‘Nachschlagewerke’
Raimund Stecker / Claudia Thümler: Georg Hornemann
Das Buch ist 2012 im Distanz-Verlag aus Berlin herausgekommen. Es ist genau 200 Seiten dick.
Ein paar Worte zum Verlag
Auf seiner Startseite im Internet beschreibt sich der Verlag als einen Verlag, der mit “führenden Museen und Institutionen zusammenarbeitet”. Christian Boros und Ute Grosenik sind die Leiter des Verlages. Er veröffentlicht nach eigenen Angaben Bücher und Ausstellungskataloge zur Bildenden Kunst, Architektur, Design, Mode und Fotographie des 20. und 21. Jahrhunderts. Zusammen mit renommierten Herausgebern und Autoren erstellt er auch Anthologien und Künstlermonographien zu aktuellen Fragen von Kunst und Kultur, wie er es selbst formuliert.
Die Inhaltsangabe
Hier liegt ein Ausstellungskatalog vor. Er erscheint aus Anlaß der Ausstellung “Georg Hornemann Objets d`Art Ring zur SKulptur”, die vom 10. Februar bis 11. März 2012 im Lehmbruck-Museum zu sehen ist.
Sehenswert ist allein die Gestaltung des Buchcovers. Die eigentlichen Buchdeckel sind komplett in schwarz gehalten. Auf dem vorderen Buchdeckel prangt oben der Name “Georg Hornemann”, unten das Wort “Distanz”, jeweils in goldenen Buchstaben.
Doch damit nicht genug. Eingehüllt ist das Buch in eine kräftige, feste Schutzhülle aus Papier. Auf der Vorderseite stehen die Namen “Georg Hornemann” und “LehmbruckMuseum” oben, auch wieder in goldenen Buchstaben. Darunter ist ein tanzendes Skelett zu sehen. Draufgeklebt? Draufgedruckt? Sicher ist nur: Dieses Motiv ist ein Hingucker und das nicht nur wegen des glänzenden Materials. Das Wort “Distanz” darunter kann man als Leser leicht überseehen, was auch an der geringen Schriftgröße und dem dunklen Grauton liegt.
Statt einer Inhaltsangabe zeigt die hintere Schutzhülle einen gedruckten Ring, bei dem sich zwei Echsen an der Nase berühren.
Das Buch
Inhaltlich ist der Ausstellungskatalog zweigeteilt.
Da gibt es die weißen Seiten. Sie machen den überwiegenden Teil des Ausstellungskataloges aus. In Form von Zeichnungen und Fotographien werden die Goldschmiedearbeiten Hornemanns vorgestellt. Wie der Titel der Ausstellung es ahnen läßt, sind es künstlerisch hochwertig gestaltete Ringe, die hier gezeigt werden. Tier- und Blumenmotive sind ein bevorzugtes Gestaltungsmerkmal.
Raimund Stecker, der Direktor des Duisburger Hauses, Bazon Brock, Rüdiger Joppien und Sandra Mühlenberend liefern in deutscher und englischer Sprache das kunstwissenschaftliche Begleitmaterial.
Es folgen die schwarzen Seiten. Sie zeigen die Goldschmiedearbeiten, die einen rein künstlerischen Ansatz haben.
Eine Einordnung
Durch meine journalistische Arbeit konnte ich mir die Ausstellung ansehen. Die tagesaktuelle örtliche Presse, aber auch diverse Foren im Internet berichteten darüber.
Der vorliegende Ausstellungskatalog ist merh als Erinnerungsstütze und Begleiter durch diesen Teil der Gesamtausstellung des Lehmbruck-Museums. Selbst wenn ich mir nur die Bilder anschaue und die fachtheoretischen Ausführungen vernachlässige, bekomme ich einen mehr als guten Eindruck von dem hohen Niveau, der künstlerischen Qualität und der handwerklichen Meisterleistung, die die ausgestellen Stücke prägen.
Ein Fazit
Ausstellungskataloge entsprechend nicht immer meinem persönlichen Geschmack. Sie bieten oft viel Geschwafel und wenig Inhalt. Hier bekommt der Betrachter wenigstens was für`s Auge geboten, nämlich hochwertige Kunst adäquat und ansprechend aufbereitet.
Steve Parker: Teiche & Flüsse Die überraschende Vielfalt unserer Süßwasserlebensräume
Das Buch erschien im Jahre 1992 in Gerstenberg-Verlag. Es ist 64 Seiten dick.
Eine Inhaltsangabe
Das Buch stellt Flüsse und Teiche im Laufe eines Jahres vor. Welche Tiere und Pflanzen leben im Wasser und am Ufer? Wie verändert sich das Leben dort, wenn die verschiedenen Jahreszeiten unterschiedliche Lebensbedingungen mit sich bringen?
Das Buch ist ein Lexikon. Die Reihe “Sehen Staunen Wissen” ist dabei ein Lexikon, das sich durch ein modernes Konzept auszeichnet. Hier gibt es keine Bleiwüste, die nur gelegentlich durch Bilder aufgelockert wird, wenn überhaupt.
Hier stehen eindeutig die vielen farbigen Abbildungen im Vordergrund. Der Leser erhält so einen ansprechenden optischen Eindruck von dem Leben im feuchten Naß. Farbfotos überwiegen zwar. Es gibt aber auch Zeichnungen.
Themen wie “Frösche, Kröten, Molche”, “Jäger im Wasser”, “Pflanzen im Frühsommer” oder “Muscheln und Schnecken” bekommt eine Doppelseite zugestanden. Nur bei den Süßwasserfischen wird eine Ausnahme gemacht. Sie erhalten zwei Doppelseiten zugestanden.
Jeder Themenbereich wird durch eine Einführung eingeleitet. Ansonsten beschränken sich die Texte auf kurze Erklärungen zu den Bildern. Die Buchreihe wirbt nicht umsonst mit dem Untertitel “Die Bildsachbuchreihe der neuen Generation”.
Eine Beurteilung
Die Buchreihe ist inzwischen fest auf dem Buchmarkt etabliert. Sie beschäftigt sich mit naturwissenschaftlichen oder mit Geschichte und Technik, um nur einige Beispiele zu bringen. Das naturkundliche Thema, um das es sich bei dieser Buchbesprechung dreht, ist dabei willkürlich herausgefischt und steht beispielhaft-exemplarisch für die vielen anderen, genauso aufgebauten Themenbücher.
Das Buch ist für Kinder und Jugendliche gut geeignet. Doch auch Erwachsene können es gut benutzen, etwa dann, wenn es gilt, längst vergessenes Wissen aufzufrischen und an den eigenen Nachwusch weiterzugeben.
Ein paar Worte zum Verlag
Die Anfänge des Verlages reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück: Johann Daniel Gerstenberg gründete 1792 in der russischen Stadt Sankt Petersburg eine Verlagsbuchhandlung. Schon 1797 siedelte er aber nach Hildesheim über.
Der Gerstenberg Verlag verlegte Bücher, die er auch über die Gerstenbergsche Buchhandlung vertrieb. Eine Druckerei war dem Verlag angegliedert. Die Firma Gerstenberg ist bis heute ein Familienunternehmen. Inzwischen gehört der Familie der Verlag in der siebten Generation.
Zum wichtigsten Verlagszweig wurde bald die Hildesheimer Allgemeine Zeitung. 1981 baute der Verlag das Kinderbuchprogramm auf. 1989 begann der Gerstenberg Verlag mit der Publikation der Kindersachbuchreihe Sehen-Staunen-Wissen. Im Programm für Erwachsene erscheinen Bildbände.
Robert Nippolt hat illustrierte Bände in besonderer Ausstattung gestaltet. Sein Buch Jazz wurde von der Stiftung Buchkunst als schönstes Buch des Jahres ausgezeichnet.
Der Verlag veröffentlicht nach eigenen Angaben auch ”ein erfolgreiches Kochbuchsegment mit illustrierten Krimisammlungen mit Rezepten wie Mord zwischen Messer und Gabel, illustrierten Kochbüchern und internationalen Bestsellern von Sophie Dudemaine wie Sophies Cakes.”
Außerdem erscheint die Sachbuchreihe 50 Klassiker in dem norddeutschen Verlag.
Ein Fazit
Wie geschon gesagt: Das Buch ist reichlich bebildet, damit sehr anschaulich und somit gut lesbar. Wer mehr über ein Thema wissen möchte, kann das vorliegende Buch durchaus als Einstieg nutzen.
Christa Braun / Stefan Wirtz / Dieter Paul Rudolph (Hrsg.): Mord(s)kalender 2012 – Deine Tage sind gezählt
Dieser Kalender im Taschenbuchformat wurde 2012 in dem saarländischen Verlag herausgegeben.
Kalender zeigen den Tag an. Es gibt ihn in vielen Formen und Farben. Mal ist es die einfache Plastikkarte für den Geldbeutel, mal der einfachen Abreißkalender für den Hausgebrauch, mal das protzige Exemplar als Terminkalender auf dem Chefschreibtisch oder das bunte Exemplar mit verschiedenen Fotomotiven als Mitbringsel zum Jahresbeginn.
Dieser Kalender kommt in gebundener Form im Taschenbuchformat daher. Er möchte “ein Ort für Notizen aller Art, zum Nachschlagen und Nachlesen so unterhaltsam wie lehrreich sein,” wie es das Vorwort formuliert.
Dementsprechend gibt es über 800 Geburts- und Sterbedaten von rund 550 Kriminalschriftstellern. Zu Beginn einer jeden Woche gibt es eine kleine Kolumne, die hier “Obduktion” heißt. Sie befaßt sich mit einem Aspekt der kommenden sieben Tage intensiver, wie das Vorwort berichtet.
Lesenswert ist auch der Anhang. Unter dem Stichwort “Netzjagd” informieren die Herausgeber über lesenswerte Internetseiten, Krimifestivals 2012 und Krimipreise. Es folgt ein Glossar, das kurze Definitionen und Erklärungen wichtiger krimibezogener und literaturwissenschaftlicher Begriffe liefert.
Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, daß es in dem Kalender um Literatur als solche geht. Hörbücher werden also genauso vernachlässigt wie beispielsweise Filme oder Fernsehserien. Was nicht heißen soll, daß sie nicht vorkommen. So geht beispielsweise eine Obduktion auf die Entstehung der Tatort-Serie ein.
Eine Besonderheit sei hier noch erwähnt. Hält der Leser das geschlossene Buch in der Hand, zieht sich ein kleines (Schuß-?)Loch in der oberen rechten Ecke durch das komplette Buch. Welcher Verbrecher hier wohl zugeschlagen hat?
Eine Beurteilung
Warum kommt diese Buchbesprechung erst jetz? Wäre es nicht besser gewesen, sie zum Jahreswechsel 2011/2012 zu veröffentlichen, also richtig passend zur Geschenkezeit?
Unter Verkaufsgesichtspunkten mag die Frage berechtigt sein. Dem wahren Krimi-Fan ist dieses Argument aber egal. Ihn kann man das ganze Jahr über mit diesem Kalender erfreuen. Allein schon die vielen Fachinformationen lassen den Kalenderteil in den Hintergrund rücken. Hier geht es vorrangig um die Kriminalliteratur. Norbert Jacques taucht hier genauso auf mit seinem Dr. Mabuse wie der Kommissar Studer eines Friedrich Glauser, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Der wahre Krimi-Fan wird diesen Taschenbuch-Kalender nicht unbedingt als Terminkalender mißbrauchen. Wenn schon Notizen, dann bitte fachlicher, kriminalliteraturbezogener Art.
Der Verlag
Der Conte Verlag veröffentlicht Belletristik und Sachbücher. Er ist in Saarbrücken ansässig. Roland Buhles und Stefan Wirtz gründeten den Verlag zur Jahreswende 2001/2002. Eine Buchdruckerei und eine Buchbinderei sind an den Verlag angegliedert.
Ein Fazit
Der Mord(s)kalender kann natürlich nur ein Einstieg in das Thema “Kriminalroman” sein. So fehlen beispielsweise die Biographien von Kriminalschriftstellern. Der Kalender ist aber so gut gemacht, daß man ihn fast gar nicht benutzen, sondern ihn in einem jungfräulichen Zustand belassen möchte.
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Einblicke Das 20. Jahrhundert in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf
Das vorliegende Buch ist im Jahre 2000 im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, erschienen. Mit 736 Seiten ist es doch sehr dick geraten.
Eine Inhaltsangabe
Die Kunstsammlung hat ihre Wurzeln im Jahre 1961. Ein Jahr zuvor hatte die nordrhein-westfälische Landesregierung 88 Werke Paul Klees aus dem Besitz des im amerikanischen Pittsburgh beheimateten Unternehmers G. David Thompson erworben. Die Gründung der privatrechtlichen “Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen” war das zweite wichtige Ereignis.
Die Kunstsammlung ist seitdem natürlich enorm gewachsen. Die Kunst des 20. Jahrhundertes ist in einem eigenen Museumsbau in der Düsseldorfer Altstadt untergebracht. Die Kunst des 21. Jahrhunderts wird im Ständehaus, dem ehemaligen Gebäude des Landtages des großen und bedeutenden Bundeslandes präsentiert.
Pablo Picasso, Marc Chagall, George Grosz, Man Ray, Wassily Kandinsky, Piet Mondrian – die Größen der Kunst des 20. Jahrhunderts werden hier ebenso gezeigt wie Gegenwartskünstler, für die Imi Knöbel, Joseph Beuys, Gotthard Graubner, Thomas Struth, Bernd und Hilla Becher, Gerhard Richter und Markus Lüpertz beispielhaft genannt seien. Das Buch ist dabei zweigeteilt. Zuerst werden die Kunstwerke gezeigt, ein Bild pro Seite (incl. Namensnennung) und in Farbe. Hier bekommt der Leser einen virtuellen Einblick in die vorgestellte Kunst.
Der zweite Teil ist eher sprachlich und kunstwissenschaftlich orientiert. Hier sind die Künstler alphabetisch geordnet. Sie werden anhand einer kurzen Biographie vorgestellt. Ein kurzer Text stellt das vorher abgebildete Werk kurz vor, Literaturhinweise und Ausstellungsdaten kommen hinzu.
Eine Einordnung
Ein Buch wie dieses ist was für den heimischen Bücherschrank des Kunstliebhabers. Als Führer durch die Ausstellung ist das Buch allein schon wegen der Dicke, Umfang und Gewicht nicht geeignet; es liegt aber zumindest im K21 aus. Und als wissenschaftlich-theoretische Auseinandersetzung ist das Buch zu kurz, behandelt es doch a) nur einen Ausschnitt aus dem Schaffenswerk und künstlerischen Ansatz des jeweiligen Künstlers und b) nur einen Ausschnitt aus der Sammlung des Kunstmuseums NRW.
Ein Wort über den Verlag
Inklusive der Vorläufer gibt es den Verlag seit dem Jahre 1945. Gerd Hatje gründete nämlich mit Lizenz der Besatzer den “Humanitas Verlag”, der Novellen, Romane und Stücke der Weltliteratur veröffentlichte. Ab 1947 firmierte der Verlag dann unter dem Namen “Verlag Gerd Hatje”. Als Hatje den Verlag 1990 an die “Dr. Cantz`sche Druckerei” veräußerte, wurde er auch weitergeführt. Die Kunsthistorikerin Annette Kulenkampf übernahm 1995 die Geschäftsführung; sie war es auch, die 1999 die “Hatje Cantz Verlag GmbH & Co. KG) gründete.
Zum Verlagsprogramm gehören nach eigenen Angaben kunsttheoretische Publikationen udn mehrbändige Werksverzeichnisse bedeutender Künster – Gerhard Richter sei hier als Beispiel genannt. Standardwerke zu Künstlern wie Rubens, Chagall, Picasso, Giacometti kommen hinzu.
Über Hatje
Gerd Hatje wurde am 14. April in Hamburg geboren. Als er 1930 nach Stuttgart kam, machte er eine Lehre als Schriftsetzer. Die Lizent zur Gründung des Verlages (siehe oben) erhielt er im November 1945 von der amerikanischen und französischen Militärregierung. Er starb am 24. Juli 2007 in Stuttgart.
Ein Fazit
Das Buch bietet eine gute Übersicht über die Sammlung. Es wendet sich an Kunstkenner und Kunstliebhaber.
Paul Celan: Mohn und Gedächtnis Vorstufen Textgenese Endfassung
Eine Einführung
Paul Celan gilt als einer der bedeutendsten Autoren der hermetischen Lyrik. Sein Gedichtband “Mohn und Gedächtnis” erschien 1952 erstmals in der Deutschen Verlags-Anstalt und ist nach Angaben der Sekundärliteratur ein berühmtes Beispiel dieser Literaturgattung.
Über den Autoren
Celan wurde am 23. November 1920 in Czernowitz (damals Rumänien, heute Ukraine) geboren. Sein Geburtsname lautet Antschel, rumänisiert Ancel, woraus das Anagram Celan entstand. Er ist Sohn einer deutschsprachigen jüdischen Familie. Nach seinem Abitur 1938 studierte er zunächst Medizin, dann Romanistik. Im Zweiten Weltkrieg kamen seine Eltern in einem Konzentrationslager in Transnistrien ums Leben, Paul mußte in rumänischen Arbeitslagern Zwangsarbeit im südmoldaischen Straßenbau leisten.
In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Celan zunächst weiter, nur um später dann als Lektor und Übersetzer zu arbeiten. 1947 floh er über Ungarn nach Wien. 1948 kam er nach Paris. Trotz seiner Liebesaffäre mit Ingeborg Bachmann heiratete er 1951 Gisele Lestrange, mit der er 1955 einen Sohn hat. Neben seinem literarischen Werk ist noch die Goll-Affäre, bei der es um Plagiatsvorwürfe. Der 20. April 1970 gilt als der Tag seines Selbstmordes.
Die Todesfuge
Die Todesfuge, Celans berühmtes Gedicht, thematisiert mit lyrischen Mitteln die Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten. Die deutschsprachige Fassung wurde 1948 erstmals veröffentlicht. Ihr mehrstimmiger Aufbau, der an eine musikalische Fuge erinnert sowie Benutzung paradoxer Chiffren, die die historischen Ereignisse andeuten, ohne sie zu benennen, sind Charakteristika des Textes.
Daß die Todesfuge auch heute noch bedeutsam ist, zeigt beispielsweise der Eintrag in der Internetenzyklopädie Wikipedia, wo es mit Stand vom 16. Februar 2012 unter dem Stichwort “Todesfuge” einen sehr umfangreichen Eintrag zu Form, Interpretation, Entstehungsgeschichte, Einflüsse, Adaptionen und Rezeption gibt.
Zum vorliegenden Buch
Die Todesfuge ist nur ein Werk, das in dem vorliegenden Buch enthalten ist. Gedichte wie Corona gelten als an Ingeborg Bachmann gerichtet.
Die hier besprochene Tübinger Ausgabe des Werkes von Paul Celan ist literaturwissenschaftlich orientiert. So bietet sie beispielsweise Informationen zur Entstehung der jeweiligen Gedichte. So wird etwa durch die Gegenüberstellung von Frühformen und Endfassung gezeigt, wie sich ein Gedicht während des literarischen Schaffens verändert. Die Endfassung gibt es dabei immer auf der Seite mit den ungeraden Ziffern.
Im Anhang werden Originalquellen abgedruckt und weitere literaturwissenschaftlich interessante Daten abgedruckt.
Die Intention, die Zielrichtung des Buches ist eindeutig. Hier wird ein wissenschaftlich vorgebildetes und vor allem an wissenschaftliches Arbeiten gewohntes Publikum angesprochen. Welcher Lyrikliebhaber ist schon daran interessiert, wie ein Text entsteht?
Schon beim Überfliegen und Querlesen wird schnell deutlich, daß es sich hier um schwere geistige Kost handelt, die der Interpretation bedarf. Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Verständnis aber ohne biographische Angaben zu Celan gelingt. Wer diese Art von Literatur nicht gewöhnt ist, wird auch nur schwer einen Zugang dazu finden. Allein schon Satzbau und Wortwahl weichen zu sehr von der üblichen Lyrik ab, als daß sie eindeutig wäre. Für den Studienanfänger, für den Schüler, für den interessierten Laien fehlen einfach zu viele Informationen (die möglicherweise heute schon im Internet greifbar sind), als daß die Texte aus dem Buch heraus verständlich wären.
Ein Fazit
Das Fazit ist hier schnell geschrieben. Das Buch wendet sich an Celan-Fachleute, die sich gut mit seinem Werk auskennen. Für den normalen Literatur- und Lyrik-Liebhaber ist es einfach zu speziell.
Alfred Pothmann: Der Essener Dom
Das vorliegende Werk kam im Jahre 2006 auf den Markt. Es erschien im Verlag Schnell & Steiner, Regensburg.
Die Inhaltsangabe
Der Essener Dom ist die Kathedralkirche des Ruhrbistums. Das Münster “Unserer Lieben Frau” liegt heute mitten in der Innenstadt der Ruhrmetropole und ist in der Regel für den normalen Publikumsverkehr geöffnet.
Der Verlag
Der Verlag führt ein wissenschaftliches und kulturgeschichtliches Programm.
Er wurde 1933 durch den Kunsthistoriker Dr. Hugo Schnell (1904–1981) und den Verlagskaufmann Dr. Johannes Steiner (1902–1995) in München gegründet. 1934 entstand die Reihe des “Kleinen Führer” (Kunstführer), in der bedeutende Kirchen und wertvolle Bauten in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz vorgestellt werden sollten.
Als die Nr. 1 erschien “DIE WIES” Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland in Steingaden. Der Kleine Kunstführer entwickelte sich bis heute mit über 63 Millionen Exemplaren von über 2900 Titeln “zur größten Kunstführerreihe Europas”, wie es in der Sekundärliteratur nachzulesen ist.
Die Fachliteratur mit Kooperationspartnern zusammen erstellt, zu denen beispielsweise die Staatlichen Schlösserverwaltungen Deutschlands zählen wie auch Domschatzkammern und andere Verbände, Institutionen oder universitäre Einrichtungen.
Ich hoffe, ich behaupte jetzt nichts falsches, wenn ich sage, daß die Kunstführer faktisch im Auftrag des beschriebenen Kunstortes herauskommen und auch von dort vorfinanziert werden. Soweit ich mich erinnere, hatte ich vor geraumer Zeit Kontakt zu dem Verlag. Ich wollte wissen, wie offen man dort für eigene Themenvorschläge ist. Dabei erhielt ich, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, die obige Antwort.
Im Verlag Schnell und Steiner erscheinen auch die Begleitbücher und Begleitkatalogekataloge der bayerischen Landesausstellungen. Doch es bleibt nicht bei den oben vorgestellten Büchern. Der Verlag bringt auch die drei Fachzeitschriften „das münster“ – Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft, „Journal für Kunstgeschichte“ – Die internationale Rezensionszeitschrift sowie „Blick in die Wissenschaft“ – Forschungsmagazin der Universität Regensburg heraus.
Das vorliegende Buch
Hier liegt die Nummer 1700 der Schriftenreihe “Kleine Kunstführer” vor.
Der Autor beschreibt die Geschichte (und dabei insbesondere die Baugeschichte), Architektur und Innenausstattung des Gotteshauses. Dies geschieht auf gewohnt sachliche, damit nüchterne und faktenorientierte Art und Weise. Der Leser muß also nicht nur Interesse an kirchlich-katholischen, damit religiösen, architektonischen, historischen und kunsthistorischen Themen mitbringen – er muß sich auch in der Materie auskennen. Ansonsten sind die Ausführungen doch unverständlich, weil zu fachwissenschaftlich.
Das Werk ist reichlich bebildert. Über mehrere Seiten hinweg gibt es ganzseitige Farbfotographien. Dies ist schon natürlich hübsch anzusehen. Es irritiert aber auch ein wenig.
Entweder hätten die Fotos zugunsten der (bau-)geschichtlichen Anführungen, die einen Sprung zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert aufweisen, zurücktreten könenn. Oder es hätten einfach ein paar Seiten mehr eingefügt werden müssen. Auch wenn ich selbst nicht zur katholischen Fraktion gehöre, interessiert es mich schon, wie – um nur ein Beispiel zu bringen – der Essener Dom die Säkularisatoin überstanden hat. Da viele Kirchen in ihrer Geschichte einen Aus- und Umbau erfahren haben, ist dieser zeitliche Sprung nicht so ganz erklärlich.
Ein Fazit
Aber egal. Alles in allem bietet das Heft das gewohnt hohe Niveau, das wir aus der Schriftenreihe gewohnt sind. Allein schon die Bebilderung bietet einen ansprechenden Eindruck von der Kirche. Unter fachlichen Gesichtspunkten ist der Kunstführer sicherlich einwandfrei. Wer sich für Kunst interessiert, hält hier sicherlich ein empfehlenswertes Werk in den Händen.
Eckhard Henscheid: Dummdeutsch
Das Buch stammt aus dem Jahre 1993. Es ist damals im Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart, erschienen. Wie die gelbe Farbe des Buchdeckels dem Literaturkenner wissen läßt, liegt hier eine Ausgabe von der “Universal-Bibliothek” des renommierten baden-württembergischen Verlages vor und trägt hier die Nummer 8865.
“Ein Wörterbuch”. So lautet nicht nur der Untertitel des Buches. So ließe sich auch die Inhaltsangabe des Werkes vortrefflich zusammenfassen. Das Dummdeutsch, das dem Buch seinen Titel gab, ist demzufolge “eine Emulsion aus vor allem Werbe- und Kommerzdeutsch, aus altem Feuilleton- und neuem Professorendeutsch (und umgekehrt), aus dem Deutsch der sogenannten Psychoszene und dem einer neuen Innerlichkeit, aus eher handfest-törischtem Presse- und Mediendeutsch, aus Sport- und Bürokratendeutsch,” wie es die Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel berichtet.
Eine Beurteilung
Das Buch fällt gleich im doppelten Sinne aus dem Rahmen. Zum einen, weil es ein Wörterbuch ist. Und nicht etwa ein wissenschaftliches Werk aus Bereichen wie der Philologie, Germanistik, Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft oder anderen geisteswissenschaftlichen Disziplin.
Nein, mitnichten. Es ist einfach nur ein Wörterbuch, das nicht etwa unbekannte Begriffe erklärt, erläutert und in ein verständliches Deutsch übersetzt. Ganz im Gegenteil. Es hat so etwas sittenwächterhaftes an sich, als ob da jemand den Gebrauch der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit kontrollier und vermeintliche oder tatsächliche Mißstände benennt.
Das Buch fällt an dieser Stelle insofern aus dem Rahmen, als daß ich den Reclam-Verlag bislang als Herausgeber von hochfachlicher geistes-, sprach- und gesellschaftswissenschaftlicher Literatur kennengelernt habe. Von dieser fachspezifischen Ausrichtung ist hier nichts zu spüren, geschweigen denn von einem wissenschaftlichen Ansatz. Mir persönlich fällt es zumindest emotiononal schwer, das Buch irgendwo einzuordnen, zumal es inzwischen mehr als genug Bücher auf dem Markt gibt, die sich mit der Verballhornung der deutschen Sprache auseinandersetzen. Diese anderen Bücher sind dann aber auch ansprechender optisch ausgestattet. Das Dummdeutsch-Buch ist ein klassisches Reclam-Heft, was das Format/Größe und Ausstattung anbelangt. Hier samt und sonders auf Illustrationen zu verzichten und dem Leser stattdessen die gewohnte Bleiwüste zu bieten, ist nicht gerade lesefreundlich.
Mit dem Duden hat das vorliegende Buch nichts zu tun. Hier geht es schließlich nicht um exakte sprachwissenschaftliche Arbeit. Es hat auch nichts mit derjenigen unterhaltenden Literatur zu tun, die bekannte Bücher in einen Dialekt übersetzt – Asterix & Obelix im Ruhrgebietsbedeut lassen grüßen.
Das Fazit
Ich bin mir über die Zielrichtung des Buches nicht so ganz im Klaren. Beklagt sich hier jemand über den Verfall des guten Sprachgebrauchs? Oder möchte er zum bewußten Gebrauch unserer deutschen Sprache anregen? Oder sehe ich den Humor vor lauter Scherzen nicht? Vielleicht ist es ja von allem ein bißchen…
Verzeichnis der Holz- und Metallblasinstrumentenmacher auf deutschsprachigem Gebiet von 1500 bis Mitte des 20. Jahrhunde von Günter Dullat (Autor)
Autor
Günter Dullat hat etliche Bücher und Arbeiten zu Holz- und Blechbalsinstrumenten geschrieben. Er widmete sich sowohl Studien zum Instrumentenbau als auch zu den geschichtlichen Entwicklungsstufen und der Technologie der Blasinstrumente.
Geschichte des Verlags Schneider
Das vorliegende Werk wurde 2010 bei HANS SCHNEIDER in TUTZING verlegt. Bereits im Jahre 1958 ergänzte Hans Schneider, der 1949 sein Musikantiquariat gegründet hatte, dieses durch einen musikwissenschaftlich ausgerichteten Verlag. Zu Beginn gab er hauptsächlich wichtiger Quellen zur Musikgeschichte als Faksimiles heraus. Im Laufe der Zeit wurden unzählige wissenschaftliche Buchreihen mit in das Verlagsprogramm aufgenommen.
Heutzutage kann der Verlag auf eine Zusammenarbeit mit mehreren bekannten musikwissenschaftlichen Institutionen in ganz Deutschland und Österreich zählen. Darunter finden sich die Universitäten Frankfurt, Mainz, München, Regensburg, Tübingen, Wien und Würzburg, die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, das Kunsthistorische Museum in Wien, die Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte, die Musikhochschule München, der Landesverband Bayerischer Tonkünstler, die Johannes-Brahms-Gesellschaft Internationale Vereinigung, die Hans Pfitzner-Gesellschaft, die Internationale Richard Strauss-Gesellschaft, die Internationale Carl-Maria-von-Weber-Gesellschaft, das Wiener Institut für Strauß-Forschung, die Internationale Joseph Haydn Privat-Stiftung Eisenstadt, die Österreichische Akademie der Wissenschaften und die Internationale Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik.
Schwerpunkte im Verlagsprogramm sind musikbibliographische Arbeiten, Musikinstrumentenkunde, Musikgeschichte, Studien zum Musikverlagswesen sowie Reprints wesentlicher Quellen zur Verlags- und Musikgeschichte.
Seit der Gründung des Verlags sind über 1300 Titel bei „Hans Schneider – Tutzing“ erschienen.
Aufbau
Nach dem kurzgefassten Vorwort gibt es Hinweise zum Aufbau und der Benutzung der vorliegende Ausgabe. Ein Verzeichnis der Abkürzungen und Symbole schließt sich an.
Das Kapitel “Die Entwicklung des professionellen Holz- und Metallblasinstrumentenbaus auf deutschsprachigem Gebiet” untergliedert sich zeitlich jahrhunderteweise. Ein nächstes Kapitel widmet sich dem Signieren im Holz- und Metallblasinstrumentenbau und enthält auch allgemeingültige Hinweise zum Signieren. Darauffolgend geht es um Werkstattzeichen, Hersteller- und Besitzermonogramme, Händlerinschriften, Stimmvermerke und Stückkennzeichen, Beschau- und Warenzeichen sowie sonstige Signaturinschriften.
Es schließt sich eine chronologische Übersicht Deutscher Patente und Gebrauchsmuster an.
Dann folgt eine Übersicht über Modelle, Stempel- und Schutzmarken, Trademarks etc. sowie eine Auflistung der Holz- und Metallblasinstrumentenmacher auf deutschsprachigem Gebiet mit Informationen zu deren Wirkungsstätten. Mit einem ausführlichen Literaturverzeichnis schließt das Werk.
Inhalt
Im vorliegenden Werk werden im großen und ganzen alle auf deutschsprachigem Terrain tätigen Holz- und Metallblasinstrumentenmacher von 1500 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts erfasst, mit Ausnahme der Namen und Werkstätten Schweizer Blasinstrumentenmacher, die in dieser Ausgabe nicht berücksichtigt wurden. Der Katalog wrude unter Berücksichtigung aller Personen, die auf Grundlage ihres Meisterbriefes oder einer Gewerbelizenz als selbständige Handwerker nachzuweisen sind aufgestellt.
Selbst wenn der Besitz bzw. die Ausstellung eines Gewerbescheins oder die Etablierung nicht amtlich belegbar, aber wahrscheinlich ist, wurden sie mit erfasst und dies gesondert angemerkt. Der Autor hat in seinen Forschungsarbeiten für diesen Band nicht nur übliche Quellenmaterialien und einschlägige Bestände wie Adreß-, Straßen- und Hausbesitzerverzeichnisse, Museums-, Hersteller- sowie Ausstellungskataloge ausgewertet, sondern auch biographische und werkstattgeschichtliche Nachforschungen durch Anfragen oder auch persönliche Recherchen in Stadt- und Kirchenarchiven (Einwohnermeldekarteien, Branchenverzeichnisse, Matrikelbücher etc.) durchgeführt.
In diesen umfangreichen Vorarbeiten spiegelt sich wieder, wie detailliert und umfassend das entstandene Werk geworden ist.
Die Einträge sind alphabetisch nach Namen aufgelistet. Es wurden jeweils Kurzbiographien mit aufgeführt. Darin wurden soweit in Quellen dokumentiert nicht nur das familiäre Umfeld und die berufliche Entwicklung der Instrumentenmacher erfasst, sondern auch die verwendeten Signaturen, Hersteller- und Werkstattzeichen, sowie Angaben zu den erteilten Patenten genannt.
Dem Verzeichnis, was den eingentlichen Haupteil des Werkes darstellt, ist ein ausführlicher Essay zur Entwicklung des Holz- und Metallblasinstrumentenbaus sowie zur Praxis des Signierens und Prägens von Instrumenten vorangestellt. Zudem sind Patente und Gebrauchsmuster, Modelle, Stempel- und Schutzmarken in Tabellen übersichtlich zusammengefasst. Ein zusätzliches Verzeichnis schlüsselt die Instrumentenmacher auch nach ihren Wirkungsstätten auf. Es zeigt sich, was für eine enorme dokumentatorische Arbeit dahintersteckt.
Fazit
Zur Geschichte des Holz- und Blechblasinstrumentenbaus ist dieser Band ein unverzichtbares Nachschlagewerk. Es ist nicht nur inhaltlich sonder auch von der Aufmachung her gelungen. Das Werk enthält zweifarbige Abbildungen und ist in Leinen gebunden.
Edelsteine und Schmucksteine: Alle Arten und Varietäten 1900 Einzelstücke von Walter Schumann
Autor
Der Autor, Professor Dr. Walter Schumann ist eine international bekannter Fachmann für Edelsteine, Mineralien und Gesteine. Er ist emeritierter Professor für Geologie der Technischen Hochschule München. Prof. Dr. Walter Schumann hat in seinem Beruf jahrzehntelange Erfahrung in Theorie und Praxis sammeln können. Er hat mehrere Bücher beim Blv Buchverlag herausgegeben.
Aufbau und Zielgruppe
Das Buch gilt in Fachkreisen als Standardwerk für alle, die mit Edelsteinen arbeiten, für Sammler, Schmuckliebhaber und Juweliere. Es gibt Informationen über alle Arten und Varietäten als Rohsteine und mit verschiedenen Schliffen. Es handelt sich um ein Nachschlagewerk, das mit guten Fotos und leicht verständlichen Beschreibungen dem Leser viel Wissenswertes mitzuteilt. Es gibt einen umfassenen vollständigen aktuellen Überblick über die faszinierende Welt der Edelsteine. Das Buch ist nicht nur für den Spezialisten sondern auch für interessierte Hobbysammler informativ. Man findet qualitativ hochwertige Abbildungen der Steine. Sie sind in unterschiedliche Gruppen geordnet. Diese Einteilung von Edelsteinen ist auch für den Laien gut verständlich erklärt.
Inhalt
Das Buch beschreibt neben der Herkunft und den Lagerstätte der Edelsteine auch die Gewinnung und die verschiedenen Verarbeitungsverfahren. Es enthält Kapitel über die Entstehung, den Aufbau und die Eingenschaften der Edelsteine. Kleinere Ausflüge in die Mythologie und die Erwähnung der sprachlichen Herkunft der Bezeichnungen der einzelnen Steine machen das Lesen äußerst kurzweilig. Zusätzlich wurden auch sehr seltene Edelsteine, auf wenigen Seiten am Ende des Buches behandelt. Bestimmungstabellen komplettieren das Buch.
Layout
Format und Aufmachung sind sehr praktisch. Trotz der inhaltlichen Ausführlichkeit und Vollständigkeit ist alles sehr überlichtlich auf engstem Raum gebracht, so dass das Buch von überraschend kleinem Format ist. Das Buch ist stabil gebunden mit abwischbarem Einband, wie man es von einem Buch erwartet, das häufig genutzt werden soll. Die enthaltenen Fotos der einzelnen Steine auf Hochglanzpapier sind exellent und spiegeln die Faszination des Autors für sein Gebiet wieder. Sie sind nicht nur sehr zahlreich sondern zugleich von hoher Qualität. Da macht es gleich doppelt Spaß sich mit dem Thema zu beschäftigen bei solch herrlicher Aufmachung eines Nachschlagewerks.
Fazit
Das Buch beeindruckt sowohl inhaltlich als auch durch seine phantastische Aufmachung. Es ist Sammlern und auch Spezialisten der Branche sehr zu empfehlen, da es umfassende Informationen zu Edel- und Schmucksteinen liefert. Es wird von Berufsschulen empfohlen. Zudem ist es didaktisch gut erarbeitet und somit auch für Laien problemlos verständlich. Edelsteine faszinieren die Menschen seit Jahrtausenden. Mit diesem Buch wird die Faszination noch über Generationen weitergetragen.
1001 Songs die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist
Dieses Buch ist ein dicker Brocken. Aber wer Musik wirklich liebt, der wird es haben wollen. „1001 Songs die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist“ ist der Titel. Und genau darum geht es. 1001 Songs werden besprochen. Es gibt Geschichten zu ihnen, Details, die man vielleicht nicht kannte. Und auch, wenn man diese Songs sozusagen nur liest und nicht hört (was man in vielen Fällen nach dem Lesen machen wird, und sei es als Erinnerung), macht es einfach Spaß, in diesem Buch zu blättern.
Das Werk ist Teil einer Serie, die der Verlag Edition Olms aus Zürich ins Leben gerufen hat. Es gibt ein Buch über 1001 Alben, eines über 1001 Filme, eines über 1001 Bücher, des Weiteren 1001 Gemälde, 1001 Kinderbücher, 1001 Foods, 1001 Weine und 1001 Gärten. Man könnte sagen, dass in dieser bemerkenswerten Serie für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Doch zurück zu den 1001 Songs. Das Buch ist nicht fehlerlos und diese Aussage bezieht sich nicht darauf, dass wohl wirklich jeder Musikliebhaber Songs vermisst und andere für überflüssig hält. Das bringt die Materie so mit sich. Es geht um den Inhalt. Da wird eine Frau zum Mann (die Drummerin von Hole), da gibt es Verwechslungen. Und dass das Buch in alter Rechtschreibung daher kommt, irritiert im Jahr 2011. (Also daß mit ß zum Beispiel.) Aber dies ist letztlich unbedeutend. Es geht schließlich um den Inhalt.
Die 1001 Songs sind unterteilt in Jahrzehnte. Es beginnt in der Zeit vor den 1950’ern und mit O Sole Mio von Enrico Caruso. Die 50’er beginnen mit Autumn Leaves von Jo Stafford und enden mit It Ain’t Necessarily So von Diahann Carroll & The Andre Previn Trio. Bekanntere Werke werden natürlich auch besprochen. Die Liste der 60’er beginnt mit Wonderous Place von Billy Fury und dem bekannteren Save The Last Dance For Me von The Drifters und endet mit The Thrill Is Gone von BB King. Zwischendrin gibt es Hendrix, Dylan, Led Zeppelin, Beatles und Rolling Stones, und so weiter. Up Around The Bend von Creedence Clearwater Revival ist der erste Song der 1970’er. Diese enden mit Message In A Bottle von The Police.
Mittendrin gibt es natürlich u.a. Springsteen, den erste Michael Jackson, The Clash, Sex Pistols, usw. Abba eröffnen mit The Winner Takes It All die 80’er. Das Jahrzent ist umfangreich besprochen und endet mit Rhythm Nation von Janet Jackson. Painkiller von Judas Priest ist der erste Song der 90’er, in denen natürlich auch die Grunge-Bands mit Nirvana an der Spitze eine große Rolle spielen. Letzter Song ist Race for the Prize von den Flaming Lips. Die Nuller-Jahre beginnen mit One Armed Scissor von At the Drive-in. Letzter Song der Liste ist Stylo von den Gorillaz. Dies alles nur, um einen ungefähren Hinweis zu geben, was den Leser erwartet. Letztlich werden keine bedeutenden weltweit erfolgreichen populären Musikrichtungen ausgespart. Und es geht nicht nach Verkaufszahlen. Das Vorwort schrieb übrigens Produzenten-Legende Tony Visconti.
Fazit:
Wenn Sie dieses Buch bestellen, wird der Paketbote viel Freude haben, denn es ist mit seinen fast 1000 Seiten wirklich schwer. Ein Klotz, wie man so sagt. Wer es sich kauft, der mag und hört viel Musik, das steht außer Frage. Es ist ein Werk für Interessierte und Komplettisten. Und die sollten es auf jeden Fall im Regal stehen haben.
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