‘Fremdsprachig’
Presumption of Guilt von Lelia Kelly
Laura Chastain ist eine junge Anwältin, die in einer sehr konservativen Kanzlei in Atlanta arbeitet. Wie in den USA üblich, werden ihr als Nachwuchskraft nur kleinere Fälle zugewiesen, meist muß sie ihren – in diesem Fall zwei – Vorgesetzten zuarbeiten. Einer davon ist Tom, den sie als Studentin im Rahmen eines Berufsinformationsvortrags seiner Kanzlei an ihrer Universität kennengelernt hat und dessen Vorbild für sie so wichtig war, daß sie in dieser Kanzlei unbedingt arbeiten wollte. Er fördert und fordert sie im Beruf und unterstützt auch ihren Wunsch, als sie eines Tages darum bittet, eine Strafverteidigung zu übernehmen, was eigentlich überhaupt nicht das Betätigungsgebiet der alteingesessenen Kanzlei ist. Hintergrund ist, daß der junge Polizist Jeff Williams - nach einem frisch gewonnenen Fall für einen sehr wichtigen und großen Kunden der Kanzlei, der auch im Fernsehen gezeigt wurde – in ihr Büro kommt und sie bittet, ihn zu verteidigen, da er vermutet, daß er des Mordes an einem Gefangenen angeklagt werde. Alles Indizien sprechen gegen ihn, und Laura ist menschlich sehr abgestoßen von Jeff, der jedoch absolut überzeugend behauptet, unschuldig und Opfer eines Komplotts zu sein, so daß sie zustimmt, ihn zu vertreten.
Im Rahmen ihrer Nachforschungen lernt sie auch seinen Vorgesetzten Kowalsky kennen, den sie zunächst nicht richtig einordnen kann, ihr aber offenbar weiterhelfen will. Laura kommt einem Waffendiebstahl innerhalb der Polizeibehörde in Atlanta auf die Spur und nun vermuten sowohl Kowalsky als auch Laura, daß auf dem Revier noch mehr im Argen liegt und machen sich fieberhaft auf die Suche nach der Wahrheit. Immer wieder wird sie zurückgeworfen in ihrer Arbeit durch Informationslecks, die sie auf Seiten der Anklage vermutet… Und die Meinung der Öffentlichkeit ist ganz klar gegen ihren Mandanten gerichtet, dessen grobschlächtiges Verhalten auch nicht dazu beiträgt, für Sympathien zu sorgen.
Währenddessen entwickelt sich - nach jahrelanger streng professioneller Zusammenarbeit – eine Liebesbeziehung zwischen Laura und ihrem Vorgesetzten Tom. Da entdeckt Laura in der Vergangenheit der Kanzlei ebenfalls dunkle Flecken… Wem kann sie nun noch trauen?
Über die Autorin
Lelia Kelly war eine US-amerikanische Autorin (1958-2007), die zunächst lange u.a. in einer großen Bank in den US als Angestellte beschäftigt war, bevor sie mit “Presumption of Guilt” einen recht großen Erfolg hatte. Ihre Hauptfigur Laura ist dann auch – in leicht veränderter Position – in ihren beiden weiteren veröffentlichten Romanen (False Witness von 2000, Officer of the Court von 2001) die Protagonistin. Kelly verstarb 2007 an Brustkrebs, so daß es leider keine weiteren Romane von ihr gibt; auch deutsche Übersetzungen ihrer Werke gibt es bislang nicht.
Fazit
Ein spannend geschriebener Roman einer leider sehr unbekannten Autorin! Die Protagonistin Laura wirkt sehr authentisch, ihre Zweifel, ihr Handlungen sind sehr gut beschrieben und nachvollziehbar, so daß der Leser sofort Sympathien für sie entwickelt.
Solace von Nicci Gerrard
Irene ist mit Adrian verheiratet, der mehr oder weniger erfolglos Schauspieler ist. Gemeinsam haben sie drei Kinder, Agnes, Sasha und Clem und wohnen in England. Um einen sicheren Verdienst für die Familie zu generieren, arbeitet Irene, ist jedoch in der Ehe diejenige, die sich außerdem um die Kinder und den Haushalt hauptsächlich kümmert.
Das Buch beginnt bereits mit der Frage, wann alles (die Ehekrise und die darauf folgende Scheidung) begonnen habe, und die Autorin entwickelt im ersten Drittel des Buches zunächst ein Bild von Irene und Adrian und ihrer zunehmenden Ehekrise. Es wird nicht ganz klar, welche Probleme die beiden haben, jedoch haben sich die beiden nicht viel zu sagen, Adrian hält sich fast ganz aus dem alltäglichen Leben, den Notwendigkeiten, den Sorgen und Nöten der Familie, heraus, Irene ist völlig damit beschäftigt, Beruf, Kinder und Haushalt unter einen Hut zu bringen. Adrian erhält ab und an kleine Rollen und erwartet, daß sich mehr oder weniger alles um ihn dreht.
Parallel erfährt der Leser, daß Adrian auf einer Feier bei Irenes bester Freundin Karen deren Schwester Frankie, die er schon lange kennt, plötzlich sexuell näher kommt. Er weiß, daß er sich von ihr fernhalten sollte, ist jedoch wie besessen von ihr, macht ihr Geschenke, will sich mit ihr treffen und hat dennoch wegen seiner Familie ein schlechtes Gewissen. Frankie versucht aus den gleichen Gründen zunächst Distanz zu halten, aber beide haben sich aufrichtig ineinander verliebt. Irene ahnt nach und nach, daß hinter dem veränderten Verhalten Adrians, der sich äußerlich plötzlich mehr um sich kümmert, eine andere Frau steckt, ist aber, als er ihr alles gesteht, dennoch total schockiert, v.a. weil sich alles unter ihrer Nase abgespielt hat und ihre beste Freundin auch noch davon wußte.
Adrian zieht aus, sie lassen sich scheiden, obwohl sie zunächst einen Versuch machen, die Ehe zu retten, der jedoch schnell scheitert, da Adrian statt – wie abgesprochen – zu einem Freund direkt zu Frankie zieht.
Irene ist am Boden zerstört, funktioniert nur noch. In den Sommerferien plötzlich kündigt Adrian an, daß er mit Frankie die Kinder mit auf eine Australienreise nehmen möchte. Irene ist natürlich nicht begeistert, stimmt aber wegen der Freude der Kinder zu. Noch nie war sie so lange komplett allein und die Sommerferien scheinen endlos lange zu dauern.
Da erreicht sie der Anruf ihres Halbbruders, der in Frankreich lebt und seine langjährige Freundin heiraten will und sie zur Hochzeit einlädt. Kurzentschlossen sagt Irene zu.
Die Reise wird sozusagen eine Reise in ein neues “Ich” …
Fazit
Bei diesem Roman handelt es sich – ohne, daß es auf dem Cover ersichtlich wird, um einen Roman über eine Frau in einer Lebenskrise, die sich jedoch wieder – auch mit der Hilfe anderer – aufrappelt. Wer als Leser einen spannenden Roman erwartet, ist daher hier falsch. Der Roman lebt von der Beschreibung eines Alltags und der Gefühle in der Lebensmitte einer verheirateten Frau, wie es wohl viele Menschen erleben. Daher können sich sicherlich viele Leser mit den Ängsten, Sorgen und der Wut der Hauptfigur Irene identifizieren.
Der Roman liest sich flüssig, die Sprache ist sehr ausgefeilt, das Vokabular der – britischen – Autorin umfangreich und differenziert, so daß das Lesen in dieser Hinsicht eine große Freude bereitet.
Die Charaktere bleiben jedoch – trotz der guten Beschreibung der Lebensumstände – seltsam farblos, bis auf wenige Stellen kann man sich als Leser nicht mit ihnen komplett identifizieren. Das ist schade, denn so ist das Buch leider keine Empfehlung dafür, ein weiteres der Autorin zu kaufen.
Phaswane Mpe: Welcome to our Hillbrow
Phaswane Mpe, der junge südafrikanische Autor, schrieb 2001 eine bissige Anklage auf die Fremdenfeindlichkeit und den Zustand der jungen südafrikanischen Gesellschaft. Die Ausschreitungen der Zukunft, abgebrannte Hütten der Zugewanderten aus Zimbabwe und Mosambik, Erschlagene und – wieder mal – Vertriebene konnte er nicht voraussehen. Seine warnende Stimme wurde jedoch, wen wundert es – wie gewöhnlich nicht gehört.
Inhalt
Mpe beschreibt das laute, bunte, pulsierende Viertel Hillbrow, ein ärmliches innerstädtisches Viertel von Johannesburg, Südafrika. Sein Parforceritt durch diese Wohngegendverschlägt einem den Atem, Mpe schreibt von den zerbrochenen Träumen der Jungen und ihrer Perspektivlosigkeit, von der Suche nach einem Zipfelchen Glück, von Geldmangel, von der Jagd nach Sex, nach Eroberungen und den tödlichen Kosten, die der lockere Umgang mit dem anderen Geschlecht mitbringt: AIDS. Mpe schreibt auch von dem Hass auf alle Fremden, die so wunderbar als Sündenböcke dienen können. Ein – weißer – Kollege des Protagonisten Refentse sagt einmal: Hillbrow war schon in Ordnung früher, bis die ganzen Nigerianer kamen und mit Drogen handelten. Aber Hillbrow ist auch voll Gewalt, Brutalitäten und voll Traditionen, die wie der Glaube, jede Krankheit und jeder unzeitliche Tod sei auf Hexen zurückzuführen, nur wieder Leid und Tod produzieren. Dieses Konglomerat aus Übeln und Leid, fast fröhlich und zynisch serviert, ist gegliedert durch immer wieder den gleichen Satz: Wellcome to our Hillbrow. Als Leser möchte man darauf verzichten.
Mpe adressiert den Anfang seines Buches an Refentse, Kind von Tiragalong. Auch Refentse ist ein Zuwanderer, allerdings nur aus dem nahegelegenen Dorf Tiragalong, aus dem viele nach Hillbrow und nach Johannesburg gekommen sind auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Refentse hat jedoch, anders als so viele andere, nicht vergessen, dass er ein Zugewanderter ist und somit eigentlich überhaupt nicht anders als die Menschen, die aus anderen Staaten des afrikanischen Kontinents stammen und die abwertend nur Makwerewere (unverständlich brabbelnde) genannt werden. Refentse wies immer wieder auf ihre Gleichwertigkeit hin, niemand jedoch wollte das hören. Auch Refilwe nicht, die Frau, die Refentse liebt. Das beruht jedoch nicht auf Gegenseitigkeit. Refentse liebt Lerato, zumindest solange, bis er sie und seinen besten Freund Sammy im Bett erwischt. Das war zu viel an Verrat. Refentse springt aus dem 20sten Stock. Der Autor spricht Refentse zu Beginn seines Romans an als den Gestorbenen. Hättest du nicht Selbstmord begangen, vielleicht hätte es dich gefreut, dass Südafrika den Fußball-Weltcup verloren hat. Sicher hätte es dich gefreut. Aber Refentse ist tot.
Refilwe, die ihn immer geliebt hatte, trauert. Aus der Liebe der beiden ist nie etwas geworden, weil auch Refilwe weitere Beziehungen hatte, in ihrem Fall mit vier anderen Männern. Refentse war auch Schriftssteller, er schrieb über eine Frau, die ihr libertäres Sexualleben mit dem AIDS-Tod bezahlt. Eine Vorwegnahme von Refilwes Schicksal? Refilwe fliegt nach Oxford, beginnt dort ein Studium und verliebt sich neu – in einen Mann aus Nigeria, der ihrem Refentse unglaublich ähnlich sieht. Beide müssen jedoch erfahren, dass sie schon lange mit dem HIV-Virus infiziert sind, unabhängig voneinander und bereits, bevor sie sich kennen lernten. Refilwe fliegt, mit dem nun nutzlosen Zeugnis in der Tasche, zum Sterben zurück nach Tiragalong. Sie will ihr Leben zu Hause beenden, obwohl sie die Kommentare ihrer Mitmenschen sehr wohl voraussieht. Und sie hat noch ein bisschen Zeit, über vieles, was Refentse gesagt hatte, nachzudenken. Vieles sieht auch sie jetzt anders.
Fazit
Ein teilweise zynisch-bösartiger, teilweise witziger und immer leicht zu lesender Kommentar zu den Übeln der südafrikanischen Gesellschaft. Mpe zeigt, dass er betroffen ist, dass er auf Besserung hofft, auch wenn er nicht daran glauben kann. Er selbst war nach Hillbrow gekommen, um in Johannesburg zu studieren und hatte mit Geldmangel zu kämpfen. Seine schnelle, harte Geschichte zeigt ein großes schriftstellerisches Tatent, es blieb jedoch sein einziger Roman. Mpe starb 2004 an einer ungenannten Krankheit, womöglich AIDS.
Light in Shadow von Jayne Ann Krentz
Zoe Luce arbeitet als Innendesignerin in einer kleinen Stadt in den USA, verfügt jedoch über eine Art “7. Sinn”, da sie Gefühle bzw. Erfahrungen, die ein Raum ausstrahlt, empfangen kann. So fühlt sie eines Tages bei der Besichtigung der Villa eines Mannes, der sagt, daß er sein Haus innen neu einrichten will, weil seine Frau ihn verlassen hat, daß in seinem Schlafzimmer etwas Schreckliches passiert ist. Für sie fühlt es sich so an, als würden die Wände “schreien”, außerdem fehlen das Ehebett und der darunterliegende Teppich, von denen der Hausherr behauptet, die Frau habe es mitgenommen.
Zoe berät sich mit ihrer Freundin Arcadia, mit der sie ein Geheimnis hat, das der Leser jedoch nicht sofort erfährt: beide waren gegen ihren Willen und obwohl sie geistig völlig gesund sind, in einer Nervenheilanstalt untergebracht gewesen, in denen man auch Experimente an den Patienten machte. Daraus waren die beiden geflohen und haben sich mit Hilfe einer neuen Indentität sich in der Kleinstadt Whispering Springs ein neues Leben aufgebaut und versuchen, so unauffällig wie möglich zu leben. Dennoch wendet sie sich nach dem Gespräch mit Arcadia an den Detektiv Ethan Truax, um herauszubekommen, ob ihr Eindruck richtig oder falsch ist. Er soll feststellen, ob die Frau in der letzten Zeit ihre Kreditkarten benutzt hat oder irgendwo gesehen wurde, d.h. ob sie noch lebt. Schnell stellt er fest, daß Zoe irgendwas verbirgt, führt aber den Auftrag durch und kommt zum gleichen Schluß wie Zoe, nämlich, daß die Frau ermordet wurde. Nur knapp rettet er Zoe vor dem Mann, der gemerkt hat, daß Zoe einen Verdacht gegen ihn hat und sie auch umbringen will. Nach der überstandenen Gefahr werden die beiden ein Liebespaar.
Parallel erfährt der Leser, daß der Manager der Nervenheilanstalt inzwischen erfahren hat, daß die beiden Ausbrecherinnen noch am Leben sind; sie hatten zunächst mit bei einem Unfall von 2 Frauen dort Spuren hinterlassen, die andeuteten, daß sie es gewesen waren, die umgekommen waren. Er schickt mehrere Angestellte los, um die beiden Frauen wieder einzufangen…
Kann Ethan Zoe helfen, und wie wird er reagieren, wenn er erfährt, daß sie nicht diejenige ist, die sie behauptet zu sein?
Fazit
Ein sehr gut geschriebener Thriller mit einem Schuß “Liebesroman”, der jedoch nicht das Hauptelement des Romans bildet. Die Autorin Krentz reiht sich ein in die Reihe der amerikanischen Erfolgsautorinnen wie Nora Roberts, Sandra Brown, Linda Howard, die fast alle gleich alt sind und in ähnlicher Weise Romane schreiben. Sehr lesenswert und spannend!
1,000 German Words von Berlitz Publishing
Bei diesem Buch handelt es sich um ein Bilderwörterbuch zum Deutschlernen für Kinder mit Muttersprache Englisch im Alter von 9-12 Jahren.
Auf 57 Seiten werden typische Alltagsszenen bzw. Themen auf Bildern dargestellt (ein Thema jeweils auf einer Doppelseite), von denen einige Gegenstände bzw. Eigenschaften und Tätigkeiten auf Deutsch und Englisch beschriftet sind. Es beginnt mit dem Thema “Familie”: auf dieser Doppelseite ist bspw. eine Familie abgebildet, die von einem Fotografen fotografiert wird, und dazu gibt es dann die Begriffe Mama, Tante, Baby, lächeln usw.; weiter hinten wird eine Partygesellschaft gezeigt mit einer Musikband, Menschen am Buffet usw. Es folgt das Thema “Küche”; auf dieser Zeichnung werden die typischen Küchengeräte, Möbel und Lebensmittel wie Ofen, Mikrowelle, Kühlschrank, Kekse, Toaster, abwaschen, kochen usw. gezeigt.
Weitere Doppelseiten beinhalten Themen wie Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad, Werkstatt, Geburtstagsparty, Einkaufszentrum, Supermarkt, Restaurant, Klassenzimmer, Zoo, Park, Rummel, Krankenhaus, Museum, Strand, Stadt, Kleinstadt, Bauernhof, auf dem Land, Bauernhof, Camping, Winter- und Sommersport, Ozean, Märchenwald, auf der Reise.
Abgerundet wird das Buch mit 2 Seiten zusätzlichen Vokabeln in Glossarform (Adjektive, Verben, Zahlen, Tage, Monate, Zeitangaben und nützlichen Wörtern) sowie einem Index Deutsch-Englisch von 5 Seiten zum Nachschlagen.
Die Bilder sind schön gezeichnet, die Bezeichnungen der zu lernenden Worte sind direkt neben/unter/über die jeweiligen Bilder geschrieben in einem mit weiß unterlegtem Kästchen.
Fazit
Die Berlitzmethode ist international weit verbreitet und sehr anerkannt. Entsprechend gute Qualität erwartet der Leser dann natürlich auch von einem Bilderwörterbuch für Kinder. Das Buch weicht jedoch von der eigentlichen Berlitzmethode ab, in dem nicht nur in der Zielsprache unterrichtet wird, sondern die Begriffe – wie in einem Wörterbuch – zweisprachig dargestellt werden. Dies hat sicherlich seinen Sinn, da man dadurch nicht versehentlich eine falsche Bedeutung lernt (was passieren könnte, da die die weiß unterlegten Kästchen mit den Bezeichnungen teilweise so eng nebeneinander liegen, daß man, wenn man das Wort nicht kennt, nicht weiß, ob bspw. “Pilot” jetzt für das ganze Flugzeug gilt oder eben nur für den Menschen, der vorn im Cockpit sitzt).
Dennoch ist die Methode nicht sehr konsequent. Die gewählte Darstellung, die Begriffe örtlich direkt bei dem Gegenstand oder der Tätigkeit zu schreiben, verhindert auch andere Möglichkeiten des Lernens. Wenn beispielsweise die zu lernenden Wörter und die dazugehörenden Gegenstände quasi aus dem Bild ausgeschnitten und als Auszug am Rand des Bildes wiederholt würden, könnte man die Kinder nach den Gegenständen auf dem Hauptbild suchen lassen und dabei parallel die Vokabel üben.
Auch ist das Glossar mit nur 5 Seiten und nur auf Deutsch deutlich zu klein. Es gibt keinerlei Hilfestellung für Grammatik oder beispielsweise eine Einführung in die – immerhin nicht ganz so einfache – Aussprache deutscher Wörter – alles Dinge, die einem erfahrenen Unternehmen wie Berlitz nicht passieren sollten.
Let´s Learn German Picture Dictionary von Marlene Goodman
Inhaltsbeschreibung
Let´s Learn German ist, wie der Titel bereits andeutet, ein Wörterbuch mit Bildern, die in Englisch und Deutsch beschriftet sind, damit, so die Zielgruppe, englische Kinder Deutsch lernen können.
In 32 Kapiteln, die jeweils auf einer Doppelseite dargestellt sind, werden verschiedene Themen dargestellt, beispielsweise: Unser Klassenzimmer, unser Haus, im Supermarkt, beim Arzt, Transport, Flughafen, Sport, Zirkus, Ozean, Menschheitsgeschichte, Formen, im Restaurant, Kleidung, aber auch Präpositionen, Formen, Zahlen, Verben usw.
Am Ende gibt es zwei Glossare/Indizes, einmal Deutsch-Englisch, danach Englisch-Deutsch mit jeweils 10 Seiten aller im Buch vorkommenden Vokabeln. Das Glossar für Deutsch-Englisch gibt darüber hinaus auch in Klammern die Aussprache der deutschen Wörter für die englischsprachigen Muttersprachler an.
Die Seiten und Themen sind in Form von Zeichnungen im Rahmen des jeweiligen Kontextes (als bei “Restaurant” bspw. wird ein Restaurant mit seinen Tischen, Gästen, Gerichten, Kellnern usw. gezeigt) dargestellt, die rund 2/3 der jeweiligen Doppelseite einnimmt. Am linken Rand und unten sind die meisten der in der Zeichnung vorkommenden Begriffe/Gegenstände dann nochmals abgebildet und mit ihrem englischen und deutschen Begriff bezeichnet. Bei Gegenständen werden im Deutschen die entsprechenden Artikel (der, die, das) ebenfalls angegeben.
Zielgruppe
Gemäß den Autoren des Buches ist es für Kinder im Alter von 4-8 Jahren mit Englisch als Muttersprache gedacht, die anhand der Bilder Deutsch lernen sollen. Da alle Begriffe jedoch zweisprachig angegeben sind, ist es genauso gut auch für deutsche Kinder zum Englischlernen verwendbar. Auch bzgl. des Alters ist eine frühere Verwendung, zum Beispiel schon ab 2 Jahren, aufgrund der dargestellten einfachen Themen völlig unproblematisch.
Funktionsweise
Das Buch kann auf sehr verschiedene Weise verwendet werden. Einerseits kann man die Kinder die Bilder/Szenen beschreiben lassen und dabei die einzelnen Begriffe erklären bzw. wiederholen. Genauso kann man den Kindern als Aufgabe geben, die am Rand und unten dargestellten Gegenstände auf dem großen Bild wiederzufinden (als Art Suchbild) und dabei die Vokabeln spielerisch üben. Und schließlich ist durch die beiden Glossare am Ende auch ein Nachschlagen der Vokabeln als Vorübung für richtige Wörterbucher möglich.
Fazit
Ein wirklich empfehlenswertes Buch für Kinder zum Deutsch oder Englisch lernen! Die Zeichnungen sind gut gemacht, die Begriffe wirklich sinnvoll ausgewählt, so daß bei Beherrschen aller Wörter der Wortschatz sehr gut ist. Dadurch, daß die zu lernenden Begriffe als Zeichnung und als Wort deutlich – außerhalb des Bildes – dargestellt werden, ist die Zuordnung auch sehr leicht zu machen, man lernt also nicht versehentlich ein falsches Wort. Der einzige Punkt, der verbesserungswürdig ist, ist, daß es gern etwas mehr Szenen aus dem täglichen Leben (bspw. Zähne putzen) hätten sein können, während man dafür auf sehr seltene Wortfelder (bspw. Menschheitsgeschichte) hätte verzichten können. Ansonsten jedoch für Beginner absolut empfehlenswert.
Niq Mhlongo, After Tears, Kwela Publ. (Südafrika) 2007
Niq Mhlongo’s After Tears wurde für drei südafrikanische Literaturpreise nominiert, der Autor gewann ein Drei-Monats-Stipendium in den USA, der Roman wurde hoch gelobt, der Autor von Interview zu Interview weiter gereicht. Das Buch hat gerade mal 220 Seiten und trotzdem bereitet es dem deutschen Leser nicht geringe Schwierigkeiten. Das beginnt schon beim Titel: Was soll das heißen, „after tears“? Nach dem Lesen des Buches ist man dann schlauer, die Tränen danach bezeichnen den „Leichenschmaus“, das Essen nach der Beerdigung! Aha! Bei anderen offenbar typisch südafrikanischen Bezeichnungen bleibt das Fragezeichen bestehen, trotz des kleinen Glossars, das nur selten weiterhilft. Was ist ein Spaza-shop? Snoek oder chomza? Und was ist bunny chow? Aber vielleicht muss man auch nicht alles wissen, und Lokalkolorit, Einführung in eine gesprochene, lebendige Sprache – durchsetzt mit Sesotho, isiZulu, Afrikaans und township-slang hat eben ihren Preis.
Inhalt
Mhlongos Held Bafana ist durchs Examen gerasselt, sein Jurastudium in Kapstadt endet mit einer Pleite. Da er eigentlich nicht weiß, was er nun tun soll, überlässt er sich seinem Heimweh und fährt nach Hause, nach Chiawelo, einem Teil von Soweto, Johannesburg. Hier weiß niemand, auch nicht sein Onkel und dessen Freunde, die ihn vom Bahnhof abholen, von seiner persönlichen Katastrophe. Sein Onkel nennt ihn stolz Advo, Kurzform für advocat, Rechtsanwalt und sowohl er, wie auch eine Reihe weiterer Freunde und Verwandte haben schon Vorschläge für die ersten Fälle, die Bafana gewinnen soll.
Dieser Onkel Nyawana, bei dem Bafana zuerst wohnt, ist ein unentwegt quasselnder, Whisky trinkender Kleinkrimineller ohne Job, geschieden und mit nur einem Bein. Er verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Verkaufen von Gemüse und besonderem Gemüse (Marihuana) an einem kleinen Verkaufsstand vor dem Haus. So schlecht geht das Geschäft gar nicht, denn junge, hippe Mädchen rauchen „dagga“, um so den Hunger zu betäuben und schlank zu bleiben. Onkels persönlicher Fall soll Bafanas erste Aufgabe als Rechtsanwalt werden, er soll die Eisenbahngesellschaft verklagen. Als junger Mann war Onkel Nyawana Taschendieb, an dem bewussten Tag stahl er einer Frau im Zug ihr Portemonnaie und als er besonders elegant vom Zug springen wollte, um – in erster Linie weibliche – Zuschauer zu beeindrucken, da ging das eben schief, er fiel unter den Zug: Bein ab! Dafür soll die Eisenbahngesellschaft jetzt Schmerzensgeld bezahlen und Bafana soll es eintreiben.
Es sieht so aus als hätte jeder einen Job für Bafana, und der muss sich schnell etwas einfallen lassen. Zuerst einmal erzählt er, dass er seine Prüfungsergebnisse und sein Diplom nur bekomme, wenn er das Geld bezahlt habe, das er der Universität noch schulde. Eine dumme Lüge, aber da niemand in seiner Familie Ahnung von Universitäten, von Bildung überhaupt hat, aber alle schon erfahren haben, dass immer und überall Geld verlangt wird, wenn man etwas will, wird die Lüge geglaubt.
Aber es dauert, bis Bafana endlich mit einer erheblichen Summe Geld nach Kapstadt in Bewegung gesetzt wird. Doch da hat er schon eine andere Lösung für sein Problem gefunden und kann großzügig mit dem Geld umgehen: ein neuer Bekannter besorgt ihm jedes gewünschte Dokument, gegen Cash natürlich. Bafana eröffnet also seine Kanzlei, findet schnell Kunden und setzt alles Erreichte wieder aufs Spiel, als er sich bereit erklärt, seine Studienfreundin Vee zu scheinehelichen. Vee ist aus Zimbabwe und hat es satt, alle drei Monate um ihre Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis zu zittern. Aber natürlich bricht Bafanas Lügengebäude zusammen, wie zu Erwarten wegen einer ganz dummen Nachlässigkeit. Und daran hat Onkel Nyawana Schuld, hätte er nicht volltrunken zum Jahrtausendwechsel noch einmal beweisen müssen, wie beweglich er auch auf einem Bein ist, wäre es nicht zu seinem Unfall gekommen; wäre der Strom nicht ausgefallen und hätte daher der Onkel nicht verlegt werden müssen, wäre er vielleicht nicht gestorben und dann hätte Bafana nach der Beerdigung vielleicht nicht sein echtes Zeugnis in der Hosentasche vergessen, in der Tasche der Hose, die seine Mutter beim Ausräumen des Hauses zum Waschen mitnahm. Das war das Ende von Bafanas kurzer Karriere.
Fazit
After tears legt die Gesellschaft von Chiawelo unter ein Mikroskop, wir beobachten die Charaktere, lachen über ihre Vermessenheit, ihre Suche nach dem ganz großen Geld, ihre Erfolge und Misserfolge, in die sich manches Mal ein kurzes Erschrecken einschleicht über die sozialen Fakten im township, über Mädchen, die mit Rauschgift ihr Gewicht halten wollen oder über solche, die unbedingt schwanger werden wollen, um so an Unterstützung vom Staat und Unterhalt vom Vater zu kommen, denn das hieße gesicherte Zukunft. Und da sind die, die auf jede mögliche Beerdigung gehen, um sich beim after tears den Bauch voll schlagen zu können, auch wenn ihre Mägen bei so viel fettem Essen dann den Gehorsam verweigern: ein Kaleidoskop der schwarzen Post-Apartheid-Gesellschaft, mit viel Empathie aber auch genauer Beobachtungsgabe beschrieben.
Der Roman ist schnell, respektlos, genau beobachtend, sehr witzig und unterhaltend geschrieben, ein kurzweiliges Vergnügen.
Rest in Pieces von Rita Mae Brown
Harry (Mary Minor Haristeen) ist eine junge, frisch geschiedene Frau, die als Postbeamtin in dem kleinen Dorf Crozet (Virginia) arbeitet, deren Lebensmittelpunkt jedoch ihre Farm – die sie nur mit Mühe unterhalten kann – und ihre Tiere, allen voran ihre Katze Mrs. Murphy und ihr Hund Tee Tucker sind. Beide Tiere verfügen über großen Verstand und Intuition und sie verstehen die Unterhaltungen der Menschen. Sie unterhalten sich untereinander, was die Autorin in Form von wörtlicher Rede, die jedoch nur die Tiere verstehen, widergibt.
Im Postamt arbeitet sie gemeinsam mit der Witwe ihres Vorgängers, einer liebenswert-schrulligen alten Dame, Mrs. George Hogendobber. Das Postamt, wie in vielen Dörfer, der Dreh- und Angelpunkt für Klatsch und Tratsch. Ganz frisch in das Dorf gezogen ist nun Blair Bainbridge, ein männliches wohlhabendes Fotomodell, der Ruhe und Abgeschiedenheit von seinem anstrengenden Jet-Set-Beruf sucht, da er eigentlich sehr bodenständig ist. Er hat die Farm neben Harry gekauft, und die beiden freunden sich schnell an. Dies gefällt ihrem Exmann, einem begnadeten Veterinärmediziner, überhaupt nicht, denn er würde gern seine Exfrau zurückgewinnen.
Als plötzlich auf einer lokalen Feier in einem zum Wettbewerb ausgestellten Riesenkürbis Leichenteile (daher der Romantitel “Rest in Pieces”) auftauchen, fragt sich die kleine Gemeinde natürlich wer der Mörder gewesen sein könnte, und da sind neue Mitbürger natürlich schnell im Verdacht. Der Tote kann jedoch nicht identifiziert werden, aber Harrys Tiere, die natürlich wissen, daß es sich bei dem Mörder nicht um Blair handelt, verfolgen eine Spur und bringen sich und ihr Frauchen in Gefahr, denn der Mörder treibt weiter sein Unwesen.
Fazit
“Rest in Pieces” ist der zweite Band aus der Reihe der Autorin um “Mrs. Murphy”; die Romane leben vor allem von den Dialogen der vorwitzigen Tiere, die alles besser wissen und sich permanent fragen, warum Menschen so sonderbar sind, das Offensichtliche nicht verstehen/riechen/hören, und warum sie sich das Leben so schwer machen. Auf den zweiten Blick fällt dem Leser jedoch die unglaubliche Wortvielfalt und die gehobene Sprache der Autorin auf. Es ist kein plattes Englisch, sondern es werden Fachwörter der jeweiligen Bereiche (Farm, Pferdezucht usw.) verwendet und Synonyme der verschiedenen Wörter, um Wiederholungen zu vermeiden. In dieser Hinsicht hebt sich der Schreibstil der Autorin sehr wohltuend von anderen Krimiautoren ab. Rita Mae Brown verarbeitet in der Figur der Mrs. Murphy zudem ihre eigenen Erfahrungen und ihre Liebe zu ihrer eigenen Katze. Dies geht soweit, dass ihre eigene Katze Sneaky Pie Brown offiziell als Co-Autorin auf dem Buchcover dieser Reihe genannt ist! Eigenwillig, aber erfrischend anders!
Petite promenade littéraire – Haben alle ihre Wanderstiefel an
Wer kennt es nicht: gelernt, gekonnt, vergessen. So laufen die meisten Sprachkurse ab. Nachdem Vokabeln gelernt wurden, Dialoge ausgearbeitet wurden usf bleibt meist von der erlernten Sprache nichts mehr übrig und alles rostet immer mehr ein. Gerade um diesen Verfallsprozess zu durchbrechen fand ich mich in der Buchhandlung meines Vertrauens wieder und blickte zunächst auf eine Lehrbuchfront. Doch dazwischen fand sich eine Reihe “dtv zweisprachig”. Es stellte sich so da, dass auf der einen Seite die französischen Originale zu lesen sind und bei Übersetzungsschwierigkeiten auf der anderen Seite die entsprechenden deutschen Pendants stehen. Ideal scheinbar um seine Sprachkenntnisse mit französischen Klassikern am zündeln zu halten.
Aufbau
Soweit so gut, denn selbst wenn man der Sprache mächtig zu sein scheint kann man nicht alles wissen und dann kann es nur hilfreich sein, dass diese kleine Gedächtnisstütze einem hilfreich zur Seite steht. Man muss natürlich dabei aufpassen nicht in die ständige Spick-Variante zu verfallen, so dass man nur liest und keine Eigenleistung mit reinbringt. Das viel mir manchmal etwas schwierig aber grundsätzlich ist der Aufbau des Buches sehr zu Empfehlen.
Inhalt
La Fontaine, Molière, La Bruyère, Voltaire, Rousseau, Balzac, Hugo und viele andere finden sich in diesem kleinen Werk mit Exzerpten wieder. Die längsten Passagen umfassen 2 Seiten (respektive 4, wenn man die Übersetzung mit reinrechnet). Also kann der geneigte Leser kurz und knapp Auszüge der Hauptwerke der Autoren nachlesen, in den Originalsprachen. Die Knappheit empfand ich aber zusehens als etwas schwierig, da man leider nicht so viel innere Schlüssigkeit in den Exzerpten finden konnte. Das heißt, dass man immer wieder in die Inhalte geworfen wird ohne wirklich zu verstehen. Das hat dann zwei Folgen: erstens Lesedynamik aber zweitens relative Unkenntnis über die eigentlichen Werke. Hier wäre es wahrscheinlich von Vorteil, wenn man kurze Inhaltszusammenfassungen oder einen Kapitelüberblick voranstellen würde, um mehr aus dem gelesenen herausfiltern zu können.
Fazit
Alles in allem ein guter Anfang und Übung um die Sprache weiter zu festigen, vielleicht sogar zu erweitern aber eben auch nicht mehr. Wer wirklich an den Werken als solche interessiert ist sollte sich womöglich die Einzelwerke zulegen. Etwas negativ empfand ich auch die Übersetzungen, da ich manchmal das Gefühl hatte, dass die gewählten deutschen Worte den Sinn und den Charakter etwas ausgeblendet haben, wodurch viel Charme des geschriebenen verloren ging. Trotz der Kritik denke ich, dass die Intention des Buches gut umgesetzt wurde, so dass man einerseits seine Kenntnisse festigen kann aber auch in die französische Lesekultur einen Einblick bekommt.
Death Echo von Elizabeth Lowell
Emma Cross, eine ehemalige CIA-Agentin, arbeitet für die private Organisation “St. Kilda”, die sich auf Verbrechensaufklärung spezialisiert hat und über einflußreiche Mitarbeiter verfügt. Sie wird beauftragt, die Yacht “Blackbird” innerhalb von einer Woche zu finden, da sonst eine nationale Katastrophe drohe. Diese Yacht wurde gerade mit einem Containerschiff aus Asien in die USA gebracht, wo sie vor der Auslieferung an den Eigentümer in einer Werkstatt noch mit elektronischen Geräten fertig ausgerüstet werden soll. Keiner der Beteiligten weiß oder gibt dies zumindest vor, worin genau die Gefahr besteht, die von der Yacht ausgeht. Das Schiff wird von einem Transitkapitän, Mac, einem ehemaligen Soldaten, ausgeliefert. Schon bald stellt Emma fest, daß Mac sich nicht nur sehr gut mit Schiffen auskennt, sondern auch für die weitere Arbeit ein sehr wertvoller Partner sein kann, und daher wird Mac von ihr für St. Kilda rekrutiert.
Durch eine Zufall, da der eigentlich für die weitere Auslieferung vorgesehene Kapitän ermordet wird, wird Mac für die Überbringung der Yacht an den Bestimmungsort beauftragt. Um Emmas Anwesenheit zu rechtfertigen, gibt sich diese als dummes naives Blondchen aus, daß einen Vergnügungstrip mit dem gutaussehenden Mac machen will. Schon bald finden die beiden heraus, daß sie verfolgt werden und es offenbar Wanzen an Bord gibt, die ihren Aufenthaltsort bekannt geben – jedoch nicht nur einer Partei, sondern mehreren, da es sich um verschiedene Wanzen handelt. Bald mischt sich neben der Mafia einiger ehemaligen sowjetischen Republiken auch das FBI ein. Bei dem Gespräch mit einem hohen FBI-Beamten, der das Schiff aus politischen Motiven unter seine Kontrolle bekommen möchte, wird die vorher von den beiden so gut versteckte Yacht von einem der Verbrecher entdeckt und auf den Meeresboden versenkt – offenbar hatten die beiden eine Wanze nicht entdeckt…
Fieberhaft machen sich die beiden auf die Suche nach der ein Jahr früher fertiggestellten Zwillingsyacht “Black Swan”, deren Existenz und Verschwinden nun einen Sinn ergibt. Sie schaffen es, diese Yacht aus den Händen der Gangster zu befreien, wissen aber nicht um die tödliche Gefahr, die nun mit ihnen fährt…
Fazit
Obwohl der Aufhänger der Geschichte (eine Agentin, die nicht länger Alara heiße - ihr aktueller Name wird jedoch nicht genannt-, nimmt Kontakt mit dem für St. Kilda arbeitenden Botschafter Steele auf und beauftragt die Organisation, eine Yacht zu finden, bevor die Frist von 7 Tagen abgelaufen ist, weil sonst eine Gefahr für die USA drohe) nicht sehr realistisch ist, wird die Handlung sehr schnell nicht nur spannend, sondern auch sehr unterhaltsam. Dies liegt vor allem an den sehr sympathisch und menschlich beschriebenen Hauptakteuren Emma und Mac, die sich nicht nur gegenseitig sehr gut ergänzen, sondern auch witzige und sehr clevere Wortwechsel liefern und dabei ein Verständnis füreinander aufbringen, als würden sie sich nicht erst seit wenigen Tagen kennen. Die Dialoge sind so gut geschrieben, daß man als Leser versucht ist, diese aufzuschreiben und auswendig zu lernen.
Der Handlungsverlauf und die Aktionen aller Akteure sind sehr realitätsnah geschrieben. Alle Akteure verfügen zwar über eine sehr gute High-Tech-Ausrüstung, aber es handelt sich nicht um Supermenschen, sondern um Menschen, die auch Fehler machen und Menschen, deren körperliche Leistungsfähigkeit zwar beeindruckend aber nicht unendlich ist. So fügt die Autorin beispielsweise Kleinigkeiten ein wie die Tatsache, daß Emmy ihr Handy an Bord in eine Plastiktüte steckt, damit es nicht naß wird oder an anderer Stelle nimmt Emma zwei Tabletten, eine gegen Seekrankheit und eine zum Aufputschen, denn sonst müßte sich der Leser wundern, warum die beiden quasi ständig im Einsatz sind. Diese Dinge sind so geschickt in die Handlung eingebaut, daß der Leser sich an jeder Stelle der Handlung vorstellen kann, daß diese wirklich so abläuft.
Absolut empfehlenswert – ein super Pageturner und sicherlich das bisher beste Buch der Autorin!
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