Rezension.org - "Wilddiebe und Kritiker kennen keine Schonzeit"
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NUK – Disney First Choice Starter Set

NUK – Disney Start Set – 4 Weithalsflaschen mit Flaschenbox

Wer das Disney First Choice Starter Set von NUK kauft, bekommt 4 Anti-Colic Weithalsflaschen in einer praktischen Flaschenbox. 2 Flaschen fassen 150 ml, die anderen beiden Flaschen fassen 300 ml.

Die Sauger bestehen aus Silikon und sind Bisphenol-A frei. Die Sauger müssen wie alle anderen Sauger alle 1-2 Monate erneuert werden – hier passen nicht nur NUK-Sauger, sondern auch billigere Sauger, wie z.B. von Babylove (DM) etc..

Die Flaschen kommen in einer praktischen Flaschenbox. Hier finden 6 Flaschen Platz. Die Flaschen bestehen aus Plastik und sind deshalb sehr leicht und qualitativ hochwertig. Babys sollen angeblich besser aus diesen Flaschen trinken, da die Sauger der Form der Brustwarze der Mutter nachgebildet wurden. Sie sind kiefergerecht und haben eine sehr breite Lippenauflage.

Die Flaschen lassen sich gut halten, da sie nicht gerade sind, sondern etwas geschwungen. Auch das Baby kann so die Flasche mit den Monaten einfacher halten.

Die Reinigung ist einfach, da man mit der Flaschenbürste in die weite Öffnung sehr gut herein kommt. Ebenso benötigt man zum Befüllen der Flasche mit Milchpulver keinen Trichter. 

Fazit

Ich habe die Flaschen gekauft, weil ich die Motive sehr süß fand und ich auch am Anfang teilweise gestillt und teilweise abgepumpt und mit Flasche gefüttert habe. Deshalb war es mir wichtig, dass mein Sohn nicht irgendwann nur noch die Flasche möchte.

Die Form der Sauger ist wirklich die der Mutterbrust nachempfunden, was sehr praktisch ist. Jedoch habe ich nicht nur diese Flaschen genutzt, sondern auch ganz normale Flaschen mit dünnem Flaschenhals. Er hat aus beiden gut getrunken.

Das Problem bei den Weithalsflaschen ist, dass sie nicht auf jedes Abpumpgerät passen. Auf meines passten sie leider nicht. Also hatte ich die Wahl: abpumpen in eine normale Flasche und Umschütten in die Weithalsflasche oder direkt aus der normalen Flasche füttern… Ich habe es immer abwechselnd gemacht – je nachdem, wie viel Platz ich noch im Sterilisator hatte.

Seit mein Sohn aber keine Muttermilch mehr bekommt, nutze ich nur noch die Weithalsflaschen von NUK. Sie halten einfach viel mehr aus als andere Flaschen – sie verformen nicht, wenn man sie mit heißem Wasser befüllt, genauso bildet sich im Inneren kein glasiger Film nach der Zeit und die Motive sind auch noch so frisch und knallig wie am Anfang – obwohl sie jeden Tag geschrubbt und sterilisiert oder ausgekocht werden.

Die Flaschenbox, die im Set enthalten ist, ist perfekt, um die Flaschen abtropfen zu lassen. Einfach ein Handtuch unter die Flaschenbox legen und Flaschen mit dem Kopf nach unten hineinstellen. Auch für die Reise ist die Box praktisch, weil man so nicht die Flaschen alle einzeln herumfliegen hat.

Für jemanden, der nicht abpumpt, sind diese Flaschen auf jedem Fall super geeignet. Hier sieht man, dass NUK wirklich nur Waren von sehr guter Qualität herstellt!!

Eins ist jedoch unpraktisch (wobei diese Situation wohl nicht so oft vorkommt): Mein Sohn hat sich mittlerweile so an die Weithalssauger gewöhnt, dass er nicht mehr aus normalen Saugern trinkt. Er war vor kurzem im Krankenhaus und hat sich absolut geweigert, aus den Krankenhausflaschen zu trinken –diese waren zwar auch von NUK, aber die Sauger hatten die normale Größe – an die er nicht mehr gewöhnt war.

Also musste sein Papa kommen und ihm seine eigenen Flaschen vorbeibringen… Für jemanden, dessen Kind häufig im Krankenhaus ist, sind solche Flaschen daher wahrscheinlich nicht besonders geeignet… Es sei denn, man bringt seine eigenen Flaschen mit und findet auch noch eine nette Schwester, die die Flaschen auskocht, bzw. in der Spülmaschine spült…

Autorwertung

Aussehen
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Handhabung
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Stabilität
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Gesamt
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Township blues

Lutz van Dijk: Township blues

Ein Jugendroman vom bekannten deutsch-niederländischen Autor, der sich mit Gewalt in Südafrika und mit der Geißel des südlichen Afrika, der AIDS Pandemie, befasst. Es ist eines der besten Jugendbücher zum Thema und wird mittlerweile auch häufig in Schulen gelesen.

Inhalt

Thinasonke, Thina genannt, hätte  genug Gründe, totunglücklich zu sein: sie ist erst 14, als sie von drei Jugendlichen überfallen wird, niedergeschlagen, beraubt und brutal vergewaltigt. Für die Mutter zählt in erster Linie, dass niemand von der Schande ihrer Tochter erfährt. Niedergeschlagen und beraubt – ja, vergewaltigt – nein! Als Thina ihre Tage bekommt und somit klar ist, dass sie nicht schwanger geworden ist, ist für die Mutter alles wieder in Ordnung. AIDS ist ein so großes Tabuthema, dass nicht einmal Mutter und Tochter darüber reden können. Auch nicht, als Thinas heimlich gemachter Test positiv ausfällt …

Gewalt ist allgegenwärtig in den Townships Südafrikas. Thinas Familie weiß das nur zu gut. Thina ist im Knast geboren, als ihre Mutter kurzerhand eingesperrt wurde, weil sie ihren Sohn schützen wollte. Thinas älterer Bruder kommt zwar wieder frei, aber für seine politische Überzeugung hat er einen hohen Preis zahlen müssen. Körperlich bleibt Mangaliso nur ein Hinken, sein Geist ist jedoch durch die Folter verwirrt und er spricht nicht mehr.

Doch jetzt nach der politischen Wende Südafrikas drohen andere Gefahren. Thabang, Tinas Freund, muss zusehen, wie seine Mutter an AIDS stirbt. Vor den Anfeindungen der Nachbarn, die mit der Krankheit der bösen Geister nichts zu tun haben wollen, flieht Thabang mit seinem kleinen Bruder nach Kapstadt und versucht, auf der Straße zu überleben. Thina findet ihn und holt ihn zurück.

Weil es Menschen gibt wie Thinas Großmutter, die die Jungen aufnimmt, und  wie Thabang, deshalb ist diese Anhäufung menschlichen Leids nicht unerträglich. Es gibt Freude, Hoffnung und Liebe. Sogar für Thina. Es gibt Strukturen, alte, wie sie gegenüber den dingfest gemachten Vergewaltigern greifen, und neue, wie sie von Lehrern und Sozialarbeitern angeboten werden, die ein Gerüst zum Festhalten bieten. Thina ist nicht allein und schon gar nicht hilflos, auch wenn ihr sehr viel abverlangt wird.

Fazit

Lutz van Dijk weiß, wovon er schreibt, er lebt selbst zeitweise in Südafrika und arbeitet in einem von ihm selbst mitbegründeten Hilfsprojekt für von AIDS bedrohten Kindern und Jugendlichen mit. Und er hat gründlich recherchiert. Thina ist eine sympathische, starke junge Frau, in die man sich gut hineinversetzen kann. Nur Thabang, Thinas Freund, ist in seiner ungebrochenen Liebe ein wenig zu gut, zu flach geraten. Lutz van Dijk gelingen, so scheint es, die Frauenfiguren besonders gut: die Mutter, die in ihrer Verbitterung nur noch den Wunsch nach einem besseren Leben kennt und nur noch einen Weg dahin sieht, von dem sie sich nicht abbringen lassen will. Was nicht in ihr Weltbild des Aufstieges passt, existiert nicht für sie. Auch Thinas Ängste, ihre Verstörung und ganz besonders ihre Krankheit nicht. Damit will sie nichts zu tun haben! Van Dijk widmet sein Buch einer jungen Frau aus dem Township KwaMashu bei Durban, die von ihren Nachbarn ermordet wurde, nachdem sie öffentlich bekannt hatte, HIV-positiv zu sein.

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Spannung
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Dramatik
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Informationen
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Recherche
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Realismus
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Gesamt
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Taxi 79 ab Station

Indridi G. Thorsteinsson: Taxi 79 ab Station

Der Gastlandauftritt von Island dieses Jahr auf der Frankfurter Buchmesse hat viele Bücher isländischer Autoren auf den deutschen Markt geschwemmt, darunter auch einige, die keineswegs neu waren. Taxi 79 ab Station ist bereits 1954 geschrieben worden; Wie schön, dass dieses Buch endlich auch von Menschen gelesen werden kann, die kein Isländisch verstehen – und wer tut das schon außerhalb Islands.

Inhalt

Zwischen 1941 und 2006 hatten die Amerikaner Truppen auf Island stationiert. Mit den Amerikanern brach die Moderne ein in die isländische Gesellschaft, die bis kurz davor noch bitterarm gewesen war. Mit den Amerikanern kam Geld ins Land und moderne Moden, wie glückliche Kinder genossen manche den neuen Glanz und kauften sich z.B. eines dieser glitzernden Autos, andere trauerten dem Verfall isländischer Werte nach.

Für Taxifahrer war es keine schlechte Zeit, amerikanische Soldaten pendelten häufig zwischen ihren Kasernen in Keflavik und dem Nachtleben, dass die Hauptstadt zu bieten hat. Eines Abends kutschiert auch der junge Ragnar wieder einen betrunkenen Soldaten zurück nach Keflavik. Eine folgenschwere Fahrt, denn auf dem Rückweg steht Gudridur, genannt Gógó, neben ihrem 8-Zylinder Buick am Straßenrand. Der Keilriemen ist gerissen, doch Ragnar kann mit einem Ersatz aushelfen. Er ist fasziniert von dieser Schönheit im Sommerkleid und hohen Absätzen, und auch sie scheint von dem jungen Habenichts angezogen. Man trifft sich wieder, eine Beziehung aus viel Verlangen, wenig reden und viel Alkohol entsteht. Die Taxifahrer bessern ihr Einkommen mit Alkoholschmuggel auf und somit kann Ragnar immer Nachschub liefern. Nicht, dass das nötig wäre, Gógó hat Geld, lebt im Luxus. Ihr Mann, ein reicher Geschäftsmann,  liegt in einer Nervenklinik in Dänemark und laboriert an den Folgen eines Pferdetritts.  Gogó lebt allein, nur am Wochenende, so sagt sie, trifft sie sich mit ihrer Mutter, da kann Ragnar nicht kommen.

Ragnar akzeptiert das, sein bester Freund Gudmundur hat da eher Bedenken. Für ihn ist Gógó nur eine “Oberklassenhure”, nicht gut für Ragnar. Um ihn von seiner Vernarrtheit zu “heilen”, überredet er ihn zu einem Jagdausflug. Zwar singt Gudmundur das Hohelied der Vögel, edler Tiere, trotzdem erschießt er umgehend drei Wildgänse -  die Ragnar seiner Angebeteten schenkt. So war das nicht gedacht. Als auch Ragnar die Augen nicht mehr vor den Sonntagsbesuchen der angeblichen Mutter verschließen kann und Gudmundur deutlich sagt, was er glaubt, dass Sache ist, prügeln sich die zwei. Ragnar setzt sich anschließend ins Auto und fährt aufs Land. Als Gógó ihn sucht kommt sie zu spät.

Fazit

Dieser sehr knappe, kurze Roman um eine amour fou wirft ein klares Licht auf die Zustände in Island in Zeiten des Umbruchs. Das Land, die freie Landschaft heilt nicht mehr,  die Begeisterung für Autos steht der Liebe zum Land entgegen. Die Verachtung der Amerikaner einerseits, aber die begeisterte Übernahme moderner Erungenschaften andererseits stehen einander genauso unversöhnlich gegenüber, wie Gudmundurs Hohelied auf die Vögel und die Schönheiten der Landschaft und der Ärger über Schlamm und Dreck und das unreflektierte Abknallen dreier Wildgänse.

Indridi Thorsteinsson hat vielleicht auch seine Kunst knapper klarer Erzählung von amerikanischen Autoren übernommen und mit isländischer Fabulierfreude verbunden, auf jeden Fall hat er seine Liebe zum Schreiben vererbt, einer seiner Söhne ist der bekannte isländische Krimiautor Arnaldur Indridason.

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Charaktere
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Liebe
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Unterhaltung
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Authentizität
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Dialoge
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Quarantäne 2: Terminal

: – der zweite Teil des amerikanischen Remakes auf DVD

Ein Remake macht sich selbstständig
Quarantäne entwickelte sich vor zwei Jahren mit dem ersten Teil als Remake des spanischen Originals [REC]. Dabei stand hinter den ersten Teilen – ein Kamerateam begleitet für das Fernsehen einige Feuermänner und gerät in einen Einsatz in einem alten Apartmenthaus, welches sobald unter Quarantäne gesetzt wird, da ein Virus unter den Bewohnern ausgebrochen ist – noch die gleiche Story. Unterschiede waren noch Mangelware. Während das Original mit [REC]2 eine meiner Meinung nach zwar noch unterhaltsame, aber zumindest von der Geschichte fragwürdige Fortsetzung hinlegte, kapselt sich das amerikanische Remake hier gekonnt ab und serviert uns Quarantäne 2: Terminal…

Über den Wolken
Wie der Untertitel vermuten lässt, beginnt Quarantäne 2 viele Tausend Meter über dem Erdboden in einem Flugzeug voller verschiedenen Figuren. Von jungem Pärchen, übergewichtigem Mann, 13-Jährigem bis hin zur Katzen-Dame und Geschäftsmann – all diesen begegnen wir auf unserem Trip. Dabei findet dieser Flug zeitgleich mit dem Apartmentblock-Einsatz in LA aus Teil 1 statt und auch hier wird wieder eine fremde Menschenmenge unter extremsten Zuständen unter Quarantäne gesetzt. Also sind mehr als ein Dutzend grundverschiedene Menschen in einem abgeriegelten Terminal gefangen, unter ihnen die Infizierten, sich durch Bisse vermehrend.

Gekonnt in Szene gesetzt
Obwohl wir nicht allzu viel aus dem Leben der Figuren erfahren, entsteht durch die lebensbedrohliche Lage eine gewisse Tiefe, und auch aufbauende Sympathie kann ich nicht abstreiten. Dass der Film es noch mit der Altersfreigabe “Ab 16″ durch die FSK geschafft hat, finde ich aufgrund der vielen blutigen und ekeligen Szenen verwundernd – da sollte sich die ganze FSK ein Beispiel dran nehmen! Diese Szenen sind passend gesetzt und bieten dem Zuschauer somit durchgehende Unterhaltung. Die Idee ist natürlich nicht neu – jedoch finde ich Kritiker, die es fordern, dass sich jeder Film neuerfindet, ganz schrecklich. Mich kann auch die gleiche Grundidee gut umgesetzt immer wieder gut unterhalten und das schafft Quarantäne 2. Dazu kommen den Horror-Fans typische Momente, die meist wie erwartet eintreten – aber ist nicht gerade das, was wir erwarten und uns erhoffen, das Schönste?

Fazit
Quarantäne 2 ist ein geschickt dargestellter Horror-Film mit Schock-Momenten, an denen der Zuschauer Gefallen findet. Genau zum richtigen Zeitpunkt hat man sich vom spanischen Original abgewendet und eine logische Fortsetzung mit einigen Erklärungen gebracht. Zwar erschien der Film nur auf DVD, doch auf für’s Kino wäre er sehr geeignet gewesen. Neues wird nicht geboten, aber alle Horrorfans sollten ein weiteres Mal gute Unterhaltung finden. Und das gelungene Ende bietet allen Fans der Reihe einen Grund zur Freude – ein weiterer Teil des Remakes scheint geplant (REC wird ingesamt über fünf Teile gehen)!

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Spannung
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Story
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Umsetzung
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MLB 2K11

Major League 2K11

Perfect Game

Good Choice bei der Wahl des Protagonisten, möchte man den Entwicklern und Produzenten des diesjährigen Baseball-Ablegers der 2K-Sportserie zurufen. Und zwar Sonnenblumenkerne spuckend, Gatorade schlürfend und Kautabak rotzend von der Ersatzbank aus. Baseball liebt seine Traditionen und legt großen Wert darauf auch im Postmilleniumzeitalter die konservativen Werte des amerikanischsten aller Spiele zu wahren. Doch zurück zum Helden. Jener ist Roy Halladay, der selbstredend im Jahr zuvor Baseballgeschichte geschrieben hat.  Am 29. Mai ein Perfect Game geworfen (kein gegnerischer Spieler erreicht die Base) und in der Postseason einen No-Hitter nachgelegt.

Im ersteren Fall erst der 19. Spieler in der 130jährigen MLB-Geschichte, im letzteren sogar erst der zweite, dem dies gelingen sollte. Und das beides in einer Saison: Hut ab, oder Hats off, wie die Baseballer es nicht nur zu sagen, sondern auch zu tun pflegen. So steht nicht umsonst ein Werfer (Pitcher) auf dem Verkaufshügel des Spiels, denn der entscheidende Akt des Spiels überhaupt, nimmt auch in der Softwareadaption eine herausragende Rolle ein. Zurecht sind beim Wurf und beim Schlag zahlreiche Optionen (fast mehr als ein durchschnittlicher deutsche Baseballspieler überhaupt in der Lage ist anzuwenden!) eingebaut. Und das erinnert ein wenig ans wirkliche Leben, denn die Steuerung, vor allen Dingen des Schlages, ist komplex und anspruchsvoll. So geht’s dann halt, wie es gehen muss: Erste Erfolgserlebnisse lassen ein bisschen auf sich warten.

Dafür kann man in der Defense schon mal ein wenig üben, denn die computergesteuerten Schlagmänner kennen das Spiel schon länger und hauen einem gerne mal die Bälle um die Ohren. Dann aber wird’s optisch äußerst spektakulär, je nachdem wo der Ball hinfliegt, wer ihn fängt oder aufnimmt und zum nächsten Spieler wirft. Das ist auch nicht einfacher zu navigieren, aber visuell ein unglaublicher Hochgenuss, vergleicht man es, ähm, einfach mal mit den kultigen Sportspielen der 90er Jahre. Die durchweg schwierige Steuerung ist aber so gewollt und bezieht sich einzig und allein auf die Total-Control-Steuerung, die mit einer Mischung aus Knöpfen und rechtem und linkem Stick alles vom Spieler fordert. Aber genau das macht ja den Reiz der 2K-Simulationen aus, denn sie bieten das, was verkauft wird. Eine realistische Umsetzung komplexer, motorischer Bewegungsvorgänge.

Tja, und für alle die, die nicht einen Löffel gerade halten können, aber für einen Tag sportliche Helden sein wollen, bietet dieses Spiel doch noch die klassische Steuerung an, also mit Buttons zu den Bases werfen und auch Schlag und Pitch sind hier leichter zu kontrollieren. Das ist auf jeden Fall das größte Plus dieses Spiels, das es je nach Eignung und Neigung (wie man pädagogisch so schön methodisch sagt) auswählen kann, wie man dieses Spiel anzugehen gedenkt.

Spielerisch also genügt das Werk höchsten Ansprüchen, auch im Bullpen, um mal im Baseballsprech zu bleiben, sind noch einige Asse im Ärmel. Zum einen wäre die direkte Vernetzung mit der Mutterorganisation MLB, die dafür sorgt, dass die ohnehin schon komplett originären Roster und Spielerdaten noch auf jede tatsächliche aktuelle Veränderung reagieren können. Gibt’s nen Draft in Amerika, habt ihr ihn auch schon auf der Festplatte. Schon crazy, was heute alles so geht. Weniger crazy, dafür umso smarter sind die verschiedenen Spielmodi: Schnelles Spiel, komplette Saison (die Klassiker!), das pfiffige Homerun-Derby und natürlich das bei allen Simulationen unentbehrliche Training (herrlich bebildert und sehr geschickt aufgebaut!) sind integriert. Über die ganzen Management-, Taktik- und Trainerfunktionen mag man sich an dieser Stelle gar nicht auslassen, außer das alles so komplex und realistisch ist, wie es nur sein kann. Bei 160 regulären Spielen in der Saison, die in der Regel drei Stunden dauern und bisweilen schon mal fünfzehn Spieler pro Team verschleißen, kann man sich denken, wie viel Spaß das Baselballcoaching machen kann.

Das man sich wie in den anderen Simulationen von 2K seinen eingehen Spieler kreieren kann, jenen oder auch andere Teams mit andere vernetzten Usern teilen kann, sich dort auch messen kann, dass fantastische Kameraeinstellungen, coole Beats (Die auditive Untermalung ist ganz großer Sport!) und absolut geniale Reporter integriert sind, sei hier nur noch am Rande erwähnt. Damn, thats the national pasttime and they made a glory out of it!

Fazit

Was man abschließend attestieren muss: Es liegt vielleicht am kapitalistischen Ursprung, aber die Transportation amerikanischen Sportes gelingt medial immer um so was von exzellent, dass man es nicht glauben mag. Ich behaupte mal: Die Sportschau im Jahr 2040 erreicht annähernd das Niveau von MLB 2K11. Komplett unterhaltend!

Autorwertung

Spielspaß
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Grafik
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Sound
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Steuerung
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Multiplayer
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