Optisch Weltklasse, inhaltlich nicht ganz

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Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Die weltweit beste und stärkste -Verbandsliga aller Zeiten? Sollten Sie dem urdeutschen Sport nachgehen und zufälligerweise in einer unteren Klasse spielen, könnte es nach der Lektüre dieses Bandes durchaus vorkommen, dass Sie sich auch auf dieser Ebene zumindest zur absoluten Creme de la Creme zählen. Denn die inflationäre Selbstverherrlichung ist Teil dieses Bandes, die nicht müde wird eben jene weltweit stärkste erste und zweite -Liga zu betonen. Das ist an sich auch nur logisch, denn die selbst geschriebene Erfolgsgeschichte von 50 Jahren -Bundesliga wird nicht nur von der Unternehmenskommunikation der Liga selbst verantwortet, sondern auch von zwei alten Hasen der Fachzeitschrift inside geschrieben. Der renommierte Sportbuchverlag Die Werkstatt ist dann die Plattform, auf der sich die letzten 50 Jahre Bundesliga in einem opulenten, nicht immer ausführlichen, aber sehr bewegenden Buch darstellen dürfen.

Der Teil allein verwirrt etwas, denn auch die 2. Bundesliga (selbstredend die stärkste aller Welten), der -Pokal und sogar Super Cup, All Star Game und Jugendzertifikate des werden vorgestellt. Glücklicherweise in einem ihnen angemessen kleinen Rahmen. Letztlich bleibt es auf den knapp 350 Seiten mehr bei einer große Ouvertüre und einer monumentalen Schau, bei der vor allen Dingen die Bilder hervorstechen. Speziell diejenigen der 1960er bis 1980er Jahre sind hervorzuheben, da sie nicht nur wegen der Schwarz-Weiß-Optik, sondern auch aufgrund der geschickten Blenden und Nachbearbeitung die Spielszenen so erschienen lassen, als handele es sich um riesige Arenen und keine kleinen, engen Hallen, in denen die Aufnahmen gemacht wurden. Der wohl legendärsten Trainer aller Zeiten Vlado Stenzel kriegt aufgrund des Layouts gar einen – verdienten – Heiligenschein. Das ist schon cool und passt zum Titel dieser umfassenden Chronik.

Ansonsten mäandern Sprachstil, Gewitztheit, Detailtiefe und Layout eher im Bereich Mittelfeld, die Klubportraits am Ende des Bandes sind zwar inhaltlich okay, aber vom farblichen Satz eher ein Angriff aufs Auge des Keepers. Auch die abschließende Statistikabteilung hätte in diesem Jubilarband deutlich umfassender und ausführlicher sein dürfen – das Buch ist eh schon schwer und monumental, da hätten ein paar – gewiefte – hundert Gramm mehr oder weniger auch nicht geschadet.

 

Fazit

Mehr eine Präsentation im modernisierender Selbstvermarktung, sehr hübsch anzuschauen, insgesamt auch umfassend und liebevoll aufbereitet, aber mit Lücken in der Detailtiefe und der Gestaltung. Da aber auf dem Markt vergleichsweise wenige gute Referenzen und diese dann auch schon deutlich älter vorhanden sind, sicher ein gutes Geschenk für Handballfreaks in Deutschland zum kommenden Feste. Sie werden sich – so viel ist sicher – egal, in welche Liga sie spielen, danach viel besser, weil stärker fühlen.

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