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‘Film, Kunst & Kultur’

Alte Musik und Aufführungspraxis

Alte Musik und Aufführungspraxis: Festschrift für Dieter Gutknecht zum 65. Geburtstag Musik: Forschung und Wissenschaft Band 1
von Dietrich Kämper, Klaus Wolfgang Niemöller,  

Dieter Gutknecht
Prof. Dr. Dieter Gutknecht war Universitätsmusikdirektor der Universität Köln. Seit 1971 leitete er das Collegium musicum, in Vertretung von Dr. Herbert Drux und nach dessen Tod übernahm er das Amt als Universitätsmusikdirektor.

Am 13. Oktober 2008 feierte er seinen 65 Geburtstag in der Aula der Universität. Er war sehr bedeutend für die Universität und machte deren Kultur über die Stadtgrenzen Kölns hinaus weit bekannt.

Die Semesterabschlusskonzerte, Weihnachtskonzerte und viele andere waren stets gut und gern besucht und erfreuten sich großer Beliebtheit. Die gesamte Philosophische Fakultät konnte über 30 Jahre von seiner wissenschaftlichen Kompetenz und seiner musikalischen Exzellenz, sowie menschlichen Herzlichkeit und Wärme profitieren.

Mit seinem 65. Geburtstag ist er zwar von seinem Posten an der Univerität zurückgetreten. Er hat jedoch nicht aufgehört Musik zu machen, sondern schmiedet weiter Pläne für weitere wissenschaftliche Projekte.

Zeitlebens beschäftigte er sich mit alter Musik und ihrer Aufführungspraxis. Diese Themen wurden auch in vorliegendem Werk aufgegriffen. “Untersuchungen zur Melodik des Hugenottenpsalters” ist der Titel seiner Dissertationsschrift. Diese wurde 1972 als 67. Band der Kölner Beiträge zur Musikforschung herausgegeben.

Er untersucht darin den Psalmengesang der reformierten Kirche im 16. Jahrhundert. Bereits 1992 habilitierte er sich mit der Schrift “Studien zur Geschichte der Aufführungsprxis Alter Musik”. Dies ist eine Standardwerk geworden.

Inhalt und Aufbau
Fragen zur Musik der Epoche vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert und Studien über die Forschungen der Aufführungspraxis werden von verschiedenen Autoren und Wissenschaftlern dargestellt.

Im Vorwort wird kurz das Leben und Werk von Dieter Gutknecht beschrieben. Dem folgen 21 exemplarische Artikel um sich dem oben genannten Themen zu nähern. Die Auswahl erfolgte von den Autoren, so dass sich eine Vielzahl an zum Teil auch exotischen Herangehensweisen ergab.

Es gibt Kapitel zum vogtländischen Geigenbau im Spiegel erhaltener Instrumente der Stiftung Kloster Michelstein andereseits auch “Alte Musik auf Java: der gamelan carabalèn”. Ein anderer Beitrag befasst sich mit der Zauberflöte.

Es wird untersucht ob der klassiche italitenische Kunstgesang als Ideal für die historische Aufführungspraxis gelten kann. Zur Klangfarbentrennung durch Vibrato äußert sich Christoph Reuter in seinem Artikel. Barbara Schwnedowius gibt ihre Erfahrungen mit der Hugenotten-Musik wieder.

Fazit
Es handelt sich um ein spezielles Buch für eine ausgewählte Leserschaft. Musiker und Musikwissenschaftler, die sich alter Musik widmen erhalten hier tiefgründige Informationen und Forschungsergebnisse ebenfalls zu Fragen der musikalischen Aufführungspraxis.

Es werden spezifische Probleme der physiologischen und physikalischen Klangerzeugung beleuchtet.

Loriot: Bitte sagen Sie jetzt nichts…

Bitte sagen Sie jetzt nichts…Gespräche von Loriot

Am 22.August verstarb Vicco von Bülow, allseits besser bekannt als Loriot. Vicco von Bülow, ein wie er selbst sagt alter Preuße, hat den deutschen Humor der Nachkriegszeit geprägt, das steht außer Frage. Sei es durch zahlreiche Sketche, die wohl jeder Deutsche kennt (zum Beispiel Lottogewinner Erwin Lindemann oder die Nudel, um nur einige zu nennen), sei es durch Cartoons (Männer im Bad, „Ja, wo laufen sie denn“ auf der Pferderennbahn). Mit seinen Filmen Ödipussi oder Pappa Ante Portas, bei deren Regie er bereits im Rentenalter war. Oder sei es mit Knollenmännchen oder Wum und Wendelin, die über Jahre im ZDF in der legendären TV-Sendung „Der Große Preis“ mit Wim Thoelke eine große Rolle spielten und zu Millionen in die Wohnzimmer kamen. Und natürlich auch mit zahlreichen Zeichnungen, mit denen in den 50’ern alles begann, als Loriot Möpse zeichnete, die sich wie Menschen benahmen, und Beschwerden von „klugen Menschen“ ihm seinen Job beim Stern kosteten, weil er den Menschen nicht als Krönung der Schöpfung zeigte.

Im Diogenes-Verlag sind bereits kurz nach Loriots Tod gesammelte Interviews von Vicco von Bülow erschienen, unter dem Titel „Gespräche“. Die Veröffentlichung wurde vorgezogen. Vier Jahrzehnte umfasst dieses lesenswerte Buch. Es beginnt mit einem 1968 geführten Gespräch mit der Neuen Ruhr Zeitung und endet 2009 mit einem Stern-Interview. 15 Interviews und zwei Fragebögen bietet „Gespräche“, darunter auch TV-Interviews, die aufgeschrieben wurden.

Wie es im Klappentext heißt: „Die besten Gespräche sind nun zum ersten Mal in einem Buch versammelt. Ganz gleich wie die Fragen lauten, ob ernst oder unfreiwillig komisch, enigmatisch oder sehr direkt – immer antwortet Loriot in unnachahmlicher Art und Weise.“ – Besser kann man es an dieser Stelle nicht ausdrücken. Die Antworten auf die Fragen der Interviewer sind klug, hintersinnig, nie zynisch oder sarkastisch. Es werden auch Themen wie Politik, Krieg, Tod oder Religion angesprochen. Die Ernsthaftigkeit wird immer schnell von witzigen Sätzen abgelöst, auf eine lockere und fröhliche Art. Sei es, dass Loriot nach der Erklärung, dass ein Diktiergerät 12 Stunden aufnehmen kann, von nun an schweigen will. Sei es, dass er einen Witz erzählt, obwohl er so etwas eigentlich nicht kann (Was heißt Shalom übersetzt? Friede. Und El Shalom? Elfriede.) Es gäbe unzählige weitere Beispiele, doch der Spaß an den Gesprächen soll an dieser Stelle nicht gemindert werden.

Fazit:

Dieses Buch ist ein Muss für Fans von Loriot, die den großen Mann des deutschen Humors schätzen gelernt haben. Es ist im eigentlichen Sinne natürlich kein Witze-Buch. Da gibt es andere Veröffentlichungen oder auch DVDs mit den oben erwähnten Sketchen und Filmen. „Gespräche“ ist eine dicke Empfehlung.

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