‘Fachbücher’
Gerd Theißen: Das neue Testament
Das Buch ist im Jahre 2002 im Verlag C. H. Beck aus München erschienen. Es ist 128 Seiten dick. Das Buch gehört zu der Buchreihe “Wissen in der Beck`schen Reihe”.
Über den Autoren
Theißen ist im Jahre 1943, also mitten im Zweiten Weltkrieg, geboren worden. Nach seinem Studium, Promotion und Habilitation war er 1978 – 1980 Professor für Neues Testament in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und ab 1980 dann in Hamburg. Er dürfte inzwischen aber schon emeritiert, also im Ruhestand sein. Theißen ist inzwischen auch mehrfach als Buchautor in Erscheinung getreten.
Die Inhaltsangabe
Das Buch möchte beschreiben, wie die unterschiedlichen Schriften des Neuen Testaments in einem Zeitraum von rund einhundert Jahren entstanden sind. Wer waren die Verfasser? Für wen wurden sie geschrieben? Warum wurden bestimmte frühchristiliche Schriften in das Heilige Buch der Christen aufgenommen, andere dagegen nicht? Wir erfahren hier die Antworten.
Die Buchbesprechung
Das Buch ist eine Bleiwüste, enthält also keine Abbildungen, dafür aber ein Glossar und ein Literaturverzeichnis. Nur soviel als Buchbemerkung.
Liegt hier ein Lexikon, also ein Wörterbuch vor? Ein Lexikon, das sich die unterschiedlichen Bücher des Neuen Testaments der Reihe nach vornimmt und sie literaturwissenschaftlich sowie kulturhistorisch erläutert? Auf diesen Gedanken könnte man kommen, wenn man sich die Inhaltsangabe auf dem hinteren, dunklen Buchdeckel durchliest.
Ein einfacher, schneller Blick in den Textteil macht dann aber schnell klar, daß dem mitnichten so ist. Das Buch hat keine Einleitung, in der beispielsweise das Quellenmaterial beschrieben oder die Grundlagen einer wissenschaftlichen Disziplin beschrieben werden. Theißen geht gleich gewissermaßen in medias res und steigt ohne Vorgeplänkel in das Thema ein. Doch Vorsicht: Hier geht es nicht um eine (literatur-)wissenschaftlich exakte Arbeit, bei der Verstandeswissen vermittelt wird. Als historische Quelle muß zumeist die Bibel selbst herhalten. Sie begründet sich an dieser Stelle aus sich selbst heraus. Unter literaturfachwissenschaftlichen Gesichtspunkten mag dies unsauber sein; “es wäre wohl besser gewesen, externe Quellen heranzuziehen, also Autoren, die keinen Beitrag für die Bibel geschrieben haben,” könnte man nun sagen. Wenn es solche Quellen geben sollte, kann man dem nur zustimmen. Das Buch vermittelt aber auch ein Stück weit Herzensbildung, die es ermöglicht, über solche Feinheiten hinwegzugehen. Oder ist es heute gar nicht mehr möglich, exakt herauszufinden, aus wessen Feder der jeweilige Text stammt? Das wäre gut möglich. Es würde nämlich erklären, warum die Ausführungen in diesem vorliegenden Buch eher einen deutenden, erklärenden Charakter haben und keinen historisch beschreibenden Ansatz.
Ist es überhaupt wichtig, jedes Detail über das Neue Testament und seine Autoren zu kennen? Sind seine Inhalte nicht viel bedeutsamer? Diese Fragen stelle ich mir schon, wenn ich zu Büchern wie diesem greife. Im Laufe von 2.000 Jahren kann viel historisches Material unwiderruflich verloren gehen. Insbesondere religiöse Texte sind weniger für den Verstand angelegt, sondern eher für das Herz. Es kommt eher auf den Inhalt an.
Wenn die Authentizität feststeht: Wie wichtig kann es da sein, sich mit technisch-naturwissenschaftlichen und / oder verstandesmäßigen Mitteln einem Buch wie dem Neuen Testament zu näher? Schaue ich mir pseudo-populärwissenschaftliche Beiträge im Fernsehen bzw. Zeitschriften an, lasse ich lieber die Finger davon.
Das Fazit
Das Buch ist gut verständlich geschrieben, ohne allerdings zu viel historisches Material zu bieten.
Friedhelm Winkelmann: Geschichte des frühen Christentums
Das Buch ist im Jahre 1996 im Verlag C. H. Beck aus München erschienen. Er umfaßt 128 Seiten. Das Buch gehört zu der Buchreihe “Wissen in der Beck`schen Reihe”.
Über den Autoren
Winkelmann ist Jahrgang 1929. In den Jahren 1955 bis 1991 war e ran der Akademie der Wissenschaften zu Berlin beschäftigt. Er war dort auf den Gebieten der Kirchengeschichte, Patristik und Byzantinistik tätig. Von 1991 bis 1996 war er Professor für Kirchengeschichte an den Universitäten Heidelberg, Rostok und Tübingen.
Die Inhaltsangabe
Das Buch möchte in kurzer, knapper und verständlicher Form vermitteln, wie sich die junge “Sekte” der Christen (pfui, böse Inhaltsangabe auf dem dunkelrotem hinteren Buchdeckel, so etwas sagt man nicht!!!) in einer jüdisch und hellenistisch geprägten Umwelt durchsetzte. Trotz der blutigen Unterjochung durch das römische Imperium kann sich die junge Kirche nicht nur behaupten, sondern auch theologische und organisatorische Strukturen aufbauen, die bis in die Gegenwart hineinreichen.
Die eigentliche Buchbesprechung
Das Buch beginnt mit einer “Einführung”. Wie der Name schon sagt, bietet das Kapitel einen Einstieg in die Thematik einschließlich der Quellensituation. Die folgenden fünf Kapitel bieten dann die sachlichen Ausführungen. Ein Glossar, Zeittafel, Register und Literaturhinweise runden das Buch ab.
Von einer Zeichnung und einer Landkarte abgesehen ist das Buch eine reine Bleiwüste. Es gibt also nur Textmaterial.
Beim Lesen wird schnell deutlich, daß hier nicht nur reines Faktenwissen vermittelt wird. Eine Figur wie Jesus wird als bekannt vorausgesetzt, um nur ein Beispiel zu bringen. “Na ja, von Jesus hat bestimmt jeder schon mal gehört, und sei es nur im Reli-Unterricht in der Schule,” könnte man dem entgegenhalten. Stimmt schon. Worauf ich allerdings hinausmöchte, ist: Hier wird nicht allein Faktenwissen vermittelt. Die Ereignisse von vor 2.000 Jahren werden auch gesellschaftlich sowie geistes- und ideengeschichtlich eingeordnet. Der Leser erfährt hier so manches Detail, das in normalen Geschichtsbüchern nicht enthalten ist. Da viele Zeitgenossen aus der Zeitenwende zu Worte kommen, ist das Buch auch sehr persönlich und anschaulich geraten. So gesehen vermittelt das Buch auch Herzensbildung.
Die Schreibweise ist sehr lebendig und anschaulich und somit auch für Laien gut geeignet. In dieser Form kann Geschichte Spaß machen.
Ein Fazit
Das Buch ist ein gutes Geschichtsbuch. Es beschreibt gut und leicht verständlich, wie es den christlichen Gemeinde zu Beginn der Zeitrechnung gelang, zu wachsen und zu gedeihen. Basis der Ausführungen ist die Bibel, insbesondere das Neue Testament, und ihre (kirchengeschichtlich) frühe Auslegung. Das Buch hebt sich in dieser Hinsicht von den vielen populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen ab, die zwar auch Kirchengeschichte beschreiben wollen, dafür aber eher den Unterton habe, daß es doch alles nicht wahr sein kann, was in der Bibel steht.
Franz-Josef Reichert: Die Benediktinerabtei St. Mauritz zu Tholey
Das Heft ist im Jahre 1987 in der Neusser Druckerei und Verlag aus Neuss erschienen. Wie aus der Schriftenreihe gewohnt ist es 24 Seiten dick.
Der Herausgeber
Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz ist in Köln ansässig. Er gibt die Schriftenreihe “Rheinische Kunststätten” heraus. Hier liegt deren Nummer 321 vor. Wer wissen möchte, wer oder was sich hinter dem Rheinischen Verein verbirgt, sei auf den entsprechenden Beitrag in der Internetenzyklopädie Wikipedia bzw. auf den Internetauftritt des Vereins verwiesen. Über den Autoren wird in dem Heft nichts gesagt.
Die Besprechung des Heftes
Das Heft folgt dem Erscheinungsbild, wie es aus der Heftreihe vertaut ist.
Es gibt sehr viele Fotographien, die die Beschreibungen illustrieren sollen. Hinsichtlich der Größe unterscheiden sie sich sehr stark. Mehrere Fotos nehmen beispielsweise eine ganze Seite in Anspruch. Andere dagegen sind wesentlich kleiner. Die beiden Fotos auf den Buchdeckeln und einige wenige Bilder im Innern sind farbig. Der Rest ist schwarzweiß. Wieso das so ist? Ich habe keine Ahnung. Drucktechnisch ist es offensichtlich möglich, Bilder auch farbig abzubilden. Warum der Verlag die gute Chance vertut, hier für ein ansprechendes optisches Erscheinungsbild zu sorgen, ist mir persönlich jedenfalls unverständlich.
Auch die Texte entsprechen dem gewohnten Niveau. Unter inhaltlichen Gesichtspunkten beschreiben sie Geschichte, Baugeschichte, Architektur und Innenausstattung des Gotteshauses aus dem nördlichen Saarland.
Der Schreibstil ist staubtrocken, nüchtern, wissenschaftlich und sachlich. Zur Zielgruppe gehört also nicht nur ein kirchengeschichtlich interessiertes Publikum. Es mach auch fachwissenschaftlich vorgebildet sein. Fehlt dieses Fachwissen, kann es leicht sein, daß der Leser das Heft ermüdet beiseitelegt. Und das auch nur aus dem Grund, weil er das Interesse an einer Lektüre verloren hat.
Ich bin mir nicht sicher: Von den Menschen vor Ort einmal abgesehen – wer interessiert sich eigentlich für dieses Thema? Wer keinen persönlichen Bezug zu dieser Kirche bzw. zu Tholey hat, der wird sicherlich auch nur schwerlich zu dem Heft greifen. Zumal St. Mauritius ja auch nicht überregional bekannt, geschweige denn bedeutsam ist.
Ich bin mir auch hinsichtlich einer anderen Sache nicht sicher. Es ist sicherlich löblich und erwähnenswert, daß sich jemand sehr viel Mühe gemacht hat, was die Recherche anbelangt. Wäre es aber nicht sinnvoller gewesen, die Ausführungen weniger fachwissenschaftlich, dafür aber mehr an dem Laien orientiert zu verfassen? Der Begriff populärwissenschaftlich hört sich so nach Marktschreierei, schlechter Recherche und schlechtem Schreibstil an. Ohne diesen Beigeschmack hätte ich ihn hier gebraucht, einfach in dem Sinne, daß der Autor besser ein kirchlich gebundenes Publikum mit mehr praktischen Begabungen bei Schreiben im Augen gehabt hätte. Dann wären auch die Verkaufschancen besser gewesen.
Ein Fazit
Was NIveau und Informationsgehalt anbelangt, ist das Heft sicherlich hochwertig. Ansonsten könnte das Heft allerdings leichter verständlich geschrieben sein.
Hartmut Deuser: Kleine Einführung in die Systematische Theologie
Das Buch ist im Jahre 1991 im Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart, erschienen. Das Buch gehört zur Univerals-Bibliothek des prominenten süddeutschen Verlages. Dort trägt es die Nummer 9731. Es ist 203 Seiten dick.
Die Inhaltsangabe
Die Dogmatik ist eine Disziplin der wissenschaftlichen Disziplin. Folgt man der Inhaltsangabe auf dem hinteren, zitronengelben Buchdeckel, ist sie ein entscheidender Stütztpfeiler der theoretischen Gedankengebäude. Im Gegensatz zu traditionellen Darstellungen möchte das vorliegende Buch eine “knappe, verständliche Darstellung und überschaubare Zusammenfassung systematisch-theologischen Basiswissens, das sich in die Diskussion mit Philosophie, Naturwissenschaften und religionskritischem Denken begibt,” sein, wie es in der Inhaltsangabe liest. Hört sich ziemlich anspruchsvoll an, nicht wahr? Ein Blick in den Text wird zeigen, was davon zu halten ist.
Über den Autoren
Deuser ist Jahrgang 1946. Er studierte Evangelische Theologie, Germanistik und Philosophie. Nach der Promotion 1973 und Habilitation 1978 war er Professor in Wuppertal, Gießen und Frankfurt am Main. Ob er schon emeritiert ist, habe ich nicht kontrolliert. Er ist jedenfalls mehrfach als Buchautor in Erscheinung getreten.
Die eigentliche Buchbesprechung
Greift man zu dem Buch, falle mehrere Punkte gleich zu Beginn ins Auge.
Die erste Auffälligkeit ist, daß das Buch eine reine Bleiwüste ist. Bilder jeglicher Art wird der Leser hier also vergeblich suchen.
Die zweite Auffälligkeit? Das Buch ist in Paragraphen aufgeteilt. Es sind genau 12 Stück an der Zahl. Wie auch bei den Juristen üblich, wird dabei das “§”-Zeichen in der Überschrift benutzt. Gleich zu Beginn eines jeden Paragraphen gibt es – jeweils passend zum Thema – ein mehr oder weniger langes Zitat. Erst dann beginnen die eigentlichen Ausführungen. Das Gedicht “Ein Leben nach dem Tod” von Marie Luise Kaschnitz ist Bestandteil des Buches.
Die Inhaltsangabe läßt es schon erahnen. Hier liegt kein populärwissenschaftliches Buch vor. Es vermittelt kein Basiswissen, sondern setzt Grundkenntnisse voraus. So gesehen ist der Begriff “Einführung” vielleicht etwas irreführend.
Das Buch ist trotzdem nicht nur für Leute, die an einer Universität eingeschrieben sind, geeignet. Auch interessierte Laien können zu ihm greifen. Auch wenn der Satzbau an einigen Stellen etwas lang geraten ist, bemüht sich der Autor dennoch um eine allgemeinverständliche Sprache. Ein Interesse an religiösen und vor allem biblischen Themen sollte der Leser allerdings schon mitbringen. Ohne eine vorhandene Kenntnis der Texte des Neuen Testaments wäre es schon müßig, sich dieses Buch zu Gemüte zu führen.
Ein Fazit
Ein Buch für den unbedarften Anfänger ist dieses Buch zwar nicht. Wer sich aber für religiöse Themen begeistern kann, sollte es schon zur Hand nehmen.
Emirate fürs Handgepäck – Dubai und Abu Dhabi, Herausgeber Lucien Leitess
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) treten mit monumentalen Hochhäusern, futuristischen Hotelbauten, Modernität, Glanz und Glitzer auf und ziehen die Besucher damit an. Ihr Reichtum stützt sich auf die Ölausfuhr und wenn der Ölstrom versiegt, setzt man auf Tourismus und Handel.
Dass die Emirate auch andere, den meisten Besuchern, verschlossene Gesichter haben, ist den wenigsten bekannt. Mit diesem Buch versucht der Herausgeber Lucien Leitess Dubai und Abu Dhabi von einer anderen Seite zu beleuchten und lässt Schriftsteller aus den Emiraten zu Wort kommen, die ein völlig anderes Leben abseits der „Glitzerwelt“ beschreiben, manchmal heiter, oft traurig, bedrückend und fremd.
Inhalt
Dieses Buch enthält 17 Geschichten. Vier von Besuchern der Vereinten Arabischen Emirate, die den Blick von außen auf die Emirate in verschiedenen Epochen werfen und 13 Geschichten und Gedichte, darunter von keinem anderen, als den Herrscher Mohammed bin Rashid al Maktoum, der als Poet bekannt ist und 2009 den Gedichtband „In der Wüste findet nur der Kluge den Weg“ geschrieben hat. Sie zeigen ein anderes Bild von den Emiraten, das von der Moderne fast überdeckt ist, das niemand kennen lernen wird, der nur kurz am Strand, in den Souks und der Scheinwelt der Hotelkomplexe mit ihrem pompösen Luxus verweilt, den Blick von innen.
Es kommen Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu Wort, die aus Angst ein Pseudonym (besonders die Frauen) annehmen, weil sie sonst vielleicht böse Nachreden oder Schlimmeres zu befürchten haben. Andere haben im Ausland studiert und sind erfolgreich in ihren Berufen in den Emriaten tätig, nehmen sich aber die Zeit, um in Romanen ihre Region und die Menschen im täglichen Auf und Ab zu beschreiben. Einige von ihnen wurden für ihre Essays und Kurzgeschichten mit Preisen ausgezeichnet.
Den Blick von außen werfen Wilfred Thesiger, der 1950 per Kamel die Piratenküste erreicht und rund drei Wochen in Abu Dhabi verbringt, das zu dieser Zeit nur etwa zweitausend Einwohner zählt, Alan Villiers, der den Perlenfischern über die „Schultern“ blickt und die schwere und gefährliche Arbeit der Perlentaucher beschreibt, die nur sehr wenigen Reichtum einbrachte, aber vielen den Tod.
Michael Lüders bittet in Abu Dhabi 1996 vergeblich um ein Gespräch mit dem Sheikh Sultan und erntet nur „Das Lächeln des Propheten“ und Michael Schmidhelm wurde in Dubai 2008 Kulturdirektor der Dubai Culture and Arts Authority, musste diese Arbeit aber schon 2009 wegen der Finanzkrise aufgeben. Er erzählt über die Art wie in Dubais Geschäftswelt diskutiert und verhandelt wird.
Die Blicke von innen heraus erschließen sich dem Leser nicht so leicht: Die alte Mutter, die sich immer mit Freude um ihre Schafe gekümmert hat, findet sich in der Stadt nicht zurecht. Die Witwe, deren Kinder aus dem alten Viertel fortgezogen sind und sich nicht um die Mutter kümmern, die allein lebt und sie die eine große Freude empfindet am modernen Flughafen in Dubai mit den vielen Menschen, die sich dort begegnen, aber ihr Sohn ist nie dabei.
Der indische Zeitungsverkäufer, der zwischen den Nobelkarossen hin- und herspringt und die täglichen Zeitungen verkauft, damit er seiner Familie Geld schicken kann, bis er eines Tages mitten auf der Fahrbahn zu träumen beginnt.
Mohammed al-Fahim erinnert sich an seine Kinderzeit und beschreibt das einfache Leben der Menschen in den 1950er Jahren, als die Perlenfischerei zusammenbrach und die ersten wenigen Autos auf den Pisten durch Abu Dhabi fuhren und das Öl noch nicht gefördert wurde.
Herausgeber
Lucien Leitess leitet den Unionsverlag, in dem die Reihe „Bücher fürs Handgepäck“ mit einer großen Auswahl verlegt werden. Der vorliegende Band umfasst 17 Geschichten auf 190 Seiten mit Porträts der Schriftstellerinnen und Schriftsteller.
Fazit
Die „Bücher fürs Handgepäck“ vom Unionsverlag beschreiben ein Land und seine Bewohner auch aus der Sicht der Einwohner und diese Eindrücke sind sehr wichtig, wenn man in eine andere Kultur eintauchen möchte, auch wenn es nur für eine kurze Zeit ist.
Die „Emirate fürs Handgepäck“ sollten tatsächlich nicht fehlen, wenn die Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate führt.
Jörg Klinger: Die Hethiter
Das Buch ist im Jahre 2007 im Verlag C. H. Beck, der in der bayerischen Landeshauptstadt München angesiedelt ist, erschienen. Es ist 128 Seiten dick.
Die Inhaltsangabe
Den Geschichtswissenschaftlern zufolge läßt sich die Geschichte der Hethiter bis in das 3. Jahrtausend vor Christus zurückverfolgen. Ihr Aufstieg zu einer regionalen Großmacht erfolgte allerdings erst zum die Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr.
Von ihrer zentralanatolischen Hauptstadt Hattusa aus beherrschten sie dann aber weite Teile des Vorderen Orients. Den äpyptischen Pharaonen erwiesen sie sich als militärisch ebenbürtig. Die Hethiter waren nach dem Untergang ihres Reiches lange Zeit in vergessenes Volk.
“Jörg Klinger führt in die Geschichte der Hethiter ein, erhellt ihre sprachgeschichtliche Bedeutung, skizziert Grundzüge ihrer Gesellschaft, Kultur, Religion und Wirtschaftsweise und beschreibt die Wiederentdeckung (…) im 19. Jahrhundert,” wie es in der Inhaltsangabe auf dem hinteren, lindgrünen Buchdeckel heißt.
Über den Verlag
Den Verlag habe ich ja schon an anderer Stelle vorgestellt. Daher gehe ich jetzt nicht weiter auf ihn ein. Das Buch gehört zur Reihe “Wissen in der Beck`schen Reihe”.
Über den Autoren
Klinger ist Professor für Altorientalistik an der Freien Universität Berlin. Er erforscht Sprache, Geschichte und Kultur der Hethiter.
Die Besprechung des Buches
Ein Vorwort fehlt in diesem Buch. Klinger geht gleich in medias res. Das erste Kapitel ist mit “Die Wiederentdeckung der hethitischen Kultur” überschrieben. Dieses Kapitel beschreibt Grundlagen und Geschichte der altorientalischen Geschichtswissenschaft.
Die folgenden Kapitel beschreiben dann die Geschichte der Hethiter. Der Aufbau folgt damit dem bewährten Muster, wie wir es aus dieser Buchreihe gewohnt sind und kennen.
Kenntnisse über die Hethiter gehören ja nicht unbedingt zum Schulwissen. Klinger gelingt es, auf leicht verständliche Art und Weise in das geschichtliche Randthema einzuführen. Diverse Abbildungen und Landkarten auf den Innenseiten der beiden Buchdeckel ergänzen die Ausführungen.
Das Buch kann natürlich nichts weiter als eine Einführung in das Thema sein. Wer sich für Details interessiert, der sei auf die weiterführende Fachliteratur verwiesen. Wobei es mich bei dem vorliegenden Buch allerdings schon angenehm überrascht, wie detailliert und gut recherchiert der Inhalt ist.
Ein Fazit
Gerade unter geschichtswissenschaftlichen Gesichtspunkten erscheint es zweifelhaft, wer zur Zielgruppe und damit den Käufern des Buches gehört. Gibt es wirklich so viele Leute, die sich für die Frühgeschichte der Menschheit interessieren?
Oder liegt hier eher ein Buch für Liebhaber vor? Wie schon oben gesagt: Da Kenntnisse über die Hethiter nicht zum Schulwissen gehören, dürfte das Buch auch nicht im schulischen Unterricht eingesetzt werden. Die Antwort weiß daher wohl nur der Verlag.
Michael Jursa: Die Babylonier Geschichte Gesellschaft Kultur
Das Buch ist im Jahre 2004 im Verlag C. H. Beck aus München erschienen. Es umfaßt 128 Seiten.
Das Buch möchte eine kompakte und gute Einführung “in die Geschichte eines der bedeutendsten Völker des Alten Orients” sein, wie es die Inhaltsangabe auf dem hinteren, dunkelroten Buchdeckel berichtet.
Das Buch beschreibt demzufolge “den Aufstieg der Babylonier im 2. Jahrtausend v. Chr. unter König Hammurapi, die Entwicklung ihrer Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Religion und ihres Rechtswesens, die außenpolitische Entwicklung ihres Reiches sowie schließlich dessen Untergang in den Kämpfen gegen die Perser im 6. Jahrhundert v. Chr.,” wie ich in der Inhaltsangabe ebenfalls erfahre.
Über den Verlag
Den C. H. Beck Verlag habe ich ja schon an anderer Stelle vorgestellt. Daher werde ich hier auf weitere Ausführungen verzichten. Das Buch gehört der Buchreihe “Wissen in der Beck`schen Reihe” an.
Über den Autoren
Jursa ist Jahrgang 1966. Er arbeitet als Professor für Altorientalistik an der Universität Wien. Die Wirtschafts- und Kulturgeschichte Mesopotamiens gehören zu den Schwerpunkten seiner wissenschaftlichen Forschung. Jursa wurde im Jahre 2002 vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit dem START-Preis ausgezeichnet.
Die eigentliche Buchbesprechung
Nach der recht kurzen Einleitung folgt das erste Kapitel. Es ist mit den Worten “Altes Testament und griechische Quellen” überschrieben. Jursa beschreibt hier zweierlei, nämlich die allgemeine Entstehung des Studienfaches Altorientalistik sowie die Quellen, auf die die Forscher zurückgreifen können. Und dann geht es auch schon in medias res. Wir Leser lernen das historische Babylon kennen.
Das Buch bietet Landkarten auf den jeweiligen Innenseiten der Buchdeckel, ein Schwarzweißfoto sowie diverse Zeichnungen.
Vordergründig mag das Buch also nach einer reinen Bleiwüste aussehen. Das Buch setzt auch ein gewisses Grundlagenwissen voraus, beispielsweise hinsichtlich Geographie und historischen Ethnien. Man kann Jursa als Autoren aber durchaus das Kompliment machen, daß er sich um eine leicht verständliche Darstellung bemüht, die es auch dem fachlichen Laien ermöglicht, sich schnell einzulesen.
Das Buch kann natürlich einen Überblick über die damaligen Ereignisse bieten. Wer möchte, ist also eingeladen, sich zu Themen seiner Wahl an anderer Stelle selbst zu informieren.
Ein Fazit
Der Turmbau zu Bab(ylon) ist noch aus der Bibel bekannt. Ansonsten gehören Kenntnisse über Babylon nicht unbedingt zum Schulwissen. Daher behaupte ich bestimmt nichts falsches, wenn ich sage, daß hier über ein wissenschaftliches Randthema geschrieben wird.
Trotz der ansprechenden Aufmachung muß man also schon ein spezielles Interesse an Babylon aufbringen, um zu dem Buch zu greifen.
Christoph Nohn: Auftakt zur Gladbacher Geschichte Die Gründungsgeschichte der Abtei Gladbach und das politische Spannungsfeld Lotharingiens im 9. und 10. Jahrhundert
Das Buch ist im Jahre 2011 im Klartext-Verlag aus Essen erschienen. Es ist 272 Seiten dick. Das Buch ist Band 51 der Beiträge zur Geschichte der Stadt Mönchengladbach.
Über den Autoren
Christoph Nohn wurde 1966 in Mönchengladbach geboren. Nach dem Abitur 1985 und Wehrdienst studierte er Geschichte, Germanistik, Pädagogik und Kunstgeschichte an der Universität Köln. 1993 bis 1995 absolvierte er sein Referendariat für Deutsch und Geschichte an einem Gymnasium. Nohn lebt heute als Lehrer in Mönchengladbach. Hier berichtet also ein Experte über die Gladbacher Frühgeschichte.
Die Inhaltsangabe
Die Historia Fundationis beschreibt die Gründungsgeschichte der Abtei Gladbach. Folgt man der Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel, geht Nohn der Frage nach, wie glaubwürdig diese alte Quelle ist. Auch Balderich, der erste Gründer Gladbachs, ist bei ein Thema für den Heimatforscher.
Die Besprechung des Buches
Dieses Buch ist – von seinem Ansatz her – eher wissenschaftlich orientiert. Dies zeigt sich schon an vielen Kleinigkeiten.
Das Buch enthält zwar Fotographien. Sie sind aber alle in schwarzweiß gehalten. Nur die Landkarten sind der besseren Übersichtlichkeit halber in Farbe. Ein Grund für diese Uneinheitlichkeit ist nicht ersichtlich. Es gibt einen umfangreichen Quellen- und Literaturtur. Das geht so weit, daß auf vielen Seiten jeweils unten Querverweise enthalten sind.
Betrachtet man Nohn`s Schreibstil, so finden sich auch hier Zeichen wissenschaftlichen Arbeitens. Der Autor bemüht sich zwar um eine allgemeinverständliche Sprache; Fachbegriffe und Fremdwörter fehlen hier also weitestgehend.
Aber allein schon die (teilweise) enorme Länge der Sätze kann als Beleg für meine Behauptung herangezogen werden.
Und der Inhalt – was ist von ihm zu halten? Nohn greift hier ein Thema auf, das nur für einen Leser mit starkem Bezug zum rheinischen Mönchengladbach und seiner Stadtgeschichte interessant ist. Nohn betätigt sich auch hier wieder als Wissenschaftler und Heimatforscher. Er beschreibt die historischen Ereignisse nicht so, wie es vielleicht ein Populärwissenschaftler tun würde. Nohn begründet seine Erkenntnisse aus den historischen Quellen heraus. Dies wird schon an den häufigen Zitaten in lateinischer Sprache deutlich.
Dies alles schränkt natürlich die Verkaufsmöglichkeiten des Buches ein. Es ist sicherlich löblich, sich so intensiv mit der Geschichte der eigenen Heimat zu beschäftigen. Das Buch ist auf jeden Fall sehr gut recherchiert und ordentlich geschrieben. Unter inhaltlichen Gesichtspunkten ist das Buch aber sehr speziell – Reiseführer sehen anders aus, um nur ein Beispiel zu bringen. Es bleibt zu hoffen, daß es sich nicht allein deswegen zu einem Ladenhüter entwickelt.
Das Fazit
Das Buch weist das Niveau einer wissenschaftlichen Publikation auf. Man muß sich also schon sehr für die eigene Heimatgeschichte interessieren, um es in die Hand zu nehmen.
Vorschulbuch Lernraupe: Mein Zahlen-Buch, mit 5 Lernspielen auf CD-ROM
Autorin
Marlies Koenen ist Sprachpädagogin, Fachreferentin und Buchautorin aus Berlin.
Sie hat eine Ausbildung zur Erzieherin und Hortnerin absolviert, war an einer Sonderschule für Körper und Lernbehinderte Kinder und auch als Leiterin eines Kindergartens tätig.
Dem schloss sie ihr Studium auf Lehramt für die Primarstufe an. Nach Beendigung des Studium unterrichtete sie in der Grundschule. Sie setzte aber ihre Qualifizierungen fort und schloss ein Studium der Pädagogie mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung, Psychologie, Sprach- und Literaturdidaktik an.
Seitdem setzt sie sich auf höchster Ebene für die Konzeption und Realisation von Bildungsmaßnahmen ein.
Inhalt
In der ersten Umschlagseite ist ein Fach für die CD zur Aufbewahrung mit eingearbeitet. So ist sie gleich von außen sichtbar und kann auch nicht verloren gehen. Das Buch selbst enthält nur vier Doppel- und eine einzelne Seite. Diese sind aus kräftige Pappe, also auch für jüngere Kinder sehr geeignet.
Es wird das Zählen der Zahlen von eins bis zehn sowohl vorwärts als auch rückwärts trainiert. Auch einfaches Rechnen wird schon geübt, indem verschiedenfarbige Schmetterlinge einzeln gezählt und dann zusammengezählt werden sollen.
Weiterhin werden die verschiedenen Möglichkeiten zu zählen gelehrt, in Zweier-, Dreier- oder Viererschritten. Das wird durch den Zahlenstrahl und viele Bildchen unterstützt.
Das Addieren von eins zu den Zahlen eins bis vier wird an Hand von Tierfamilien erklärt und mit Beispielen gezeigt. Am Schluss gibt es noch vier Übungen zur Subtraktion von eins.
Die hintere Umschlagseite lässt sich ausklappen. Dort ist nochmals ein Zahlenstrahl und die Zahlen von eins bis zehn in Worten, Ziffern und Bildern abgedruckt. Das mögliche Ausklappen der Seite ist praktisch, da diese Hilfsseite so bei den Aufgaben direkt danebengelegt und genutzt werden kann.
Hinten im Buch finden sich noch pädagogische Tipps von Marlies Koenen für die Eltern, die ihre Kinder so optimal fördern und an die Mathematik heranführen können.
Die dem Buch beiliegende CD enthält zusätzliche Übungen, die die Beispiele aus dem Buch ergänzen. Obwohl die Spiele eigentlich keiner Anleitung bedürfen gibt es Hinweise unter dem Info-Symbol für Eltern oder Erzieher.
Durch Verwendung der CD werden auch die Kleinsten schon an die Nutzung eines Computers herangeführt. Die CD-Rom ist für alle gängigen Betriebssysteme geeignet, sowohl für Windows XP, VIsat und Apple Macintosh OSX. Die Installation ist einfach und ohne zusätzliche Software-Programme oder Internet möglich.
Fazit
Mit dem Buch werden schon sehr kleine Kinder von vielleicht zwei bis drei Jahren auf spielerische Art und Weise mit erstem Zählen und Rechnen vertraut gemacht.
Vorschule Magnet-Rätselspaß Zahlen von Marlit Peikert
Illustratorin
Marlit Peikert ist Graphikerin, Designerin und Illustratiorin. Ihr größtes Interesse hat sie für den Bereich Illustration entwickelt, so dass sie da auch die meiste Arbeit reinsteckte.
Im Laufe ihrer Tätigkeit hat sie unzählige Kinderbücher für verschiedene Verlage illustriert.
Viele Verlage nutzen die Bekanntheit der Kinderbuchfiguren und entwickeln zusätzliche Artikel zu diesem Produkt. So gehört auch die Illustration von Plüschtieren, Handpuppen, Verpackungen oder Büromaterial zu ihrer Arbeit.
Inhalt
Ganz hinten im Rätselblock finden sich die Auflösungen. So können die Kinder selbst überprüfen, ob sie alles richtig gelegt haben.
Viel mehr Spass macht es aber, wenn ein Erwachsener dabei ist, die Kinder unterstützt, Hilfestellungen gibt und zur Motivation beiträgt. Die Aufgaben sind einfach, für Vorschüler durchaus selbständig lösbar und sehr abwechlungsreich, so dass keine Langeweile aufkommt.
Es wird nicht nur gerechnet, sondern auch Formen und Farben erkannt, gezählt, kleine Fehler gefunden und vieles mehr. Die Aufgaben sind jeweils in eine Situation “eingepackt”. Leo der Löwe und Nele der kleine rosa Vogel begleiten die Kinder durch den ganzen Block.
Auf der Hinteren Umschlagseite findet sich die “Gebrauchsanweisung” in Bild und Wort. Es wird gezeigt, dass man eine Seite vom Block abtrenennen solle, sie mit Hilfe der dafür vorgesehenen Magnetkärtchen an den vier Ecken befestige. Somit ist das Blatt “magnetisiert”, dass heisst es bildet die Unterlage, worauf sich die Magnete befestigen lassen und das Raten, Knobeln und Kombinieren kann losgehen.
Der Vorteil gegenüber manch ähnlichem Vorschulblock, auf dem die Kinder rätseln können, ist ganz klar, dass dieser hier beliebig oft verwendbar ist und zusätzlichen Spass durch die kleinen Magnetkärtchen bringt.
Aufmachung
Es sieht aus wie ein kleines handliches Buch. Es enthält einen ein Aufbewahrungsfach in das sich nach dem Spielen die Rätselblockseiten und Magnete wieder aufräumen und verwahren lassen.
Zur Ausstattung gehören der Rätselblock mit über 30 Rätseln zum mathematischen Grundverständnis und 80 kleine Magnetkärtchen mit Zahlen und Bildchen zur Mengenlehre. An die hintere Umschlagseite lassen sich die Magnete befestigen.
Sie ist als Unterlage für die einzelnen Rätselseiten gedacht. Es gibt dazu auch vier Magnetkärtchen um eine Seite zu befestigen.
Die Illustrationen sind sehr hübsch, lustig, freundlich und kindgerecht. Sie motivieren mit dem Buch zu spielen und “Mathematik” zu lernen.
Fazit
Das Buch ist für Kinder von vier bis sechs Jahren geeignet. Es kann Vorschüler spielerisch auf den Mathematikunterricht in der Grundschule vorbereitet.
Es wird das Zahlenverständnis gefördert, erstes Rechnen gefordert und Konzentration trainiert.
Schön ist die Aufmachung, dass es kein “Wegschmeissblock” ist sondern wie ein richtiges kleines Buch, das sorgfältig aufbewahrt und immer wieder genutzt werden kann.
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