On se left you see se Siegessäule – Erlebnisse eines Stadtbilderklärers

Autorenwertung
  • Dialoge
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  • Charaktere
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  • Humor
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  • Realismus
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  • Ausstattung
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  • Gesamt
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Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

On se left you see se Siegessäule – Erlebnisse eines Stadtbilderklärers von

 

Der Roman ist eine Geschichte aus dem Leben eines Stadtführers (ostdeutsch: Stadtbilderklärer) auf einem Passagierschiff in Berlin – wie es der Titel bereits andeutet.

Tilman, der Ich-Erzähler der Geschichte(n), stammt ursprünglich aus Frankfurt und hat die letzten 8 Jahre Geschichte in Berlin studiert und mit wechselnden Bewohnern immer in einer WG gelebt. Nach seinem Abschluß muß er sich nun um einen Job kümmern, aber spießig möge er bitte nicht sein, auch nicht anstrengend. Mehr durch Zufall wird er dann „Stadtbilderklärer“ auf einem Touristenschiff an mehreren Tagen in der Woche. Er schildert dann sowohl seine neuen Kollegen (in der Mehrzahl Ostberliner) als auch seine Erlebnisse mit den verschiedenen Kategorien von Touristen. Dies tut er in einer derart erfrischenden und gut beobachtenden Art und Weise, daß jeder Berliner sich darin wiederfindet und sich jeder westdeutsche als auch ausländische Tourist an die eigene Nase fassen kann.

Auch nach 8  Jahren Berlin wundert sich Tilman noch immer über die verschiedenen Marotten der Berliner, die sich für den Nabel der Welt halten und „Zugereiste“ nicht als vollwertige Menschen akzeptieren können – obwohl der Berliner als solcher ja kaum selbst aus seinem Heimatbezirk herauskommt. Er macht die Erfahrung, daß spanische Touristen immer laut sind, Schulklassen auf Berlinbesuch die Nase voll haben von Mauerfall und Wiedervereinigung usw. So gibt es in jedem Kapitel andere, außergewöhnlich humorig und mit viel Selbstironie erzählte Anekdoten aus seinem Leben als Stadtbilderklärer.

Parallel dazu läßt er den Leser an seinen Schwierigkeiten als WG-Bewohner teilhaben und schildert, wie die Auswahlprozesse für neue Bewohner aussehen, die Schwierigkeiten zwischen Nähe und Distanz, Freundschaft und Bekanntschaft unter den jungen Deutschen, die auf der Schwelle von Student zum „richtig“ Erwachsenwerden stehen und dabei fürchten, spießig zu werden.

Er lernt, mit den verschiedenen Charakteren umzugehen und macht dafür auch manchmal völlig unsinnige Übersetzungen, nur, weil die Touristen es ja eh nicht anders verstehen wollen. Auch mit Besserwissern muß er umgehen und hat bald für jede „Spezies“ eine passende Antwort parat – stets getrieben auch davon, möglichst viel Trinkgeld zu erhalten.

 

Fazit

Einfach großartig! Als Berliner kommt man aus dem Lachen einfach nicht heraus. Tilman Birr nimmt die Berliner Eigenarten so dermaßen spitz aufs Korn, daß man vor Lachen manchmal kaum nicht weiterlesen kann. Die zum Teil wirklich unsinnigen Fragen der Touristen hat wohl jeder Berliner schon einmal in der ein oder anderen Form gehört. Und in den beschriebenen Schrullen der Berliner findet sich sicherlich auch jeder Berliner wieder.  Und nebenbei sind zahlreiche (korrekte) Zahlen und Fakten über Berlin erhalten, eingebettet stets in wiederum lustige Reflexionen des Autors, das man auch noch etwas dabei lernt – wenn es sich nicht gerade um die für Spanier eigens erfundene englische Variante der Beschreibung handelt.

Ein absolutes Muß für jeden Berliner, Berlintouristen und jeden, der Spaß an Worten und Wortwitz hat!

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