Mord im Gurkenbeet

Autorenwertung
  • Humor
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  • Lesbarkeit
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  • Charaktere
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  • Kreativität
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  • Gesamt
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Flavia de Luce 1 - Mord im Gurkenbeet

Gerald Jung (Übersetzer). Blanvalet Taschenbuch Verlag 2010, Taschenbuch, 400 Seiten, € 8,99

Rezension von: hedda70 | Rezensionsdatum:

Mord im Gurkenbeet – von , ein Krimi mit Flavia de Luce

Inhalt

Colonel de Luce und seine drei Töchter leben in dem Herrenhaus Buckshaw in England. Die Erinnerung an die Mutter, vor Jahren bei einem Unfall um’s Leben gekommen, wird nur noch vom Vater hochgehalten. Eines Morgens wird ein Toter im Gurkenbeet gefunden. Flavia, die dritte Tochter des Hauses, entdeckt ihn, steckt ihre Nase in das Geschehen und versucht, mit eigenen Recherchen ihren Vater zu entlasten, den man ausgerechnet als Hauptverdächtigen verhaftet hat. Wie sich herausstellt,  ist auch das Vorleben des Vaters nicht ohne schwarze Flecken. Hilfe gibt es nur in Form des Gärtner-Chauffeurs, der überall in Haus und Hof herumwandert, alles Mögliche hört und sieht (auch das, was gar nicht vorhanden ist), Lebensweisheiten von sich gibt und schliesslich zu Hilfe eilt, als es brenzlig wird.

Beurteilung

Zu meiner grossen Freude ist es diesmal nicht ein Kommissar oder eine Kommissarin, die sich mit dem Mord befasst und versucht, ihn aufzuklären, sondern die jüngste Tochter des Hauses, eine vorwitzige 11jährige. Während die älteren Schwestern sich pflegen oder auf dem Sofa liegend den Tag lesend verbringen, stürzt sie sich vergnügt und aufmerksam in die Nachforschungen. Sie empfindet die ganze Angelegenheit als ein Abenteuer, was man sehr gut nachempfinden kann. Endlich einmal eine Abwechslung in dem öden Landleben.

Originale dürfen auch nicht fehlen: den nach dem Tod seiner Frau sehr schweigsamen Vater, fast immer in seinem Arbeitszimmer mit der Briefmarkensammlung beschäftigt, die Köchin, die es wohl auf jedem englischen Herrensitz gibt, und das  Faktotum, das schon seit dem letzten Krieg – leicht psychisch gestört – anwesend ist. Klingt nach Klischee, ist vielleicht eins, aber das stört den schmunzelnden Leser gar nicht.

Flavia de Luce ist nicht nur ein neugieriges, sondern auch ein überaus intelligentes Wesen, das sich mit Chemie in seiner schönsten Form befasst, nämlich in einem eigenen Labor experimentiert. Sie verfügt ausserdem über ein gutes Gedächtnis und über einen erstaunlich erwachsenen Durchblick. Einem 11jährigen Mädchen glaubt man das anfangs nicht unbedingt, aber sie wird nun einmal so dargestellt, und mit der Zeit findet man sich ab.

Durch das Lesen dieses Buches bekommt man einen Einblick in chemische Grundsubstanzen und chemische Vorgänge, die man seit seinen eigenen Schulzeiten vergessen hatte. Auch über die Philatelie wird man sachlich gut informiert, und obwohl die Geschichte des Fehldrucks der Penny-Marke nicht der geschichtlichen Wahrheit entspricht, ist sie als Grundlage dieses Krimis sehr gut ausgedacht und durchaus mehrere Morde wert.

Die Beschreibung des Hauses, der Umgebung, der Personen, der Geschehnisse sind ausschweifend, manchmal übertrieben, besonders was die Vergleiche angeht. Und doch habe ich mich selten so amüsiert.

Fazit

Ein rundum witziges Buch, das sich aus der Reihe der Kriminalromane schon aufgrund der Hauptdarstellerin heraushebt. Für Erwachsene und Kinder gleichermassen zu empfehlen. Sie mögen sich an einem Regentag in eine Sofaecke kuscheln und kichern.

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