Prince – 20Ten

Autorenwertung
  • Sound
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  • Hörspaß
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  • Songtexte
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  • Melodie
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  • Produktion
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  • Gesamt
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Rezension von: Zaiman | Rezensionsdatum:

– 20Ten

  1. Compassion
  2. Beginning Endlessy
  3. Future Soul Song
  4. Sticky Like Glue
  5. Act Of God
  6. Lavaux
  7. Walk In Sand
  8. Sea Of Everything
  9. Everybody Loves Me
  10. Lay Down (Hidden Bonus Track)

20Ten, das Album

Die Veröffentlichungswut des kleinen Meisters aus Minneapolis ist nicht zu stoppen, brachte er doch Jahr’s zuvor mit Mplsound, Lotusflower und Elixier gleich eine 3 CD-Box heraus, auch ich habe so langsam den Überblick über sein musikalisches Oeuvre verloren, freue mich aber immer noch über jedes neue Release.

So steht mit 20Ten, wie der Name schon suggerieren mag, die Erscheinung für das Jahr 2010 ins Haus. Auch was die Wahl der Vertriebswege anbelangt, zeigt sich Prince sehr exzentrisch und spendiert sie für den deutschen Markt gratis als Beilage des Musikmagazins Rolling Stone, ja Prince und die verhassten Plattenlabel, er findet doch immer einen Weg, ihnen eins auszuwischen.

Beim ersten Hören der CD fragt man sich wirklich, ob es sich dabei tatsächlich um die neue Prince-Platte handelt, oder nicht etwas um ein verschollenes Prince-Album aus den 80ern, denn 20Ten gibt sich bewusst oldschoolbetont. Hier ist alles drin, was den 80er Prince ausgemacht hatte, knackige Beats aus der berühmten LinnDrum-Machine, coole Funkgitarren und weibliche Backgroundstimmen.

Waren auf diversen Vorgängern noch vermehrt Soul und R’n’B- Einflüsse zu vernehmen, treten diese auf 20Ten in den Hintergrund, was dem ganzen Album so ein pures 80er-Feeling verleiht.

„Compassion“ startet dann auch schon mit einer wunderbar trocken polterndern LinnDrum Sequenz und  ist garniert mit verzerrten Gitarreneinsprengsel. Das Stück hätte damals auch gut auf der Lovesexy-LP erscheinen können, der Stil ist genau derselbe. Das Stück macht echt gute Laune.

„Beginning“ Endlessy“ kommt mit typisch 80er R’n’B-Beats daher, und Prince klingt betont lässig, als könnte ihn nichts aus der Ruhe bringen.

„Future Soul Song“ macht seinem Titel alle Ehre, sehr gefühlvoll und mit tiefer Stimme singt Prince über zärtliche Stunden zu zweit, im Refrain schmilzt das Eis dann endgültig, ein sehr warmer Soulsong, den Mädels wird’s gefallen.

Das frivole „Sticky Like Glue“ ist natürlich nur so mit sexuellen Anspielungen gespickt, der Song kommt auch wieder echt 80er-like rüber, mit einer LinnDrum im Gepäck und einer frechen Funk-Gitarre, setzt Prince in dem Song auch mal zum Sprechgesang an.

In „Act Of God“ rechnet Prince mit rücksichtslosen Geldeintreiben ab. Sicherlich wieder als eine Art Dartpfeil im Hintern der Labelbosse gemeint.

„Lavaux“ ist mein persönlicher Favorit auf dem Album, hier stimmt einfach alles, toll Funkgitarere, und eine Melodie, die damals auch auf 1999 ihren Platz gehabt haben könnte, das ist Electro-Funk in Reinkultur. Ganz nebenbei besingt Prince hier einen Schweizer-Ulraubsort. Geht echt ab das Stück.

„Walk In Sand“ ist vielleicht Prince schönste Soulballade, mit schulbubenhafter Unschuld besingt er mit sehr hoher Stimme seine Angebetene. Die Melodie und der Gesang sind wirklich sehr mitreissend, mit das beste, was Prince in letzter Zeit abgeliefert hat. Der Song ist von so einer erfrischenden Leichtigkeit.

Einzig „Everybody Loves Me“ kann in mir keine Begeisterung auslösen, hier lässt Prince einfach sehr plakativ seine selbstverliebte Seite raushängen, was dem Track so einen gewissen bitteren Beigeschmack beschert.

Doch das beste kommt zum Schluss, dachte man nach dem langweiligen „Everybody Loves Me“ sei die Platte vorbei, wird man fünf Minuten später eines besseren belehrt. Hey, da kommt ja noch was, und dieser Track haut echt rein. In „Laydown“ zündet Prince ein Feuerwerk an guten Ideen ab, die Drummachine kommt sehr wuchtig und die Funkgitarren laufen zur Hochform auf. Echt ein klasse Song.

Fazit

Mit 20Ten nimmt uns Prince mit auf einer kleinen Zeitreise ins Minneapolis der 80er Jahre. Kaum zu glauben, dass der Mann schon Anfang 50 ist, hier klingt er so gut wie nie, wie zu besten Purple Rain-Zeiten, daher sollten alle Prince-Fans hier unbedingt mal reinhören, alle anderen dürfen das natürlich auch tun. Die Platte zündet.

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