Projekt Wintermond

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Projekt Wintermond

Karin Meddekis (Übersetzer). Bastei Lübbe (Bastei Verlag) 2005, Taschenbuch, 448 Seiten, € 265,80

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Projekt Wintermond von

Spannender Inhalt…

Jennifer March wächst behütet auf, beide Eltern sind sehr liebevoll. Ihr Vater ist ein erfolgreicher Investmentbanker, der viel reist. Mit 13 Jahren bekommt Jennifer noch einen kleinen Bruder – Bobby. Eines Tages entdeckt sie beim Spielen eine geheime Truhe mit alten Dokumenten aus denen hervorgeht, daß ein Mann mit dem gleichen Aussehen ihres Vaters und dem Namen Joseph Delgado vor 20 Jahren wegen Mordes und anderer schwerer Verbrechen angeklagt war. Als sie ihren Vater darauf anspricht, wird dieser sehr ärgerlich und spricht nicht mit ihr über das Thema. 10 Jahre später: Jennifer studiert mittlerweile Jura und findet bei einem Besuch zu Hause im Arbeitszimmer ihres Vaters eine Diskette und ein Papier mit dem Titel „Projekt Wintermond“. Wieder reagiert ihr Vater äußerst ungehalten, es darf über das Thema nicht geredet werden.

Einen Monat später, Jennifer ist über Nacht zu Besuch bei ihrer Mutter – ihr Vater ist in der Schweiz beruflich unterwegs -, überfällt ein maskierter Mann das Haus, ermordet die Mutter, verletzt den Bruder schwer und fällt auch über Jennifer her, die sich jedoch retten kann. Ihr Vater ist nicht erreichbar und bleibt auch nach dem Drama verschwunden.

Jenny ist so traumatisiert, daß sie über den Vorfall nicht reden will und kann; ihr Bruder ist in einer Pflegeanstalt, da er wegen seiner Verletzungen im Rollstuhl sitzt und auch nicht reden kann (aber schriftlich durchaus kommunziert). Sie wird Bezirksstaatsanwältin und hat beruflich häufig mit Mark Ryan zu tun, einem alten Schulkameraden und Polizisten, der gern mehr von ihr möchte. Sie allerdings kann sich keine Beziehung zu einem Mann aufgrund der Vorfälle vorstellen.

Zwei Jahre später: Eines Tages findet ein junger amerikanischer Hobbybergsteiger in der Schweiz beim Fall in eine Gletscherspalte eine Leiche, die im Eis eingefroren ist und die die Papiere von Jennifers Vater bei sich hat. Jennifer reist in die Schweiz zur Identifizierung. Zur gleichen Zeit wird Mark von einem CIA-Agenten Kelso (der auch nach dem Überfall Jenny als ehemaliger Arbeitskollege des Vaters beigestanden hatte) kontaktiert, der ihn bittet, auf Jennifer – verdeckt –  in der Schweiz aufzupassen, da ihr Vater geheime Unterlagen hatte, auf die verschiedene Seiten es abgesehen haben.

In der Schweiz angekommen, passiert es dann Schlag auf Schlag. Der junge Hobbybergsteiger wird ermordet, aber die Polizei hält es für einen Unfall. Jennifer lernt dabei seinen Vater kennen, der seinen toten Sohn in die USA überführen will und der ihr von nun an zur Seite steht, als plötzlich bei ihrem Auto die Bremsen versagen, das Polizeipräsidium, in dem die Leiche liegt, in die Luft gesprengt wird und der ermittelnde Komissar und seine Frau zu Hause ermordet werden. Jedesmal entkommen die beiden nur knapp einer Katastrophe und fliehen daher vor den Mänern, die es auch auf sie abgesehen haben, obwohl – oder gerade weil – es sich bei dem Toten im Eis gar nicht um Jennifers Vater gehandelt hatte. 

Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, der schließlich mit einem großen Showdown im Elternhaus von Jenny endet, wo auch alles begann…

… traurige Umsetzung

Nach der Lektüre des unausgegorenen Romans mit seiner absolut nicht nachvollziehbaren Handlung von Glenn Meades Roman „Unternehmen Brandenburg“ sollte dem Autor noch eine zweite Chance gegeben werden, die er jedoch leider wieder verspielt hat. Das Buch liest sich am Anfang sehr flüssig und spannend, aber schon ab ungefähr der Hälfte wird es unlogisch und die Dialoge werden so platt, daß sie einem B-Movie entnommen sein könnten.

Einige Beispiele: Nachdem Jenny in Notwehr auf der Flucht einen ihrer Verfolger erschießen kann und dieser aus dem Zug fällt, fragt ihr Begleiter (der Vater des ermordeten Bergsteigers) einige Zeit später in einer wiederum brenzligen Situation, ob sie schon mal geschossen habe – obwohl er es ja kurz vorher selbst gesehen hatte. Und auch Jenny fragt sich in einem Anfall von Amnesie auf Seite 341, „ob sie es über sich brächte, einen Menschen zu erschießen“…

Ihr Begleiter schwenkt so urplötzlich von gut auf böse um, daß es hahnebüchen unglaubwürdig ist und erzählerisch viel besser hätte gelöst werden können. Davon abgesehen, wird spätestens auf dem Rückflug in die USA klar, daß die gesamte Handlung gar nicht nötig gewesen wäre, weil die Verfolger Jenny hätten gar nicht in die Schweiz schicken müssen – sie hätten sie ja nur zu Hause in den USA umbringen müssen oder entführen und die Dokumente suchen müssen, auf die sie aus sind…

Auch die Übersetzung hätte etwas besser lektoriert werden können – so ist bei allen Häusern stets von „Villen“ die Rede, obwohl eine solche Hausart für amerikanische Polizisten wohl kaum bezahlbar ist.

Somit wird ab spätestens der Hälfte der Geschichte – trotz wirklich eines angenehm zu lesenden Schreibstils, wenn man von den Dialogen absieht – das Lesevergnügen zu einer Qual. Schade, denn der Ansatz der Geschichte ist gut, Meade versucht wirklich in seinen Romanen (von kann stilistisch eigentlich nicht die Rede sein), völlig neue Stories zu bringen.

Fazit

Zum Abgewöhnen ! Eine dritte Chance sollte der Autor nun wirklich nicht bekommen.

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