MUSK

Autorenwertung
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  • Lesbarkeit
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  • Story
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  • Übersetzungsqualität
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  • Unterhaltung
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  • Gesamt
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Rezension von: lilo05 | Rezensionsdatum:

Musk von

Einleitung – Monsieur Emes alltägliches Leben

Wie wichtig ist der Duft einer Person? Enorm wichtig, ja anscheinend lebensnotwendig, seitdem wir Patrick Süskinds „Das Parfum“ lesen durften. Während seine Hauptperson sogar zum Mörder wird, um sich die Gerüche seiner Opfer anzueignen, ist Monsieur Eme ein wirklich harmloser, aber sehr eigener älterer Gentleman, der ein Appartement im Pariser Viertel Montparnasse bewohnt. Sein allmorgendliches Ritual, einschließlich seiner akuraten Leibesübungen, seines präzisen Ankleidezeremoniells und seiner peniblen Morgentoilette werden nur von einem herausragenden Moment gekrönt: dem Parfümieren mit seinem Eau de Toilette Musk. Der gutaussehende Herr verwendet es schon seit vierzig Jahren und das nicht ohne Grund: es hat ihm schon so manchen Erfolg bei Frauen beschert und rundet seine stattliche Erscheinung ab. Sein Leben könnte noch Jahre so weiter gehen und es wäre sicher todlangweilig, darüber ein Buch zu schreiben, wenn nicht etwas passieren würde, was Monseur Emes Leben gehörig aus den Fugen geraten lässt: die Rezeptur seines Eau de Toilette wird geändert und seiner Geliebten fällt dies sofort auf. Nun könnte man meinen, das man sich damit wohl arrangieren und sich auch an diesen neuen durchaus angenehmen Duft gewöhnen könne – nicht jedoch Mr. Eme.

Wende – Monsieur Emes Kampf

Alles, was Monsieur Eme tut, hat einen Sinn, nichts überlässt er dem Zufall. Nachdem er also peinlich genau die Musk-Dosis ermittelt, die er täglich verwendet und sie in Relation zu seinem Altvorrat an Musk setzt, ohne dabei natürlich auch seine Lebenserwartung außer Acht zu lassen, kommt er zu dem Ergebnis, dass das Parfum höchstens für ein paar Monate ausreicht. Monsieur Eme setzt nun alles in Bewegung, um so viel wie möglich seines ursprüngliches Parfums zu ergattern. Er entwickelt sich zu einer erstaunlichen Kämpfernatur, keine Lösung scheint ihm zu umständlich, um in Besitz seines Lebenselixiers zu kommen. Die anfangs heitere Geschichte gewinnt mehr und mehr an Tiefgang je tiefer Monsieur Eme sich in seinen Eifer verstrickt und je bedrohlicher die Situation von ihm empfunden wird.

Spätesten hier wird dem Leser klar, dass eigentlich um viel mehr geht als um Eitelkeiten. Es geht um menschliche Ängste vor dem Vergänglichen, um verlorene Illusionen, ja um den Verlust seiner Persönlichkeit. Monsieur Eme wird klar, dass es so nicht weitergehen kann. Er scheint an seinem Schicksal zu zerbrechen und muss eine Entscheidung treffen…

Fazit

Der Roman Musk ist sehr amüsant und süffisant geschrieben und besticht durch seine einfache Sprache, die jedoch nie abgedroschen wirkt. Dies ist für die deutsche Fassung auch der ausgezeichneten Übersetzung von Veronika Cordes zu verdanken. Der Handlungsstrang ist übersichtlich gehalten und trotzdem nie langweilig. Trotz aller Schlichtheit – der Leser wird bis zum Ende des Buchs in Atem gehalten. Eine Kunst, die längst nicht jeder Autor beherrscht!

Autor

Musk ist der Erstroman des Autors Percy Kemp, der als Sohn einer Libanesin und eines Briten 1962 in Beirut geboren wurde und nun in Paris und London lebt.

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Ein Kommentar to “MUSK”

  1. Rezensionswettbewerb 2011: Vorrunde ausgewertet - Februar 2011, News, Rezensionswettbewerb schreibt:

    […] in der Endausscheidung: http://www.rezension.org/musk/ http://www.rezension.org/the-circus-1870s-1950s/ http://www.rezension.org/helden-wie-wir/ […]

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