‘Bücher’
C’est tout à moi! ou 10 trucs pour arriver à tout se procurer und Alles meins! Oder 10 Tricks, wie man alles kriegen kann
CD: Spielerisch Französisch lernen mit dem kleinen frechen Raben! von Nele Moost und Annet Rudolph
Die Geschichte des Hörbuchs wurde von Jean René und Joachim Kaps gesprochen. Die CD enthält außerdem noch zwei Lieder: “Coquin petit corbeau” und “Frecher kleiner Rabe”. Die Komposition ist Ulrich Maske zu verdanken. Neben der Version mit den Liedtexten gibt es auch eine Playbackversion zum Selbersingen.
Jean René
ist als Kinderliedermacher in Frankreich bekannt. Er wurde 1953 in Châtillon-sur-Chalaronne geboren. In seiner Kindheit lernte er bereits klassische Gitarre und wurde später Leherer.
Nachdem er eine Österreicherin heiratete gab er das Unterrichten auf und widmete sich ganz dem Liederschreiben. 1980 wurde sein Sohn Frederik geboren und zwei Jahre später Pierre.
Für sie schrieb er viele Lieder. Er gründete den Verlag “Crayon Bleu” 1985 um seine Lieder und Spektakel so veröffentlichen zu können, wie es ihm gefiel. Er schrieb sogar einen Kriminalroman.
Joachim Kaps
wurde am 03. November 1952 in Görlitz geboren. Er hat sich als deutscher Schauspieler und Synchronsprecher einen Namen gemacht. Zunächst studierte er an der Schauspielschule in Berlin.
Er war an verschiedenen Bühnen tätig bis er Kindersendungen und andere Rollen im Fernsehen übernahm. Er hat auf Grund seiner markanten Stimme viele Anfragen als Synchronsprecher, Sprecher von Hörbüchern und in Hörspielen sowie in der Werbung bekommen.
Inhalt
Der “Kleine Rabe”, der den meisten Kindern ja bestens bekannt sein dürfte, motiviert mit dieser CD Kinder im Vor- und Grundschulalter Französisch und Deutsch zu lernen. Die CD ist komplett zweisprachig und enthält auch Vokabellisten mit Bildern im Booklet als Übersetzungshilfe.
Der Muttersprachler Jean René macht die Kinder mit den wichtigesten Begriffe bekannt. Das Hörspiel handelt von Freundschaft und animiert das Teilen mit anderen zu lernen.
Das ganze wurde mit viel Humor inziniert, so dass der Spaß am Lernen nicht zu kurz kommt. Die gleiche Geschichte liegt auch schon als Raben-Hörbuch “It’s all mine – Alles meins” in englisch vor.
Fazit
Das vorliegende Hörspiel entstand in Anlehnung an das gleichnamige Buch aus dem Esslinger Verlag. Es ist lustig gestaltet, so dass die Kinder mit Freude zuhören.
Die beiden bekannten Sprecher, die bei den Kindern als Liedermacher bzw. aus dem Fernsehen beliebt sind verleihen dem Hörspiel eine besondere Note.
Dadurch das es komplett bilingual deutsch und französisch aufgebaut ist, besteht die Möglichkeit, das intuitive Erlernen beider Sprachen zu fördern.
Es eignet sich daher besonders für zweisprachig aufwachsende Kinder oder aber solche, die einmal eine zweisprachige Schule besuchen wollen.
TING: Tiere auf dem Bauernhof: Ein Buch zum Lesen, Lernen und Hören von Janine Scott
Neu: jetzt mit interaktiven Spielen!
Entstehung
Das Buch wurde zuerst bei Weldon Owen auf englisch verlegt. Den Text schrieb Janinie Scott. Für die deutsche Ausgabe, die 2012 beim Christophorus Verlag erschien übersetzte Annalena Heber.
Neben der Redaktion, Druck, Satz und Illustration leistete zusätzlich noch das Tonstudio “Die Klangmacher” zur Entstehung des Buches ihren Beitrag.
Inhalt
In dem Kinderbilderbuch werden die Tiere des Bauernhofes vorgestellt. Das Buch ist in sechs Kapitel unterteilt. Jedes umfasst eine Doppelseite.
Das erste Kapitel erklärt ganz allgemein, was ein Bauernhof ist und zeigt alle Tiere gemeinsam, die man dort finden kann.
Die folgenden Kapitel widmen sich je einer Tierart: den Schafen, den Hühnern, den Rindern, den Gänsen und den Schweinen.
Die Kinder erhalten viele Informationen in einfachen Texten. Man erfährt, was die Tiere am liebsten fressen, wo sie leben und zu was sie nützlich sind, das heißt weshalb sie gezüchtet und gehalten werden.
Zusätzlich werden besondere Rassen erwähnt und ihr spezielles Aussehen in Text und Bild dargestellt. In den farbig unterlegten Kästchen “Wissen mit Biss” gibt es zu jedem Tier eine Zusatzinformation, zum Beispiel wieviele Arten von Schafen es auf der Erde gibt, welche Lautäußerungen Gänse im Vergleich mit Enten machen, wann Hennen mit dem Eierlegen beginnen, wie lange Kühe Milch geben oder wieviel ein ausgewachsenes Schwein wiegt.
Außerdem finden sich auf machen Seiten noch Exkurse zu bestimmten Themen, die mit dem beschriebenen Tier in Beziehung stehen. Es wird auf die Kämme der Hühner eingegangen, es werden die Lebensmittel, die aus Milch hergestellt werden, gezeigt und die Großfamilie der Schweine beschrieben.
Ganz am Ende befindet sich noch ein Stichwortregister mit zwölf Stichworten, hauptsächlich Tieren aber auch ihren Produkten oder Charakteristika. So erlernen bereits kleine Kinder, wie man später solche Listen zum schnellen Finden bestimmter Informationen nutzen kann.
Auch in diesem Buch ist die neue Ting-Technologie integriert. Durch Antippen von Bildern oder Wörtern mit dem Stift wird man in die Welt des Buches mitgenommen, hört Geräusche, Sprache oder kann an interaktiven Spielen teilhaben.
Gleichzeitig motiviert die Nutzung des Ting-Stiftes die Kinder zum Lesen, da sowohl einzelne Worte als auch Texte im Großdruck mitgelesen werden können. So können die Kinder spielend das Lesen üben.
Fazit
Es liegt ein schönes Buch über die Tiere des Bauernhofes vor.
Kindergartenkinder erhalten damit viele Informationen über die Tierarten und ihre Lebensweise.
Besonders interessant ist das Buch nicht nur durch die Fotos, die die Tiere naturgetreu darstellen sondern durch die interaktiven Möglichkeiten, die der Ting-Stift bietet für den das Buch ausgestattet ist.
Walter Smerling (Herausgeber): Per Kirkeby Maler Forscher Bildhauer Poet
Das Buch ist im Jahre 2012 im Wienand-Verlag erschienen. Es umfaßt 144 Seiten. Das äußere Erscheinungsbild ist sehr bunt. Auf den Buchdeckeln wird nämlich ein Bild des dänischen Künstlers von Rang gezeigt und zwar über die ganze Fläche hinweg.
Das MKM Museum Kuppersmühle für moderen Kunst liegt am neu gestalteten Duisburger Innenhafen. Es zeigt die Ausstellung “Per Kirkeby Maler Forscher Bildhauer Poet” in der Zeit vom 16. März bis 28. Mai 2012. Dieser Text beschreibt den dazugehörigen Ausstellungskatalog.
Eine Inhaltsangabe
Was gibt es in diesem Ausstellungskatalog zu sehen? Der Großteil des Buches zeigt auf seinen Farbbildern die ausgestellten Bilder. Auf den Seiten 53, 56 und 61 nähert sich Lars Morell in einem Aufsatz der Kirbeby`schen Kunst an.
Es ist schon etwas verwirrend, daß der Text nicht auf drei aufeinanderfolgenden Seiten zu finden ist, sondern der Leser erst einmal suchen muß. Der Text ist eine kunstwissenschaftlich-theoretische Auseinandersetzung mit dem Kirkeby`schen Werk. Er ist offensichtlich für ein Fachpublikum gedacht.
Ähnlich verhält es sich mit dem Aufsatz von Rudi Fuchs auf den Seiten 43 – 45. Er interpretiert das Bild auf Seite 42.
Siegfried Gohr ist der Kurator der Ausstellung. Nach dem Vorwort von Walter Smerling bietet er unter Überschrift “Kirkeby-Stichworte” eine Annäherung an Kirkeby, dem dänischen Künstler und sein Werk.
Dem neueren Werk, um genau zu sein. Gohr vermeidet hier unverständliche wissenschaftliche Fachausdrücke, so daß auch der interessierte Laie den Ausführungen folgen kann.
Ein grundsätzliches Interesse an der vorgestellen Kunst vorausgesetzt sollte sich der geneigte Leser schon die Zeit nehmen, den Text zu lesen. Man kann Gohr durchaus das Kompliment machen, hier einen gut verständlichen, interessanten und sicherlich auch lehrreichen Text geschrieben zu haben.
Ab Seite 19 gibt es Auszüge aus einem Ateliergespräch zwischen Per Kirkeby und Siegfried Gohr. Es fand am 22. September 2011 statt. Es läßt ein wenig den Charakter, die Persönlichkeit des 73jährigen lebendig werden. Eine Biographie von ihm ist am Ende des Ausstellungskataloges enthalten.
Eine Beurteilung
Ich selbst habe die Ausstellung im Rahmen einer Pressevorbesichtigung gesehen. Die Feststellung, daß der Ausstellungskatalog sie gut wiedergibt, ist hier eher rhetorisch gemeint.
Ausstellungskataloge gibt es wie Sand am Meer. Sie sollen die jeweilige Ausstellung zeigen. Sie tun es mal mehr und mal weniger gut. Dieser Ausstellungskatalog besitzt einen gewissen Charme.
Er zeigt hübsch anzusehende Kunst. Und bietet, wie oben beschrieben, die dazugehörigen Fachinformationen, die auch für einen durchschnittlichen Museumsbesucher geeignet sind.
Das Fazit
Ein Fazit ist, zumindest aus meiner persönlichen Sicht, leicht gezogen. Es ist ein durchaus gut gelungenes und brauchbares Werk.
Anton Moortgart: Die Kunst des alten Mesopotamien Sumer und Akkad
Das Buch ist im Jahre 1982 im DuMont Buchverlag aus Köln erschienen. Es ist 252 Seiten dick.
Die Inhaltsangabe
Das vorliegende Buch ist die Neuauflage eines Buches aus dem Jahre 1967, das damals auch die Kunst Babylons und Assus enthielt. Dieser babylonisch-assyrische Teil wird in der Neuauflage von 1982 in einem eigenständigen Buch wiederveröffentlicht. Die Erstausgabe war ein “Standardwerk der vorderasiatischen Archäologie”, wie die Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel berichtet. Es wurde auch ins Englische und Arabische übersetzt.
Folgt man der Inhaltsangabe, ist die Zielrichtung des Buches eindeutig. Das Buch “will das Verständnis für die Bedeutung der klassischen Kunst des alten Mesopotamiens vertiefen. Es ist eine Kunstgeschichte, die sich ebenso an die Fachleute wie den interessieren Laien wendet”. Dabei sollen auch vor allem jüngere Leute angesprochen werden.
Der Verlag
Den Verlag habe ich ja schon an anderer Stelle vorgestellt. Daher werde ich an dieser Stelle nicht weiter auf ihn eingehen.
Der Autor
Der Werdegang Anton Moortgarts erscheint mir da schon wesentlich interessanter. Moortgart (1897 – 1977) stammt ursprünglich aus Antwerpen. Sein Studium der Klassischen Archäologie, Alten Geschichte und Klassischen Philologie schloß er 1923 mit der Promotion ab.
In der Folgezeit war er wissenschaftlicher Assistent an der Max Freiherr von Oppenheim-Stiftung, ab 1929 an der Vorderasiatischen Abteilung der Staatlichen Museen Berlin.
Ab 1937 war er dort Kustos und Honorarprofessor an der Friedrich-Wilhelm-Universität. Ab 1948 ist er Ordinarius an der Freien Universität. In den Jahren 1955 bis 1976 leitete er die Ausgrabungen von Tell Fecherije, Tell Ailun und Tell Chuera in Nordostsyrien.
Das vorliegende Buch ist nicht das einzige Buch, das Moortgart veröffentlichte. Er ist seit den 1930er Jahren immer wieder als Autor in Erscheinung getreten.
Die Besprechung des Buches
Das vorliegende Buch ist zweigeteilt. Ergänzt durch diverse Zeichnungen und Schwarzweißfotographien beschreibt Moortgart die Kunst der Sumerer und Akkadier. Dieser Teil liefert nicht nur Faktenwissen.
Er teilt uns auch sehr viel über den Autoren mit. Da ist jemand mit Leib und Seele Archäologe und Wissenschaftler.
Dieser Kenntnisreichtum, diese Detailverliebtheit, dieses Interesse an weit zurückliegenden Ereignissen, diese Genauigkeit – wer keinen Bezug zur Kunst Mesopotamiens hat, wird sich keinesfalls so intensiv mit einer Kunst beschäftigen, die bestenfalls in altertumsbezogenen Museen zu finden ist.
Der zweite, etwas weniger umfangreiche Teil ist dann der Bildteil. Hier wird die Kunst der Sumerer und Akkadier ohne verbale Beschreibung oder Kommentierung vorgestellt. Die Bilder sind leider alle in schwarzweiß – in Farbei wäre der Anblick bestimmt schöner gewesen.
Das Fazit
Das Wissen, das hier vermittelt wird, ist ein Spezialwissen, das deutlich jenseits des Schulwissens liegt. Ohne Vorkenntnisse und ein vertieftes Interesse am Thema lohnt es sich nicht, zu dem Buch zu greifen.
Lustiges Taschenbuch Premium – Der neue Phantomias
Zurück aus der Zukunft
Die LTB-Reihe Premium hält seit ihrem Bestehen genau das, was sie verspricht, nämlich Premiumqualität. Nun gut, hiermit ist erst der zweite Band erschienen, aber die fast vierhundert starken Seiten beweisen, dass der erste Band einen würdigen Nachfolger gefunden hat, der auch thematisch dem Vorgänger nahe kommt.
Wir erinnern uns: Im Rahmen einer konzertierten Aktion versammelte das stellare Knuddelwesen Gamma damals die Superhelden und jene, die es werden wollten (neben Phantomias, Phantomine und Supergoof auch herrlich gestaltete Heldenkostüme für Franz oder Gustav Gans), um gegen die bösen Sieben anzukämpfen, in denen sich auch die Gegner in der Luxusvariante zusammengetan haben.
Ein an Marvel-Comics erinnerndes Epos mit ultralangen und spannenden Geschichten, großartigen Kolorierungen und einem Gefühl von Weltliteratur in der Hand, bedankte man sich aufs Herzlichste für die gute Unterhaltung.
Und nun Premium reloaded, abermals heldenhaft und interstellar, dieses Mal aber ausschließlich mit Phantomias alias Donalds Egoshooter in der Hauptrolle.
Scheinbar monatelang sind die Neffen auf Pfadfinderurlaub, steckt Dagobert seine Nase in allzu wichtige Geschäfte, lässt sich Gustav vom Glück befriedigen. So bleibt Platz und Raum für den maskierten Rächer und ganz neue Kreaturen, die diese acht Geschichten (die ersten fünf davon als legendäre Sammlung der italienischen Originalautoren, die letzten drei als liebevolle Anhängsel und Kurzgeschichten) richtig spannend und aufregend machen.
Als Partner, wie seinerzeit das Gehirn in Captain Future, bekommt Donald Eins an seine Seite gestellt. Ein waberndes, elektronisches Mastermind mit technischer Raffinesse, allsehenden Augen und perfekten Superwaffen; James Bond und sein Q lassen grüßen.
Ebenfalls zu den Guten zählt die Zeitpolizisten Klarissa, die just aus jener Periode aufgetaucht ist, die besonders dem Bösen in dieser Geschichte die Grundlage gab. Die Evronianer oder der Plünderer sind dem zuzurechnen, nur der schleimige Journalist Konrad Kiwi (der tatsächlich aus Australien stammt!) ist in Entenhausener Echtzeit gegenwärtig.
Und alle und noch ein paar mehr haben es natürlich auf Macht, Reichtum und nebenbei auf die Zerstörung des Helden abgesehen.
Apropos Zerstörung. Die Evronianer in ihrem äußeren Erscheinungsbild und Auftreten gehören schon ganz eindeutig in die Ecke Comicgrusel, wie überhaupt diese Geschichten so spannend und aufregend sind, dass sie es gut und gerne mit den bekannten Jugendklassikern amerikanischer Großstadtszenarien aufnehmen können.
Einzig die italienische Schmiede und der orangene Schnabel verweisen hier auf das Ducksche Credo. Es ist aber gar nicht verkehrt, genau jenes auch mal ein wenig auszureizen und neue Pfade zu betreten, genau dafür bieten sich die Premiumbücher ja an.
Fazit:
Auch für den Preis ein absoluter Volltreffer auf dem Comicmarkt. Wer Disneys Figuren liebt, darf hier einmal eine ganz besondere, spannende und vor allen Dingen vortrefflich gezeichnete Serie erwarten.
Wie sich allein die Panels im Laufe der Geschichten verbiegen, anordnen und strukturieren ist aller Herren Comiczeichner wert. Freunde der Helden und der Science Fiction kommen darüber hinaus mit fabelhaften Wesen aus einer anderen Zeit auf ihre Kosten, über allen thronend und nebenbei auch immer wankend, der kurzzeitig in den einhundertersten Stock des neuen Ducktowers umgezogene Phantomias.
Ein ganz aufregendes Comicvergnügen, das einen buchstäblich in eine andere andere Welt trägt.
Knallkopf Wilson – Mark Twain
Ironische Versklavung
Mark Twain wird nicht nur wegen seiner großartigen schriftstellerischen Erfolge besonders geehrt, nein, ihm ist auch ein besonderes astronomisches Schicksal widerfahren, was nicht viele Menschen von sich behaupten können.
Denn kurz nach seiner Geburt stand der Halleysche Komet am Himmel, der sich just viele Jahrzehnte später das erste Mal wieder für irdische Bewohner präsentierte, als Twain das Licht des Lebens aufgab.
Eine herrlich stellare Synchronizität, aber nicht unbedingt eine Steilvorlage für Twains Oeuvre. Denn er war gewiss kein Visionär, kein alchemistischer Seher oder ein philosophischer Tiefschürfer. Nein, Twain war einfach nur göttlich komisch und manchmal auch ein bisschen sarkastisch.
Im Lübbe Audio Verlag ist eine Kriminalkomödie erschienen, die sich am Mississippi zugetragen hat, und die, wie man schon am Ort des Geschehens erkennen mag, ganz eindeutig die Handschrift des großen amerikanischen Literaten Mark Twain trägt.
Bekannt für Tom Sawyer und Huck Finn, für Südstaaten-Walzer, Europabesuche, Schifffahrtsdampfer und gezwirbelte Wortspielereien, die nicht von ungefähr an den Bart des schelmischen Autors erinnern.
Knallkopf Wilson ist fünf CDs lang, in einer stilvollen Papp-CD-Box eingebettet und ein Bravourstück amerikanischer Selbstbeobachtung. Keiner kann so meisterlich den spitzen Zeigefinger heben, ohne dabei streng und mahnend daherzukommen, sondern doppeldeutig clever und smart wie ein Fuchs beim Schnüren.
Dawsons Landing ist der Schauplatz der Geschichte und der von den Bewohnern als Verrückter abgestempelte Jurist Wilson wird im späteren Verlauf der Geschichte ein amüsantes Verwechslungsspiel aufdecken.
Zuvor aber stehen Sklavinnen und Nigger, das Religions-, Ehr- und Sozialgebilde schwer protestantischer Kleinstädte des 19. amerikanischen Jahrhunderts im Vordergrund.
Das wäre an sich vielleicht traurig oder aber erschreckend langweilig, nicht aber wenn Twain den Beobachter spielt und den Novellist gibt.
Mit unpathetischer Größe verweist er alle Freidenker, Machtherrscher, Ausbeuter und Unterdrückte in ihre Schranken und lässt einzig und allein das Recht gesunder und einfacher Werte zu, denen sich der allzu kleine Mensch doch besser hingeben möge, als dem großspurigen und egozentrischem Wichtiggetue.
Unprätentiös ist der schöne Nenner, den Twain seinen Charakteren durch die Blume mitteilen will, auch wenn sie häufig genau das Gegenteil darstellen.
Einzig der Knallkopf Wilson entspricht wohl am ehesten dem Schriftsteller Twain, vor allen Dingen ersichtlich an den amüsanten Kalenderzitaten und Anekdoten, die den einzelnen Kapiteln voranstehen; der rezitierte Kalender von Wilson darf am ehesten aus dem Twainschen Oeuvre schöpfen.
Fazit:
Ein toller Roman, ein Stück amerikanischen Kulturgutes, ein Fass voll mit subtilem Witz und weinverliebter Beschwingtheit, mit Missouris großem Fluss und mit Heiko Deutschmann, der überzeugt als Sprecher: mit viel Verve und Leidenschaft, mit Witz und Ironie, genau jenen Tugenden also, die Twain in seinen Romanen so hochhielt, präsentiert er den Knallkopf, der schlussendlich der wahre Held des Lebens ist.
Samuel Langhorne Clemens, so hieß Twain mit bürgerlichen Namen, hätte an dieser Interpretation sicher seine Freude gehabt und süß schmunzelnd in sich hinein gelächelt.
„Nur ein Jahr, Jessica“ von Berte Bratt
Inhalt
Jessica hat gerade eine wichtige Prüfung in ihre Medizinstudium bestanden, da kommt eine Hiobsbotschaft von ihren Eltern: Diese müssen ihr Geschäft verkaufen und können Jessica vorerst nicht mehr finanziell unterstützen. Jessica muss daher ihr Studium ein Jahr lang aussetzen.
Jessica ist natürlich traurig darüber, doch ihr Freund muntert sie schnell wieder auf und schlägt vor, sie solle in diesem Jahr in einem Haushalt als Köchin arbeiten, da sie ein unglaubliches Talent am Herd hat. Geagt, getan. Jessica verschlägt es nach Frankfurt, wo sie für ein reiches Ehepaar die Köchin spielt. Der Hausherr ist den ganzen Tag unterwegs und ein freundlicher, älterer Herr.
Seine Frau ist sehr jung und hübsch, allerdings vollkommen unfähig und geistig unbedarft. Ihre merkwürdigen Ideen und Handlungen treiben Jessica oft an den Rand der Verzweiflung. Zum Glück lernt sie die Familie Grather kennen und freundet sich mit Mutter Bernadette an, die Jessica bei ihren Problemen hilft.
Doch da erfährt Jessica, dass ihr Freund mit einem anderen Mädchen gesehen wurde.
Meinung
Die Geschichte ist wie immer schön erzählt und flüssig zu lesen. Jedoch stören mich hier so einige Punkte. Da wäre zunächst die Familie Grather, die offenbar am Helfersyndrom leidet und sich jedem annehmen muss und natürlich auch gleich die richtige Lösung parat hat, die sofort Erfolg hat.
Jessica himmelt diese Leute an, was ziemlich nervt. Die Nebenstory über das Mädchen, dass Drogen nimmt, war eher peinlich, denn oft tun Berte Bratts brave Hauptcharaktere nichts anderes als eine Zigarette nach der anderen zu paffen.
Dass Jessica später unglaublich großen Erfolg dabei hat, der Familie Grather bei Werbesprüchen weiterzuhelfen und dadurch das nötige Geld zusammenbekommt, war auch äußerst unrealistisch bis nervig.
Zumindest bringt die Autorin auch ein paar gute Lacher ein, zum Beispiel, dass Jessicas Hausherrin den Unterschied zwischen Koffein und Kokain nicht kennt. Auch an sich ist die „Gnädige“ eine unterhaltsame Figur, allerdings finde ich es befremdlich, dass eine Frau so geistig zurückgeblieben und hilflos sein soll, nur weil sie jung geheiratet hat und sich dadurch als Frauchen am Herd nicht mehr weiterbilden konnte. Erst ihr viel älterer Mann kann sie zu einem schlaueren Menschen machen und behandelt sie dabei wie ein Hündchen.
Fazit
Eher ein schwächeres Berte Bratt Buch. Einige Themen wie das mit den Drogen war eher unglaubwürdig dargestellt und hat nicht überzeugt. Die Familie Grather mit ihrer Perfektion geht einem einfach nur auf den Keks und die Geschlechteraufteilung der damaligen Zeit wirkt heute sehr altmodisch.
Wer Berte Bratt mag, sollte trotzdem mal reinlesen.
Ernst Jandl: Die Männer
Der Autor
Jandl ist Jahrgang 1925. Er wurde in Wien geboren. Nach seinem Studium der Anglistik und Germanistik ist er ab 1949 im Schuldienst tätig. Seit 1952 veröffentlichte er eigene Texte. Die Freundschaft zu und literarische Zusammenarbeit mit Friederike Mayröcker reicht bis ins Jahr 1954 zurück. Jandl stibt im Jahre 2000 in seiner Heimatstadt Wien. Er ist der experimentellen Lyrik zuzurechnen.
Die eigentliche Buchbesprechung
Dieses Buch ist schon reichlich ungewöhnlich. Es fängt schon mit seiner Beschaffenheit an. Bei normalen Büchern ist jedens Blatt auf jeweils der Vorder- und Rückseite bedruckt, so daß sich jeweils 2 Seiten ergeben. Hier ist es anders. Hier sind jeweils 2 Blatt Papier zwar auf dem Buchrücken befestigt.
Auf der Buchaußenseite ist das Papier aber nicht geschnitten, sondern aneinander befestigt. An der oberen und unteren Seitenkante sind die beiden Blätter getrennt. Jeweils nur Vorderseite und Rückseite dieser Doppelseite sind bedruckt. Bei anderen Büchern habe ich eine solche Vorgehensweise noch nicht entdeckt.
Das Buch enthält zweierlei. Zum einen sind da simple, einfache Zeichnungen des Autoren. Außerdem sind Texte in dem Buch enthalten. Nein, nicht etwa Gedichte und Lyrik. Die Texte können ein Drehbuch für einen erotischen Film, quasi als Regieanweisung für Schauspieler und Kameramann. Sexs sells. Sex hilft beim Verkauf. In der Werbung ist dies eine Binsenweisheit.
Inhaltlich könnte dieses Buch durchaus in eine pornographische Ecke gestellt werden, ohne daß meine persönliche, individuelle Phantasie angeregt wird. Ich habe daher nicht weiter kontrolliert, ob dieses Buch ein reines Phantasieprodukt darstellt oder Grundlage eines tatsächlich existierenden Films ist.
Eine Einordnung
Ende der `60er Jahre / Anfang der `70er Jahre ist die Zeit der Sexuellen Revolution. Leute wie Oswald Kolle informieren über das Liebesleben des Menschen.
Davon ist hier nichts zu spüren. Auf pseudo-künstlerische Art und Weise nähert sich Jandl der Sexualität der Frau und thematisiert dabei beispielsweise die lesbische Liebe und den Orgasmus.
Um ein Mißverständnis zu vermeiden: Hier geht es nicht um verwerfliche Sexualität. Ich finde das Buch, das ich gerade beschreibe, in der Stadtbücherei, also einer öffentlichen und allgemein zugänglichen Einrichtung, in der das Buch in der Lyrikecke steht und frei verfügbar ist. Jugendfrei ist das Buch schon.
Der Verlag
Die Eremitenpresse (später auch Eremiten-Presse) war ein bibliophil orientierter Buchverlag.
1949 begann Victor Otto Stomps ohne finanzielle Absicherung, Bücher von weitgehend unbekannten Autoren zu drucken. War der Verlag zunächst in Frankfurt am Main angesiedelt, zog er 1954 nach Stierstadt, einer unbekannten Kleinstadt im Taunus.
Ab 1966 wurden Dieter Hülsmanns und Friedolin Reske gleichberechtigte Teilhaber. Im Jahr darauf verließ Stomps den Verlag. Er ging nach Berlin, wo er bereits von 1926 bis 1937 einen Kleinverlag, die Rabenpresse, geführt hatte. Stomps gründete die Neue Rabenpresse.
1972 zog die Eremiten-Presse von Stierstadt nach Düsseldorf um. Im Mai 1981 starb Dieter Hülsmanns. Anfang 1983 wurde Jens Olsson Mitinhaber. 2010 stellte die Eremiten-Presse die Publikationstätigkeit ein.
Fazit
Jandl greift hier sicherlich den damaligen Zeitgeschmack auf. Ich bin mir persönlich allerdings nicht sicher, was die Zielsetzung dieses konkreten Buches ist. Die Auseinandersetzung mit diesem Zeitgeist?
Oder reitet Jandl hier einfach nur unkritisch auf der Aufklärungswelle mit und versucht, mit ihr Geld zu machen? Da es keinen erklärenden Text (weder von Jandl selbst oder einer anderen Person) gibt, neige ich persönlich eher zu dem zweiten Ansatz.
Spook – Der Schüler des Geisterjägers von Joseph Delaney
Inhalt
Tom Ward siebter Sohn eines siebten Sohnes hat besondere Fähigkeiten und damit eignet er sich für die Ausbildung zu einem Spook. Spooks sind Menschen die Poltergeister vertreiben und gegen Hexen kämpfen, kurz gesagt sie sollen das Gute beschützen.
Tom Ward ist ein sehr normaler Junge, der kein Waise ist, der nicht alles weiß und auch nicht berühmt ist. Es spielt in einer Welt die an unser Mittelalter angelehnt ist, mit Ländern wie Griechenland und Institutionen wie der Kirche.
Das erste was Tom lernt, er soll sich vor Frauen mit spitzen Schuhen hüten. Er begegnet auch gleich Alice, ja sie hat spitze Schuhe aber eigentlich ist sie doch nur ein Mädchen und noch keine Frau….
Es handelt sich um Kinderbücher aber sie besitzen nicht wenig Gewalt und sind viel eher an klassische Märchen angelehnt, als an moderne Fiktion. Das heißt Hexen fressen Kinder und das Böse ist nicht immer einfach zu erkennen.
Protagonisten
Die Hauptcharaktere sind Tom, der Spook alias Mr. Gregory und Alice. Tom weiß nicht alles und er kann nicht alles, er muss Latein Vokabeln lernen und er arbeitet sich von kleinen Gegner hoch zu großen.
Der Spook hält sich an Regeln und sie bewahren ihn davor Dunkel zu werden. Er kämpft für das Land, für das Gute und ist bereit sich dafür zu opfern.
Alice kämpft für Ihre Freunde, für die Liebe und wenn sie dafür eine Regel etwas biegen muss, dann wird sie gebogen aber sie ist auch sofort bereit sich für andere zu opfern.
Aussage
Das wirklich tolle ist aber viel mehr die moralische Seite der Bücher. Andere Bücher nehmen den Holzhammer oder lassen keinen Zweifel aufkommen, das ist hier grundlegend anders. Die gesamte Moralität unserer Welt wird durch Alice und seinem Meister den Spook perfekt ausgedrückt.
So lernt Tom von Alice und Mr Gregory gleichermaßen was wichtig ist. Wieso der Spook seine Regeln hat, wieso man Mitgefühl haben sollte und wann es vielleicht an der Zeit ist selber Entscheidungen zu treffen.
Sonstiges: Die Nebencharaktere sind bis in die Tiefe ausgearbeitet. Jeder Charakter hat seine kleine Geschichte. Toms Mutter oder Alice Verwandte. Die Welt ist einfach gehalten damit der Leser einen schnellen Einstieg hat, gleichzeitig ist durch die fantasiereiche Monsterwelt immer für Abwechslung gesorgt.
Ich möchte nochmal betonen das die Bücher relativ viel Gewalt enthalten und auch Gewalttaten sehr anschaulich beschrieben sind. Das ist nie unangemessen und nichts womit die Jugend nicht heute schon in den Medien konfrontiert wird.
Fazit:
Die Bücher sind die besseren Harry Potter Romane, besonders die späteren Bände lassen einen oft selber reflektieren wann man die Linie zum Bösen überschritten hat.
Leider hat der Verlag zurzeit die Übersetzung eingestellt – nach Band 4- , die Bücher sind sehr einfach in Englisch zu lesen und es ist ein größerer Kinofilm in Arbeit mit Oskar Besetzung, also kann man zu recht erwarten das die Buchreihe fortgesetzt wird.
Soul Bound – Mari Mancusi
Inhalt
Sunny und Magnus sind auf der Flucht vor Pyrus und seinen Männern. Die Feenprinzessin und der Vampir werden gesucht wegen Verrates.
Und wer wird wohl los geschickt, um die Beiden zu fangen – Rayne, Sunny’s Zwillingsschwester, die nicht nur eine Vampirjägerin ist, sondern auch gleich noch ein Vampir selbst und außerdem eine Feenprinzessin.
Es ist mit Slayer Inc. abgesprochen, dass sie zwar Pyrus’s Auftrag annehmen, Sunny und Magnus zu finden, sodass sie wegen Verrates angeklagt werden können, Rayne soll jedoch nichts unternehmen und nur so tun, als sei sie hinter den Beiden her.
Slayer Inc. will somit Zeit herausschlagen, um Beweise gegen Pyrus’ böse Machtspielchen zu finden und ihn somit töten zu dürfen.
Doch schon ein paar Tage später taucht auf einmal Bertha, die ehemalige Vampirjägerin bei Rayne auf. Sie ist Pyrus’ Geliebte und er hat sie beauftragt, Rayne zu kontrollieren, ob sie auch wirklich ihren Auftrag ausführt.
Doch die Beiden kommen natürlich überhaupt nicht miteinander klar und als Bertha Rayne auch noch erzählt, wo Pyrus Sunny und Magnus vermutet weiß sie, dass sie vor ihm dort sein muss.
So fliegt sie mit ihrem Freund und Herrscher über das Blood Coven, Jareth, nach New York und sucht im Untergrund nach den beiden Flüchtigen. Sunny und Magnus haben sich in einem Camp von Vampiren eingenistet, die nicht zum Konsortium gehören und somit nicht Pyrus’s Befehl unterliegen.
Doch durch ihre Aktion bringen Rayne und Jareth Pyrus’ Armee aus Werwölfen erst auf die Idee, wo genau sie suchen müssen und so wird das Camp überfallen. Magnus wird gefangen genommen und Sunny flieht mit Rayne. Doch leider ohne Erfolg. Denn sie werden aus einem Hinterhalt überrascht und Sunny wird getötet.
Rayne kommt mit der Sitution überhaupt nicht klar und durch einen glücklichen Zufall trifft sie jemanden, der sie in die Unterwelt bringen kann. Dort will sie versuchen, an Hades heran zu kommen und ihn zu überreden, Sunny gehen zu lassen.
Doch in der Unterwelt ist nicht alles einfach. Rayne und Jareth treffen einige tote Freunde, müssen sich mit der Dämonen-Polizei anlegen usw. Können Sie zu Hades vordringen und wird er vor allem Sunny’s Seele frei geben?
Immerhin ist er im Streit mit Luzifer und die Beiden wetteifern, wer wohl mehr Seelen in seinem Reich besitzt… Wieso sollte er sie also frei lassen – da muss schon ein riesengroßes, trauriges Opfer gebracht werden…
Fazit
Das vorerst letzte Buch der Blood Coven Serie ist anfangs sehr interessant und spannend geschrieben. In der zweiten Hälfte, nachdem Rayne und Jareth in die Unterwelt gehen, um Sunny zu befreien, wird es jedoch eher langweilig und unrealistisch, die ganze Befreiungsaktion zieht sich lange hin, dann muss auch noch Persephone, Hades’ Frau erpresst werden mit einer Affäre, die sie mit Herkules hat und Hades wird dargestellt als kleiner hässlicher Mann, der ständig PS3 spielt…
Hier hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht – zumal es nach so vielen anfänglichen Schwierigkeiten doch ganz leicht ist, an Hades heran zu kommen…
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