Rezension.org - "Wilddiebe und Kritiker kennen keine Schonzeit"
rezensionen

‘Fachbücher’

Betty Crocker´s New Cookbook

Betty Crocker´s New Cookbook von Betty Crocker

Bei diesem Kochbuch handelt es sich um ein Kochbuch auf Englisch für die amerikanische Zielgruppe, und es hat laut Untertitel “Everything you need to know to cook” den Anspruch, sehr umfassend zu sein. Vorab sei bemerkt, daß dieser Anspruch absolut gerechtfertigt ist! Auf 446 Seiten werden ausführlich Kochtechniken, Hintergrundinformationen zu den Lebensmitteln und ihrer Behandlung und Bearbeitung gegeben und ein 14seitiger, eng beschriebener Index ermöglicht das schnelle Suchen nach wirklich fast jedem Gericht, Lebensmittel, das man sucht.

Inhaltsverzeichnis

Unterteilt ist das Buch wie viele Kochbücher – neben den erwähnten Techniken, Hintergrundinformationen und dem Glossar - in einzelne Zubereitungsarten bzw. Lebensmittelarten: Appetizer und Getränke, Brot, Kuchen, Kekse, Desserts, Eier- und Käsespeisen, Fisch und Muscheln, Getreide und Hülsenfrüchte, Fleisch, Nudeln, Geflügel, Salate und Dressings, Soßen/Gewürze, Eintöpfe/Suppen und Sandwiches, Gemüse.

Eingeleitet wird jedes Kapitel mit einem kurzen Überblick über Vorbereitung der jeweiligen Lebensmitteln, allgemeinen Hinweisen zur Zubereitung usw.

Danach folgen diverse Rezepte zu den jeweiligen Kapiteln, mit Zutaten, Mengenangaben und Zubereitungshinweisen Schritt für Schritt. Für zahlreiche Rezepte gibt es darüber hinaus noch – abgesetzt in einem kleinen Kasten – Hinweise für eine kalorienärmere Zubereitung des Gerichts, Zeitaufwand, Anzahl der Portionen.

Auf jeder Doppelseite gibt es ein bis zwei Fotos von den Gerichten oder der Zubereitung, jedoch nicht für jedes einzelne Gericht.

Insgesamt enthält das auf Hochglanzpapier gedruckte Buch (Größe zwischen Din-A5 und Din-A4) über 900 Rezepte.

Fazit

Ein Buch, das wirklich hält, was es verspricht! Da es auf Englisch geschrieben und in Amerika publiziert ist für das amerikanische Publikum ist das Buch eine Fundgrube für alle, die wirklich original amerikanische Rezepte ausprobieren möchten! Es gibt auch einige internationale Rezepte wie Goulasch, italienische “Pasta” usw., aber der überwiegende Teil ist wirklich ur-amerikanisch.

Wer also auf der Suche ist nach einem richtigen Cheesecake, nach Muffinrezepten, triefenden Soßen (Grady), Kuchenglasur auf amerikanische Art, Brotpudding, Clam-Chouder-Suppe usw., der kommt hier voll auf seine Kosten. Auch der Thanksgiving-Truthahn und das überbackene Käsesandwich sowie alle denkbaren Kürbisrezepte fehlen natürlich nicht. Typisch amerikanisch ist auch das Schwergewicht auf den süßen Kapiteln (Kuchen, Kekse, Nachtisch), während das Kapitel “Gemüse” lediglich 20 Seiten umfaßt!

Leider ist das Originalbuch von 1996 in den meisten Online-Buchhandlungen vergriffen, aber die hier angegebene ISBN-Nummer ist ein adäquater Ersatz. Außerdem gibt es unter dem Namen der Autorin auch online neue Rezepte, die man mit einfacher Internetrecherche gut findet.

Der einzige Nachteil für deutsche Leser ist, daß alle Maßangaben eben auch “amerikanisch” sind, wobei glücklicherweise selten von den amerikanischen Maßeinheiten Gebrauch gemacht wird, sondern einfach mit “Cup” gearbeitet wird. Da das Verhältnis der Zutaten aber leicht ausrechenbar ist (1 Cup von Zutat a und 2 Cups von Zutat b), ist das kein allzu großes Problem. Unbedingt kaufen!

Let´s Learn German Picture Dictionary

Let´s Learn German Picture Dictionary von Marlene Goodman

Inhaltsbeschreibung

Let´s Learn German ist, wie der Titel bereits andeutet, ein Wörterbuch mit Bildern, die in Englisch und Deutsch beschriftet sind, damit, so die Zielgruppe, englische Kinder Deutsch lernen können.

In 32 Kapiteln, die jeweils auf einer Doppelseite dargestellt sind, werden verschiedene Themen dargestellt, beispielsweise: Unser Klassenzimmer, unser Haus, im Supermarkt, beim Arzt, Transport, Flughafen, Sport, Zirkus, Ozean, Menschheitsgeschichte, Formen, im Restaurant, Kleidung, aber auch Präpositionen, Formen, Zahlen, Verben usw.

Am Ende gibt es zwei Glossare/Indizes, einmal Deutsch-Englisch, danach Englisch-Deutsch mit jeweils 10 Seiten aller im Buch vorkommenden Vokabeln. Das Glossar für Deutsch-Englisch gibt darüber hinaus auch in Klammern die Aussprache der deutschen Wörter für die englischsprachigen Muttersprachler an.

Die Seiten und Themen sind in Form von Zeichnungen im Rahmen des jeweiligen Kontextes (als bei “Restaurant” bspw. wird ein Restaurant mit seinen Tischen, Gästen, Gerichten, Kellnern usw. gezeigt) dargestellt, die rund 2/3 der jeweiligen Doppelseite einnimmt. Am linken Rand und unten sind die meisten der in der Zeichnung vorkommenden Begriffe/Gegenstände dann nochmals abgebildet und mit ihrem englischen und deutschen Begriff bezeichnet. Bei Gegenständen werden im Deutschen die entsprechenden Artikel (der, die, das) ebenfalls angegeben.

Zielgruppe

Gemäß den Autoren des Buches ist es für Kinder im Alter von 4-8 Jahren mit Englisch als Muttersprache gedacht, die anhand der Bilder Deutsch lernen sollen. Da alle Begriffe jedoch zweisprachig angegeben sind, ist es genauso gut auch für deutsche Kinder zum Englischlernen verwendbar. Auch bzgl. des Alters ist eine frühere Verwendung, zum Beispiel schon ab 2 Jahren, aufgrund der dargestellten einfachen Themen völlig unproblematisch.

Funktionsweise

Das Buch kann auf sehr verschiedene Weise verwendet werden. Einerseits kann man die Kinder die Bilder/Szenen beschreiben lassen und dabei die einzelnen Begriffe erklären bzw. wiederholen. Genauso kann man den Kindern als Aufgabe geben, die am Rand und unten dargestellten Gegenstände auf dem großen Bild wiederzufinden (als Art Suchbild) und dabei die Vokabeln spielerisch üben. Und schließlich ist durch die beiden Glossare am Ende auch ein Nachschlagen der Vokabeln als Vorübung für richtige Wörterbucher möglich.

Fazit

Ein wirklich empfehlenswertes Buch für Kinder zum Deutsch oder Englisch lernen! Die Zeichnungen sind gut gemacht, die Begriffe wirklich sinnvoll ausgewählt, so daß bei Beherrschen aller Wörter der Wortschatz sehr gut ist. Dadurch, daß die zu lernenden Begriffe als Zeichnung und als Wort deutlich – außerhalb des Bildes – dargestellt werden, ist die Zuordnung auch sehr leicht zu machen, man lernt also nicht versehentlich ein falsches Wort. Der einzige Punkt, der verbesserungswürdig ist, ist, daß es gern etwas mehr Szenen aus dem täglichen Leben (bspw. Zähne putzen) hätten sein können, während man dafür auf sehr seltene Wortfelder (bspw. Menschheitsgeschichte) hätte verzichten können. Ansonsten jedoch für Beginner absolut empfehlenswert.

 

Hypnotherapie für Dummies

Hypnotherapie für Dummies

Abrakadabra – sie werden ein Hund, schnüffeln überall herum und heben das Bein? Halt! Das ist Show-Hypnose und hat mit der Hypnotherapie nicht das geringste zu tun!
Was also ist die Hypnotherapie? Bei dieser Therapieform geht es vielmehr um eine Art der Entspannung, Meditation und positiven Suggestion. Erworbene Denk- und Verhaltensmuster können in einem tiefen Entspannungszustand, der Trance, umprogrammiert werden.

Was sind die Grundelemente, die eine Hypnotherapie ausmachen?

  • Zuerst sollte man ein Ziel formulieren, das man mit der Therapie unmittelbar erreichen will
  • Um den Trancezustand zu erreichen, gibt es mehrere Methoden, unter anderem die Rückzählmethode oder das Fixieren eines Punktes
  • In der Trance findet die eigentliche Therapie statt, sie enthält direkte oder indirekte Suggestionen bzgl. des formulierten Ziels
  • Kurz vor dem Wiederaufwachen erhält man posthypnotische Wolhlfühlsuggestionen
  • Wiederaufwachen

Hypnose hat überhaupt nichts mit religiöser oder übernatürlicher Praktik zu tun. Es ist eine Methode, um auf sein Unbewusstes und die darin gespeicherten Erfahrungen des bisherigen Lebens zurückzugreifen und sie – falls erforderlich zur Lösung des Problems – umzuprogrammieren bzw. derart zu lenken, dass sie nicht länger ein Problem für den Betreffenden darstellen. Es ist den Autoren wichtig klarzustellen, dass es sich bei der Hypnosetherapie nicht um Hokuspokus sondern um eine ernstzunehmende und heilende Technik handelt. Es ist ihnen ebenfalls außerordentlich wichtig zu betonen, dass niemand gegen seinen Willen hypnotisiert werden kann und zu irgendwelchen Dingen gezwungen werden kann. Der Patient hat jederzeit alles unter Kontrolle und kann zu jedem Augenblick aus seiner Trance aufwachen.

Es gibt zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für die Hypnotherapie:

  • Sich von alten Gewohnheiten trennen (z.B. Rauchen aufgeben)
  • Phobien ablegen
  • Schmerzwahrnehmung beeinflussen
  • Sich wohlfühlen (Blutdruck senken, Hautprobleme beseitigen, Essstörungen, Ängste, Stress besiegen)

Das Buch ist einfach, einleuchtend und für jeden verständlich geschrieben. Es hat jedoch nur eine Haupt-Message und die wäre: “Suchen Sie einen Hypnotherapeuten auf”. Das Thema der “Selbsthypnose” wird zwar in einem Kapitel behandelt, geht aber inhaltlich nicht tief genug, um einen Nutzen daraus ziehen zu können.

Fazit

Das Buch gibt einen Überblick, was Hypnotherapie leisten kann, wenn Sie den geeigneten Therapeuten finden. Es kann als Vorbereitung für eine Therapie gelesen werden – aber erwarten Sie keine tiefgreifenden Erkenntnisse!

Das Buch bietet auch einen Überblick über die Geschichte der Hypnose, mit wichtigen Begründern wie Franz Mesmer, James Braid, Sigmund Freud etc. und nennt wichtige Bücher und Adressen. Es enthält auch wichtige Tipps für die Auswahl eines Hypnotherapeuten.

Über die Autoren
Die Engländer kommen beide aus der Praxis und sind erfahrene Hypnotherapeuten.

Babypflege für Frischgebackene – Das Handbuch für Neueltern

Babypflege für Frischgebackene – Das Handbuch für Neueltern

Wie der Titel bereits besagt, handelt es sich hierbei um einen Ratgeber, welcher sich vor allem an junge oder werdende Eltern richtet. Aber durchaus nicht nur.Von der Grundausstattung, über Pflege, Ernährung bis zu den grossen Meilensteinen in der Entwicklung eines Babys, wie etwa die ersten Schritte ist alles zu finden.

Inhalt:

Der Ratgeber beginnt mit der Grundausstattung und einigen nützlichen Tipps hierzu, welche bereits vor der Geburt des Kindes von Bedeutung sind. So ist etwa eine übersichtliche Liste integriert, die über das wirklich Notwendige bei der Erstausstattung aufklärt. Anschliessend wird es auch für alle, die bereits Eltern sind spannend. Die Pflege des Babys an sich wird genauer angeschaut mit Babybad, Massage und allem was dem kleinen Wesen sonst noch gut tut.

Auch das Thema des Schlafens, findet in “Babypflege für Frischgebackene” Beachtung, sowie das wichtigste im Leben eines Neugeborenen, das Spielen. Die Autorin erklärt hierbei nicht nur die Notwenigkeit dessen, sondern bietet auch gleich einige interessante und leicht umzusetzende Ideen. Die folgenden Kapitel sind der Ernährung, inklusive den Grundrezepten für den ersten Brei, dem Durchbrechen der ersten Zähne sowie den ersten Gehversuchen gewidmet.

Der letzte Teil des Elternratgebers beinhaltet weitere Tipps und Tricks rund ums Baby. Etwa wie die erste Reise vorbereitet werden muss, sinnvolle Geschenke für den Nachwuchs und schliesslich werden einige Erkrankungen noch etwas genauer erläutert, bevor lustige Kommentare zum Eltersein das ganze auf witzige Art abrunden.

Erfrischend witziger Elternratgeber

Oftmals zeichnen sich Ratgeber durch trockenes Fachwissen und etliche gut gemeinte Ratschläge aus, welche sich in der Praxis doch nicht immer so einfach wie beschrieben umsetzen lassen. Anders in “Babypflege für Frischgebackene”. Das Handbuch für Neueltern wurde nicht von irgendeinem pensionierten Doktor geschrieben, sondern von einer jungen Mutter, welche sich ihr Wissen im Gespräch mit Fachleuten, anderen Eltern und natürlich ihren eigenen Erfahrungen angeeignet hat und vorwiegend aus dem Alltag berichtet. Dabei lässt sie aber nicht ausser Acht, dass jeder Säugling individuell ist und die Pflege und Erziehung deshalb immer an die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst werden müssen.

Fazit:

Babypflege für Frischgebackene – Das Handbuch für Neueltern ist ein übersichtlich gestalteter Ratgeber, welcher über die Grundsätzlichen Dinge über das Baby und seine Bedürfnisse informiert. Witzige Kommentare und Beispiele lockern das Fachwissen immer wieder auf und lassen den Ratgeber so zu einem flüssig zu lesenden Wissensbuch werden. Einziger Nachteil ist, dass der Ratgeber bisher lediglich als Kindle E-Book erhältlich ist. Trotzdem ist die Lektüre allen Eltern, werdenden Eltern oder solchen die sich vermehrt mit Babys und Kleinkindern beschäftigen ausnahmslos zu empfehlen.

Getränke- und Menükunde

Getränke und Menükunde von Simon Siegel, Sieglinde Siegel, Heinz , René , Wilhelm , Hans und Wolfram

Zu diesem Buch gibt es in den Katalogen fast keine Inhaltsbeschreibungen; der Titel suggeriert, dass es sich um ein Kompendium über Getränke und den (dazu passenden) Menüs gibt. In der Tat handelt es sich jedoch um ein Schulbuch für (österreichische) Berufsschüler im Gastronomiebereich und soll diesen für die Berufspraxis wichtige Informationen geben, weniger jedoch, laut den Autoren Detailinformationen über Herstellungsmethoden. Wichtiger seien die Schwerpunkte Herkunft und Herstellung der Getränke, Einkauf, fachgerechte Lagerung, Ausschank, Service (Gästebetreuung), Harmonie von Speisen und Getränken und Auswirkungen auf die Gesundheit. Als neue Entwicklungen wurden Marketingstragien am Getränkemarkt, Erstellung von Speisekarten und Fachrechnung eingebaut.

Die Kapitel orientieren sich an den Getränkearten: Zunächst die alkoholfreien Getränke angefangen von Wasser, dann Frucht- und Gemüsetränke, Erfrischungsgetränke, Milch, , Kakao und Tee, danach die alkoholischen Getränke Bier, Wein, Obstweine, Schaumweine, versetzte Weine und Spirituosen. Drei weitere Kapitel behandeln Menükunde, Erstellung von Karten und Fachrechnen.

Enttäuschend ist dann der Blick in die einzelnen Kapitel. Den einzelnen Sachthemen (Herkunft, Herstellung, Einkauf usw., siehe oben) wird pro Getränkeart fast immer nur ein kleiner, wenig informativer Absatz gewidmet. Einzig bei Bier und Wein werden Herkunft und Herstellung auf jeweils mehreren Seiten erläutert. Vor allem die “Hinweise für die Gästebetreuung” sind außergewöhnlich schlecht und nichtssagend. So wird den Schülern beispielsweise zum Ankurbeln von Milchgetränken geraten zu fragen: “Möchten Sie ein Glas frische, kalte Vollmilch trinken, unsere Milch beziehen wir von…”. Von Erkennen von Trends oder neuen Marketingkonzepten also keinerlei Spur, geschweige denn das Eingehen auf  unterschiedliche Kundenbedürfnisse o.ä. Ähnlich verhält es sich mit den “didaktischen” Fragen zum Lerninhalt, die in grauen Balken neben dem Text auf jeder Seite eingebaut sind. Die Fragen sind teilweise durchaus sinnvoll, die Antworten darauf jedoch aus dem dürften Text oft gar nicht entnehmbar.

Ähnlich unbefriedigend sind die drei letzten Kapitel. Es bleibt oberflächlich; der Leser bekommt keine Hilfestellung, warum welches Thema (z.B. Speisegruppe) nun gerade behandelt wird oder warum die Reihenfolge auf Speisekarten so und nicht anders ist. Die Hinweise für zu einem Gericht passenden Getränke beschränken sich auf willkürliche Beispiele in der Art von. “Gebratenes Kalbfleisch, Schweinefleisch und Hausgeflügel = Mittelschwere Weißweine, evtl. Roséweine und leichte Rotweine, Spezialbier” – warum, mit dieser Frage bleibt der Leser allein und auch mit der Frage, ob denn wohl alkoholfreie Getränke auch möglich seien.

Fazit

Insgesamt ein sehr enttäuschendes Buch, vielmals finden sich detailliertere und bessere Informationen auf (beispielsweise) jeder Weinflasche selbst. Ob das hilfreich für Berufsschulniveau ist, bleibt daher fraglich, für den allgemein an “Getränke- und Menükunde” interessierten Leser ist das Buch absolut verschwendetes Geld.

 

 

Keine große Sache

Keine große Sache von Vanessa Kullmann

Inhalt

Ich sah das Buch zum ersten Mal in einer -Filiale und war überrascht zu lesen, dass inklusive ihrer Gründerin ein reines Hamburger Produkt ist – eine Hamburger Deern quasi.

Mein Eindruck war immer, dass Balzac eine der “großen” Ketten neben Starbucks, usw. ist und weltweit agiert, da ich Balzac aus HH und Berlin kenne.
Das Marketing hat also schonmal sehr gut geklappt :-)

Die Autorin beschreibt detailliert ihren Weg zum ersten Coffee-Shop, wie sie aus diesem einen zunächst zwei macht und schließlich gar 30 Filialen ihr Eigen nennen darf.

Schön ist die positive Einstellung, die die Autorin durchweg vermittelt und einem so richtig Lust machen kann, sofort selber etwas Neues anzupacken.

Unglücklich finde ich aber, dass sie versucht diese positive Grundstimmung, die zwischen den Zeilen mitschwingt, häufig in Regeln festzumachen.
Diese erwecken leider meist eher den Eindruck von Binsenweisheiten und sind wenig hilfreich.
So könnte man unter anderem auf einen Schrecken erst einmal einen Whiskey trinken oder sollte nach vorne blicken, weil es ja nur besser werden könnte.

Abgesehen davon sind aber auch viele interessante Details zwischendurch im Buch eingestreut: wie man zum Espresso-Meister wird und den perfekten Milchschaum herstellt, sowie die erste Marktforschung der Autorin.

Was mich ein wenig verduzt hat, ist, wie oft die Autorin beschreibt, wie sie in einer fast ausweglosen Situation war und dann doch das Glück hat jemanden zu kennen, der jemanden kennt, der ihr helfen kann.
Oder es waren einfach ihre persönlichen Umstände und ihr eigener Hintergrund, die ihr weiterhalfen.
Dies zog sich wie ein roter Faden durch das Buch und war mir persönlich ein wenig zuviel, weshalb ich irgendwann auch daran zweifelte, dass es eben “keine große Sache” ist, einen eigenen Laden zu eröffnen.
Aber wie man diese Umstände empfindet, sollte jeder Leser für sich selbst beurteilen.

Das soll natürlich nicht heißen, dass der Erfolg der Autorin nicht auch ihr eigener Verdienst wäre.
Sie erzählt in ihrem Buch auch von sehr schwierigen Phasen, mit denen sie alleine klarkommen musste.
So schildert sie beispielsweise ihren Kampf mit den starren Behörden in Deutschland und der dazugehörigen Bürokratie.
Schön ist auch, dass sie beschreibt, wie sie ihre eigenen Ideen immer wieder durchbringt, auch wenn sie noch so unkonventionell erscheinen.
Dass man an seine eigene Sache glauben muss, nimmt man auf jeden Fall bei der Lektüre dieses Buches mit.

Auch einmal den Weg in die Selbstständigkeit eher praktisch vorgelegt zu bekommen, statt es in der Theorie zu lesen, ist ein schöner Aspekt des Buches.
An was man alles dabei denken muss ist schon ein wenig beängstigend.
Diese Angst nimmt die Autorin jedoch teilweise mit ihrer bereits angesprochenen positiven Einstellung und dem Glauben an die eigene Sache.

Da das Buch sehr leicht verdaubar und relativ groß geschrieben ist, kann man es sehr schnell durchlesen.

Fazit:

Leser, die dieses Buch meiner Meinung nach interessieren könnte:

- Leute, die wissen möchten, was einen auf dem Weg zum eigenen Laden alles
erwarten kann und welche Stolpersteine es gibt.

- Menschen, die etwas Positives lesen möchten, um evtl. ihren Glauben an
sich und ihre Sache zurückzugewinnen

- Kaffeeliebhaber
Leser, die dieses Buch meiner Meinung nach nicht erwerben sollten:

- BWL-Studenten, die wissen möchten, wie man sich am effizientesten
selbstständig macht

- Zynische Menschen (es sei denn sie sind bereit sich auf so eine Art von
Buch einzulassen)

Der Titel könnte durchaus erweitert werden: Keine Große Sache - mit positivem Denken, Vitamin B und einer Prise Glück

Der weiße Tiger

: Der weiße Tiger

Diese brutale, erlebnisreiche, schmerzhafte Lebensreise eines indischen Jungen aus ärmsten Verhältnissen bis hin zum erfolgreichen Unternehmer ist kein moralisches Buch, es ist auch nicht lieb und nett – nein, es ist bitterböse!

Inhalt

Der Junge, der auch so heißt: Munna = Junge, soll es einmal besser haben als sein Vater, der tagein, tagaus eine Rikscha zieht. Munna geht also zur Schule, dort erhält er den Namen Balram Halwai, einen richtigen Namen muss ein Kind ja haben, denn zur Kaste der Halwai, der Zuckerbäcker, gehört er. Wenn wir ihn kennen lernen, wenn sich Munna in sieben langen Briefen selbst vorstellt und die wichtigsten Ereignisse seines Lebens Revue passieren lässt, hat er wieder einen anderen Namen. Jetzt nennt er sich Ashok Sharma, das ist eigentlich eine Frechheit, denn ein Namenswechsel war nur deshalb nötig, weil er seinen Chef Ashok ermordet hatte. Bekannt ist Balram auch als weißer Tiger, eine Ausnahmeerscheinung im Tierreich. Der Schulinspektor nennt ihn so, denn er scheint der einzige intelligente Junge in einer indolenten Dorfschulklasse zu sein. Aber das nützt ihm nichts, Kastenschranken und Armut lassen seinen Schulbesuch ein kurzes Intermezzo bleiben; Balram  ist „halb gar“, wie die große indische Masse, halb gebildet, halb wissend, aber voller Träume.

Dieser Junge jedoch hat Ehrgeiz, gibt sich nicht mit einem Leben als Teehausdiener zufrieden, er lernt Auto fahren und wird Fahrer. Balram wird Fahrer für Ashok, einem Amerikarückkehrer, Sohn des Großgrundbesitzers in seinem Dorf, und dessen Frau Pinky Madam. In Delhi lernt Balram dann die Welt des modernen Indiens kennen, eine neue Welt für ihn. Die Herkunft aus dem eigenen Dorf des Arbeitgebers ist wichtig, denn so weiß die Familie, wo ihr neuer Fahrer herkommt und hat ihn in der Hand. Man kennt Balrams Familie, weiß, wo sie wohnt.

Doch Balram ist ein weißer Tiger, er durchschaut das Spiel der Abhängigkeiten, mischt mit und befreit sich aus dem „großen indischen Hühnerkäfig“, er ist nicht mehr duldsam wie die Hühner in den allgegenwärtigen Drahtkäfigen auf den indischen Märkten. Balram verrät seine Familie, seine Kaste, lügt, betrügt, stiehlt und mordet – und so gelingt ihm der Aufstieg. Letztendlich ist er Chef eines Start-ups in der indischen Boom-Metropole Bangalore.

Zum Inhalt

Die stärksten Szenen dieses detailfreudigen Buches sind die, in denen Ungerechtigkeit als normal und schicksalhaft geschildert wird. Balrams Vater stirbt an Tuberkulose auf einem Krankenhausflur, weil sich kein Arzt blicken lässt. Als Pinky Madam in volltrunkenem Zustand ein Kind überfährt, wird selbstverständlich von Balram gefordert, dass er ein Schuldeingeständnis unterzeichnet. Nur ein Zufall rettet ihn davor, für seine Herrin ins Gefängnis zu gehen. Aber Balram ist nicht nur Opfer, Intrigen gegen andere Diener sind offenbar lässliche Sünden. Und zum Schluss ist er nicht etwa einer, der aufbegehrt, der sich wehrt und für seine Flucht aus dem Hühnerkäfig kämpft, zum Schluss ist Munna/Balram/Ashok selbst Teil des Systems, ein immer noch halb garer, aber jetzt um so überheblicherer Sieger in seinem ganz privaten „rat race“.

Fazit

Was für ein Buch: bestürzend, moralisch äußerst fragwürdig, witzig, schnell. Wie durch ein Brennglas wird die indische Gesellschaft analysiert und bloßgestellt. Aravind Adiga hat nicht unerhebliche Teile seines 37jährigen Lebens in Australien und in Großbritannien verbracht, was sicherlich zu seinem distanzierten Blick beigetragen hat. Heute lebt er in Mumbai, Der weiße Tiger war sein erster Roman, sein zweiter “Zwischen den Attentaten” erschien 2009.

 

Richard Dawkins – Der Gotteswahn

Ich bin selbst nicht religiös aber…

Damit hätte , Autor von “Der ”, vermutlich wieder ein flaues Gefühl in seiner Magengegend, aber ich beginne meine Rezension einfach trotzdem auf diese Weise, weil sie in meinen Augen schon gewissen Vorverurteilungen den Boden nimmt.

Wissenschaftlichkeit? – Fehlanzeige

Das Werk Dawkins reiht sich nun in eine längere Reihe von Erscheinungen ein, die Wikipedia zu Recht nicht in den wissenschaftlichen Veröffentlichungen des Evolutionsbiologen auflistet, denn es steht fest, dass die Sprache zu polemisch und humorvoll gestaltet ist, als das man sie als wissenschaftlich betiteln könnte, was in meinen Augen der ganzen Auseinandersetzung enorm abträglich ist, denn so bleibt der fade Beigeschmack Halbwahrheiten gelesen zu haben. Dawkins selbst meinte dazu, dass es auflockernd und gegen den Nimbus geschehen ist, dass Religionen immer mit Samthandschuhen angefasst werden müssten, was an sich keine schlechte Herangehensweise ist, aber dann müsste trotzdem ein gewisses Maß an Wissenschaftlichkeit gewahrt werde.

Kritik an inhaltlichen und stilistischen Elementen

Wie der Titel bereits vermuten lässt verfolgt Dawkins die Intention, dem gemeinen Menschen die Wahrheit, man möchte schon fast meinen in halbreligiöser Art und Weise, zu verkünden. Dabei beruft er sich endlos und zudem ermüdend auf Darwin, wobei ich mir als Geisteswissenschaftler schon vorstellen kann, dass es daneben auch noch andere nennenswerte Naturwissenschaftler gibt, die es verdient hätten seine Argumente gegen die Existenz Gottes und alle damit verbundenen Erscheinungen zu erwähnen. Doch das muntere Treiben Darwins genießt bei Dawkins absoluten Vorrang und wenn überhaupt, werden nur andere Nebendisziplinen anhand von verschiedenen Beispielen/Autoren vereinfacht dargestellt, so dass man nahtlos an die unwissenschaftliche Art und Weise der Sprache anknüpft. Seine Intention, wie er es nennt, unseren Burka-Sehschlitz zu erweitern, halte ich ebenso für verfehlt, da er in gewisser Hinsicht damit Ähnliches verfolgt wie alle Arten von Religionen, wogegen er sich im übrigen erwehrt. Darin sehe ich dann den größten Kritikpunkt an Dawkins Buch: ein erhöhtes Maß an Selbstreflexivität hätte seinem “Gotteswahn” vermutlich gut getan, denn dann wäre ihm wahrscheinlich aufgegangen, dass er in gleichen Gefilden schwimmt und ebenso eine Subreligion aufbaut mit dem Versuch, ihr einen absoluten Wahrheitsanspruch überzustülpen, wie es die anderen schon seit weit mehr als 1000 Jahren veranstalten.

Ein weiterer daraus resultierender Punkt ist, dass durch die oberflächliche Behandlung man schnell bemerkt, dass sich Dawkins, als Naturwissenschaftler, überhaupt nicht mit geisteswissenschaftlichen Problematiken auseinandersetzt hat, was ich ihm sehr ans Herz legen würde, da manche Auswüchse, die er als absurd oder skuril abwertet, damit verständlich werden, beispielsweise mit der Soziologie oder Geschichte.

Positives, wenn man davon reden kann

Positiv, neben aller Kritik, sollte erwähnt werden, dass es Dawkins wenigstens versucht sich auf allen Ebenen dem Problem und seinen Verhaltensweisen, zu nähern. Das dabei aber wie oben angemerkt, nicht wirklicher Tiefgang erzeugt, was wiederum den Wert des Werkes in meinen Augen stark in Frage stellen lässt, wirkt negativ. Also kann man dabei auch nicht wirklich von positiven Aspekten sprechen.

Fazit

Ich bin etwas enttäuscht! Nachdem ich den Film Religulous, mit Bill Maher, gesehen hatte, der schon in seiner ganzen Art polemisch ist, dachte ich, dass hier wenigstens ein wenig mehr Wissenschaftlichkeit herrschen würde, doch als Fazit kann man dem Film noch mehr Wert beimessen als dem Buch von Dawkins. Schade! Wer sich also mit halbaufgetauten und schon x-mal gehörten Argumenten einlullen lassen will, kann Dawkins Werk lesen, aber wer das gleiche schneller und genau so, nur mit der sich bewussten Intention der humorvollen Darstellung, sich anschauen will, sollte sich den Film ansehen. Beides ist nicht unbedingt wissenschaftlich, aber Maher ist sich dem wenigstens bewusst und will uns nicht als die darwinistische Erlöserfigur aufwarten, wie es Dawkins tut.

Bernd Stöver – Der Kalte Krieg; Geschichte eines radikalen Zeitalters 1947 – 1991

Eine radikale Geschichte, aber anders erzählt

Passend zur Vorlesung ein begleitendes Buch, eigentlich immer eine gute Idee. Dann kann man mal nachschlagen, wenn man mal etwas nicht verstanden hat oder einfach, was ja auch vorkommen kann, nicht zugehört hat. Zudem helfen solche Lektürebegleitungen immer für die Prüfungen oder Hausarbeiten, da man schon mal weiß, was zumindest grob passiert ist. Dachte ich!

Buchqualität

Erst ein Mal muss ich sagen, dass die Qualität des Buches (Paperback) nicht gerade die beste ist, was ich auch dem Beck-Verlag umgehend mitteilte. Schon das erste Aufschlagen des Buches zeigte, dass sich in naher Zukunft die ersten Seiten bald lösen werden, weil zu wenig Kleber aufgetragen wurde und weil das Buch für eine Paperbackverlegung schlichtweg zu dick ist und die Kartondicke zu dünn ist. Das gibt dann diese hässlichen Knicke auf dem Buchrücken und die Kanten beschlagen bei solchen Exemplaren sowieso immer viel zu leicht. Also schon mal kein Buch zum Rumtragen in der Tasche oder auch Nachschlagen für Arbeiten oder Referate. Daher hatte das Buch eigentlich für mich den Sinn vertan, aber einmal gekauft, gibt ein bibliophiler Mensch seine Bücher nicht mehr aus der Hand, so schlecht sie auch sein mögen.

Inhalt

Der Inhalt gestaltete sich dann in der Folge genauso schwierig wie die äußerliche Qualität, denn die Beschreibung auf dem Einschlag, dass es sowohl militärische, politische, wirtschaftliche und kulturelle Themensegmente des kalten Krieges beleuchtet, ließ mich eigentlich guter Dinge sein und hielt auch anfangs das Versprochene. Doch mit der Zeit offenbarte sich, dass die Beschreibungen schlichtweg zu oberflächlich waren, um das man sie im Geschichtsstudium wirklich verwenden könnte, da jedes Themenfeld wirklich nur angetippt wird und vieles dem Leser überlassen wird mit dem Anspruch, dass er ja schon Bescheid wüsste. Bei mir war das zum größtenteils schon der Fall, aber hier und da waren dann doch Lücken und Fragen, die mir das Buch nicht beantworten konnte. Im weiteren Verlauf zeigte sich dann zudem, dass man hier eher den Fokus auf den sozial- und gesellschaftlichen Verlauf des kalten Krieges Wert gelegt hatte, was in den meisten Fällen nur bedingt weiterhilft.

Schreibstil

Bisweilen gestaltet sich der Schreibstil Stövers auch recht unangenehm, weil er die Angewohnheit hat, bspw. Vergleiche, in 2 Satzteile zu trennen, so dass man sich manchmal fragt: “ja, wo ist denn nun das andererseits?” Aufklärung findet man dann im folgenden Satz. Alles in allem stockt dadurch der Lesefluss, was mit zunehmendem Lesepensum immer ernüchternder wird. Erfrischend hingegen wirken die doch recht kurzen Kapitel von meist nur 10-20 Seiten, so dass man schnell mal ein oder zwei Kapitel lesen kann.

Fazit

Als Fazit kann man sagen, dass man mit Stövers Werk zwar einen Überblick über die Geschehnisse bekommt, aber nicht einen umfassenden Einblick, wie es auf dem Einband steht. Die Buchqualität erwirkt dann ihr übriges, dass man nicht unbedingt sagen kann ein Qualitätsbuch in beiderlei Hinsicht gekauft zu haben, zudem bei einem Kaufpreis von 20€. Daher wäre mein Tipp, wer sich nur einen Eindruck verschaffen will über die Ereignisse, ist mit dem Werk gut bedient, doch wer tiefer eintauchen will sollte auf, mir bisher noch nicht bekannte ganzheitlich umfassende Werke, zurückgreifen.

P.S. Wer einen Tipp hat, könnte mir damit einen großen Gefallen tun!

Petite promenade littéraire

– Haben alle ihre Wanderstiefel an

Wer kennt es nicht: gelernt, gekonnt, vergessen. So laufen die meisten Sprachkurse ab. Nachdem Vokabeln gelernt wurden, Dialoge ausgearbeitet wurden usf bleibt meist von der erlernten Sprache nichts mehr übrig und alles rostet immer mehr ein. Gerade um diesen Verfallsprozess zu durchbrechen fand ich mich in der Buchhandlung meines Vertrauens wieder und blickte zunächst auf eine Lehrbuchfront. Doch dazwischen fand sich eine Reihe “”. Es stellte sich so da, dass auf der einen Seite die französischen Originale zu lesen sind und bei Übersetzungsschwierigkeiten auf der anderen Seite die entsprechenden deutschen Pendants stehen. Ideal scheinbar um seine Sprachkenntnisse mit französischen Klassikern am zündeln zu halten.

Aufbau

Soweit so gut, denn selbst wenn man der Sprache mächtig zu sein scheint kann man nicht alles wissen und dann kann es nur hilfreich sein, dass diese kleine Gedächtnisstütze einem hilfreich zur Seite steht. Man muss natürlich dabei aufpassen nicht in die ständige Spick-Variante zu verfallen, so dass man nur liest und keine Eigenleistung mit reinbringt. Das viel mir manchmal etwas schwierig aber grundsätzlich ist der Aufbau des Buches sehr zu Empfehlen.

Inhalt

La Fontaine, Molière, La Bruyère, , , , Hugo und viele andere finden sich in diesem kleinen Werk mit Exzerpten wieder. Die längsten Passagen umfassen 2 Seiten (respektive 4, wenn man die Übersetzung mit reinrechnet). Also kann der geneigte Leser kurz und knapp Auszüge der Hauptwerke der Autoren nachlesen, in den Originalsprachen. Die Knappheit empfand ich aber zusehens als etwas schwierig, da man leider nicht so viel innere Schlüssigkeit in den Exzerpten finden konnte. Das heißt, dass man immer wieder in die Inhalte geworfen wird ohne wirklich zu verstehen. Das hat dann zwei Folgen: erstens Lesedynamik aber zweitens relative Unkenntnis über die eigentlichen Werke. Hier wäre es wahrscheinlich von Vorteil, wenn man kurze Inhaltszusammenfassungen oder einen Kapitelüberblick voranstellen würde, um mehr aus dem gelesenen herausfiltern zu können.

Fazit

Alles in allem ein guter Anfang und Übung um die Sprache weiter zu festigen, vielleicht sogar zu erweitern aber eben auch nicht mehr. Wer wirklich an den Werken als solche interessiert ist sollte sich womöglich die Einzelwerke zulegen. Etwas negativ empfand ich auch die Übersetzungen, da ich manchmal das Gefühl hatte, dass die gewählten deutschen Worte den Sinn und den Charakter etwas ausgeblendet haben, wodurch viel Charme des geschriebenen verloren ging. Trotz der Kritik denke ich, dass die Intention des Buches gut umgesetzt wurde, so dass man einerseits seine Kenntnisse festigen kann aber auch in die französische Lesekultur einen Einblick bekommt.

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