Shashi Tharoor: Bollywood
Inhalt
Ashok Banjara, talentloser und selbstverliebter Sohn eines kleinen Ministers, träumt von einer großen Karriere als Filmstar. Mit Hilfe der Verbindungen seines Vaters gelingt ihm überraschenderweise sogar die Traumkarriere. Er spielt in einer Vielzahl von Filmen den aufrechten Kämpfer für das Gute – und so wird er vom Publikum auch gesehen. Doch das Privatleben des Megastars sieht ganz anders aus, da ist er weder Held noch Gutmensch, seine Frau leidet unter seinen zahlreichen Affären und eigentlich interessiert ihn nichts im Leben so sehr wie sein Geld auf einem Schweizer Nummernkonto.
Für Ashok Banjara ist auch das Leben außerhalb des Sets ein Film, mit ihm als Hauptperson natürlich, und dass es so wenig komplex ist wie eines der Machwerke aus Bollywood, das macht ihm nicht nur nichts aus, er bemerkt es nicht einmal. Andere Menschen scheinen ihm überhaupt nur wichtig zu sein, wenn er sie braucht, was ihn in seinem Umfeld trotz all seines Charmes und guten Aussehens nicht unbedingt beliebter macht.
Als Ashok Banjara für einen Sitz im Parlament kandidiert, scheint ihm auch die politische Karriere offen zu stehen, haben doch Politik und Showbiz so manche Parallelen, doch dann stürzt er über eine Korruptionsaffäre und sein Fall ist tief. Der Held hat seinen Glanz eingebüßt. Die Herzen der Fans fliegen ihm erst wieder zu, als er nach einem Unfall am Set mit dem Tode ringt, wieder ist er der tragische Held.
Wem zu dieser satirischen Geschichte um Aufstieg und Fall eines Bollywoodhelden mit zweifelhafter Moral und um die Verflechtungen von Politik und Showbiz der Name eines indischen Superstars, ebenfalls mit den Initialen A.B. einfällt, dürfte wohl richtig liegen (Amitabh Bachan). Aber Shashi Tharoor, Autor und Diplomat, beschreibt mit dieser Fabel über die Glitzerwelt des Showbiz auch den inneren Zustand Indiens, seine Verflechtungen von billiger Unterhaltung und hoher Politik.
Der Autor
Shashi Tharoor wurde 1956 in London geboren, wuchs in Mumbai, Kolkata und Delhi auf und promovierte bereits mit 22 Jahren in den Vereinigten Staaten in Jura. Anschließend arbeitete er für die UNO. Von 1997 bis 1998 war er Assistent von Kofi Annan, der ihn Anfang 2002 zum Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit ernannte. Für seine schriftstellerische Arbeit, er ist Autor einer Reihe von Romanen, Essays, Kurzgeschichten und Zeitschriftenartikeln, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 1991 den Commonwealth Writers` Prize.
Fazit
Ein tragikomischer Roman, der zeigt, dass nur wenig wirklich echt ist in der Welt des Showbussiness, alles ist inszeniert, immer geht es um den eigenen Vorteil. Die Mega-Filmindustrie Mumbais wird vorgeführt als eine Welt der Intrige, der Falschheit und des schönen Scheins. Ein Roman voller Tempo und Witz, dem allerdings ein wenig der Tiefgang fehlt. Lesefutter der schnellen Art, an dem man seine Freude haben kann, der Einblick gibt in eine uns eher unbekannte Welt – auch wenn uns vieles doch ehr bekannt vorkommt, nur in anderem Gewand – jedoch kein Jahrhundertroman. Eher amüsante abendliche Bettlektüre.
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Tags: Insel-Verlag, Shashi Tharoor Geschrieben in Bollywood, Bücher, Geschichte, Romane | Keine Kommentrare »
„Splitter“ von Sebastian Fitzek
Inhalt:
Marc Lucas hat auf tragische Weise seine Frau Sandra und sein ungeborenes Kind bei einem Autounfall verloren. Er selbst trägt als Verletzung aus dem selbst verschuldetem Autounfall lediglich einen Splitter im Nacken mit sich. Marc will das alles einfach nur vergessen. Verzweifelt meldet er sich auf einen Zeitungsanzeige, in der ein Institut verspricht, beim Vergessen von traumatischen Erinnerungen zu helfen. Die Psychiatrische Privatklinik Bleibtreu sucht Teilnehmer für einen psychiatrischen Versuch. Sie wollen die schlechten Erinnerung des Menschen löschen und ihn dadurch von seinem Trauma befreien. Das einzige was sie aufgeben müssen, ist ihre gesamte Identität. Marc lehnt das Experiment nach einigen Untersuchungen ab. Ahnt jedoch nicht, welche Konsequenzen dies auf sein Leben hat.
Als er nach Hause kommt, passt sein Schlüssel nicht in die Wohnungstür, sein Auto ist weg und als sich dann die Tür von seiner Wohnung öffnet, steht dort seine verstorbene Frau, die ihn jedoch nicht zu erkennen scheint. Verzweifelt versucht er herauszufinden, was geschehen ist und begibt sich zur Bleibtreu-Klinik. Dort muss er jedoch feststellen, dass das Gebäude verschwunden ist. Stattdessen trifft er dort auf Emma, eine Frau die ihn zu kennen scheint, auch wenn sie sich noch nie begegnet sind. Emma spricht von einer Verschwörung. Und tatsächlich, mit der Zeit deutet alles darauf hin, dass Marcs Schwiegervater und seine verstorbene Frau hinter allem stecken. Aber warum sollten sie das tun?
Marc wendet sich an seinen Bruder Benny, der vor kurzem aus der Psychiatrie entlassen wurde, in die er wegen einem Selbstmordversuch gehen musste. Doch auch Benny, der unter dem Helfersyndrom leidet, scheint ein Geheimnis zu haben. Verliert Marc nun wirklich den Verstand? Auf der Suche nach der Wahrheit muss er erkennen, dass die Erinnerung einen immer einholen kann und nicht alles so ist wie man es zu denken glaubt.
Fazit:
Auf den ersten Blick wirkt das Buch sehr düster und dramatisch. Schon allein das Cover und der Titel versprechen Spannung pur. Der Aufbau des Buches mit seinen relativ kurzen Kapitel macht das ganze sehr übersichtlich.
Von Beginn an leidet man mit dem Protagonisten Marc Lucas, der Frau und Kind und nun scheinbar auch seinen Verstand verloren hat. Man fiebert mit ihm mit und möchte herauszufinden, was hinter allem steckt.
Sebastian Fitzek schafft es jedoch, einen die meiste Zeit im Dunklen zu lassen. Erst am Ende geht einem ein Licht auf und man scheint das Chaos um die „Verschwörung“ verstehen zu können.
Ein wirkliches gelungenes Buch von einen sensationellen Autor. Ein Psychothriller wie er im Buche steht.
Autorwertung | Spannung | |
Dramatik | |
Emotionen | |
Verstrickungen | |
Cover | |
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Tags: Psychothriller, Sebastian Fitzek, Splitter Geschrieben in Bücher, Romane, Thriller | 2 Kommentare »
Der Würger von der Cater Street von Anne Perry
London, gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Charlotte Elison, Anfang zwanzig und noch unverheiratet, kommt aus einer wohlhabenden Familie. Mit ihrer vorlauten Art und ihrem emanzipierten Verhalten ist sie ihrer Zeit voraus. Zudem schwärmt sie heimlich für ihren Schwager Dominic, der aber mit ihrer älteren Schwester Sarah verheiratet ist. Andere Männer interessierten Charlotte bislang nicht.
Zu dieser Zeit geschehen in der Cater Street, nah bei den Elisons, innerhalb kurzer Zeit mehrere Morde. Die Opfer sind alle Frauen, die mit einer Schlinge erwürgt wurden. Die Frauen wurden weder ausgeraubt noch sexuell missbraucht, sodass die Polizei keinen Anhaltspunkt für ein Motiv hat – geschweige denn Spuren zum Täter.
Der noch junge Inspector Thomas Pitt leitet die Ermittlungen. Als ein Dienstmädchen der Elisons ebenfalls ermordet wird, wird auch die Familie befragt. Anders als bei seinen Kollegen üblich, hält sich Pitt nicht zurück bei den unangenehmen Fragen. Charlotte findet ihn anfangs aufdringlich, dann aber imponiert ihr seine direkte Art. Während sich die beiden näher kommen, verdichtet sich der Verdacht, dass der Mörder ganz aus der Nähe kommen muss …
Mörderisches London
Unter den zahlreichen historischen Krimireihen gehört Anne Perrys Reihe über das spätere Ehepaar Charlotte und Thomas Pitt immer noch zu den populärsten und erfolgreichsten. In diesem ersten Band erfährt man, wie alles zwischen ihnen begann. Der Roman ist ein schönes Sittengemälde der konservativen viktorianischen Gesellschaft. Der Leser erhält detaillierte Einblicke in den Alltag im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts und in das Leben der Oberen Zehntausend, sowohl die schönen als auch die Schattenseiten.
Charlotte und Thomas sind gelungene Charaktere, die sympathisch sind, beides Außenseiter in der Gesellschaft auf ihre Art – Charlotte, weil sie für eine Frau ungewöhnlich fortschrittlich ist und Thomas, weil er sich nicht vom Glanz der Reichen blenden oder gar korrumpieren lässt. Auch Charlottes jüngere Schwester Emily, die ähnlich stur wie sie selbst ist, ist interessant sowie der attraktive Dominic, der ein Geheimnis zu verbergen scheint.
Die Krimihandlung ist spannend und solide, aber verblasst ein wenig gegenüber dem historischen Teil, zu ausführlich sind die Schilderungen des Alltags. Weiterhin ist das Finale ein bisschen rasch erzählt, ein paar Seiten mehr hätten dem Ende gut getan.
Fazit
Den Leser erwartet hier ein gelungener Historienkrimi aus dem viktorianischen England mit viel Lokalkolorit und Details aus dem damaligen Alltag. Der erste Band aus der Reihe um Thomas Pitt und seine spätere Ehefrau Charlotte macht definitiv Lust auf mehr, auch wenn der Krimiteil ein wenig gegenüber dem historischen Teil verblasst.
Autorwertung | Spannung | |
Charaktere | |
Romantik | |
Liebe | |
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Tags: Anne Perry, DuMont Buchverlag Geschrieben in Bücher, Krimis, Romane | 1 Kommentar »
Bibi verliebt sich von Bibi Blocksberg
Tracks:
1. Bibi Blocksberg … verliebt sich
Bibi verliebt sich
Die kleine Hexe Bibi Blocksberg ist zur Zeit sehr traurig. Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen ist ihre beste Freundin Julia aus der Stadt weggezogen und zum anderen ist auch Bruder Boris nicht mehr da – weil er chronischen Husten hatte, zog er zu den Großeltern an die Nordsee. Dort ist das Klima besser für seine Gesundheit. Bibi fühlt sich sehr einsam und kommt in der Schule kaum noch mit.
In einer Schulpause spricht sie plötzlich ein etwas älterer Junge an und bittet sie, von ihrem Pausenbrot beißen zu dürfen. Bibi ist ganz angetan von dem hübschen Jungen, der sich als Joachim vorstellt. Bibi träumt den ganzen Tag von ihm und schwärmt zuhause Mutter Barbara von Joachim vor. Kein Zweifel – Bibi ist zum ersten Mal verliebt.
Jetzt will Bibi natürlich, dass sich Joachim auch für sie interessiert. Der aber gibt ihr einen Korb – Bibi sei ihm zu jung und zu kindisch. In ihrer Verzweiflung hext sich Bibi älter, aber auch das beeindruckt Joachim nicht. Bibi ist todtraurig und sucht nach einem neuen Hexenspruch, der Joachims Liebe erzwingen soll …
Erste Liebe bei Hexen
Selten hat man die kleine Hexe so unglücklich erlebt wie in dieser Folge. Die erste Liebe ist nicht unbedingt ein nur erfreuliches Kapitel, wie man bei Bibi sieht. Die Geschichte zeigt auf pädagogische Weise, dass sich Liebe normalerweise nicht erzwingen lässt – es sei denn, man nutzt Hexerei, aber auch das führt nicht zum erhofften Ergebnis. Joachim ist Bibi nach der Liebes-Hexerei total verfallen, aber nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat. Er bedrängt sie, spricht von einem weißen Schimmel, auf dem er sie in die Nacht entführen will und macht der armen Bibi ganz schön Angst mit seinem fanatischen Verhalten.
Für den Hörer ist die Geschichte über weite Strecken sehr witzig, denn Bibi übertreibt es wirklich mit ihren Versuchen, Joachim für sich zu gewinnen. Erst hext sie sich zu einem Model, das Joachim sprachlos macht, dann hext sie sich hässlich, da er gesagt hat, es käme nicht auf Schönheit an. Ihre Forderung, sich auf der Stelle in sie zu verlieben, ist sehr niedlich und amüsant. Aber die Folge ist auch recht bewegend, zum einen wegen ihrer anfänglichen Einsamkeit und dann wegen ihres Liebeskummers. Man kann ihre Trauer gut nachvollziehen und schon Kinder im Grundschulalter dürften gut verstehen, wie sie sich fühlt. Das Ende ist sehr versöhnlich und findet einen guten Ausgang.
Fazit
Die Folge zeigt Bibi mal von ihrer emotionalsten Seite. Sie schwankt ständig zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt und die Geschichte führt Kinder in die Probleme der ersten Liebe ein.
Autorwertung | Humor | |
Romantik | |
Liebe | |
Dramatik | |
Emotionen | |
Gesamt | |
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Tags: Bibi Blocksberg, Kiddinx Geschrieben in Kinder, Musik | 1 Kommentar »
Sie von Stephen King
Inhalt:
Paul Sheldon ist ein äußerst erfolgreicher Schriftsteller mittleren Alters. Seinen Ruhm verdankt er vor allem der Liebesromanserie über seine Heldin “Misery Chastain”. Paul allerdings will mit dieser kitschigen Reihe endlich abschließen und schreibt einen neuen Roman mit dem Titel “Schnelle Autos”. Wie jedes Mal wenn er schreibt, zieht er sich in ein Hotelzimmer zurück und fährt nach der Beendigung nach Hause.
Auf dem Weg nach Colorado gerät er in einen Blizzard, kommt von der Fahrbahn ab und stürzt in einen Abgrund. Als er wieder erwacht, findet er sich in einem Bett wieder. Die ehemalige Krankenschwester Annie Wilkes hat ihn gefunden, befreit und in ihr abgelegenes Farmhaus gebracht. Paul hat schwere Beinbrüche erlitten und ist nur knapp mit dem Leben davongekommen. Zufälligerweise ist Annie sein größter Fan. Sie liebt die Misery-Romane über alles und empfindet es als Ehre, ihren Lieblingsschriftsteller gesund pflegen zu dürfen. Annie erklärt, dass wegen des Blizzard die Straßen gesperrt sind und die Telefonleitung kaputt ist, Paul kann also niemanden informieren.
Nach den ersten Tagen bei Annie merkt Paul zu seinem Entsetzen, dass seine Verehrerin eine Stalkerin ist. Zudem bekommt sie oft urplötzlich Wutanfälle. Er ist ihr hilflos ausgeliefert und wird mit Medikamenten abhängig gemacht. Richtig dramatisch wird es, als Annie das aktuelle Misery-Buch kauft und liest, dass ihre verehrte Heldin dort sterben muss. Paul muss um sein Leben fürchten …
Vom Fan zur Furie
Nicht nur Hollywoodstars, auch berühmte Schriftsteller können Stalker haben. Stephen King weiß, wovon er da schreibt, und hat mit “Sie” einen größtenteils fesselnden Thriller geschaffen, der vor nichts zurückschreckt – so muss der Protagonist im Laufe der Handlung mehrere Körperteile lassen. Wegen solcher und ähnlicher Szenen ist der Roman absolut nichts für schwache Nerven. Besonders reizvoll bei King ist die immer gegebene Möglichkeit, dass alle wichtigen Personen sterben, ein glücklicher Ausgang ist nie gesichert.
Das Setting beschränkt sich fast ausschließlich auf Annie Wilkes Haus und dort auf Pauls Zimmer. Trotzdem versteht es der Autor, den Leser an sich zu binden. Paul Sheldon ist eine recht sympathische Figur, deren Gedanken man hautnah miterlebt. Annie Wilkes ist ein gelungener Bösewicht, einerseits eine äußerst gefährliche Psychopathin, die düstere Geheimnisse in sich birgt, andererseits neigt sie auch zur Melancholie und man hat in manchen Momenten beinah Mitleid mit dieser einsamen Frau, deren Leben sich auf Farm und die Misery-Reihe konzentriert. Ihre fanatische Liebe zu Paul Sheldon zeigt sich mal in aufopfernder Pflege und mal in drastischen Folterszenen, wenn sie sich von ihm enttäuscht fühlt. Etwas langatmig sind die seitenlangen Passagen aus Pauls Feder, die zwar Authentizität suggerieren, aber zu weit von der eigentlichen Handlung wegführen.
Fazit:
Sehr dramatischer Thriller, der nichts für schwache Nerven ist. Vor allem die Darstellung der Annie Wilkes ist faszinierend und der Ausgang ist bis kurz vor Schluss ungewiss. Zwar nicht Kings bester Roman, vor allem dank übertriebener Abschweifungen, aber eine sehr lohnenswerte Lektüre, wenn man harten Stoff verträgt.
Autorwertung | Spannung | |
Dramatik | |
Emotionen | |
Charaktere | |
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Tags: Heyne, Stephen King Geschrieben in Bücher, Romane, Thriller | Keine Kommentrare »
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