Mark Lane – Anti-Tech Testament 1981-1985
CD 1:
- Age Old Fashion
- I Want You
- Mystery Hero
- Cartel Danse
- Pushing And Pulling
- All Of My Dreams
- They Call It Game
- Pleasure Heist
- Das Nicht
- The Lights Of March
- Tsar
- Il Pluet A Bruxelles
Disc 2:
- The Poison For Me
- 3rd Party
- America’s List (Live)
- Devils
- Iceberg (Live)
- Sojourn
- Quest
- Who’s Really Listening
- Graveyard II
- When The Candle Burns
- White Glove
- Exit (Live)
Mark Lane, der Künstler
Der Musiker Mark Lane begann bereits 1980 mit elektronischen Sounds zu experimentieren und veröffentlichte 1981 seine erste Single auf Vinyl mit dem Titel “Love Is So Aggravating”. Aufmerksamkeit erhielt er mit dem 1984 erschienenem Mini-Album “Who’s Really Listening”, das minimalistische Synthpop-Stücke enthielt. Danach wurde es lange Zeit still um ihn, bis er sich nach der Jahrtausendwende mit diversen Compilations zurückmeldete, die einen guten Überblick über sein Schaffen ermöglichen. So gibt es auch ein parr interessante Infos zu seiner musikalischen Laufbahn, z.B. dass Mark Lane unter anderem mit der Industrial-Formation Klinik und dem Ex-Tangerine Dream-Mitglied Conrad Schnitzler kollaborierte.
Anti-Tech Testament 1981.1985, das Album
Auf der vorliegenden Compilation finden sich Stücke aus der Frühzeit des Künstlers. Die Lieder sind ein interessantes Zeugnis der 80er Jahre, die Musik kommt schön unterkühlt und teilweise auch recht düster rüber. So ist ein Stück wie “Tsar” als Soundrack zu einer postapokalyptischen Welt, die von Aliens beherrscht wird, einfach perfekt geeignet. Auch Titel wie das sehr surreale “Cartel Danse” haben einen sehr eigenen Stil und sind im Grunde mit nichts zu vergleichen, hier liegen dann auch die Stärken des Herrn Lane, er schafft es, den Stücken ein eigenes Profil zu geben, das ganz unverwechselbar auf ihn zugeschnitten ist. Der wohl stärkste Song auf der Compilation ist “Das Nicht”, das so schön minimalistisch daherkommt mit seiner Synthiespur und den Clap-Sounds, Mark nölt dazu ein paar sehr enigmatische Worte auf Deutsch – einfach wunderbar.
Nicht alle Stücke können diese Qualität halten, viele klingen dann doch etwas zu poppig und etwas anbiedernd, was aber bei der großen Songauswahl von 24 Titeln auf zwei CDs nicht negativ ins Gewicht fallen sollte. Leider gibt es zu der CD keinerlei Booklet mit Songtexten oder Backgroundinfos, was sehr wünschenswert gewesen wäre, so bleibt dieser Künstler uns weiterhin ein Rätsel.
Fazit
Anti-Tech Testament 1981-1985 bietet einen gelungenen Querschnitt in das Schaffen dieses viel zu unbekannten Künstlers, die Songs entfalten eine wunderbar 80er-like Atmosphäre, die so richtig schön oldschool klingt. Ich empfehle dieses Compilation jedem 80er Musik-Fan, hier bekommt man ein paar schöne Songs geboten, die den meisten wohl völlig unbekannt sind. Ein echter Geheimtipp!
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Aderlating – Spear Of Gold & Seraphim Bone Pt. 1
- Black Emperor At The Temple’s Gate
- Descending The Naraka I
- Spear Of Gold And Seraphim Bone
- A Burial On The Shores Of Mount Sinai
- Endel Der Wrake
- A New Plague For Every Trimph
Aderlating, das Dark Ambient-Projekt
Hinter Aderlating steht der Niederländer Maurice De Jong, der sich schon für eine Reihe anderer Projekte aus dem Noise-, Dark Ambient- und Black Metal-Bereich verantwortlich zeichnet. Dabei liegt der Schwerpunkt bei Aderlating ganz eindeutig bei düsteren Dark Ambient-Soundskultpuren, die hin und wieder mit den vorgenannten Genres eine Schnittmenge bilden. Aderlating wurde im Jahre 2008 ins Leben gerufen und hat in der kurzen Zeit eine relativ große Anzahl von Alben veröffentlicht.
Spear Of Gold & Seraphim Bone Pt. 1, das Album
Speark Of Gold & Seraphin Bone Pt. 1 ist das jüngste Release von Aderlating. Das Album besteht formal aus sechs Titeln, wovon keiner unter sieben Minuten lang ist; das längste schlägt sogar mit einer Spielzeit von 18 Minuten zu Buche. Das Projekt beschreibt seinen Musikstil als Dark Ritual Horror, ein Begriff, der sehr gut zu der Atmosphäre und den Klängen passt, die da aus den Boxen quillen.
Beim Lesen der einzelnen Songtitel drängt sich einem der Verdacht auf, dass diese religiösen Ursprungs sind. In der christilichen Mythologie ist der Begriff Seraphim die hebräische Pluralform von Seraph und beschreibt sechsflügelige Engel. Und Naraka ist die Bezeichnung für eine der sechs Daseinsbereiche des Buddhismus und bedeutet soviel wie Höllenbereich.
Alle sechs Stücke auf diesem Album erzeugen eine sehr unheimliche und auf irgendeine Art auch lebensfeindliche Atmosphäre, es ist damit sicherlich keine Musik, die man sich anhört, um zu entspannen, vielmehr wird eine verborgene Bewusstseinsebene angesprochen, die erst erkundet werden will, wenn man sich denn traut.
Stellenweise erinnert das Werk an die Musik der deutschen Undergroundgröße Peter Frohmader, vor allem an sein altes Nekropolis werden so einige Erinnerungen wachgerufen.
Fazit
Speark Of Gold & Seraphim Bone Pt. 1 ist eine sehr düsteres Werk, dass gekonnt Elemente des Black Metal, Noise und Dark Ambient miteinander vermischt, so hört man bei manchen Titeln ein schleppendes Schlagzeug und verfremdete Stimmen. Die Noise-Komponente, d.h. dissonante Geräusche, verbleibt über weite Strecken im Hintergrund, sodass man die Scheibe auch gut über Kopfhörer hören kann. Ich sage das nur, weil man bei dieser Art von Musik aufpassen muss, nicht selten wird man böse überrascht und bekommt ein Störgeräusch nach dem anderen auf”s Ohr gedrückt. Dieses Album eignet sich hervorragend für Leute, die gern härtere Musik hören, und dabei bekannte Vertreter wie Noise, Black Metal und Dark Ambient auf einer Scheibe haben wollen.
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Gary Numan – Jagged Edge
Disc 1:
- Edge
- Fold
- Halo
- In A Dark Place (Single Remix)
- Blind
- Before You Hate It
- Haunted
- Slave
- Melt
Disc 2:
- Fold
- Jagged
- Before You Hate It
- Pressure
- In A Dark Place
- Melt
- Slave
- Scanner
Jagged Edge, das Album
Hat Gary Numan im Verlauf seiner Karriere immer wieder große Veränderungen in seinem Stil vorgenommen, man erinnere sich nur an die kläglich gescheiterten Funk-Experimente Ende der 80er, hat er seit seinem künstlerischen Comeback 1994 und dem Album Sacrifice endlich zu seinem eigenen Sound zurückgefunden. Ein Stil, den man ganz gut mit Gothic-Industrial umschreiben könnte, düstere, oft religiös gefärbte Texte und harte Gitarrenriffs zeichnen den “neuen” Numan aus. Auf seinem im Jahr 2000 erschienenen Album Pure hat er diese neue Ausdrucksweise perfektioniert. Erst mussten wieder sechs Jahre ins Land gehen, bevor mit Jagged eine neue Gary Numan-Platte das Licht der Welt erblickte. Die Erwartung der Fans an dieses Album war entsprechend hoch, wofür hätte man sonst so lange darauf warten sollen. Doch Jagged konnte diese nur teilweise erfüllen, waren doch die Tracks auf dem Album alle recht ähnlich arrangiert und auch formal nicht sehr abwechslungsreich.
Das Doppelalbum Jagged Edge bietet nun die einmalige Gelegenheit, quasi hinter die Kulissen der Aufnahmesessions zu Jagged zu blicken. Es finden sich nämlich auf diesen beiden CDs alternative Fassungen zu den Liedern, die in dieser Form nicht auf dem offiziellen Album zu hören waren. So sind viele Tracks auf Jagged Edge viel roher und weniger aufwendig produziert als in ihrer endgültigen Fassung, was insofern positiv anzumerken ist, als das manche der Lieder auf Jagged einfach überproduziert klangen, als wollte man sie bewusst künstlich aufblasen, was aber dazu führt, dass die Authentizität verloren geht. Es war ja gerade diese Art von Sterilität und Minimalismus, die Gary Numans Musik ausgezeichnet hat, mit einer übertriebenen Produktion geraten diese sehr wichtigen Faktoren leider ins Hintertreffen.
Daher ist Jagged Edge eine gute Ergänzung zum Album, da hier der rauhere Numan-Sound zu Entfaltung kommt, den man schon auf Pure so mochte. Zwar sind alle Songs in ihrer Grundstruktur zu erkennen, soll heißen, es sind keine ominösen Demo-Aufnahmen, die irgendwie unfertig klingen, vielmehr sind diese Stücke in einem Stadium, wo man durchaus an eine Veröffentlichung hätte denken können, doch Numan selbst waren die Stücke wohl noch nicht elektronisch genug, sodass er sie im Nachhinein noch einmal veränderte.
Fazit
Jagged Edge liefert tolle Einsichten in den Entstehungsprozess des ursprünglichen Jagged-Albums, die Songs sind etwas roher und klingen noch nicht so überproduziert wie in der späteren Fassung. Dieses Album lohnt sich natürlich auch, wenn man Jagged schon besitzt, da hier ganz neue Facetten der einzelnen Lieder zu Tage treten, die man vielleicht gar nicht vermutet hätte.
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Einstürzende Neubauten – Strategien Gegen Architektur 2 (Strategies Against Architecture 1983 – 1989)
Disc 1:
- Abfackeln!
- Partynummer (Live)
- Z.N.S.
- Die Elektrik (Merle)
- Intermezzo/Yü-Gung
- Seele Brennt
- Blutvergiftung
- Sand
- Kangolicht
- Armenia (Live)
- Ein Stuhl In Der Hölle
Disc 2:
- Vanadium I Ching
- Leid Und Elend (Live)
- DNS-Wasserturm
- Armenia II (Live)
- Fackeln!
- Ich Bin’s
- Hirnlego
- Wardrobe
- Bildbeschreibung
- Haus Der Lüge (Live)
- Jordache
- Kein Bestandteil Sein (Alternative Version)
Strategien Gegen Architektur 2, Die Werkschau
Bei einer außergewöhnlichen Band wie den Einstürzenden Neubauten, die bereits ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert haben, wäre eine normale “Best of” gar nicht denkbar gewesen. Allein der Begriff Best of trifft es bei den Neubauten so gar nicht, denn Hits haben die Neubauten nie geschrieben, vielmehr versuchte die Gruppe rund um Blixa Bargeld nach alternativen Ausdrucksmöglichkeiten zu suchen, die mit “richtiger” Musik nicht viel gemein haben. So experimentierte man vor allem im ersten Jahrzehnt der Neubauten mit allem, was der Schrottplatz so hergab, man hatte z.B. diverse Metallteile, Sprungfedern, Motorsägen zweckentfremdet und spielte auch auf einem Schlagzeug, dass gänzlich aus Stahl gefertigt war. War dies für den Sound schon sehr ungewöhnlich, gab vor allem Blixa Bargelds expressiver Gesang und sein morbides Erscheinungsbild der Band ein Profil.
Strategien Gegen Architektur ist der Titel einer seit 1981 erschienen Serie von Werkzusammenstellungen von repräsentativen Neubauten-Titeln. Auf der Strategien…2 hat man sich den Jahren 1983-1989 gewidmet. In diesem Zeitabschnitten war die Band noch mitten in ihrer Sturm-und-Drang-Zeit, d.h. man ging immer noch auf Konfrontontionskurs mit dem Musikestablishment, was sich vor allem in ausgedehnten Lärmorgien und der destruktiven Grundhaltung der Stücke wiederspiegelt.
Neben Stücken, die die Fans der Neubauten bereits von den Alben her kennen, finden sich auch bisher unveröffentlichte Titel und Liveaufnahmen. So gehören Titel wie “Kangolicht”, “Fackeln”, “Jordache” und das äußerst faszinierende “Bildbeschreibung” zu bisher ungehörten Raritäten. Auch Liveaufnahmen zu “Yü-Gung” und “Haus Der Lüge” klingen im direkten Vergleich zur Albumversion reifer und kraftvoller. Gerade bei einem Stück wie “Armenia” bekommt man es mit der Angst zu tun, so eindringlich und mitreißend hat man einen Menschen wohl nie zuvor singen hören, da läuft es einem eiskalt den Rücken runter.
Die Titel beweisen auch auf eindrucksvolle Art und Weise, welche Kreativität in der Band steckte, z.B. ist das Stück “Blutvergiftung” komplett rückwärts gesprochen eingespielt worden und für das Album in umgekehrter Reihenfolge wieder eingespielt, sodass Blixas Worte wieder verständlich werden, jedoch mit einem sehr morbidem Klang.
Fazit
Strategien Gegen Architektur 2 ist eine gelungene Zusammenstellung früher Neubauten-Stücke. Jeder Titel auf dieser Doppel-CD ist etwas sehr Besonderes. Es ist im Grunde sehr schwierig, die Stücke mit Worten zu beschreiben, das ist ja das Tolle an Neubautenmusik, sie lässt sich einfach mit nichts vergleichen. So muss man sich auch erst einmal mit der surrealen Klangwelt dieser Gruppe vertraut machen, bevor man sich ein Urteil erlauben kann. Diese Werkschau bietet dafür die ideale Gelegenheit.
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Die Krupps – Entering The Arena
- Risk
- The Rise & Fall
- Communication Breakdown
- Risky Soul Version
- Gladiators
- Your Voice
- Communication Breakdown (Don’t Speak Mix)
- This Day Is Not The Last
- Risk (Operatic Intro)
- Risk (Metallic Outro)
Entering The Arena, das Album
Drei lange Jahre ließen sich die Mannen um Jürgen Engle von den Krupps Zeit, bis sie 1985 den Nachfolger von Volle Kraft Voraus auf den Markt warfen. Im direkten Vergleich klingt Entering The Arena dann auch sehr viel poppiger, fast schon wie amerikanischer Synthpop und das will nichts Gutes heißen. War der Vorgänger noch von unterkühlten, minimalistischen Elektrobeats geprägt, der eine gewisse Nähe zum EBM vorweisen konnte, sind diese Einflüsse auf Entering The Arena nun vollständig verschwunden. Die Band klingt einfach viel zu wohlgefällig, als hätten sie es auf die A-List internationaler Radiostationen abgesehen.
Bei den Krupps war es ohnehin schon immer schwer, ein eigenes Profil festzustellen, mir scheint es, als könnte die Band nur bestehende Stile nachspielen, ohne dabei wirklich etwas Neues daraus zu machen. Das unterscheidet die Band dann schließlich auch von anderen Vertretern elektronischer Musik wie z.B. DAF, die damals wirklich sehr innovativ und richtungsweisend waren.
Auf Entering The Arena plätschern die Songs nur vor sich hin, man ist zwar soundtechnisch verspielter als noch auf dem Vorgänger, doch klingt diese Aneinanderreihung von Sounds doch sehr beliebig und einfallslos. “Risk” wartet zwar mit einem recht guten Intro auf, verliert sich dann aber doch in den Gefilden des Pop, auch der Refrain will nicht so recht zünden. Genauso ergeht es auch den anderen Tracks auf dem Album, im Ansatz sind hier und da ein paar gute Ideen zu vernehmen, die aber leider durch eine völlig überfrachtete Produktion wieder zunichte gemacht werden. Ich weiß nicht, wer damals auf die Ideee kam, diese bescheuerte Richtung einzuschlagen. Ein weiterer Dänpfer ist die bescheidene Songauswahl, allein der Track “Risk” erscheint hier in nicht weniger als vier Versionen, und “Communication Breakdown” in zwei, sodass gerade diese durchschnittlichen Tracks besonder schnell anfangen zu nerven.
Das Beste an dem Album ist immer noch das stimmige Cover, das an diverse Propagandaplakate der 30-Jahre erinnert, sicherlich als eine Art Provokation gedacht, die aber bei dem dargebotenen Soundmaterial nach hinten los geht.
Fazit
Das Album Entering The Arena ist leider ein völlig überproduziertes, wohlgefälliges Machwerk, das man damals auch getrost unter dem Label Bubblegum-Pop hätte verkaufen können. Von ein paar mittelmäßigen Tracks abgesehen ist das Album durchgängig schlecht, weil einfach total einfallslos Sound an Sound gereiht wurde. So besitzt die Band überhaupt kein eigenes Profil und klingt auf dem Album leider viel zu beliebig. Nicht zu empfehlen!
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