Gary Numan – Hybrid
Disk 1:
- Hybrid
- Dark
- Crazier
- Bleed
- Torn
- Down In The Park
- Everyday I Day
- Absolution
- Cars
Disk 2:
- Ancients
- Dominion Day
- A Prayer For The Unborn
- Me! I Disconnect From You
- Listen To My Voice
- Rip
- This Wreckage
- Are Friends Electric?
- M.E.
- Down In The Park
Hybrid, das Doppelalbum
Bei Hybrid handelt es sich nicht um ein neues Gary Numan Album, vielmehr ist es ein Doppelalbum, das alte wie neue Gary Numan Klassiker in einem neuen Soundgewand präsentiert, also eine Art Remixalbum, dass unter der Zusammenarbeit mit Andy Gray entstand.
Hier werden die alten Songs nicht einfach auf modern getrimmt, nein, man nimmt sich die Zeit und Muße, um den einzelnen Stücken ganz einfach neue Facetten zu geben und sie vielleicht für ein jüngeres Publikum, dass den alten Gary Numan aus den 70ern nicht kennt, interessant zu machen. Darüber hinaus finden sich dann auch drei ganz neue Songs: das als Single erschienene “Crazier”, “Hybrid” und “Ancients”. Klingt “Crazier” noch typisch Numan, ist der Song “Hybrid” vielmehr eine remixte Version des Titels “Pure”, irgendwo zwischen moderne Depeche Mode und The Prodigy.”Ancients” überrascht mit numanuntypischen Streicherarrangements und einer an Alternative Rock erinnernden Gitarrenspur.
Die Wahl der Songs, die für das Album ausgewählt wurden, fällt sehr bunt aus, wenn auch der Schwerpunkt auf Stücken aus seiner Anfangszeit (Tubeway Army) und den der letzen beiden Alben liegt. Mit Hybrid ist es den beiden Soundtüftlern gelungen, alte Numanklassiker modern und unverbraucht klingen zu lassen, ohne dabei auch nur im Ansatz beliebig zu wirken, wie es leider schon auf diversen Remixalben geschehen ist. Die drei neuen Songs sind insgesamt ganz gut gelungen, sollten aber nicht alleiniger Kaufanreiz dieses Albums darstellen. Vielmehr richtet sich dieses Album an Leute, die vorher vielleicht noch gar nichts von Gary Numan wussten, und mit den alten New Wave-Sounds nichts anfangen können, sondern das ganz gern etwas zeitgemäßer verpackt haben möchten, aber auch alte Fans werden ihre Freude mit Hybrids haben, denn es ist interessant zu sehen, welches Potential in den alten Liedern steckte, das auch für die heutige Zeit immer noch relevant ist.
Fazit
Hybrids is ein interessantes Doppelalbum, das alte wie neue Numanfans zu begeistern weiß; wer die alten Hits kennt, wird erstaunt sein, was sich aus den Titeln mit Hilfe einer modernen Produktion noch so alles herausholen lässt. Für mich ist dieses Experiment gelungen.
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Gary Numan – Warriors
- Warriors
- I Am Render
- The Iceman Comes
- This Prison Moon
- My Centurion
- Sister Surprise
- The Tick Tock Man
- Love Is Like Clock Law
- The Rhythym Of The Evening
- Poetry And Power
- My Car Slides (1)
- My Car Slides (2)
- Nameless And Forgotten
- Sister Surprise (Single Mix)
- Warriors (Full Length Version)
Warriors, das Album
Das 1983 veröffentlichte Warriors war Gary Numans bisher mutigstes aber auch sperrigstes Werk. War auf den Vorgängern immer noch sein Drang zu spüren, einen weiteren Hit wie “Cars ” abzuliefern, sucht man einen Song mit ähnlichen Hitpotential auf Warriors vergeblich. Der Sound kommt sehr viel erdiger und experimenteller rüber, auf dem Cover erscheint Mr Numan als Krieger in der Wüste, ein Bild, das an Mad Max und die Donnerkuppel erinnert. Ähnlich apokalyptisch gestaltet sich auch der Sound. Waren die Klänge auf den Vorgängeralben immer recht hell und von einer gewissen Melodiösität erfüllt, zeigt sich Warriors bewusst auf das Wesentliche reduziert: intensive Bassspuren treffen auf interessant arrangierte Drumcomputer, sein eigentliches Markenzeichen, die durchdringenden Moog-Synthie Sounds kommen nur minimal zum Einsatz, was das Album sehr eigenständig und spannend klingen lässt. Vor allem das Saxophon findet hier prominenten Einsatz, was sicherlich einige Leute verschrecken dürfte, aber zum damaligen Zeitgeist gehörte und Numan seitdem noch auf etlichen anderen Veröffentlichungen begleiten sollte.
Warriors ist jenes Album für das man sich besonders viel Zeit nehmen muss, erst dann offenbart es seine ganze Kraft. Songtitel und -texte wirken sehr surrealistisch, z.B. in “Warriors” singt er: “I’m the ghost Of the white faced clown” oder in “This Prison Moon”: I’m only here For a thousand years Here on this prison moon.”
Mit “Sister Surprise” ist auch wieder ein Longtrack mit über acht Minuten Länge zu finden, der sich nach und nach fast schon in einen Ohrwurm verwandelt. Auch die Idee mit dem zweigeteilten Song, “My Car Slides” , gefällt mir ausgesprochen gut, diese beiden Tracks gehen nahtlos ineinander über und vereinen sich somit zu einem sehr abwechslungsreichen Hörerlebnis. “Poetry And Power” weist ein weiters Novum auf, hier wird Gary Numan erstmals von einem männlichen Backgroundsänger unterstützt.
Fazit
Warriors ist zwar bei weitem Numans sperrigstes Werk, wer auf Hits wie “Cars” hofft, wird womöglich enttäuscht sein, die wahren Stärken dieses Albums liegen in seiner Vielschichtigkeit, außerdem ist es Numans Kompromisslosigkeit zu verdanken, dass dieses Album ein so hohes Maß an Authentizität besitzt. Ich persönlich mag es in seiner musikalischen Phase von 1981 – 1983, die ja sehr experimentell geprägt war, am liebsten.
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Gus Gus – Arabian Horse
- Selfoss
- Be With Me Now
- Deep Inside
- Over
- Within You
- Arabian Horse
- Magnified Love
- Change Come
- When Your Lover’s Gone
- Benched
Gus Gus, das Musikprojekt
Gus Gus sind ein isländisches Musikprojekt, das sich 1995 aus den verschiedensten Künstlern wie Fotografen, Modedesignern, Filmemachern und Musikern gegründet hat. Die beiden Alben Polydistortion (1997) und This Is Normal (1999) gelten als legendäre Klassiker. War ihr Sound in der Zeit von 1995 bis 1999 noch von warmen elektronischen Beats und Funkeinflüssen geprägt, stieg im Jahre 2000 ein großer Teil des einstmals aus neun Mitgliedern bestehenden Künstlerkollektivs aus, um eigene Wege zu gehen. Zu den bekanntesten Ex-Mitgliedern von Gus Gus gehört sicherlich Emiliana Torrini, die mit “Jungle Drum” sogar auf Platz 1 der deutschen Single-Charts kam.
Mit dem Weggang der Mitglieder schrumpfte Gus Gus kurzzeitig auf ein aus zwei DJs bestehendes Projekt, was natürlich maßgebliche Auswirkungen auf den Sound hatte. Die einstmals vorhandenen Funk- und Trip Hop-Einflüsse verschwanden völlig, was blieb waren recht knarzige elektronische Klänge, die um einiges rauher und beatlastiger waren. Auf dem 2001 erschienenen Album Attention kam eine neue Sängerin, Earth, dazu, wodurch die Musik wieder etwas songorientierter wurde.
Arabian Horse ist bereits Gus Gus achtes Album. Das Projekt verlässt hierbei weitgehend die beatorientierte Schiene und lässt vor allem weiten Ambientflächen großen Spielraum. Auch ist wieder ein alter Bekannter mit von der Partie, Sänger Daniel August, der seit dem Gus Gus Debut von 1995 dabei ist. Er steuert zusammen mit Earth die Vocals bei, was den Stücken einen souligen Charme verleiht. Hier und da geben sich auch diverse Gastsänger ein Stelldichein. Die zehn Tracks sind allesamt recht lang und rangieren von 5 bis 8 Minuten Länge, man hat als Hörer also genug Zeit, sich auf die Stücke einzulassen.
Fazit
Mit Arabian Horses ist Gus Gus ein Album gelungen, das zwar interessanter als die letzen beiden Alben geworden ist, dennoch nicht an die alten Meisterwerke aus den 90ern herankommen kann, dafür fehlt es einfach an musikalischer Tiefe, die Ambientflächen sind zwar schön, werden aber allzu oft von eintönigen Synthiebeats zerstört.
Positiv anzumerken ist, dass endlich wieder Stücke dabei sind, die etwas experimenteller ausgefallen sind, dazu gehören der Opener “Selfoss”, der sich gegen Ende in einen Gypsysong verwandelt, und mit “Deep Inside” einen sehr starken Song vorweisen kann. Auch der gelegentliche Einsatz von Streichern sorgt für etwas Abwechslung.
Doch nervt mich manchmal dieser typische DJ Sound, ich habe bei den neuen Gus Gus oftmals das Gefühl, dass die Tracks zu sehr nach Remix klingen, also zu wenig Songstruktur besitzen, um mich wirklich fesseln zu können. Es ist wohl leider auszuschließen, dass sich jemals die alten Gus Gus wieder reformieren würden, was bleibt sind zwei großartige Alben.
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Gary Numan – I, Assassin
- White Boys And Heroes
- War Songs
- A Dream Of Siam
- Music For Chameleons
- This Is My House
- I, Assassin
- The 1930′s Rust
- We Take Mystery To Bed
- War Games
- Glitter And Ash
- The Image Is
- This House Is Cold
- Noise Noise
- We Take Mystery To Bed (Early Version)
- Bridge? What Bridge?
I Assassin, das Album
Nach der Veröffentlichung von Dance 1981, das schon nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen konnte, nahm sich Gary Numan eine kleine Auszeit und hielt sich für die Sessions zu I, Assassin einige Zeit in den USA auf. I, Assassin kann zweifellos als Schwesteralbum zu Dance betrachtet werden, knüpft es doch dessen Faden nahtlos an.
Auch das Image, das das Cover des Albums transportiert, ist wieder das gleiche, Gary im Gangsterlook der 30er Jahre. Im Unterschied zu Dance ist I, Assassin aber nun wirklich tanzbarer, auch die amerikanischen Funkeinflüsse kommen wieder verstärkt zum Tragen. In lyrischer Hinsicht ist I, Assassin von autobiographischen Anekdoten durchsetzt. Neben seinen Erfahrungen als Popstar mit all seinen Schattenseiten, werden auch persönliche Erfahrungen mit manischen weiblichen Fans (War Songs) thematisiert.
Es gibt eine Vielzahl starker Tracks auf dem Album, das düstere “White Boys and Heros”, das exotisch anmutende “A Dream Of Siam”, “This Is My House” und “We Take Mystery To Bed”, das mit seiner tollen Melodie jede New Wave Disco zum Beben bringt. Dieses Stück ist übrigens gleich in zwei Versionen zu finden, einmal in der Singleversion und als Bonus in der Rohfassung, die sich im Sound sehr stark unterscheidet und interessante Einblicke in den Kreativprozess Gary Numans gewährt.
Überhaupt gehören die Bonustracks mit zu den stärksten Songs des Albums: “This House Is Cold” und “Noise Noise” hätten mühelos das Zeug zum Klassiker. Mit “Bridge? What Bridge?” ist leider aber wieder ein absolut nerviger Song auf dem Album, naja Song trifft es nicht ganz, vielmehr ist es eine Art Blödelsession im Studio, also rein improvisiert ohne viel Substanz. Auch der Titelsong des Albums ist eher schwach ausgefallen.
Fazit
I, Assassin spinnt den Faden, den Gary auf Dance anfing zu weben konsequent weiter. Das Album ist insgesamt eingängier und leichter zugänglich, von sperrigen Soundexperimenten wird abgesehen.
Vor allem die guten Bonustracks zeichnen dieses Album aus, denn sie wirken nicht wie Fremdkörper, wie es sonst bei Bonustracks so üblich ist, sondern reihen sich ganz gut ins Gesamtkonzept ein.
Das beiliegende Booklet liefert viele hilfreiche Infos zur Enstehung des Albums. Aus meiner Sicht ein gutes, aber leider von vielen unterschätztes Album von Gary Numan.
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Gary Numan – Dance
- Slowcar To China
- Night Talk
- A Subway Called ‘You’
- Cry The Clock Said
- She’s Got Claws
- Crash
- Boys Like Me
- Stories
- My Brother’s Time
- You Are, You Are
- Moral
- Stormtrooper In Drag
- Face To Face
- Dance
- Exhibition
- I Sing Rain
Dance das Album
Trotz des Erfolges des Vorgängeralbums Telekon war Gary Numan vom Stressalltag eines Popstars gezeichnet und spielte mit dem Gedanken, sich eine Auszeit zu genehmigen. Nach einer großangelegten Abschiedstournee, den sog. legendären Farewell Tours im Wembley Stadion, sah es kurzzeitig wirklich so aus, als würde Gary erstmal einen Gang herunterschalten und sich erstmal etwas Zeit für sich selbst nehmen, bevor ein neues Album aufgenommen würde. Doch weit gefehlt. Denn bereits schon ein Jahr später, 1981, veröffentlichte er Dance. Musikalisch ein glatter Stilbruch zu den beiden Vorgängeralben The Pleasure Principle und Telekon. Über dem ganzen Album schwebt eine unsagbar schwere Melancholie und ist, anders als es der Titel es einem weis machen will, absolut nicht tanzbar. Auch finden sich hier zwei überlange Titel mit jeweils über neun Minuten Länge: “Slowcar To China” und “Cry The Clock Said”, welche stilistisch in der Nähe von Brian Enos Ambientwerken anzusiedeln sind.
Auch das Cover unterscheidet sich von den doch sehr Science Fiction-inspirierten Covern der Vorgänger, hier erscheint Gary nicht als Android, sondern als Mann im Gangsterlook Amerikas der 30er Jahre, mit Hut und Trenchcoat. Wenn man das Cover so erblickt und das Album hört, hat das schon etwas sehr Surreales an sich, doch irgendwie passt es auch. Gerade bei Stücken wie “My Brother’s Time” ist das Cover wirklich stimmig. Natürlich gibt es auch wieder Stücke mit songorientiertem Hitpotential, dazu gehören das mit “Cars” verwandte “Crash” und “She’s Got Claws”, welches auch als Single veröffentlicht wurde.
Wie alle Re-Editions von Gary Numan besitzt auch Dance wieder eine Menge Bonustracks, so ist auch der Titeltrack des Albums “Dance” dabei, der damals nicht auf der LP erschienen ist, der von Abschied und Verzweiflung handelt, bestimmt einer der schönsten Songs Gary Numans. Mit Moral ist übrigens eine Neuaufnahme des Titels “Metal” zu finden, diesmal in einer langsameren, reduzierten Form.
Fazit
Dance bereichert die Klangwelt Gary Numans um etliche neue Sounds, neben den melancholischen Stücken, gibt es ein paar echte Songkracher wie die angesprochene Single und dem Titeltrack. Besonders innovativ sind die beiden Longtracks, die als Eno Tribute anzusehen sind. Neben all den guten Songs befindet sich leider auch mein absoluter Hasssong auf dem Album: “Boys Like Me” nervt leider ungemein mit dieser komischen spanischen Frau im Hintergrund, was dem positiven Gesamteindruck des Albums aber keinen Abbruch tut. Für mich eine klare Kaufempfehlung für alle New Wave Fans.
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Tags: Baggers Banquet, Gary Numan Geschrieben in Musik, Pop | Keine Kommentrare »
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