Ralf Daute: Die Elefanten-Story

Autorenwertung
  • Systematik
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  • Lesbarkeit
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  • Authentizität
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  • Nutzen
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  • Gesamt
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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Die Elefanten-Story Gustav Hoffmann und das Jahrhundert der Kinderschuhe

Das Buch ist im Jahre 2004 im , Kleve erschienen. Es umfaßt 144 Seiten.

Die Inhaltsangabe

Man schreibt das Jahr 1908, als Gustav Hoffmann mit der industriellen Herstellung von Kinderschulen beginnt. Und das nicht irgendwo. Sondern in Kleve, der tiefsten niederrheinischen Provinz.

Er beginnt damit eine Erfolgsgeschichte. Unter seiner Ägide wird die elefanten-Marke in ganz Deutschland, unter seinen Nachfolgern in der ganzen Welt bekannt.

Nach fast einem Jahrhundert ist die Erfolgsgeschichte dann zu Ende. Das Werk schließt 2004 für immer seine Tore.

Der Autor

Daute ist Jahrgang 1965, hat also wahrscheinlich selbst noch elefanten-Schuhe getragen. Nach seinem Studium der Geschichte war er zunächst einmal im Verlagswesen (DuMont Schauberg in Köln, Axel Springer in Hamburg) tätig. Heute ist er Journalist und Autor in Kleve.

Die Buchbesprechung

Sehr anschaulich beschreibt hier der Autor niederrheinische Wirtschaftsgeschichte. Nein, halt: Das Wort „anschaulich“ greift hier nicht richtig. Man müßte es eigentlich durch Worte wie „persönlich“ ersetzen. Liest man das Buch, meint man, die gute alte Zeit würde vor Ort in Kleve noch einmal lebendig werden. So manche Episode insbesondere aus den glorreichen Anfangstagen des Unternehmens zeugt davon.

Im Anhang gibt es eine Chronik, in der alle wichtigen Daten aufgelistet werden. Zwei Gedichte über Schuster, ein Foto, das eine Bronzeskulptur vor Ort (Motiv? Na was wohl, einen Schuhmacher) sowie formale Angaben kommen hinzu.

Das Buch ist umfangreich bebildert. Unangenehm dabei: Selbst neuere Fotos sind leider nur in schwarzweiß. Es wäre schon schön gewesen, so manches Detail auch in Farbe zu erblicken, zumal dann, wenn es aus unseren Tagen stammt.

An dieser Stelle sei ein persönliches Wort erlaubt. Diesem Buch ist der journalistische Hintergrund des Autoren deutlich anzumerken. Es ist ordentlich recherchiert und aufgrund der lebhaften und lebendigen Schreibweise auch gut zu lesen.

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum ich Bücher wie diese gerne lese. In ihnen wird Heimatgeschichte und regionale Wirtschaftsgeschichte noch einmal zum Leben erweckt.

„Das sind doch olle Kamellen,“ könnte man nun flapsig dagegenhalten. Und hätte damit sogar recht. Teilweise zumindest. Gut aufbereitet wie hier kann auch die Geschichte eines Unternehmens ein Thema für die Lektüre eines Buches sein. Zumindest dann, wenn das Unternehmen eine gewisse Bedeutung erlangte, sei es hinsichtlich der Größe, der Unternehmerpersönlichkeit, der wirtschaftlichen Bedeutung oder seiner innovativen Produkte.

Bei diesem Buch ist die wirtschaftliche Bedeutung für Kleve entscheidend. Über lange Zeit war das Hoffmann`sche Unternehmen prägend für Kleve, wie man den Ausführungen entnehmen kann. (Wovon heute nicht mehr viel zu sehen ist, wie ein Besuch dort schnell zeigt.)

Fazit

Viel Wehmut schwingt mit, wenn es um den Niedergang und die Schließung des Unternehmens geht. Eine Frage beantwortet Daute dabei nicht, nämlich: Gab es Alternativen dazu?

Was hätte anders gemacht werden können, was anders gemacht werden müssen? Hätten andere Produkte hinzukommen müssen? Ein wenig Phantasie, ein wenig kritische Auseinandersetzung wäre schon schön gewesen.

Für den Leser aus Kleve mag die Erinnerung und die Sentimentalität ganz angenhem sein; als auswärtiger Leser erwarte ich schon die Beschäftigung mit dem Zeitgeschehen, die über den allgemeinen Hinweis auf die Globalisierung hinausgeht.

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