Old Ideas

Autorenwertung
  • Musik
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  • Instrumentalisierung
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  • Vocals
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  • Abwechslung
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

EIN SPÄTWERK, DAS SPÄT ZÜNDET!

Der Musiker:

wurde im September 1934 in einer jüdischen Mittelschichtfamilie in Kanada geboren. Obwohl er als Jugendlicher mit dem Gitarrenspiel begann, spielte die Musik eine untergeordnete Rolle. Cohens Liebe galt der Literatur. 1956 veröffentlichte er einen Gedichtband. Mit dem zweiten Band wurde er auch über die Grenzen von Kanada hinaus bekannt. Später machte er mit Romanen von sich reden, die er auf der griechischen Insel Hydra schrieb. 1967 kehrte er in die USA zurück und begann als Singer-Songwriter Karriere zu machen. Sein Debütalbum „Songs Of Leonrad Cohen“ enthielt einen Hit, der bis heute untrennbar mit seinem Namen verbunden ist: „Suzanne“. Von der Presse als zweiter Bob Dylan gefeiert, etablierte er sich als Musiker, der vor allem in Europa große Akzeptanz erhielt.

Das Album:

Die Musik von Leonard Cohen war noch nie für den schnellen Genuss geeignet, sieht man vielleicht von bekannten Titeln wie „Suzanne“ oder „Halleluja“ ab. Und gerade die letzte Alben des Sängers musste man mehrfach in Ruhe hören, um sich ihrer Tragweite und ihrer Bedeutung bewusst zu werden. Dies gilt gerade und im speziellen für das derzeit aktuelle Album, das im Januar 2012 veröffentlicht wurde.

Mit der selbstreflektierenden Textzeile „I´d love to speak with Leonard, he´s a sportsman and a shepard, he´s a lazy bastard living in a suit“ startet „Going Home“, der erste Titel des Albums, in dem Cohen mehr spricht als singt. Dieses Prinzip zieht sich im Grunde auch durch die anderen neun Songs. Farbtupfer sind immer wieder die Chöre der weiblichen Backgroundsängerinnen, die Cohens tiefe Stimme hervorragend unterstützen. „Old Ideas“ ist ein ausgesprochen ruhiges Werk, doch welches Cohen-Album ist das nicht? Er war nie ein Rocker, sondern der Poet der modernen Musik. Und diesem Ideal ist er sich bis heute treu geblieben.

Trotzdem ist das Album mit Höhepunkten gespickt. „Show Me The Place“ erinnert ein wenig an , „Banjo“ spielt wieder mit Country-Elementen und „Crazy To Love You“ ist eine tolle Solonummer: Nur Cohen und seine Gitarre. Ein Song, der auch auf seinem ersten Album „Songs Of Leonard Cohen“ hätte sein können.

Trackliste:

01 – Going Home

02 – Amen

03 – Show Me The Place

04 – Darkness

05 – Anyhow

06 – Crazy To Love You

07 – Come Healing

08 – Banjo

09 – Lullaby

10 – Different Sides

 

Fazit:

Wer nur Musik der mainstreamlastigen Radiosender hört, wird beim Hören von „Old Ideas“ sicher die Nase rümpfen. Eine sonore Stimme, die mehr spricht als singt, spärliche Instrumentalisierungen, ruhige Töne – all das ist Leonard Cohen. Aber dies war er auch schon vor über vierzig Jahren. Wenn man sich etwas Zeit und vor allem Ruhe nimmt, wird man feststellen, das sich auch dieses Album in die Riege der guten Cohen-Alben einreiht. Auch wenn seine Stimme ein wenig in die Jahre gekommen ist, macht der Vorreiter aller Singer-Songwriter auch hier eine gute Figur. Vielleicht ist „Old Ideas“ nicht sein bestes Werk, aber auf jeden Fall ein gutes Spätwerk, dem man etwas Zeit geben sollte.

 

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