Mozart in der Zukunft

Autorenwertung
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Mozart in der Zukunft

Tânia Maria Rodrigues-Peters. Books on Demand 2009, Taschenbuch, 96 Seiten, € 10,50

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Mozart in der Zukunft von

Inhalt
Hauptpersonen des Buches sind Max, ein 12jähriger Österreicher, der Musik liebt und Klavierunterricht nimmt, allerdings von seiner Mutter stark angespornt wird. Dieser Druck macht ihm trotz seiner Liebe zur Musik doch eines Tages zu schaffen und er träumt, dass eine „Musikfee“ kommt und ihm einen Wunsch erfüllt. Da er schon immer mal Mozart treffen wollte, wünscht er sich diesen. Und – schwupps – taucht Mozart am Ende der Straße, ebenfalls im gleichen Alter, auf und Max versteckt ihn in seiner Spielhütte auf dem Grundstück seiner Eltern.

Die Autorin lässt die beiden Helden im Weiteren dann verschiedene „Abenteuer“ erleben, die alle darauf fußen, dass der kleine Mozart unterschiedliche Technologien, Handlungsweisen und Sprechstile erlebt als die, die er aus seiner „Vergangenheit“ kennt. So macht er durch Zufall den Fernseher in Max´ Spielhütte an und ist fasziniert von dem Comic, der dort läuft, sie fahren zusammen in die „Stadt“ zum Eisessen und fahren (schwarz!) mit dem Zug nach Salzburg (Mozartstadt) und müssen dort weitere Abenteuer bestehen. Am Ende des Buches schildert die Autorin ein wenig aus ihrem Leben und stellt ein Rezept für eine Sachertorte vor.

Hintergrund
Dieses Buch ist von der Brasilianerin Rodrigues-Peters (geb. 1964) geschrieben, die mit einem Österreicher verheiratet ist und auch in Österreich lebt. Sie scheint eine recht bunte Vergangenheit zu haben, denn sie schreibt über sich im Anhang des Buches, dass sie sowohl Lehramt in Brasilien studiert hat, aber auch Schauspielerin an einem Amateurtheater war, Kunst studiert hat, bei einem Radio gearbeitet und Malunterricht genommen hat usw.

1997 zog sie nach Europa und veröffentlicht schließlich 2008 dieses Buch auf Portugiesisch. Es wurde von Ihrem Ehemann ins Deutsche übersetzt und mittlerweile auch ins Spanische und Englische. Publiziert wurde es von den beiden in Eigenregie über ; darüber hinaus hat der Ehemann starke „Guerilla-Marketing“-Aktionen unternommen (u.a. über Twitter), um das Buch zu vermarkten. Im Vergleich zu „normalen“ Verlagen und Autoren ist allein dies schon einmal eine sehr interessante Tatsache. Qualitativ ist der Druck von sehr gut gelungen, ein schöner Hochglanzeinband, gute Druckqualität der Schrift.

Die Idee des Buches ist, zu beschreiben, wie Mozart als Kind im 21. Jahrhundert sich wohl verhalten würde, wie er die technischen Errungenschaften (Internet, Busfahren, Fernsehen) umgeht, wie sich die sozialen Beziehungen geändert haben usw. Als Hauptlesergruppe werden Kinder von 9-12 Jahren angegeben, aber es ist auch für Erwachsene geeignet.

Fazit
Das Buch ist schon allein aufgrund des oben genannten Hintergrundes sehr interessant. Auch die Tatsache, dass eine Brasilianerin ein Kinderbuch mit europäischem Hintergrund (Mozart), schreibt, macht das Buch zu etwas Besonderem. Die Illustrationen sind von einem brasilianischen Bekannten der Autorin gemacht und comic-karikaturhaft. Die Idee, sich eine Story für Kinder auszudenken, was passieren würde, wenn der junge Mozart plötzlich im 21. Jahrhundert wäre, ist auf alle Fälle interessant und phantasievoll. Das Buch ist ist leicht lesbar und regt hoffentlich Kinder dazu an, sich zu klassischer Musik etwas mehr Gedanken zu machen als dies viele Kinder heutzutage machen.

Auf der anderen Seite ist der Satzbau und die Ausdrucksweise manchmal etwas gewöhnungsbedürftig und holperig. Leider hat der Übersetzer hier keine Glättungen vorgenommen, so dass aus meiner persönlichen Sicht es nicht dazu dient, jungen Lesern eine gute schriftliche Ausdrucksweise zu vermitteln, was ich von einem Jugendbuch didaktisch erwarten würde, da die Ziellesergruppe ja bereits selbst liest. Beispiele: „Und Glück haben sie.“ – ein solcher Satz würde im Deutschunterricht aus diversen Gründen rot angestrichen werden.

Ebenfalls:Wörtliche Rede wird zwar lustig, aber falsch, mit Noten eingeleitet, nie aber beendet. Didaktisch äußerst befremdlich finde ich, dass die beiden Kinder schwarz fahren mit der Bahn. Sie werden zwar vom Schaffner erwischt, aber entwischen ihm auch wieder, ohne dass sie bestraft werden. Das dürfte in einem Kinderbuch nicht sein. Das mag in anderen Kulturkreisen akzeptabel sein, ich würde jedoch nicht wollen, dass meine Kinder ein solches Verhalten von Romanfiguren vorgelebt bekommen. Auch die Idee, für die Handlung einen Menschen in die Zukunft zu versetzen ist nicht neu, wobei es natürlich schwierig ist, heutzutage noch wirklich neue Stories zu erfinden. Jedoch wurde meines Erachtens hier ein wenig zu viel inhaltlich von Rosendorfers „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ genommen, viele Erlebnisse finden sich auch dort wieder.

Insgesamt kann man das Buch aber dennoch empfehlen, eben weil es sich von anderen Jugendbüchern unterscheidet und Vielfalt, auch aufgrund des anderen kulturellen Hintergrundes der Autorin, aus meiner Sicht immer positiv ist. Die Schwächen des Buches sollten jedoch meiner Meinung nach von Erwachsenen kommentiert werden, damit die Kinder keine falschen Vorbilder erhalten.

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