Ramses Müller

Autorenwertung
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  • Konzept
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  • Gesamt
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Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Ramses Müller von

Inhalt
Schubal und Armin sind zwei hoffnungslose Gestalten in Berlin-Mitte und „mogeln“ sich durchs Leben. Eines Abends treffen sie in einem etwas heruntergekommenen Club auf Benjamin von Stuckrad-Barre und dessen hübsche Begleiterin. So weit, so gut denken Armin und Schubal und beginnen kurz darauf ein Gespräch mit Stuckrad-Barre – doch im Verlauf des Gesprächs behauptet dieser, er sei gar nicht Stuckrad-Barre, sondern nur jemand, der Stuckrad-Barre eben verdammt ähnlich sieht. Armin und Schubal stört das nicht weiter, im Gegenteil, sie fühlen sich nun besonders privilegiert, da der angeblich „falsche Stuckrad-Barre“ ihnen weisgemacht hat, dass er sein Geheimnis nur selten preisgebe.

Nach diesem „Geständnis“ bricht der falsche Stuckrad-Barre, der sich Armin und Schubal gegenüber als „Ramses Müller“ ausgibt, zu einer Party seines Freundes Christoph Schlingensief auf, und Armin und Schubal nimmt er kurzerhand mit. Noch ahnen Armin und Schubal nicht, auf was sie sich da eingelassen haben, doch als Schubal am nächsten Morgen ohne jegliche Erinnerung neben Ramses aufwacht, beginnt er zu ahnen, dass die „kleine Party“ bei Schlingensief noch Folgen haben wird. Es beginnt ein Tag, an dem eine zerbrochene Kloschüssel noch die harmloseste aller Tragödien ist und an dem Armin ein Lampenseil als Liane benutzt und auch sonst die Kontrolle über sich selbst und die Situation verliert.

Ein völlig abgedrehter, surrealer Roman, dem leider ein Stück weit die Entschlossenheit fehlt
Eines ist „Ramses Müller“ ganz sicher nicht: Ein gewöhnlicher Roman. Schon allein die Tatsache, dass Tex Rubinowitz in seinem Roman auf jegliche Form der Strukturierung, etwa durch eine Einteilung in Kapitel, verzichtet, macht deutlich, dass den Leser bei der Lektüre von „Ramses Müller“ eine Erzählung abseits der breit getretenen Pfade der „Berlin-Literatur“ erwartet. Die Hauptfigur in „Ramses Müller“ ist im Grunde Benjamin von Stuckrad-Barre, allerdings wird weniger von Stuckrad-Barre als vielmehr die gesamte „dekadente Berliner Prominenz und Halbprominenz“ aufs Korn genommen. Dabei kommt niemand der halbwegs „Rang und Namen“ hat zu kurz, Charlotte Roche und Leander Haußmann werden ebenso „ins Lächerliche gezogen“ wie Gregor Gysi oder Norbert Blüm.

Leider ist genau das auch die Schwäche des Romans. Der Roman verfügt über kein klares Konzept, er ist so skurril und surreal, dass der Leser sich an einigen Stellen fragt, was er da jetzt eigentlich genau vor sich hat. Dass Tex Rubinowitz sich nicht auf ein bestimmtes Genre festlegt, ist natürlich legitim und sicher auch nicht der Grund dafür, dass der Roman letztlich nicht ganz überzeugt. Die fehlende Struktur und die häufigen Perspektivwechsel sorgen jedoch dafür, dass es dem Leser äußerst schwer fällt, zwischen Äußerungen der Protagonisten, Kommentaren des Erzählers und Einstreuungen aus Theater, Film und Musik zu unterscheiden – schade, denn so kommt man immer wieder in die Versuchung, den Roman vorzeitig aus der Hand zu legen.

Fazit
„Ramses Müller“ wird allen Freunden von satirischer, surrealer und teilweise sogar obskurer Literatur gefallen. Der Roman bietet immer wieder unglaublich komische Momente, aber leider können diese nicht vollends für die vielen langen und dabei relativ belanglosen Passagen, dessen Sinn nie vollends klar wird, entschädigen. Dennoch: „Ramses Müller“ kann man Freunden von surrealen Werken empfehlen, allerdings sollte man ohne eine bestimmte Erwartungshaltung an den Roman herangehen und sich für die Lektüre durchaus etwas Zeit nehmen. Denn hin und wieder blitzt die Genialität von Tex Rubinowitz dann doch auch in „Ramses Müller“ auf.

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Ein Kommentar to “Ramses Müller”

  1. Tex Rubinowitz schreibt:

    Danke, Herr oder Frau istillreadbooks, beste Rezension des Buchs bisher. Das Argument, dass es surreal und obskur sei, hat mir dabei am besten gefallen, das ist es auch, was ich wollte, alle stringenten Ansätze zertrümmern, nur so zu tun als sei es eine „normale“ Geschichte, eine Suada wie im Fieberwahn ausgekotzt, Abschweifen und Sichverlieren, so wie das leben eben ist.
    Mit freundlichen Grüßen
    Tex Rubinowitz

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