Mord in Münster

Autorenwertung
  • Spannung
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  • Recherche
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  • Lesbarkeit
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  • Authentizität
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  • Story
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  • Gesamt
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Rezension von: Wolfi | Rezensionsdatum:

: Mord in Münster

Münster ist zur Krimi-Metropole geworden. Spätestens seit dem „Münster-Tatort“ mit Axel Prahl und Jan-Josef Liefers und den „Wilsberg“-Krimis im ZDF. Letztere wurden und werden von Jürgen Kehrer geschrieben. Kehrer ist ein Autor, der in seiner Heimatstadt „weltberühmt“ ist, nicht zuletzt deshalb ist er genau der Richtige um Krimis mit münsterschem Lokalkolorit zu schreiben.

Krimi mal anders

Sein neustes Werk ist anders. Es ist kein fiktionaler Text, also nichts, was er in vielen Stunden sich selber ersonnen hätte. Nein, er greift zur Dokumentation. Kehrer beschreibt reale Kriminalfälle, die es wirklich gegeben hat. In Münster, über mehrere Jahrhunderte gehend. Man merkt bereits an diesem Thema, dass Kehrer eine sehr weitreichende Recherche betrieben haben muss, weit über die eines „normalen“ Kriminal-Schriftstellers hinausgehend. Das Stadtarchiv in Münster wird sein wichtigster Arbeitsort gewesen sein, im abschließenden Quellenteil nennt er viele Publikationen aus dem 19. Jahrhundert, sowie historische Bücher und Zeitschriften.

Der Versuch einer Dokumentation von realen Kriminalfällen statt die Wiedergabe von erfundenen Geschichten hat Konjunktur. Als Ausgangspunkt könnte die ARD-Fernsehdokumentations-Reihe „Die größten Kriminalfälle“ gelten. Aber auch Ferdinand von Schirach, Rechtsanwalt und Journalist, der aus seiner eigenen Arbeit berichtet, können zum selben Genre gezählt werden.

Vom Komtur Melchior Droste zu Senden bis zum „Rohrbach-Mord“

Kehrers Buch beginnt mit der „Ermordung des Komturs Melchior Droste zu Senden“. Man schreibt das Jahr 1588, und der Komtur (=Kommandeur) des Johanniterordens wird Opfer von 5 Messerstichen. Als er auf dem Aegidii-Kirchhof gefunden wird, ist ihm nicht zu helfen. Am Abend zuvor war er noch auf einer Hochzeitsfeier gewesen. Was war passiert ? Es lässt sich rekonstruieren, dass er dort einen Streit zwischen zwei Domherren schlichten wollte, was ihm offensichtlich zum Verhängnis wurde. Es hat nie ein Urteil gegeben. Schon damals hat es findige Anwälte gegeben, und die Verdächtigen konnten sich auf Adel und Geistlichkeit berufen.

Mit weiteren historischen Kapitalverbrechen geht es weiter, schließlich auch zwei neuere Fälle, isnbesondere den bundesweit bekannt gewordenen „Rohrbach-Mord“, in dem eine Ehefrau verdächtigt wurde, ihren Mann getötet zu haben. Am 18. April 1958 sprach das Schwurgericht Münster schuldig und verurteilte sie zu lebenslangem Zuchthaus. Doch das Ganze endete in einem Justizskandal, die Gutachten waren derart fehlerhaft, dass sie zur Blamage für die Gutachter wurden. Die Wahrheit kam nie ans Licht. Freispruch.

Fazit

Freispruch auch für Jürgen Kehrer. Nicht nur das. Er hat ein Lob verdient für diese spannende Zusammenstellung, die er ebenso packend zu erzählen weiß. Man könnte an eine Fortsetzung hoffen, wenn die westfälische Provinz denn soviele noch nicht beschriebene Kriminalfälle zu bieten hat.

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