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BERLINO

von NEVIO

TITEL

01.
02. Hey Tu Come Stai
03. L’Istinto
04. Dimmi Tu (The Logical Song)
05. Maschera
06. L’Esploratore Del Tuo Blu
07. Berlino
08. Ancora Vivo
09. Cielo D’Africa
10. Buenos Dias
11. Supercalifragilistichespiralidosa
12. Unshade My Sun
13. You Are The Other Me

NEVIO

Der gebürtige Franke Nevio lebt und arbeitet seit einigen Jahren in seiner Wahlheimat Berlin. Dort etablierte der sympathische Halbitaliener recht erfolgreich sein eigenes Tonstudio (); er textet und komponiert seine musikalischen Werke in italienischer, englischer und deutscher Sprache selbst, sowie auch in künstlerischen Kooperationen mit anderen musikalischen Größen wie zum Beispiel Antonio Galbiati, Jamie Cullum oder auch Roman Camenzind – um eine kleine Auswahl zu nennen. Seit geraumer Zeit ist Nevio auch als Produzent tätig und zeichnet somit in Hauptregie für sein aktuellstes Werk BERLINO verantwortlich. In Zusammenarbeit mit Exzess Berlin (Berlin, Management) und ASS Concerts (Hamburg, Konzertagentur) -beides etablierte Unternehmen der Musikbranche- ist aktuell die BERLINO Tour 2011 in Vorbereitung, die Nevio im September / Oktober 2011 durch aktuell 14 deutsche Städte und auch nach Österreich führen wird.

BERLINO

Bei BERLINO handelt es sich nach den beiden Vorgängeralben NEVIO und DUE um Nevios drittes Studioalbum. Genau wie bei den beiden vorhergehenden Werken, stellt auch BERLINO eine in Musik ausgedrückte Reise durch seine Erfahrungen, seine Erlebnisse und seine Entwicklung dar. An all dem lässt er die Zuhörer einmal mehr durch emotional wie musikalisch ansprechende Interpretationen seiner Selbst teilhaben. BERLINO ist ein rein italienischsprachiges – eine Tatsache, von der sich jedoch auch des Italienischen nicht Mächtige keinesfalls abschrecken lassen sollten, denn die musikalischen Fähigkeiten Nevios erlauben es ihm, allein durch die Kraft der Melodien, die zugrundeliegenden Emotionen ebenso durchdringend zu vermitteln, wie es das lyrische Gewand in Form der Texte zu tun vermag. Und diese Emotionen sind ebenso vielfältig, wie es das Leben ist. So startet das mit einem hoffnungsvollen und zuversichtlichen Oraieridomani, gefolgt vom eher kritischen Hey Tu Come Stai. Mit L’Istinto werden die Zuhörer in tiefste Melancholie entführt. Poetisch-romantische Stimmung kommt beim bezaubernden L’Esploratore Del Tuo Blu auf, wobei hingegen Supercalifragilistichespiralidosa eher kindlich-romantisch anmutet. Mit Ancora Vivo ist Nevio eine wahre Hymne gelungen, die mit einem hervorragend arrangierten Orchester für wahre Gänsehautmomente sorgt. Der Titelsong des Albums Berlino vermittelt auf geheimnisvolle Art und Weise genau die Situation, in der dieses Stück entstand…. man sieht ihn des Nachts in seinem Studio sitzen. Allein. Komponierend. Con gauloises e caffé. Auch die etwas lauteren Töne kommen nicht nicht zu kurz, stellt doch Maschera ein kräftiges und ausdrucksstarkes Statement dar, während der letzte Titel des Werkes -You Are The Other Me- sich anschickt, die Zuhörer nochmals vollkommen in einen stillen, nachdenklichen Bann zu ziehen.

BERLINO ist ein Album, das im Gegensatz zu vielen anderen, durchaus bei und mit jedem einzelnen Song zu überzeugen weiß. Neben den angesprochenen Titeln und den übrigen ebenso phantastischen Stücken hat jedoch eine bestimmte Facette BERLINOs aufrund der langjährigen und großen Bekanntheit des Originals eine besondere Erwähnung verdient: Dimmi Tu (The Logical Song). Als einziger richtiger Coversong dieses Albums, ist dieser Titel einem großen Publikum als The Logical Song von Supertramp bekannt. Nevio hat sich dabei an eine eigene Version gewagt, die ihm definitiv sehr gut gelungen ist und die -neben Roger Hodgson- sicher auch den ein oder anderen Supertramp-Fan überzeugen kann.

BERLINO erschien am 20/05/2011 vorab als spezielle Fan-Edition mit einem außergewöhnlichen Booklet, das durch persönliche Texte Nevios ein ganz besonderes Flair besitzt. Desweiteren beinhaltet diese Edition ein handsigniertes und nummeriertes Holzartwork.

Am 29/07/2011 erscheint BERLINO als offizielle Standard-Version.

FAZIT

Für alle Liebhaber ehrlicher, tiefgängiger Popmusik ist BERLINO vollkommen zu empfehlen. Dieses Album bildet von der ersten bis zur letzten Note eine authentische Einheit, die Texte sind ein Spiegel der Persönlichkeit des Künstlers und die Melodien nehmen die Zuhörer mit auf eine Reise durch ein breit gefächertes Spektrum der Emotionen – dies alles auf technisch höchstem Niveau. BERLINO ist kein seichter Plastikpop. Vielmehr sind die vom Künstler investierte Wahrhaftigkeit, die Liebe und das Herzblut in jeder Facette dieses Gesamtwerkes deutlich spürbar. BERLINO gibt dem Zuhörer von Anfang bis Ende das Gefühl, ein willkommener Teilhaber an den Geschichten zu sein, die Nevio mit diesem Album erzählen möchte… seine Geschichten, sein Leben, seine Passion.

Autorwertung

Songtexte
ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
Melodie
ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
Hörspaß
ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
Authentizität
ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
Booklet
ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch
Gesamt
ein Buchein Buchein Buchein Buchein Buch

Besucherwertung

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Chili, Chai, Chapati. Geschichten aus Indien

Chili, Chai, Chapati. Geschichten aus Indien. herausgegeben von Friederike Grenner, und

Inhalt

Ein ausführliches und kenntnisreiches Vorwort, sowie eine ganze Reihe zusätzlicher Informationen zur Aussprache indischer Begriffe, ein Quellenverzeichnis und Informationen zu den Autoren und Autorinnen, Herausgebern und Übersetzern umrahmen 18  neu übersetzte Kurzgeschichten aus Indien. Mit diesen hilfreichen Angaben und Erklärungen ist dieses Buch mehr als ein Geschichtenbuch, die Kurzgeschichten sind chronologisch geordnet und geben mit den Erläuterungen einen interessanten Einblick in indisches Literaturschaffen.

Die dickleibigen Romane aus Indien, die in Deutschland in den Buchhandlungen stehen, sind keineswegs typisch für indische Literatur. Sie sind durchgängig aus dem Englischen übersetzt und erwecken so den Eindruck, als sei Englisch die allgemeine Literatursprache Indiens. Dem ist nicht so, nur bleibt uns Europäern die Literatur in den indischen Nationalsprachen bis auf wenige Ausnahmen verschlossen. Dabei wird in den 24 anerkannten Nationalsprachen Indiens viel mehr geschrieben als in Englisch, die Literaturszene ist lebendig und vielseitig, besonders beliebt sind Lyrik und Kurzgeschichten, weniger umfangreiche Romane. Mit mindestens 300 Millionen Muttersprachlern ist Hindi eine der meistgesprochenen Sprachen der Welt, 18 Kurzgeschichten aus dem Hindi übersetzt geben hier einen Einblick in das Literaturschaffen in dieser Sprache.

Chili, Chai, Chapati sind die essentiellen Bestandteile eines typischen nordindischen Essens (Gewürz, Tee, Brotfladen) und stehen hier als Synonym für die Grundlagen der Hindi-Literatur. Zeitlich ist der Bogen ab den 60er Jahren bis in die jüngste Gegenwart gespannt und besonders häufig kommen Schriftstellerinnen zu Wort.

Natürlich sind die Geschichten in ihren jeweiligen kulturellen Rahmen gesetzt, aber hinter dem eher oberflächlichen Fremden kommen allgemeingültige Themen zum Tragen, da geht es um Einsamkeit und Entfremdung, das Gefühl, dass das eigene Leben verrinnt, ohne irgendeine Besonderheit aufzuweisen. Thema ist auch das Ringen um Anerkennung, um die Gleichwertigkeit der Frau, die Suche nach Gerechtigkeit und – natürlich auch – nach Liebe und es geht auch um Anstand und Verständnis.

Die indische Realität findet der Leser in diesen ausgewählten Geschichten, übersetzt aus dem Hindi, viel eher und viel einfühlsamer erklärt als in den bunten, bollywood- und masalalastigen Taschenbüchern in den Buchhandlungen. Die drei Herausgeber und Herausgeberinnen haben Indologie studiert und sie sprechen alle drei Hindi. Die Übersetzer und Übersetzerinnen der Geschichten, es sind insgesamt acht, kommen ebenfalls alle aus dem universitären Bereich. Die Auswahl der Geschichten beweist fundierte Kenntnisse der Hindi-Literatur.

Fazit

18 ausgewählte Kurzgeschichten von bekannten und weniger bekannten in Hindi schreibenden Autoren und Autorinnen schildern eindrücklich die vielfältigen Lebensrealitäten der indischen Bevölkerung, ihre Sehnsüchte und Ängste, ihr Aufbegehren und ihre Resignation. Ein kurzweiliger Einstieg in die indische Realität.

Autorwertung

Dramatik
ein Buchein Buchhalbes Buchkein Buchkein Buch
Liebe
ein Buchein Buchhalbes Buchkein Buchkein Buch
Emotionen
ein Buchein Buchein Buchkein Buchkein Buch
Anspruch
ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
Realismus
ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
Gesamt
ein Buchein Buchein Buchkein Buchkein Buch

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Zwei Esel auf Sardinien

: Zwei Esel auf Sardinien. Ein deutsch-italienisches Abenteuer

Nachdem das deutsch-italienische Paar bereits konfliktträchtig die Alpen per Rad überquert und darüber das köstliche Buch “Wir haben gar kein Auto” geschrieben hatte, gibt es jetzt ein weiteres Dramolett über den Zusammenprall deutscher, schlimmer noch: bayrischer und italienischer Lebensart. Der Erzählstil ist wieder der gleiche, Jutta Speidel und Bruno Maccallini erzählen eine Begebenheit und beschreiben mehr oder weniger im Wechsel, wie sie jeweils die Dinge wahrnehmen. Nach und nach entwickelt sich so die Geschichte, immer recht chaotisch, die ihre Komik besonders in der ach so unterschiedlichen Sicht auf die Dinge des Lebens sieht.

Inhalt

Ein unerwarteter Anruf: Bruno und seine deutsche Frau sind eingeladen zu einer Hochzeit des Cousins dritten Grades auf Sardinien. Eine ganz traditionelle Hochzeit soll es werden, in einem kleinen Bauernort im “wilden” Teil der Mittelmeerinsel. Mindestens drei Tage sind für die Vorbereitung angesetzt und alle, alle werden kommen, wenn Mauricio seine Guilia heiratet und Bruno solle doch bitteschön Trauzeuge werden. Ehrensache, dass man kommen wird. Bruno und Jutta werden mit unterschiedlichen Fliegern ankommen, sich in Cagliari treffen und dann gemeinsam mit einem Mietwagen nach Gesturi weiterfahren. Jutta kauft noch schnell ein Seidenensemble und ein Cocktailkleid und Schuhe und Hut … Aber wie das mit den Plänen so ist …

Eines der ersten Worte Italienisch, die ich lernte, war sciopero: Ein Wort, das man in Italien einfach kennen muss. Und in einen sciopero ganz besonderer Art gerieten Jutta und Bruno direkt nach der Landung. Die Hirten und Milchbauern streiken und um ihren Forderungen besonderes Gewicht zu verleihen, man sagt den Sarden ja auch eine gewisse Dickköpfigkeit nach, besetzten die Bauern samt ihren Ziegen und Schafen den Flughafen. Kein Gepäck lief vom Band, kein Mietwagen konnte die Garage verlassen. Der findige Bruno überredet einen der Viehhirten,sie mitzunehmen, so könnte man doch noch Gesturi rechtzeitig erreichen und das Gepäck wird ja sicher nachgeschickt. Also rein in den Anhänger des Traktors zu den Ziegen und ab geht die Fahrt, mit 20 Stundenkilometern! Und bei Anna und Claudio gibt es erstmal was zu essen und für die Männer Schnaps. Die erste Nacht verbringen die Reisenden auf Stroh, sehr zum Nachteil des Seidenensembles von Jutta. Auch am nächsten Tag geht es erst einmal nicht wirklich weiter. Claudio geht wieder demonstrieren, überlässt aber den beiden Reisenden zwei Esel zum Weiterkommen. Weder können Bruno und Jutta auf Eseln reiten, noch wissen sie den Weg und so stranden sie erneut, lernen sardische Originale kennen, streiten und versöhnen sich und erreichen letztlich gerade eine halbe Stunde vor der Trauung Gesturi, wo schon gewaltig gefeiert wird. Bruno wollte seiner tedesca die Besonderheiten der Insel zeigen, die freundlichen Menschen, die atemberaubende Natur und anders als geplant gelingt ihm das auch. Kaum jemand und ganz gewiss kein Tourist erlebt so viel Sardisches in nur drei Tagen!

Fazit

Ja, sie lieben sich – aber die unterschiedliche Wahrnehmung der Dinge, die unterschiedliche Herangehensweise an die wichtigen Dinge oder die, die man dafür hält und unterschiedliche Problemlösungsstrategien lassen ihre Beziehung keine Minute langweilig werden. Eigentlich passen ja Männer und Frauen nicht zusammen, Italiener und Deutsche auch nicht gerade und ein italienischer Mann und eine deutsche Frau: eine Katastrophe. Dass doch immer wieder alles gut ausgeht, dass sich Bruno und Jutta immer wieder vertragen und die dramatischen Katastrophen sich doch immer wieder in Friede und Freude auflösen, macht den Reiz dieses warmherzigen und urkomischen Buches aus. Auf jeden Fall eine fröhlich-sommerliche Reiselektüre.

 

 

Autorwertung

Humor
ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
Lesbarkeit
ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
Gefühle
ein Buchein Buchhalbes Buchkein Buchkein Buch
Unterhaltung
ein Buchein Buchein Buchkein Buchkein Buch
Gesamt
ein Buchein Buchein Buchkein Buchkein Buch

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Das alte Kind

Das alte Kind von

Inhalt

Berlin im September 1978:  Wegen einer ansteckenden Krankheit muss die Galeristin Carla Arnim stationär behandelt werden und wird wenige Tage von ihrer sechs Monate alten Tochter Felicitas getrennt. Doch als eine der Krankenhausschwestern ihr das Baby wieder übergibt, ist Carla felsenfest davon überzeugt, dass es nicht ihr Kind ist. Es muss eine Kindesverwechslung gegeben haben. Als die Krankenschwester dem nachgeht, stellt sie fest,  dass das überreichte Baby das einzige auf der Station ist, das in diesem Alter ist. Man ist hundertprozentig sicher, eine Verwechslung ausschließen zu können.

Selbst ihr Mann Frederik  ist der Meinung, dass es sich bei dem Baby um sein Kind handelt und so kommt es, dass niemand der anscheinend verwirrten Carla glaubt. Dabei ist ihr Mann als bekannter Pianist doch so viel auf Reisen und hat ihrer Meinung nach Felicitas sowieso viel zu selten gesehen, um dies zu beurteilen. Als Carla schließlich auch noch den Arzt tätlich angreift, weil sie eine Verschwörung vermutet, verliert sie jegliche Glaubwürdigkeit.

Das alte Kind

Carla nimmt zwar das Baby mit nach Hause in ihre luxoriöse Villa, doch überlässt jeglichen Kontakt dem Kindermädchen. Sie selbst will mit diesem Kind nichts zu tun haben und besteht darauf, dass die anderen das Kind Fliss und nicht Felicitas nennen. Doch irgendetwas scheint mit Fliss nicht zu stimmen. Das Baby verändert sich, aber nicht, wie es normale Kinder tun. Das Kindermädchen bemerkt, dass sich Fliss Haut verändert und  ihr fallen Haare aus.  Die Ärzte stellen eine schockierende Diagnose. Fliss  leidet unter dem Hutchinson-Gilford Syndrom, einer extrem seltenden Kinderkrankheit, bei dem Kinder schon als Baby anfangen zu  vergreisen und nur eine sehr geringe durchschnittliche Lebenserwartung haben. Fliss ist also ein – hier erklärt sich der Titel  -”altes Kind”.

Mord- oder Selbstmordversuch?

Edinburgh heute. Fiona wacht in ihrer Badewanne auf, sie liegt in ihrem eigenen Blut. Kerzen stehen auf dem Rand der Wanne, Blütenblätter schwimmen im rotgefärbten Wasser. Mit letzter Kraft schafft sie es, sich Hilfe zu rufen. Im Krankenhaus sagt sie, jemand hätte versucht sie zu ermorden, aber niemand – nicht einmal der vom Krankenhaus verständigte Freund Ben – glauben ihr. Schließlich war es nicht ihr erster Selbsmordversuch. Doch wie soll sie beweisen, dass sie nicht fantasiert, das ein Irrer ihrem Leben auf grausame Weise ein Ende setzten wollte? Und welche Rolle spielt ihre anscheinend geisteskranke Mitbewohnerin Morag?

Fazit

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich eigentlich durch recht positive Meinungen und das Zitat von Sebastian Fitzek auf dem Buchrücken. Da er einer meiner Lieblingsautoren ist, habe ich mich nach seiner Buchkritik “spannend, emotional und atmosphärisch dicht” sehr auf das Buch gefreut.

Eine Reise durch Jahrzehnte

Wie aus der Zusammenfassung des Inhalts schon hervorgeht, handelt es sich hier eigentlich um zwei Handlungsstränge, die erzählt werden und die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, liegen zwischen der Ereignungen doch mehrere Jahrzehnte. Die Wechsel zwischen den verschiedenen Zeit- und Handlungsebenen sind der Autorin gut gelungen und auch ihr Schreibstil ist keineswegs schlecht. Zudem führt sie die beiden Geschichten am Ende gut zusammen, sodass alles einen Sinn ergibt.

Eine wirklich Klasse Idee von Zoe Beck ist es auch die Geschichte um die Kindesvertauschung 1978 spielen zu lassen, sodass etwas wie Gentest zur Verwandtschaftsbestimmung eine unvorstellbare Möglichkeit ist. So muss Carla Arnim andere Wege beschreiten, um ihren grausamen Verdacht zu beweisen. Trotz dieser guten Ansätze, gibt es dennoch über “Das alte Kind” nicht viel positives zu sagen.

Dass der Roman nur 300 Seiten hat – was für heutige Spannungsliteratur im Grunde sehr wenig ist- ist eigentlich gar nicht schlecht, erwartet man doch, dass es in der Handlung wenigstens Schlag auf Schlag geht und man sich nicht durch überflüssiges Füllmaterial kämpfen muss. Doch bei diesem Roman gibt es ein großes Problem, denn auch hier gibt es viel zu unwichtige Beschreibungen, Details und Characterausführungen, die mich als Leser einfach nicht interessieren und wegen denen die Spannung zum großen Teil verloren geht. Die erwähnten Charactere sind zwar weitesgehend interessant aber ihnen fehlt es einfach an Tiefe, ihre Geschichte geht einem trotz der scheinbar perfekten Umstände wie Mordversuch und Kindesraub nicht wirklich nahe.

fehlender “Thrill”

Nach sechzig Seiten wollte ich das Buch dann zum ersten Mal aus der Hand legen, nach hundert Seiten das zweite Mal, denn wirkliche Spannung wollte einfach nicht aufkommen. Das wird nach einem Drittel des Buches etwas besser, es gibt sogar ein paar wirklich fesselnde Stellen. Wie so oft kann man aber auch hier keineswegs von einem sprechen, wie der Verlag es auf dem Buchcover ankündigt. Einen macht Spannung aus, die während des gesamten Handlungsverlaufs präsent ist, man erwartet Wendungen, falsche Fährten und Cliffhanger und nicht zuletzt den “Thrill” , also -aus dem englischen übersetzt- Nervenkitzel.

Insgesamt ist dieses Buch nicht schlecht und gerade noch gut genug um es zwischen zwei wirklichen Thrillern zu lesen, aber wirklich nichts Besonderes. Schließlich gibt man Geld für ein Buch aus um unterhalten zu werden und nicht um sich kämpferisch durchzuquälen. Buch zu, Inhalt größtenteils vergessen. So sollte es wirklich nicht sein.

Autorwertung

Spannung
ein Buchein Buchein Buchkein Buchkein Buch
Charaktere
ein Buchein Buchein Buchkein Buchkein Buch
Story
ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
Cover
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Lesbarkeit
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Gesamt
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Die Nadel

Die Nadel von Ken Follett

Im April 1944, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, soll ein Mann, ein deutscher Spion, Hitler informieren, wo dieser seine Truppen gegen die geplante alliierte Invasion stationieren soll. Alles hängt von diesem einen Mann ab, da viele seiner ebenfalls in Großbritannien stationierten Spion-Kollegen als Agenten enttarnt wurden und keine validen Informationen mehr liefern. Faber, auch genannt “Die Nadel”, ist dieser Mann. Mit geschickter Tarnung, viel Erfahrung und der richtigen Intuition konnte er sich bislang einer Entdeckung entziehen und sendet regelmäßig wenig obrigkeitshörige wichtige Beobachtungen nach Berlin. Als er in seiner Pension von seiner Vermieterin beim Funken überrascht wird, ermordet er sie und begibt sich zu seiner zweiten – stets parallel laufenden – Identität. Er erfährt, dass Hitler auf seine Einschätzung bzgl. der britischen Truppenbewegungen Richtung Normandie wartet und soll in Aberdeen ein deutsches U-Boot besteigen, daß ihn und seine Fotos nach Deutschland bringen soll.

Faber findet heraus, daß es sich bei den Truppen in The Wash um potemkinsche Dörfer handelt – alle Panzer, Flugzeuge, Kasernen sind nur Schein und – im Falle der Panzer – aus Pappmaché und Furnierholz gemacht. Er schafft es, eindeutige Fotos zu machen, sendet diese an einen Vertrauensmann in der portugiesischen Botschaft und macht sich mit den Negativen auf den Weg nach Aberdeen. Der Vertrauensmann wird jedoch entdeckt, und nun wird Faber von der brititschen Polizei, Geheimdienst usw. verfolgt.

Parallel erfährt der Leser von einem jungen Paar, Lucy und David, das auf dem Weg von seiner Hochzeit in die Flitterwochen einige Jahre vorher einen Autounfall hat. David bleibt querschnittsgelähmt, was ihn besonders trifft, da er nach den Flitterwochen Kampfpilot werden sollte und sein Land verteidigen wollte. Nun ziehen die beiden jungen Menschen auf eine einsame Insel, die dem Vater gehört und David wird Schafzüchter. Sie bekommen ein Kind und verleben die Kriegsjahr unbehelligt aber unzufrieden auf der Insel, da David aus Selbstmitleid mit Lucy keine richtige Ehe führt.

Ganz am Ende kreuzen sich die Wege von Faber und dem jungen Paar – auf dramatische Weise…

Fazit

Ken Follett schafft es, einen an historischen Tatsachen ausgerichteten Roman sehr spannend dem Leser zu präsentieren. Trotz zahlreicher Details aus dem zweiten Weltkrieg (sehr gut eingebaute Nebenbemerkungen zu den Schwierigkeiten, Auto im Krieg zu fahren, da es Benzinrationierungen gab, der Art und Weise, wie die Polizei arbeitete, den Denkweisen der Bevölkerung, ihrem Land zu helfen usw.) wirkt die Geschichte sehr aktuell, da er vor allem die Beziehungen zwischen den einzelnen Akteuren und ihre Gedankengänge sehr einfühlsam und nachvollziehbar beschreibt.

Auch für nicht an Kriegsromanen interessierten Lesern sehr lesenswert und der erste Bestseller von Follett von 1978, dem viele weitere Erfolge folgten!

Autorwertung

Realismus
ein Buchein Buchein Buchein Buchkein Buch
Charaktere
ein Buchein Buchein Buchein Buchkein Buch
Spannung
ein Buchein Buchein Buchein Buchhalbes Buch
Dramatik
ein Buchein Buchein Buchein Buchhalbes Buch
Geschichte
ein Buchein Buchein Buchein Buchhalbes Buch
Gesamt
ein Buchein Buchein Buchein Buchhalbes Buch

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