Pink Moon

Autorenwertung
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Pink Moon

Frank Goosen. Eichborn Verlag 2005, Gebundene Ausgabe, 304 Seiten, € 0,80

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Pink Moon von

Inhalt
Der Enddreißiger Felix Nowak führt ein sorgloses Leben, nach dem viele Menschen sich sehnen. Durch eine Erbschaft konnte er sich ein eigenes Restaurant finanzieren, und nun genießt er seine Tage ohne viel Arbeit als stiller Teilhaber des Restaurants und lässt sich ansonsten „treiben“. Dennoch ist Felix nicht glücklich: Er weiß, dass ihm irgendetwas fehlt, doch er weiß nicht, was denn eigentlich, und die Legenden, die seine Mutter ihm über seinen Vater erzählt hat, tun da ein Übriges für Felix Wohlbefinden.

Felix erinnert sich, dass seine Mutter ihm immer wieder Geschichten über seinen Vater erzählt hat, doch kennengelernt hat er ihn nie, und irgendwann hat die Mutter der Einfachheit halber behauptet, der Vater sei plötzlich verstorben. Doch irgendwann begegnet Felix seinem Vater scheinbar zufällig auf der Straße, doch dieser erkennt Felix nicht. Es bleibt zunächst einmal bei der flüchtigen Begegnung, doch Felix lässt nicht locker. Und im Verlauf der Suche nach Felix Vater entspinnen sich in „Pink Moon“ teils nachdenkliche, teils groteske und skurrile und teils tieftraurige Geschichten, die zeigen, dass im Grunde jeder der Protagonisten in Pink Moon auf der Suche ist nach etwas, was er doch nicht finden oder nicht haben kann.

Eine nachdenklicher und melancholischer Roman von Goosen – und eines der besten Werke des Ruhrgebiets-Literaten
Bei den Romanen des Wahl-Bochumers Frank Goosen lässt sich so etwas wie eine klare „Entwicklungslinie“ ausmachen – während seine ersten beiden Romane „Liegen lernen“ und „Pokorny lacht“ noch weitgehend von der Komik lebten und vor allem humorvoll die Befindlichkeiten der Generation der Anfang-Vierzigjährigen schilderten, überwiegen in „Pink Moon“ klar die melancholischen und nachdenklichen Töne. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Enddreißiger Felix – ein Mann ohne finanzielle Probleme, der relativ sorglos in den Tag hineinlebt.

Doch wie alle Protagonisten in „Pink Moon“ ist er auf der Suche – und während ihn vordergründig die Suche nach seinem Vater umtreibt, ist er doch immer auch auf der Suche nach Geborgenheit, nach der wahren Liebe und nach dem „echten Leben“. Und so entwickelt sich „Pink Moon“ zu einem Roman über Menschen, die auf den ersten Blick alles haben und denen scheinbar nichts fehlt. Dennoch handelt es sich bei all diesen Personen in gewisser Weise auch um „verkrachte Existenzen“. Goosen schildert kristallklar und stets absolut treffend, warum diese Personen scheitern, wie sie mit ihrer eigenen Unzulänglichkeit umgehen, und wie Wohlstand und Oberflächlichkeit einen Menschen zerstören können.

Fazit
Fans von „Liegen lernen“ und „Pokorny lacht“ werden sich wohl etwas umstellen müssen – in „Pink Moon“ schlägt Goosen ungewohnt ernste und melancholische Töne an – doch das tut dem Roman selbst sehr gut. Goosen erweist sich auch in „Pink Moon“ erneut als brillanter Erzähler, der es versteht, menschliche Abgründe zu beschreiben, ohne den Finger dabei zu tief in die Wunde zu legen. Ein nachdenklicher und doch nicht zu „schwerer“ Roman – absolut lesenswert!

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