O vôo da arara azul

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Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

, (Text)/ (Illustrationen: O vôo da arara azul

Ein Jugendbuch über die Zeit der Militärdiktatur aus Brasilien, in portugiesischer Sprache. Der Flug des blauen Papageis zeigt Jugendlichen, was es bedeutet, in einer Diktatur zu leben. André erfährt, dass seine sympathischen Nachbarn im Widerstand aktiv sind und wird so in ein gefährliches Abenteuer hineingezogen. Maria José Silveira ist eine bekannte brasilianische Autorin, deren Thema immer wieder die Jahre der Diktatur sind, die sie in Romanen und auch Jugendbüchern verarbeitet.

Inhalt

André, ein aufgeweckter Jugendlicher, lebt in einer ruhigen Straße in einem Vorort: Mittelklasse, die Häuser sehen fast alle gleich aus und haben jedes einen kleinen Hinterhof. Andrés Familie besteht aus seinen Eltern, zwei jüngeren Brüdern und ihm und seinem blauen Papagei Magda. Die Geschichte spielt in den 70er Jahren in Brasilien, zu Zeiten der Diktatur.

Im Nachbarhaus wohnt ein junges Ehepaar, beide etwa Mitte 20, und ihr älterer Onkel. Die junge Frau, Lia, arbeitet als Krankenschwester, Alfredo, ihr Mann, als Vertreter.  Alle drei scheinen einander sehr zugetan zu sein und Lia, jung, hübsch und lebhaft, gefällt André ganz besonders. Er verliebt sich ein wenig in seine junge Nachbarin. Lia hingegen ist ganz begeistert von dem schönen blauen Papagei im Hinterhof. Morgens, wenn er zur Schule geht, verlässt auch Lia das Haus auf dem Weg zur Arbeit. Beide gehen zusammen und unterhalten sich.  André, getrieben von seinen Gefühlen, verfolgt Lia, schaut, wohin sie geht, interessiert sich für ihr Leben, beobachtet sie vom Fenster und vom Hof aus. So bleibt es nicht aus, dass er bald feststellen muss, dass das Nachbarhaus eine Zentrale des Widerstandes ist. Die so sympathische Familie druckt dort heimlich Flugblätter und Pamphlete. André liebt Lia zwar, doch ist es eine platonische Liebe, er mag auch Alfredo und den Onkel und bewundert die drei für ihren Mut im Widerstand gegen die Diktatur.

Die Geschichte wird spannend, als ein gefangen genommener Aufständischer aus dem Krankenhaus, in dem Lia arbeitet, fliehen kann. André entdeckt, dass Lia unter Fluchthilfeverdacht steht und verfolgt wird. Rechtzeitig warnt er die Freunde, die sich gerade noch absetzen können.  Es kommt zu einer Schießerei im Nachbarhaus, als einziges Opfer ist Andrés Papagei zu beklagen. André hört nichts mehr von Lia und ihrer Familie, bis er viele Jahre später durch Zufall Alfredo wiedertrifft. André ist Filmemacher geworden und als er jetzt hört, dass Lia damals, ein Jahr nach ihrer Flucht, ermordet wurde, beschließt er, ihr mit einem Film ein Denkmal zu setzen. Der Film soll „Der Flug des blauen Papagei“ heißen.

Fazit

Das Buch von  Maria  José Silveira zeigt Jugendlichen, was es bedeutet, in einer Diktatur zu leben. Unter der vermeintlich ruhigen Oberfläche lauert Gefahr, Angst und Willkür, was auch André entdecken muss. Silveira selbst hat die Jahre der Diktatur in Brasilien verbracht und weiß, wovon sie schreibt. Der Text ist durch Kopien der hektografierten Zeitung des Widerstandes und durch kurze gezeichnete Comic-Strips aufgelockert. Andrés Hobby sind nämlich Comics, er zeichnet auch selbst und einige seiner Kommentare zum Geschehen sind als kurzer Bildstreifen beigefügt. „O vôo da arara azul“ (Der Flug des blauen Papageis) hat Staatspreis gewonnen, der einzige Nachteil dieses ansonsten sehr gelungenen Buches ist die typisch brasilianische Kürze, der Roman umfasst nur knapp 81 Seiten. Aber das ist eher von Vorteil für diejenigen, die Portugiesisch erst lernen.

 

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