Pierre Veys: Sherlock Holmes und der Club der tödlichen Sportarten

Autorenwertung
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  • Humor
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  • Unterhaltung
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  • Spannung
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  • Gesamt
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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

& Nicolas Barral: Sherlock Holmes und der Club der tödlichen Sportarten

Das Buch ist im Jahre 2010 im Piredda – Verlag aus Berlin erschienen. Es ist 48 Seiten dick. ISBN: 978-3-941279-36-0

Die Geschichte beginnt an den Limehouse Docks in London. Ein Informant erscheint nicht zum vereinbarten Treffen mit Inspektor Lestrade. Kann er auch gar nicht. Er ist nämlich ist kurz zuvor ums Leben gekommen. Wie aus den Geschichten von Sir Conan Doyle gewohnt hat der Inspektor bereits Sherlock Holmes und Doktor Watson eingeschaltet. Sie sollen ihm auch bei diesem Fall wieder helfen.

Hier liegt Band 2 der Comic-Reihe „Baker Street“ vor. Die Londoner Baker Street ist die Adresse eines der berühmtesten Detektive aller Zeiten: Sherlock Holmes. Seine aktuellen Fälle löst der Meister der Schlußfolgerungen auf gewohnt logische Art und Weise. Doch oh wehe! Der etwas vorlaute Dr. Watson und der absolut unfähige Inspektor Lestrade stellen sein Nervenkostüm ein ums andere Mal auf die Probe. Und es wäre wohl besser gewesen, wenn Watson so manches Detail in seinen geheimen Aufzeichnungen nicht erwähnt hätte – es lädt doch sehr zum Schmunzeln ein.

Pierre Veys wurde am 7. April 1959 in Cambrai / Frankreich geboren. Pierre Veys studierte Biologie, brach aber das Studium ab, um sich dem Schreiben zu widmen. Er begann seine künstlerische Laufbahn als Zeichner von Comics. Er traf Nicolas Barral; mit ihm schuf er die Serie Baker Street im Jahr 1999. Eine Episode von Die Abenteuer von Philip und Francis gestalteten sie im Jahre 2005.

Barral kam 1966 in Paris zur Welt. Er studierte ein Jahr plastische Kunst in Angoulême. Bei einem Nachwuchswettbewerb des Kaufhauses fnac entdeckte Jean-Christophe Delpierre sein Comiczeichentalent; Delpierre brachte ihn bei dem Magazin „Fluide Glacial“ unter.

Die hier vorliegende Geschichte namens Comic ist eine skurrile Persiflage auf die Sherlock-Holmes-Kriminalgeschichten. Die literarischen Originale werden komplett auf den Kopf gestellt. Holmes ist Detektiv wie Übeltäter zugleich. Er ist dabei so abgehalftert, daß sich Watson ernsthaft überlegt, sich einen neuen Detektiv zu suchen, dem er assistieren kann. Und Assistent hat hier nicht die Bedeutung eines Helfers, sondern die der grauen, vor allem aber klugen Eminenz im Hintergrund. Die Lösung des Falles ist so unwahrscheinlich, wie sie nur der schwarze Humor hervorbringen kann.

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, sämtliche auffällige Details aufzuführen. Frau Hudson, die Vermieterin, eine Alkoholikerin? Inspektor Lestrade ein Schussel? Gab es damals schon fluoreszierende Schuhabdrücke? Allein schon dieser Band wäre es wert, einmal genauer literaturwissenschaftlich unter die Lupe genommen zu werden. Die Zeichnungen im vorderen und hinteren Einband spricht jedenfalls Bände: Dr. Watson gelingt es, Sherlock Holmes an der Nase herumzuführen.

Die vorliegende Geschichte wirkt nicht ganz schlüssig, sondern eher so, als ob mehrere nicht ganz fertige Kurzgeschichten zu einer längeren zusammengefügt worden wären. Es ist daher nicht so ganz einfach für den Leser, sich innerhalb der Geschichte zu orientieren. Dies ist aber auch das einzige offensichtliche Manko. Die Bilder geben das Szenario hervorragend wieder; ob das London des ausgehenden 19. Jahrhunderts / anbrechenden 20. Jahrhunderts „richtig“ = zeitgerecht wiedergegeben werden, können die Historiker unter den Lesern sicherlich besser beurteilen.

Das Fazit

Wer viel schwarzen Humor mag, ist bei der Comic-Reihe sicherlich gut aufgehoben.

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