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‘Krimis & Thriller’

Fire and Ice

Fire and Ice von Dana Stabenow

Dana Stabenow ist eine amerikanische Autorin, die schon Science Fiction und Mystery Bücher, aber auch geschrieben hat. Viele ihrer Bücher spielen in ihrer Heimat Alaska. Nach ihrem Abschluss in Journalismus beschloss sie ihr Glück als Autorin zu versuchen. Ihre berühmtesten Buchreihen sind die Kate Shugak Reihe und die Liam Campbell Reihe, in der „Fire and Ice“ das erste Buch ist.

Inhalt:

State Trooper Liam Campbell wird nach einem Vorfall, bei dem eine Familie in einem Schneesturm starb, degradiert und nach Newenham and der Bristol Bay strafversetzt. Kaum ist er aus dem Flugzeug gestiegen, wird er schon mit einem Mord konfrontiert.

Bob DeCreft wurde der Kopf vom Propeller eines kleinen Flugzeuges zerfetzt und schon bald stellt Liam fest, dass es sich nicht um einen Unfall sondern um Mord handelt. Die Sache wird auch nicht besser, als seine verloren Liebe, die Buschpilotin Wyanet Chouinard, in den Kreis der Verdächtigen rückt.

Wy und Bob haben für Cecil Wolfe aus ihrem Flugzeug nach Hering gesucht, aber niemand hat eine Ahnung, warum Bob umgebracht wurde. An seinem ersten Tag muss Liam sich auch noch mit einer Schießerei rumschlagen, die nicht die einzige bleibt. Ihm bleibt noch nicht einmal die Zeit seine Uniform zu bügeln, da er auch noch keine Unterkunft gefunden hat.

Hängen die Dinge, die in Newenham passieren alle zusammen und ist Liam in der Lage die Zusammenhänge zu entdecken?

Fazit:

„Fire and Ice“ ist das zweite Buch von Dana Stabenow, das ich gelesen habe und ich bin auch von diesem begeistert. Liam Campbell geht voll in seinem Job auf, doch er hat auch an vielen Problemen zu knabbern, die ihn belasten. Auch die anderen Charaktere in diesem Buch sind gut gestaltet und ein Paar bringen echten Witz in die Handlung. Da wäre zum Beispiel der Schamane/ Tai Chi Lehrer Moses oder auch Bill, die Barbesitzerin/ Magistrat von Newenham.

Die Handlung ist wirklich clever und mir hat gefallen, dass irgendwie alles zusammen hängt. In der Wildnis von Alaska, wo nur wenig Menschen leben, kennt anscheinend jeder jeden und das macht Mordermittlungen umso spannender.

Die Beziehungen der einzelnen Personen untereinander und wie sie aufeinander reagieren trägt auch viel zu der Stimmung und der Spannung des Buches bei, aber ab und an muss man doch Schmunzeln, auch wenn es sich bei dem Buch um einen Krimi handelt.

Ich finde „Fire and Ice“ ist ein guter Start für die Liam Campbell Reihe, da das Buch die vorkommenden Charaktere gut vorstellt und einen Einblick in das Städtchen Newenham gibt. Ein interessanter Krimi an einem interessanten Ort.

Mondscheinmorde

Mondscheinmorde von

Vorbemerkung

Das Buch beinhaltet 3 von je rund 100 Seiten mit folgenden Titeln:

a) See der Träume

b) Vollmond

c) Schneeblind

Inhalt

a) In “See der Träume” nimmt sich die Fassadenmalerin Thea eine Auszeit am familieneigenen Haus am See, da sie seit einigen Wochen von erotisch-gefährlichen Träumen geplagt wird, an deren Ende ein geheimnisvoller Mann sie stets umbringt bzw. ertränkt. Kaum dort angekommen, winkt ihr von weitem ein Mann zu und kommt sie begrüßen, da er eine Hütte in der Nähe gemietet hat. Thea fühlt sich gleichzeitig bedroht und von ihm angezogen. Kann sie ihm trauen oder wird er sie wie in ihren Träumen umbringen?

b) In “Vollmond” muß Sherrif Jackson Brody in einer Vollmondnacht wieder einmal viele Fälle lösen, wie immer bei Vollmond. Nach einem Einsatz wird er gleich zu einem weiteren Verdachtsfall geschickt, nämlich zu einer abgelegenen Hütte der örtlichen “Hexe” Lilah, einer jungen Frau, die die Gabe hat, die Aura der Menschen zu erkennen und auch natürliche Kräuter zu Medizin verarbeitet und verkauft. Jackson, der neu in der Stadt ist, kennt die Frau noch nicht und fühlt sich von ihr angezogen. Auch sie fühlt sich zu ihm hingezogen und weiß aufgrund ihrer Gabe auch, daß er ihr Liebhaber werden wird. Kommen die beiden komplett unterschiedlichen Charaktere zusammen oder passen die beiden trotz der körperlichen Anziehung nicht zueinander und müssen sich trennen?

c) In “Schneeblind” wohnt die junge Witwe Hope Bradschaw in einer Ferienanlage in den Bergen. Ihr Vater ist gerade im Urlaub, als bei einem starken Schneesturm plötzlich ein Fremder (Price Tanner) an ihre Tür kommt und dort vor Erschöpfung und Kälte zusammenbricht. Hope pflegt ihn gesund, hört dann aber, als der Strom wiederkommt, daß Sträflinge ausgebrochen sind und fragt sich, ob der Unbekannte, mit dem sie komplett allein ist, gefährlich ist. Da kommt ein zweiter Mann, der behauptet, Polizist zu sein und Price ein Verbrecher. Wem kann Hope trauen – einer von beiden lügt…

Fazit

Insgesamt lesen sich alle drei Romane sehr flüssig, aber wenig interessant oder spannend. Die 100 Seiten wirken zwar recht viel für eine Kurzgeschichte, sind aber de fakto nicht sehr lang, da die Schrift groß ist und der Zeilenabstand ebenso. Auf dem Buchcover steht zwar von Seiten des deutschen Verlages, daß es sich um eine deutsche Erstveröffentlichung handelt, s0 daß Leser bzw. Fans der Autorin schnell zugreifen, aber innen wird klar, daß die englischen Originale frühere Werke der Autorin (zwischen 1995 und 1999 geschrieben) sind, die nur deshalb auf Deutsch hinterher veröffentlicht werden, um den Hype (und die Umsätze) um die Autorin zu nutzen. Auch der Titel des Buches “Mondscheinmorde” hat mit dem eigentlichen Inhalt der Geschichten nichts zu tun. Lohnenswert ist die Ausgabe für das Buch nicht wirklich.

Der Augensammler

Der Augensammler von Sebastian Fitzek

Er spielt das älteste Spiel der Welt: Verstecken.

Er spielt es mit deinen Kindern.

Er gibt dir 45 Stunden, sie zu finden.

Doch deine Suche wird ewig dauern.


Ein grauenhafter Albtraum…

Jedes Spiel des Augensammlers beginnt gleich: Ein Familienvater kommt nach Hause und findet dabei die Leiche seiner Frau. In ihrer Hand eine Stoppuhr, die langsam aber beständig von 45 Stunden abläuft. Was er nicht findet – sein Kind. Die Stoppuhr gibt ihm die Zeit vor, bis er sein Kind gefunden haben muss, sonst stirbt es in seinem Versteck. In einer Großstadt wie Berlin quasi unmöglich…

Alexander Zorbach ist ehemaliger Polizist und Report einer Berliner Tageszeitung. Ein Zwischenfall während seines Polizeidienstes macht ihm noch heute psychische Probleme, was seine Ehe, die kurz vor dem Aus steht, sehr belastet. Deswegen stürzt er sich in die Arbeit alles über den Fall des Augensammlers herauszufinden, denn auch er hat einen kleinen Sohn im Alter der vermissten bzw. ermordeten Kinder. Als ihn eines Tages die blinde Alina Gregoriev (eine Physiotherapeutin) in seinem Rückzugsort, mit der Begründung er habe sie dorthin bestellt, aufsucht und ihm berichtet, sie hätte den Augensammler in Behandlung und dabei Visionen über die Kinder gehabt, gerät die Sache allmählich aus dem Ruder – Zorbach wird vom Jäger zum Gejagten…

Der sechste Fitzek versprach gut zu werden. Ansprechender Klappentext, interessante Story – aber was ist drin? Auf 442 Seiten wird alles im Kleinsten dokumentiert, jede Bewegung, jeder Gedanke, jedes fallende Staubkorn – was gleichermaßen positive wie negative Aspekte hat. Die wiederkehrenden inneren Monologe Zorbachs wirken ermüdend, lassen die Handlung nur schleppend vorwärts kommen. Selbst ich als eingefleischter Fitzek-Fan musste das Buch mehrmals zur Seite legen. Auch inhaltlich kam mir etwas ungewöhnlich bekannt vor: E-Mail vom Täter an die Journalisten? Ähnlich dem Briefverkehr eines Serienmörders mit der Polizei in den USA der 70er Jahre.

Trotzdem hat die Story diverse Gänsehaut-Momente. Die Ich-Erzählung aus Sicht Zorbachs lässt den Leser in das Geschehen selbst einsteigen, weckt Emotionen, Ängst und lässt das Herz spürbar schneller schlagen. Auch der Überlebenskampf der Kinder wird thematisiert und beschrieben – es ist, als würde man selbst versuchen zu fliehen oder nur die Luft anhalten.

Fazit

Als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand hielt, war ich sehr glücklich – endlich ein neuer Psychothriller meines Lieblingsautors! Aber scheinbar kann man an ein Buch auch zu hohe Erwartungen haben. Ich fing an zu lesen, legte es schnell wieder weg, fing wieder an… Anders als bei seinen vorherigen Werken ist dieser Fitzek leider nicht so gelungen. Es fehlt das Krankhafte, was einem im “Seelenbrecher” fesselt und die Tragödie, die die Therapie” so einzigartig macht.

Natürlich gibt es einen Showdown, aber sonst ist das Buch für so einen genialen Autor dürftig – bleiben wir gespannt auf sein neustes Werk!

Wenn er kommt, dann laufen wir

: Wenn er kommt, dann laufen wir

Gibt es “das Böse”? Jeff schreibt darüber einen Schulaufsatz und er kann eigene Erfahrungen einbringen. Ein für Jugendliche zu einem ernsten Thema.

Inhalt

Die Familie hatte sich in dem kleinen langweiligen Küstenstädtchen Pineville in New Jersey ein neues Leben aufgebaut. Die Eltern waren beliebt, Jeff, ihr jüngerer Sohn, spielte in der Schulmannschaft Fußball und hatte seit kurzem sogar eine feste Freundin. Plötzlich steht alles wieder auf der Kippe, die Vergangenheit holt sie ein. Niemand hatte damit gerechnet, dass Troy, Jeffs älterer Bruder, vorzeitig – nach nur fünf jahren – aus der Haft entlassen würde, hatte er doch lebenslänglich für den Mord an einem Kind abzusitzen. Aber nun fahren die Eltern los und holen ihn ab. Er wird wieder bei ihnen einziehen, die Eltern wollen ihm noch einmal eine Chance geben, glauben an seine Läuterung. Jeff sieht das ganz anders. Er meint seinen Bruder Troy zu kennen und fürchtet ihn, hält ihn für fähig, alles nur erdenklich Böse zu tun.

Und so geht es auch gleich los mit den Problemen. Jeff erzählt seiner Freundin Beth von seinem Bruder und deren Vater verbietet ihr daraufhin kategorisch jeden weiteren Umgang mit Jeff. Auch einem möglichen Arbeitgeber müssen die Eltern die Wahrheit sagen, doch Troy kann trotzdem bei Walt im größten Laden am Ort als Aushilfe anfangen. Niemand sonst weiß, wer Troy wirklich ist. Auch Smitty nicht, der Sohn von Walt, Mannschaftskamerad und bester Freund von Jeff. Jeff kann sich nicht entscheiden, ob er es ihm erzählen soll und lässt es dann lieber bleiben. Troy hält sich gut, er arbeitet hart, spart und liest viel in der Freizeit. Trotzdem wird Jeff seine Vorahnungen nicht los. Als es zu einem Gerangel zwischen Jeff und “Freibeuter Fraser”, dem Star der Schule und der Mannschaft kommt, greift Troy rabiat ein. Tags drauf ist Fraser verschwunden, die Suche der Polizei bleibt ergebnislos. Troy ist nicht nachzuweisen, dass er etwas damit zu tun hat und als herauskommt, dass Fraser auch keine blürtenweiße Weste hat, ist Troy aus dem Schneider.

Ein Ausflug der Brüder nach Las Vegas endet in einem Fiasko, obwohl man merkt, dass beide durchaus trotz allem Gefühle füreinander haben, ist ihre Art das Leben zu sehen, zu unterschiedlich. Jeff befasst sich viel mit “Gut und Böse”, liest Machiavelli und Sun Zi und auch ein aus dem Ruder gelaufener “Scherz” an der Schule gibt ihm viel Stoff zum Nachdenken. Troy nimmt sich, was er braucht, ist zwar hochintelligent, aber skrupellos. Das zeigt sich noch ein weiteres Mal, Jeff hatte es geahnt. Auch dieser letzte Vorfall, bevor Troy wieder verschwindet, endet mit einem Toten. Ein letztes Mal treffen sich die Brüder und fechten es aus.

Das Leben in Pineville wird weitergehen, die Familie wird bleiben, aber nichts ist mehr, wie es war.

Fazit

In wie weit sind wir Opfer oder Täter in unserem eigenen Leben, gibt es das Böse aus sich heraus? Ein ungemein spannendes Jugendbuch, dass so ganz nebenbei einige Fragen aufwirft, die nachdenkenswert sind.

Die leere Kiste

Die leere Kiste von

Inhalt

Amerika in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts: Leonidas Witherall ist ein pensionierter Lehrer, der in seiner Freizeit nicht nur gern Krimis schreibt, sondern auch immer wieder in Kriminalfälle verwickelt wird.

Eines Tages kommt er von einem Schulausflug zurück, an dem er sich ehrenamtlich engagiert hat. Er hat ein schlechtes Gewissen, weil es sich um einen traditionellen Ausflug handelt, an dem Generäle von den Schülern mit Eiern beworfen wurden. Nun werden er und seine Schulklasse gesucht, gleichzeitig fehlt einer der Schüler und Leonidas überlegt, wo er ein Alibi herbekommen könnte.

Zu Hause angekommen, findet er in seinem Bett eine Blondine gefesselt vor. Noch bevor er sie befragen kann, ist sie verschwunden.  Außerdem haben sich mittlerweile Dutzende Telegramme in seinem Haus angesammelt, die für ihn alle keinen Sinn machen, dennoch geht er zu dem dort genannten Treffpunkt, wo er “George” treffen soll. 

Die Blondine ist in der Zwischenzeit verschwunden, ohne daß er sie befragen kann, in seiner Bibliothek ist der Safe aufgebrochen, er ist noch immer ohne Leumundszeuge und auch am Treffpunkt, zu dem man ihn hinzitiert hat, findet er eine merkwürdige Situation vor.

In einer Limousine findet er den reichen Woodrow Yerkes ermordet vor. Eine Frau, die er von früher kennt, spricht ihn an, sie hat die Limousine auch gefunden und ein Kästchen mit Obligationen in großem Wert sichergestellt, die für einen guten Zweck gesammelt worden waren.

Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem Mörder, nach George und geraten in immer merkwürdigere Situationen.  Leonidas leitet dann stets mit seiner ihm eigenen Logik ab, was nun die nächsten Schritte sein müssen.

Über die Autorin

Der Roman spielt nich nur im Amerika der 40er Jahre, sondern ist auch tatsächlich 1941 von der Autorin (1909-1976) geschrieben. Entsprechend unterscheidet sich der Schreibstil deutlich von heutigen Krimiautoren. Der hier vorliegende Krimi ist der erste aus ihrer “Leonidas-Witherall”-Reihe (Originaltitel: The Hollow Chest), die sehr erfolgreich war.

Fazit

Aus heutiger Sicht und für Leser, die eher Autoren wie Dan Brown, oder andere gewöhnt sind, ist der Roman sehr schwer lesbar. Der Stil ist am ehesten noch mit Dostojewski vergleichbar – die Handlung von wenigen Stunden wird auf vielen Seiten in epischer Breite dargestellt, was es für heutige Leser oft sehr mühsam macht. Da auch wenig wirkliche “Action” passiert, ist der Roman eher für Leser empfehlenswert, die sich für die damalige Zeit interessieren oder für die Autorin.

Positiv anzumerken ist, daß der Verlag auch solchen älteren Autoren und Werken die Chance gibt, heute noch als neue Ausgaben verkauft zu werden, auch wenn die Qualität des Einbands leider so schlecht ist, daß er auch bei vorsichtigem Lesen auseinanderfällt.

Daher nur bedingt empfehlenswert für eine besondere Zielgruppe.

The burning wire

The burning wire von Jeffery Deaver

Der neueste Roman aus der Lincoln-Ryhme Serie

Lincoln Rhyme, der querschnittsgelähmte ehemalige New Yorker Polizei-Forensikchef und nunmehr häufig hinzugezogener privater Berater, ist diesmal mit einer völlig neuen Art von Verbrechen konfrontiert: Jemand hält die Stadt New York durch Attentate mit Strom in Atem! Eine völlig neue Materie, auch für seine Lebensgefährtin und Kollegin Amanda Sachs und das ganze Team, das sehr verunsichert ist, da sie den Feind – den Strom – nicht sehen können. Nachdem ein erster Anschlag auf einen Bus verübt wurde, bei dem aber “nur” ein Mensch ums Leben kommt, steigert sich mit jedem Attentat die Zahl der Todesopfer, und jedesmal kommt das Team einen winzigen Augenblick zu spät oder wird auf eine falsche Fährte gelockt. Schon bald gibt es Erpressungsschreiben, die sich an den Stromversorger der Stadt wenden, jedoch unerfüllbar sind. Damit arbeiten auch die Top-Mitarbeiter und die Chefin des Energieversorgers an der Lösung mit und geben wertvolle Tips. Dennoch gerät Amanda Sachs und ihr Team immer wieder in Lebensgefahr, und nun stehen Chaos, Plünderung und riesige wirtschaftliche Schäden bevor, wenn der Attentäter seine Drohung wahrmacht und die gesamte Elektrizitätsversorgung New Yorks und weiterer Gebiete kappt…

Parallel ist Rhyme mit seinem Langzeit-Feind, dem Uhrmacher, beschäftigt, der in Mexiko überführt werden soll. Aber irgendetwas stimmt an der ganzen Szenerie nicht und Rhyme bedauert zum wiederholten Male, daß er nicht selbst vor Ort sein kann.

Ein spannendes Buch, aber leider mit vielen , zum Teil inhaltsverstellenden, Fehlern:

Es häufen sich in diesem Buch – wohlgemerkt in der amerikanischen Orginalversion – sowohl Rechtschreibfehler als auch inhaltliche Fehler, nachfolgend nur ein Beispiel:

Seite 103: Name einer Hauptperson falsch (Andi Jensen statt Jessen), S. 220 “My food slipped” (richtig wäre “my foot ..”), S. 386: “Conradt told BIC – BIC ist gar keine Person, sondern ein Akronym, über das zwei Polizisten, Barbara, Conradt sprechen. Richtig müßte es heißen “Conradt told Barbara”

Stärken und Schwächen, Besonderheiten der Reihe um Lincoln Rhyme:

  1. Die Tabellen mit den Indizien/Fallbeschreibungen am Ende jedes Kapitels sind Lincoln-Rhyme-typisch, hemmen jedoch den Lesefluß
  2. Wie immer gibt es ein überraschendes Ende, das für Lincoln Rhyme logisch ist, das der Leser jedoch selbst bei fleißigstem Verfolgen der Story-Boards nicht herausfinden kann.
  3. Die Geschichte weist interessante Weiterentwicklungen der Charaktere Lincoln, Amanda, aber auch Pulaski und anderen, meist in den Rhyme-Romanen vorkommenden Personen, auf
  4. Am Ende enthält das Buch zwei Seiten mit einem ”About the Author”, das auch mit einem interessanten neuen Hinweis aufwartet, nämlich, daß der Autor Deaver gegenwärtig seine beiden Erfolgsserien “Lincoly Rhyme” und “Kathryn Dance” abwechselnd schreibe – in den geraden Jahren ersteren, in ungeraden letzteres. Aufgrund der o.g. Ungereimtheiten bzw. Fehler könnte man sich jedoch fragen, ob es aus inhaltlicher Sicht sinnvoll ist, dermaßen am Fließband zu schreiben, da die Qualität leidet. Dennoch ist die Vorgehensweise auch verständlich, denn die Romane sind so spannend geschrieben, daß der Leser eine möglichst kurze Wartezeit auf den Roman erwartet – und der Verlag und der Autor verständlicherweise möglichst viel verkaufen wollen. Dennoch sollte es machbar sein seitens des Verlages, ein genaueres Lektorat durchzuführen.

Fazit

Das Verknüpfen verschiedener anderer Charaktere aus Deavers anderen Romanen (diesmal z.B. wieder der Graphologe Kinkaid, aber auch der “Lieblingsgegenspieler” Rhymes, der Uhrenmacher) lassen die Geschichte sehr überzeugend und lebensnah wirken, der Leser wird förmlich in die Handlung und die Personen eingesogen. Positiv ist darüber hinaus, daß der Leser diese anderen Romane nicht gelesen haben muß, um die Geschichte zu verstehen; das Lesevergnügen steigert sich jedoch sehr, wenn er diese kennt und damit einen mentalen Abschweifer in diese Charaktere machen kann.

Wie immer von Deaver ein absoluter Pageturner mit einem interessanten Setting und überzeugenden Charakteren. Absolut empfehlenswert trotz der genannten Schwächen!

Lass die Toten ruhen

Malla Nunn: Lass die Toten ruhen

Der zweite Kriminalroman der südafrikanischen Autorin, der wieder in den 50er Jahren spielt, der Zeit, als die Regierung und sie führende Clique des Landes die Apartheid gesetzlich verankerten und im Leben der Menschen gnadenlos durchsetzten.

Inhalt

Emmanuel Cooper lebt jetzt in Durban, nicht mehr in Johannesburg, er ist nach seinem Zusammentreffen mit dem Security Branch Südafrikas, dem gefürchteten Binnengeheimdienst, auch kein Detective Sergeant mehr, er ist überhaupt nicht mehr Polizist und, was noch viel schlimmer ist, er gilt nicht mal mehr als Weißer. Er wurde rassisch neu eingestuft und gilt jetzt als Mischling. Er hat seinen Einsatz für eine Gerechtigkeit jenseits von Politik und Hautfarbe damals in Jacob’s Rest bitter bezahlt. Nun lebt er in einem möblierten Zimmer in einer Pension, arbeitet tags körperlich hart in einer Werft und nachts undercover für seinen ehemaligen Boss van Niekerk. Er soll Polizisten bei unsauberen Geschäften beobachten, Fakten für Korruptionsanklagen sammeln, und nie, nie – gibt ihm van Niekerk mit auf den Weg – niemals bei irgendetwas eingreifen. Doch genau das gelingt dem engagierten Polizisten nicht. Als in den Docks die Leiche eine 10jährigen weißen Jungen mit durchgeschnittener Kehle gefunden wird und in der Nähe zwei in diesem Fall unschuldige junge Inder auftauchen, greift er ein. Cooper findet das Notizbuch des Jungen, der für viele in den Docks, Arbeiter, Kleinkriminelle, Huren und große Gauner, kleine Aufträge und Besorgungen erledigte. Dafür hatte er das Notizbuch, das er kurz vor seinem Tod verschwinden lassen wollte. Cooper findet es und versteckt es zu Hause. Als er kommt und es holen will, findet er die Leichen seiner Vermieterin und des Hausmädchens und läuft in die Falle der Polizei. Ihm will man den Dreifachmord anhängen.

Doch während der Vernehmung holt ihn van Niekerk heraus. Dass sein Chef Ambitionen hat und Verbindungen wusste Cooper, aber sogar Verbindungen, die ihm erlauben, einen mutmaßlichen Mörder aus dem Knast zu holen? Cooper staunt. Aber van Niekerk ist nicht menschenfreundlich. Er stellt Cooper ein Ultimatum. Nur 48 Stunden hat er Zeit, den wirklichen Mörder zu finden. Cooper ermittelt, fängt einen aus dem Gefängnis geflohenen Kriminellen wieder ein, der aber nicht der Mörder war, unterhält sich mit dem undurchsichtigen indischen Paten Mr. Khan, trifft einen reichen Schwarzen, der immer einen Overall im Kofferraum hat, um sich in seinen eigenen Angestellten verwandeln zu können, hilft einem schwerkranken Russen und seiner hochschwangeren Frau, lässt sich von van Niekerks Geliebter mit erstaunlichen Talenten unterstützen, wird gejagt und beschossen – und die Zeitl äuft ihm davon. Als er die Geschehnisse durchschaut, muss er erkennen, dass die drei Ermordeten eigentlich nur Kollateralschäden waren, etwas, was Cooper nur schwer erträgt. Aber seine Haut hat er immerhin gerettet, vielleicht kann er auch wieder “Weißer” und Polizist werden.

Fazit

Zwar gibt es einige logische Schwachstellen in diesem Roman, besonders gegen Ende ein paar Zufälle zu viel, aber trotzdem gibt auch dieser Krimi wieder einen guten Einblick in die leicht paranoide Welt eines rassistischen Unrechtsstaates. Die Geschichte ist extrem spannend erzählt und man folgt Cooper gern bei seinen Ermittlungen quer durch die Gesellschaftsschichten und “Farbwelten” Südafrikas der 50er Jahre.

Feuer in Eden

Feuer in Eden von

Lara Mallory hat sich in Eden Pass als Ärztin niedergelassen, da kein Krankenhaus trotz ihrer Qualifikation sie einstellen will. Vor einigen Jahren hatte es einen Skandal gegeben, in dem sie als Ehebrecherin ihres Politiker-Ehemannes gebrandmarkt wurde. Ihr Mann hat sich inzwischen das Leben genommen, hatte ihr jedoch die alte Praxis des Arztes seiner Heimatstadt, Eden Pass, vermacht. Dorthin zieht Lara nun, obwohl die gesamte Familie ihres verstorbenen Mannes gegen sie ist und gegen sie intrigiert, aber sie hat einen Plan…

Eines Nachts kommt ein junger Mann – Key –  zu ihr in die Praxis, der offensichtlich angeschossen wurde, dies jedoch auf keinen Fall melden oder in einem Krankenhaus behandeln lassen will. Da er nicht weiß, daß sich der alte Arzt mittlerweile zur Ruhe gesetzt hat, ist er sehr überrascht, Lara anzutreffen, die ihn behandelt, ohne zu wissen, daß sie die Frau seines verstorbenen Bruders ist. Auch sie erfährt erst am nächsten Tag, wen sie behandelt hat. Zwischen beiden entwickelt sich eine Art Haßliebe mit viel Leidenschaft, die beide jedoch versuchen zu unterdrücken. Key ist nur vorübergehend in Eden Pass, in der seiner Familie die größte Firma des Ortes – Tacket Oil - gehört; er arbeitet als Pilot und ist auf Bitten seiner Schwester Janellen zurückgekommen, da es seiner Mutter, die den Konzern leitet, nicht gut geht.

Laras Praxis läuft nicht gut, da Keys Mutter allen Menschen am Ort gedroht hat, sie sollen sie meiden. Aufgrund der Tatsache, daß die meisten Einwohner direkt oder indirekt von Tacket Oil abhängig sind. Als eines Tages ein kleines Mädchen im Auto der Eltern einen Unfall hat und ihr fast der Arm abgerissen wird, sorgt Lara für die Erstversorgung und  muß dann durch einen Zufall die Hilfe Keys in Anspruch nehmen, der alle mit einem Flugzeug ins nächste Krankenhaus fliegt. Dadurch kommen sich Lara und Key näher, aber er mißtraut ihr sehr, weil sie seinen Bruder betrogen hat.

Dennoch schafft Lara es mit einem Trick, Key dazu zu bringen, sie nach “Montesangrines” (ein Phantasiestaat in Mittelamerika) zu bringen, ein Land, in dem Lara mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter als Botschafter gesendet worden war und in dem beide umgekommen sind. Sie möchte den Tod ihrer kleinen Tochter nachvollziehen – sie war damals schwerverletzt ausgeflogen worden – und ihre sterblichen Überreste in die USA bringen. Sie geraten in einen Hinterhalt mit überraschenden Wendungen…

Zurück in den USA packt Lara schließlich die Koffer in Eden Pass, zu stark ist der negative Einfluß ihrer ehemaligen Schwiegermutter, als eine Katastrophe passiert, bei der sie gebraucht wird und bei der sich zeigt, welche Menschen wirklich auf ihrer Seite stehen und was damals wirklich passiert ist…

Fazit

Ein super spannender Roman, der sich trotz seiner weit über 500 Seiten sehr flüssig und schnell liest. Die Charaktere sind gut dargestellt und sehr glaubwürdig; neben der oben dargestellten Haupthandlung gibt es zahlreiche, ebenfalls sehr interessant dargestellte, Nebenhandlungen und -personen, deren Schicksal ebenfalls nahe geht!

Ein sehr empfehlenswertes Buch in guter Übersetzung.

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