Red Geller: Der Unheimliche mit der Goldmaske

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  • Gesamt
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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Der Unheimliche mit der Goldmaske

Der „Chef“ verbirgt sein Gesicht immer hinter einer Maske aus Gold. Seine Anweisungen gibt er mit elektronisch verzerrter Stimme. Wenn sich seine Leute auf Diebestour in die besten Antiquitätenläden vor Ort  begeben, haben sie ihren Boss nicht von Angesicht zu Angesicht gesehen. Dumm dabei: In einem der Läden hat Randys Mutter früher mal gearbeitet, um einer Freundin einen Gefallen zu tun. Auch dieses Geschäft wird ausgeplündert. Das Schloß-Trio Randy, Turbo und Ela hat nun einen neuen Fall.

Eine Hintergrundinformation

Das Schloß Trio heißt eine zwanzigteilige Jugendbuchreihe, die Helmut Rellergard zwischen 1988 und 1991 unter dem Pseudonym Red Geller für die PELIKAN AG schrieben. PELIKAN ist uns ja als Hersteller von Bürobedarf bekannt. Was die Firma heute ja auch noch macht. Zwischendurch hatte das Unternehmen aber ein Tochterunternehmen, das auch Literatur herausgab. Die Quellenlage ist in dieser Hinsicht nicht nur sehr dürftig, sondern quasi auch nicht existent. Selbst auf dem Internetauftritt ist nichts zu finden; auch hier liegt der Schwerpunkt auf den Schreibgeräten.

Eine Beschreibung des Buches

Das Buch erscheint in demselben Verlag, in dem auch die wesentlich erfolgreichere TKKG-Jugendbuchreihe herausgekommen ist. Augenfällig wird dies im Innenteil des hinteren Buchdeckels. Dort ist Werbung für TKKG enthalten.

Weitere Details offenbaren sich beim Lesen. Die Buchreihe, deren Band 6 hier vorliegt, hat ein eigenes Logo.

Randolph „Randy“ Ritter, Toshikiara „Turbo“ und Michaela „Ela“ Schröder werden gleich am Anfang vorgestellt. Jedem von ihnen steht eine ganze Seite zu, Text und Zeichnung inklusive. Auch im weiteren Verlauf der Handlung gibt es teilweise ganz- bis doppelseitige Zeichnungen, die die Geschichte illustrieren sollen. Wie Tim/Tarzan ist Randy sehr sportlich und kennt sich in Kampfsportarten aus. Michaela ist seine Freundin. Sie hat einen Hund. Bei TKKG würde sie G =  Gaby Glockner entsprechen. Die Besonderheit liegt eher darin, daß Michaelas Vater nicht Polizist, sondern Bauarbeiter ist. Diese Polizisteneigenschaft wurde quasi auf Randys Vater verlagert; Randys Vater ist Wissenschaftler mit Kontakten zum Geheimdienst. Turbo mit seinen Computerkenntnissen würde Karl bei TKKG entsprechen. Karls Vater ist Mathematik-Professor, also Wissenschaftler. Auch die Berufstätigkeit der Mütter von Randy und Tim/Tarzan fehlt nicht.

Das Schloß-Trio und die drei Fragezeichen

Bei genauerem Hinsehen finden sich aber auch offensichtliche Querverbindungen zu den drei Fragezeichen.

Auch wenn es bei dem Schloß-Trio kein ausgesprochenes Lokalkolorit gibt, so lassen sie sich bei genauerem Hinschauen in Bonn verorten. TKK sind in einer namenlosen Großstadt beheimatet, die Fragezeichen im fiktiven Rocky Beach. Spielt die Handlung im Kurfürstlichen Schloß von Bonn? In Schl0ß Gymnich? Keine Ahnung. So genau sind die Angaben dann doch wieder nicht.

Wie Justus Jonas hat Turbo keine Eltern mehr; sie sind verschollen. Turbo lebt in einer Gastfamilie.

In beiden Jugendbuchreihen gibt es einen befreundeten Polizeikommissar, der den Nachwuchsdetektiven mit Rat und Tat hilft.

Die Unterschiede

Turbo ist Ausländer. Er ist aber so gut integriert, daß es in diesem Buch faktisch nicht auffällt.

Am Ende des Buches greift Randys Mutter aktiv in die Handlung ein. Ganz egal, ob es die fünf Freunde von Enid Blyton, TKKG oder die drei Fragezeichen sind – dort schaffen die jungen Detektive die Lösung selbst. Marion Ritter befreit dagegen ihren Sohn Randy aus einer brenzlichen, gefährlichen Situation.

Eine Beurteilung

Die Geschichte bietet gute Unterhaltung für Kinder ab 9 Jahren. Auch wenn eben der Eindruck entstanden sein sollte, so liegt hier keine allzu platte Imitation von TKKG und den drei Fragezeichen vor.

Mißlungen ist in meinen Augen das Ende. Die Einbruchsserie wird zwar aufgeklärt. Dem Leser wird aber das Motiv dafür vorenthalten. Entgegen allen kriminalliterarischen Gepflogenheiten gibt es keinen Erzähler, der die Geschehnisse noch einmal zusammenfaßt, den Täter benennt und das Motiv beschreibt. Dieser Mangel ist für mich deswegen gravieren, weil die Geschichte in der vorliegenden Form nicht wirklich abgeschlossen ist. Ein wesentlicher und interessanter, wenn nicht gar entscheidender und wichtiger Teil fehlt.

Ein Fazit

Betrachtet man das Schloß-Trio im Lichte dieser Faktoren, so ist es nicht weiter verwunderlich, daß die Jugendbuchreihe nicht sonderlich erfolgreich war.

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