Reinhold Brunner: Geschichte der Sparkasse Wartburgkreis

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: „…die dem Armen hilft, das wenige, was er besitzt, zu Rathe zu halten“ Die Geschichte der Sparkasse Wartburgkreis 1822 bis 1897; Stuttgart 1997; 206 Seiten; ISBN: 3-09-303839-1

Die Sparkasse Wartburgkreis ist das älteste, ununterbrochen bestehende Wirtschaftsunternehmen Eisenachs. Als sie im Mai 1822 gegründet wurde, geschah dies nicht primär unter dem Gesichtspunkt, wirtschaftlichen Gewinn zu erzielen. Vielmehr soll den ärmeren Bevölkerungsschichten vor Ort geholfen werden. In den folgenden Jahren kommen Kredite für heimische Gewerbetreibende und die finanzielle Förderung von sozialen und kulturellen Einrichtungen hinzu.

Über den Autoren

Reinhold Brunner ist Jahrgang 1961. Sein Studium der Geschichte schloß er mit der Promotion an der Universität Halle-Wittenberg ab. Seit 1991 leitet er das Stadtarchiv Eisenach. Außerdem ist er auch schon als Buchautor in Erscheinung getreten. Hier hat also ein Fachmann für historische Themen ein Buch geschrieben, das auch hauptberufliche für ihn interessant gewesen sein dürfte.

Die Buchbesprechung

Das hier vorliegende Buch bietet eine gut recherchierte, umfangreiche und detaillierte Beschreibung der Unternehmensgeschichte dieser ostdeutschen kommunalen Einrichtung. Der Ansatz ist eher sachlich – neutral und trotzdem für den interessierten Laien gut verständlich geschrieben. Die Ereignisse werden in chronologischer Reihenfolge geschildert und sind gut bebildert. Zum Glück fehlt die Art von umfangreichem Tabellenteil, die wirtschaftliche Daten wie Gewinn, Entwicklung der Zweigstellen, Führungspersonal und ähnliches vorstellt. Der Textteil verlangt zwar ein konzentriertes Lesen, möchte man die Unternehmensgeschichte kennenlernen, ist aber unter optischen Gesichtspunkten angenehmer.

Das Buch bietet mehr als eine reine Unternehmensgeschichte. Dank der engen Verquickung von Unternehmen und Kommunalpolitik beschreibt das Buch fast schon zwangsläufig auch Eisenacher Stadtgeschichte. Von der Demokratie über die Monarchie bis zur braunen und roten Ideologie ist alles dabei. Dies ist insofern erwähnenswert, weil so für den Leser sichtbar wird, warum die Sparksse welche Entscheidung getroffen hat bzw. treffen mußte.

Wer einen Bezug zu Eisenach hat – weil er beispielsweise von dort kommt und / oder dort lebt, hält auf jeden Fall ein lesenswertes und interessantes Buch in den Händen. Es eignet sich gut für den heimischen Bücherschrank nicht nur des Heimatforschers. Mit der Sparkasse haben ja nicht nur in Eisenach viele Menschen zu tun. Es dürfte sich also auch für Sparkassen aus anderen Teilen Deutschlands lohnen, ihre eigene Unternehmensgeschichte in Buchform vorzustellen.

Das Fazit

Es gibt nicht viele Sparkassen, die ihre Unternehmensgeschichte in Buchform beschrieben haben. Von daher ist es schon löblich, daß hier eine Sparkasse aus dem Osten der Republik sich dieses Unterfangens angenommen hat. Wer es gewohnt ist, Sachbücher zu lesen, wird sicherlich seine Freude daran haben. Zum Glück liegt hier keine Hochglanzwerbung für das kommunale Unternehmen vor.

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