Oceania 02. Weißer Horizont

Autorenwertung
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  • Emotionen
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  • Abenteuer
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  • Gesamt
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Oceania, 2, Weißer Horizont

Hélène Montardre. Franckh Kosmos Verlag 2011, Gebundene Ausgabe, 336 Seiten, € 4,11

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Helene Montardre: 02 / Weißer Horizont

Eisiges Europa, feurige Story

Der Golfstrom ist schon so ein Lüftchen, ein richtig liebenswertes, vor allen Dingen für die Bewohner Europas, denn nur dank ihm sind die Temperaturen, vor allen Dingen im Norden und der Mitte, einigermaßen erträglich. Kann aber jeden Tag vorbei sein, glaubt man den radikal prophylaktischen Klimaforschern.

Durch entsprechend anthropogene Einflüsse können sich die Bedingungen, die zum Entstehen des positiven Stromes beitragen, jederzeit ändern und was dann passiert und passieren kann, zeigt die Französin Helene Montardre im zweiten Teil der Jugendbuchtrilogie Oceania: Schneebedeckte Wiesen und Felder, Eis und Kälte in der alten Welt, die mögliche Klimakatastrophe in fiktionaler Vorhersehung.

Die in Band Eins sich abzeichnende Katastrophe hat zugeschlagen und inmitten dieser Zukunftsschrecken bringt die französische Autorin, die in ihrer Heimat sehr erfolgreich in der Kinder- und Jugendbuchliteratur zugange ist, vielschichtige Sozialverstrickungen ein, die das Salz in der Suppe dieser Bücher ausmachen.

Chris und Flavia sind nach wie vor die beiden Hauptcharaktere, die den Lesern auch schon aus dem ersten Teil bekannt sind und die – Schrecken des Wankelmutes menschlicher Romantik – gewaltsam getrennt werden und im Laufe dieses Buches eine Art intimes Seelenleben offenbaren, das die Zweisamkeit huldigt, ohne sie ausleben zu können. Konkret bedeutet das, dass Flavia sich zurück auf den Weg nach Europa macht (um dort die schneebedeckte Heimat vorzufinden), um ihren Großvater wiederzufinden und der geheimen Forschungsstation den Alphaschlüssel überbringen, der mögliche Hinweise zur Rettung der Welt beinhalten kann.

Chris hingegen ist mit anderen Charakteren aus dem ersten Band (Tommy, Noemie etc.) in New York verblieben und schreibt wie seine Freundin ein liebevolles, sehnsüchtiges Tagebuch. Genau diese Passagen sind – Reminiszenz an das vielleicht größte aller Zeit: Die unendliche Geschichte – in kursiver Schrift gedruckt und aus der Ich-Perspektive formuliert, alle andere Handlungsstränge der kurzweiligen 66 Kapitel sind aus der dritten Person heraus geschrieben, meist aus Chris und Flavias Sicht, doch manchmal auch aus Tommys oder Noemies Sicht.

Ein durchaus interessanter methodische Kniff, bleibt doch so die Spannung und der Blick auf das Gesamte gewahrt und verweigert jedoch auf der anderen Seite nicht die tiefschürfende Romantik der inneren Persönlichkeit im Rahmen der Tagebuchnotizen.

Der große Erfolg des ersten Teils kann mit diesem Buch sicherlich bestätigt werden, denn nicht nur der Handlungsstrang bleibt spannend und in sich schlüssig, sondern auch die neuen Charaktere passen sich nahtlos in den sympathischen Reigen der Protagonisten ein. Vor allen Dingen Amalia sei hier zu erwähnen, die sich als geheime Zwillingsschwester Flavias entpuppt – das Spannungshoch des Buches samt familiärer Verstrickungen der zwielichtigen Eltern.

Fazit:

Oceania trifft es nun doppelt. Nicht nur die Wassermassen, die den wohl größten Einfluss auf Leben und Klima der Erde haben (in Europa ist das Wasser stark ins Landesinnere vorgedrungen), sondern ein trennender Ozean waschen den Liebenden, zwischen der alten, verödeten, stark zerstörten Welt und der der neuen, dem noch in Sicherheit liegenden Amerika, symbolisiert die Dramatik.

Die Geschichte ist flüssig, ein klassischer Pageturner, die Kapitel bündig, die Personen liebenswert, der Schreibstil angenehm, der Hardcovereinband passend und einladend. Aufgrund der logischen Fortführung und der realistischen Dramatik (eben nicht nur heile Welt) sogar noch einen Tick besser als Band Eins. Alle Fans jetzt schon mal festhalten: Es bleibt heiß, zumindest literarisch, wenn Band Drei erscheint. Ob es auch klimatechnisch so werden wird, bleibt abzuwarten.

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