür ist etwa die Formulierung „angetraute Ehefrau“ – der Autor benutzt diese Phrase immer wieder mit scheinbar wachsender Begeisterung, ohne dass hierfür ein wirklicher Grund erkennbar ist – weniger wäre hier mehr gewesen. Auch die angeblich „versehentlich ins Buch hineingeratenen“ Anmerkungen der Redaktion und des Verkaufsleiters des Verlag in Form von Fußnoten, die immer wieder gewissermaßen als „Running Gag“ eingestreut werden, wirken auf Dauer ermüdend, da sie leider meist einen sehr „bemühten“ Eindruck machen.

Fazit
Insgesamt ist „Mission Marathon – Oder: Wie ich kein Superläufer wurde“ ein recht amüsantes Werk, welches sowohl von Läufern als auch von Nicht-Läufern gleichermaßen leicht gelesen werden kann. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei dem Werk um die „nebenbei“ zu Papier gebrachten Erinnerungen und Anekdoten und auch gleichzeitig um das Erstlingswerk eines Hobbyläufers handelt, sind die genannten Schwächen des Buchs auch noch zu verschmerzen. Kein überragendes Werk, als einmalige Lektüre für Marathon-Interessierte, die das Thema selbst nicht allzu ernst nehmen aber zweifelsohne dennoch interessant.

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