R. L. Stine: Die Wut der unheimlichen Puppe

Autorenwertung
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  • Unterhaltung
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  • Abenteuer
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Die Wut der unheimlichen Puppe

Günter W. Kienitz (Übersetzer). cbj 1998, Taschenbuch, 128 Seiten, € 0,97

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Die Wut der unheimlichen Puppe

Hier liegt Band 21 der Gänsehaut-Jugendbuchreihe vor. Er kam im Jahre 1998 im C. Bertelsmann Verlag, München, auf den Markt. Das Buch ist 128 Seiten dick.

Die Inhaltsangabe

Amy ist ganz außer sich vor Freude. Ihr Vater schenkt ihr nämlich eine neue Bauchrednerpuppe. Slappy – so lautet ihr Name. Mit der neuen Puppe zieht aber auch ein böser Geist in das Haus ein. Eine Katastrophe jagt die nächste. Übel dabei: Immer wird Amy dafür verantwortlich gemacht. Zunächst glaubt niemand Amy. Denn die Bauchrednerpuppe kann doch nicht für das Unglück verantwortlich sein. Oder?

Über die Kinderbuchreihe

Die Reihe ist für jugendliche Leser von 10 bis 14 Jahren geschrieben. Die Helden wechseln sich dabei ab. Es sind immer gemischte Gruppen aus Jungen und Mädchen; die Gruppenstärke wechselt je nach Handlung von zwei bis vier Personen. Ihre Abenteuer erleben sie an Orten, die einen Bezug zur Lebenswirklichkeit der Leser haben. Literarisches Grundprinzip ist die Verquickung von amerikanischem Alltag und dem Übersinnlichen.

In der Regel spielen Monster genauso große Rolle wie Gespenster oder Zombies. Orte des Geschehens sind oftmals verlassene Spukvillen oder Schulgebäude bei Nacht. Die Geschichten spielen meist in amerikanischen Kleinstädten, Vororten oder Dörfern. Großstädte kommen nur selten vor.

Den meisten Bänden ist eines gemein: Ein jugendlicher Ich-Erzähler erzählt die Geschichte aus seiner eigenen Perspektive. Dieser Erzähler ist es auch, der als erster, manchmal als einziger, den Horror bemerkt. Die Sprache ist eher locker und umgangssprachlich.

In vielen Bänden läßt sich ein bestimmtes Schema nachverfolgen: Ein Jugendlicher – er ist meistens zwölf Jahre alt –  zieht in ein etwas abgelegenes Haus. Die Besonderheit dabei: Dort spukt es oder die Umgebung des neuen Zuhauses wird von Spukgestalten heimgesucht. Meist glauben die Erwachsenen den Kindern nicht, wenn diese ihnen von den Geistern berichten. Gelegentlich kommt es am Ende zu einer unerwarteten Wendung in der Handlung. In deren Verlauf sich die Protagonisten selbst als Monster entpuppen.

Häufig scheint gegen Ende das zunächst besiegte Unheil zurückzukommen. Der Ausgang bleibt aber oft unklar. Manchmal ist das Ende auch humorvoll. Die jugendlichen Leser sollen zwar mit einem Gruseln, nicht aber mit einem Gefühl der Beklemmung aus der Lektüre entlassen werden, wie die Sekundärliteratur betont.

Die Buchreihe wurde auch für das amerikanische Fernsehen verfilmt. Die Ausstrahlung erfolgte in den Jahren 1995 bis 1995. Die Fernsehreihe soll inzwischen auch bei uns in Deutschland ausgestrahlt worden sein. Inzwischen gibt es auch die Ableger-Serie „Gänsehaut HorrorLand“. „Stine greift darin auf ältere Gänsehaut-Romane zurück und lässt alte Freunde und Feinde, aber auch neue Charaktere aufeinander treffen.

Jeder Roman ist in zwei Teile unterteilt. Der erste gleicht einem klassischen Gänsehaut-Roman und endet mit einer Einladung ins HorrorLand. Im zweiten Teil folgt der Protagonist der Einladung und findet sich in einem unheimlichen Freizeitpark wieder. Meist trifft er auf das Monster, dem er im ersten Teil entkommen ist. Am Ende des Buches stößt er zu einer Gruppe Kinder, die ebenfalls eine Einladung bekommen haben und versuchen das Rätsel um die gruseligen Geschehnisse zu lösen,“ beschreibt Wikipedia diese Ablegerserie, die ich allerdings noch nicht kenne.

Eine Einordnung

Die vorliegende Geschichte fällt in mehrfacher Hinsicht aus dem Rahmen.

Es fängt schon damit an, daß hier niemand umzieht. Die betroffene Familie bleibt an ihrem vertrauten Wohnort, ihrem Zuhause, wo die Handlung auch überwiegend spielt. HIer dringt das Unheil ein.

Amy, die Protagonistin, hat zwar ihre Eltern, Geschwister und eine Freundin. Dies sind aber eher Randfiguren; Amy ist die eigentliche Hauptfigur, um die sich alles dreht.

Das Ende nimmt eine merkwürdige Wendung, die für die Kinderbuchreihe eigentlich nicht typisch ist. Amy ist anfangs die einzige, die von der Puppe heimgesucht wird. Da die Eltern nichts davon bemerken, glauben sie ihr natürlich nicht.

Dann gesteht Sara, Amys Schwester, urplötzlich und ohne sichtbaren Grund, daß sie live miterlebte, wie die Bauchrednerpuppe  einige der Untaten vollbrachte. Daraufhin helfen ihnen ihre Eltern, das Bauchrednerpuppenmonster zu vertreiben.

Aus der Geschichte heraus gibt es keine vernünftige Erklärung für die Wendung. Sie wird literarisch nicht hergeleitet.

Wer ist das Monster? Was seine seine Absichten? Was seine Motive? Von wem wird es schlußendlich besiegt? Selbst einfachste Fragen wie diese werden hier nicht beantwortet. Was für Kinder und Jugendliche spannend sein mag, ist für Erwachsene unbefriedigen.

Eine Beurteilung

Das Buch ist zielgruppenorientiert geschrieben. Sprache, Erzählweise und Handlung bewegen sich daher auf einem niedrigen Niveau. Was dazu führt, daß wir Erwachsene das Buch schnell lesen können.

Ein Fazit

Von den eben oben beschriebenen Abweichungen abgesehen bietet das Buch die gewohnte Unterhaltung, wie wir sie aus der Gänsehaut-Kinderbuchreihe kennen.

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