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rezensionen

‘Fantasy’

Die Gilde der schwarzen Magier: Die Rebellin

– Die Gilde der schwarzen Magier: Die Rebellin

Die Autorin:
Trudi Canavan ist eine australische -Schriftstellerin.  Sie arbeitete bei verschiedenen Verlagen als Grafikdesignerin und nebenbei begann sie Kurzgeschichten zu schreiben. Erst später fing sie an erfolgreich Romane zu schreiben, für die sie auch diverse Auszeichnung empfangen hat. In Deutschland gelang ihr der Durchbruch erst mit ihrer Die Gilde der schwarzen Magier Trilogie.

Das Buch:
Sonea lebt mit ihren Zieheltern in den Slums außerhalb der Stadtmauern von Imardin in Kyralia. Imardin wird seit mehreren hundert Jahren regelmäßig durch die Magiergilde gesäubert, durch die Säuberung sollen Bettlerund Arme aus der Stadt vertrieben werden.  Die Bewohner der Hüttensiedlungen, zu denen auch Sonea gehört, hassen die Magier abgrundtief. Leider können sie sich nicht gegen die Mitglieder der Gilde wehren, denn deren Mitglieder schützen sich mit einem Magischen Schild, durch das kein Mensch dringen kann.

Sonea hat durch die Gilde bereits schon sehr viel Leid ertragen müssen, deswegen fasst sie den Mut und wirft ein Stein auf eine Gruppe Magier. Plötzlich durchdringt ihr Stein überraschenderweise des magische Schild und trifft ein Mitglied der Gilde an der Schläfe.

Dass dies nur unter Anwendung von passieren konnte ist sofort jedem klar. Weil sie eine Bedrohung für die Gilde darstellt beginnt für Sonea von einer Sekunde auf die andere ein Wettlauf um ihr Leben. Sie wird von ihren Freunden versteckt, bei ihrer Familie kann sie nicht mehr bleiben. Dort sucht die Gilde als erstes nach ihr.

Bisher hat noch nie einer der mittellosen Hüttenbewohner, ohne Ausbildung in Zauberei, es geschafft magische Fähigkeiten zu entwickeln. Dies bedeutet, dass Sonea viel stärker sein muss als die meisten Magier, die der Gilde angehören.

Versteckt sie sich bis in alle Ewigkeit,riskiert getötet zu werden und setzt damit auch das Leben ihrer Freunde und Familie aufs Spiel, oder schließt sie sich der Gilde an und lernt ihre Fähigkeiten zu kontrollieren…

Fazit:
Die Rebellin in der erste Teil einer wundervollen magischen Trilogie. Wie bei jeder Trilogie wird anfangs viel erklärt und erzählt, aber dann taucht man in die Soneas Welt ein und fühlt sich mit ihr verbunden.

Mit jedem neuen Kapitel lernt der Leser die Hauptcharaktere besser kennen und entwickelt sehr schnell eine Sympathie und Antisympathie für die Protagonisten. Es macht Spaß die Entwicklung Soneas und die der anderen Figuren zu beobachten.

Trudi Canavan hat bei diesem Auftakt alles richtig gemacht, man kann das Buch nachdem man sich eingelesen hat nicht mehr aus der Hand legen und kann es kaum erwarten zu erfahren wie das Leben von Sonea weiter geht. Ein Muss für jeden Fantasy Fan.

Biss zum ersten Sonnenstrahl

Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl: Das kurze zweite Leben der Bree Tanner

Das Buch:
Beleuchtet wird erstmals die dunkle und bisher nicht erklärte Seite der feindlichen Vampirarmee die gegen Ende von auftaucht. Erzählt wird aus Sicht der jungen Bree Tanner, sie wurde nur erschaffen um Teil einer Armee zu werden deren einziges Ziel es ist die Cullens entgültig zu vernichten.

Keiner der neugeborenen Vampire weiß für welchen Mittel und Zweck sie erschaffen wurden, vom Anführer der Armee (Riley) werden sie ahnungslos Nacht für Nacht auf Nahrungssuche geschickt, ansonsten werden sie an der kurzen Leine gehalten. Sie hausen in einer verlassenen Lagerhalle und wissen nicht mal das sie ohne Angst sogar am Tag existieren können.

Die meisten der Neugeborenen Vampire können nicht mehr klar denken und werden nur noch vom Durst nach Blut angetrieben. Nur Bree Tanner, Diego (er ist die rechte Hand von Riley) und Fred denken noch wie Menschen und beginnen die Armee zu hinterfragen. Mit der Zeit entwickelt sich zwischen Bree und Diego eine Art Liebesbeziehung.

Eines Nachts folgen Bree und Diego ihrem Anführer Riley zu Victoria, sie ist die wahre Drahtzieherin der Aktion. Dort erfahren sie das sie nur für eine Schlacht geschaffen wurden, die Schlacht gegen die Cullens und Bella Swan.

Der Tag der finalen Schlacht bricht an und der Marsch ins Verderben nimmt seinen Lauf. Bree bietet sich die Möglichkeeit mit Fred zu flüchten. Doch sie bleibt, da Riley ihr erzählt hat das er Diego als Auskundschafter vorgeschickt hat. Sie schließt sich also den anderen Vampiren an und besiegelt damit ihr eigenes Schicksal.

Fazit:
Geplant wurde Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl als Schreibübung für , doch dann entschied sie sich doch die Geschichte als Novelle zu veröffentlichen.

Das Buch liest sich gut, auch wenn sich der Schreibstil etwas von der Saga absetzt. Man darf Biss zum ersten Sonnenstrahl nicht als einzelnes Buch sondern als Ergänzung der gesamten Reihe ansehen.

Wir bekommen zwar nur einen kurzen Einblick in die Welt der Neugeborenen Vampire und in die beginnende Liebesgeschichte zwischen Bree und Diego, aber für alle Fans der Twilight Saga trifft dieses Buch voll ins schwarze.

Wenn man Eclipse erneut liest nachdem man Biss zum ersten Sonnenstrahl gelesen hat, bekommt man ein ganz anderes empfinden für das Buch. Es ist auch eine neue Erfahrung ein Buch zu lesen dessen Ende man schon kennt.

Der einzigste Minuspunkt liegt bei dem Preis des Buchs, für eine kurze Geschichte von 202 Seiten ist es mit 15,90€ doch etwas teuer.

Der Nebelkönig

Der Nebelkönig von Susanne Gerdom

Katzenkönigin kämpft gegen Nebelkönig
Die 14-jährige Sallie ist ein einfaches Küchenmädchen in einem alten Herrenhaus. Das Gebäude ist so riesig und vollkommen verwinkelt, dass sie nur einen winzigen Bruchteil der weitläufigen Räume kennt. Am liebsten hält sie sich in ihrer knapp bemessenen Freizeit in der Bibliothek auf, um zu lesen. Der Bibliothekar Uhl ist ein Gestaltwandler, genau wie ihre anderen Freunde Kaltrina und Luan. Diese beiden sind Katzen, Uhl eine Eule. Besonders fasziniert ist Sallie von dem Buch mit der  Geschichte vom ewigen Kampf des Nebelkönigs gegen die Katzenkönigin – das Thema lässt sie nicht mehr los. Doch durch Gespräche mit ihren Freunden und rätselhafte Ereignisse im Herrenhaus findet Sallie heraus, dass diese Geschichte offenbar viel mehr mit ihr zu tun hat, als sie zunächst glauben möchte. Sie beginnt immer neue Türen zu öffnen und wichtige Fragen zu stellen. Als sie entdeckt, dass der Nebelkönig offenbar im Turm des Gebäudes eingesperrt ist, beginnen sich die Ereignisse zu überstürzen. Nicht jeder im Haus ist das, was er zu sein scheint.

Schwierige Mission
Ihre Freunde sprechen immer wieder davon, dass sie eine Mission hat – den Kampf gegen den Nebelkönig. Sallie braucht allerdings lange, bis sie Wahrheit und Lügen voreinander unterscheiden kann. Obwohl – sicher ist sie sich dabei bis zum Schluss nicht. Und während sie fieberhaft überlegt, wie sie weiter vorgehen soll und ob sie überhaupt eine Chance gegen den schier übermächtigen Gegner hat, kriecht der Nebel unaufhörlich ins Haus – und der Nebelkönig macht Jagd auf das kleine Küchenmädchen. Schließlich kommt es zum ebenso dramatischen wie überraschenden Finale.

Der Leser fiebert sofort mit
Susanne Gerdom zeigt auch in ihrem neuen Buch ihr großes erzählerisches Können. Das Buch ist eigentlich als konzipiert,  aber im Grunde ist es ein modernes Märchen, das auch erwachsene Leser anspricht. Geschickt mischt die Autorin darin die Realitätsebenen. Sallie – und damit auch der Leser – weiß nicht immer ganz genau, ob sie träumt, oder etwas in der Realität erlebt. Ihre Lektüre und häufige Gespräche mit Freunden tragen dabei nur bedingt zur Aufhellung bei, manchmal sorgen sie eher für neue Verwirrung. Der Leser blickt Sallie dabei ständig über die Schulter, und hat genau die gleichen Informationen wie die Heldin der Geschichte. Das sorgt dafür, dass man beim Lesen von Beginn an mitfiebert und die gefährlichen Situationen, die Sallie bewältigen muss, gewissermaßen mit durchlebt.

Sympathische Heldin der Geschichte
Das Küchenmädchen mit seiner erfrischend direkten, zuweilen etwas naiven Art ist ein echter Sympathie-Träger. Wer die Bösen in der Geschichte sind, bleibt allerdings lange – im wahrsten Sinne des Wortes – nebelhaft. Und das sorgt für stetig steigende Spannung. Zuweilen wird es auch recht gruselig, und es gibt auch mal blutige Action, aber diese Bestandteile der Geschichte stehen nicht im Vordergrund. Die Handlung lebt von den Geheimnissen des Herrenhauses, die Sallie wie beim Schälen einer Zwiebel Schicht um Schicht ergründet. Und dabei trifft sie auf höchst unterschiedliche Persönlichkeiten. Da ist der König der Ratten in den Gewölben unter dem Herrenhaus, mit seinen rätselhaften Andeutungen. Da ist der geheimnisvolle Apotheker, von dem Sallie lange nicht weiß, auf welcher Seite er steht. Und da sind ihre drei Freunde, die durch ihre Äußerungen ebenfalls immer rätselhafter werden. Nicht zu vergessen die Menschen aus dem Südflügel des Herrenhauses, die zu Herrschaft gehören – für Sallie schier unergründlich.

Fazit: Ein lesenswertes Buch
Das Pendeln zwischen Traum und Realität ist ein geschickt genutztes Stilmittel, um sich die Aufmerksamkeit der Leser zu sichern und die Spannung hoch zu halten. „Der Nebelkönig“ ist in meinen Augen kein ausgesprochenes Jugendbuch, sondern im besten Sinne – eben eine fantastische Geschichte. Man kann das Buch einfach nur lesen und sich gut unterhalten lassen. Oder man denkt anschließend nach über die dort im Vordergrund stehenden Themen nach: Freundschaft, Wahrhaftigkeit, Mut, Freiheitsliebe und Zivilcourage. In jedem Falle ein lesenswertes Buch.

Timeline

Timeline von

Eine Reise in die Mitte der Zeit
Eine Gruppe junger amerikanischer Forscher arbeitet an der Restauration einer Burg namens La Roque am Fluss Dordogne im Süden Frankreichs. Nachdem ihr Professor, Edward Johnston, von einer Geschäftsreise zum Sponsor des Projekts, ITC, nicht zurückkehrt, machen seine Doktoren einen mysteriösen Fund in der Ausgrabungsstätte: Sie finden ein über 600 Jahre altes Dokument, auf dem (in der Handschrift des Professors) geschrieben steht: “HELFT MIR. 7.4.1357″

Bald darauf werden die vier Doktoren – André Marek, Kate Erickson, Chris Hughes und David Stern – zu ITC nach Black Rock, New Mexiko, USA, geholt, wo ihnen dann erklärt wird, dass der Professor mit Hilfe der von ITC entwickelten Quantentechnologie ins gereist ist und jetzt dort festsitz. Die Forscher sollen nun selbst die Zeit des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich, betreten, um Johnston zurückzuholen. Als sie die Zeitreise antreten, ahnen sie nicht, wie gefährlich La Roque 1357 wirklich ist…

Fazit: Exzellent recherchiert, rasant und geistreich
Mein erster Roman vom Erfolgsautor (u.a. Airframe, Nippon Connection aka Die Wiege der Sonne, Jurassic Park, Emergency Room Drehbuch) Michael Crichton. Ich bin mittelschwer beeindruckt. Aber kommen wir zum Buch selbst:

Ich muss selbst von mir zugeben, dass ich kein großer Fan von Sci-Fi bin und auch von Physik, Quantenphysik um genau zu sein, nicht viel verstehe. Doch ich mag Geschichte und Historisches, von daher sprach mich die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken schon an. Was mich allerdings überraschte, ist die Geschwindigkeit, mit der ich dieses ja doch mittelstarke Buch ausgelesen habe.

Crichton hat einen Schreibstil, der den Leser in Bann zieht. Einmal das Buch in die Hand genommen, schon trägt man es überall mit sich herum und liest wann immer man die Möglichkeit dazu hat. Timeline ist ein intelligentes Geflecht aus tatsächlichen Personen, Begebenheiten und Orten und purer Fiktion. Es ist unglaublich, was dieser (sehr gebildetete) Mann an Recherchearbeit geleistet haben muss, um der Welt diesen Roman zu präsentieren. Es fühlt sich alles, was er in kurzen und prägnanten Sätzen beschreibt, sehr wirklich und authentisch an. Seine Dialogführung ist lebhaft. Was vor allem sehr auflockernd wird, ist die Tatsache, dass er seine Figuren sprechen lässt. Ein Kapitel wird aus der Perspektive des einen Doktors, der nächste Absatz aus der Sicht des anderen geschildet. Real kommt dies also einem Wechsel von Vortragenden gleich, so dass es dem Leser beinahe verboten wird, sich zu langweilen.

Pro: Viele Absätze und kurze Kapitel sorgen für besseren Lesefluss und sehr gutes Erzähltempo. Die Charaktere sind gut durchdacht. Die geschichtlichen Umstände sind hervorragend eingearbeitet. Die Dialoge sind lebendig. Der Plot ist für 1999 innovativ und wahnsinnig spannend erzählt.

Contra: Interessant sind bei Crichtons Roman auch die netten Abbildungen hier und da, die dem Vorstellungsvermögen ein bisschen auf die Reihe helfen. Ich fand die Idee an sich sehr geistreich, doch hätte ich lieber auf meine eigene Fantasie gebaut. Hier und da wäre der eine oder andere Witz nicht fehl am Platz gewesen.

Ich hatte Probleme, Punkte für “contra” zu finden, denn schließlich habe ich dieses Buch sehr genossen. Warum ich trotzdem keine 5/5 vergebe? Es ist Crichton nicht ganz gelungen, mich am Ende zu “überraschen” (Wollte ich das?), was eine der Figuren betrifft. Am Ende des Buches bin ich zufrieden zurückgesunken, dass es (leider) so ausgangen ist, wie ich seit der Mitte des Buches vermutet habe. Aber das ist ja kein Nachteil.

Wer physikalische Abhandlungen sucht, wird möglicherweise enttäuscht, da diese nicht den Großteil des Romans einnehmen. Wer sich also ein wenig für Geschichte und ein spannendes Abenteuer interessiert, wird dieses Buch lieben. Einfach erstklassige Unterhaltungsliteratur, die das Herz höher schlagen lässt! Offenbar gibt es auch eine Filmversion, die ein wenig auf dem Roman beruht. Ich werde sehen, ob ich nicht meine Finger daran bekommen kann. Timeline wird auf keinen Fall mein letzter Roman von Crichton sein.

Alera: Geliebter Feind

Alera – geliebter Feind von der amerikanischen Autorin ist der erste Band der -Trilogie um Alera, der Kronprinzessin von Hytanica, und stellt Kayla Cluvers Debutwerk dar.

Inhaltliches:

Die 16-jährige Alera ist die älteste Tochter des Herrscherpaares von Hytanica, und damit spätere Thronerbin. An ihren 18. Geburtstag soll Alera verheiratet werden und mit ihrem Ehemann Hytanicas Thron übernehmen. Der König hält fest an der Vorstellung, dass die Wahl des Bräutigams auf Steldor, den Sohn Elitegarde-Hauptmanns fallen soll, für den Alera allerdings nicht das Geringste übrig hat. Kurze Zeit später wird ein junger Cokyrier namens Narian in der Stadt festgenommen, der sich als der vor 16 Jahren von Cokyri entführte und totgeglaubte Kyenn entpuppt. Alera erfährt, dass Narian, laut einer alten Sage Hytanicas Ende herbeiführen könnte, ist aber zu fasziniert von ihm. Die beiden kommen sich näher und schon bald entwickeln sich mehr als nur freundschaftliche Gefühle, der Bedrohung zum Trotz. Doch als der König Alera ein Heiratsultimatum stellt, bricht für die junge Frau eine Welt zusammen. Ist die junge Liebe zum Scheitern verurteilt? Wie wird sich Alera entscheiden?

Hintergründiges:

Die Geschichte um Alera, der Kronprinzessin Hytanicas, spielt zu einer Zeit, in der sie Erinnerungen an den Krieg von vor 16 Jahren zwischen Hytanica und Cokyri noch geistesgegenwärtig sind und sich die Folgen von damals bis in die Gegenwart ziehen. Alera wurde zum Kriegsende hin geboren und kennt die Geschehnisse nur aus Erzählungen. Nachdem Cokyri damals hytanische Babys entführt und ermordet hat, war urplötzlich Schluss mit den Kriegsangriffen und es kehrte eine lauernde Ruhe ein zwischen den verfeindeten Ländereien. Als Narien auftaucht und sich als einer der verschleppten hytanischen Söhne entpuppt, der zwar entführt, aber nicht ermordet, sondern in Cokyri großgezogen wurde, holt die Vergangenheit Hytanica wieder ein. Für Alera ist die Zeit der verschärften Sicherheitsmaßnahmen nicht immer leicht, da sie die zum Teil feindlichen Reaktionen auf Narian nicht versteht.

Fazit:

Kayla Cluvers Debut Alera – geliebter Feind ist sehr schön, liebevoll und verständlich geschrieben. Der Schreibstil ist sehr angenehm und einfach gehalten, was ein schnelles Lesen ermöglicht; die Seiten fliegen wortwörtlich vorüber. Kayla Cluver schafft es, jedem Protagonisten des Buches Einzigartigkeit und Individualität zu schenken, ihn aber auch einer Entwicklung zu unterziehen. Vorallem bei Alera, Steldor und Narian wird dies deutlich. Zu dem hat die Autorin einen augeprägten Sinn für Detailbeschreibungen, was zum Einen sehr schön für das Einlesen ins Geschehen und Erleben des Geschriebenen ist, zum Anderen manchmal etwas von den Hauptereignissen ablenkt.

Im Großen und Ganzen hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der erste Teil der Trilogie lässt auf Großartiges hoffen. Ich bin gespannt!

Elantris

Elantris von

Inhalt
Vor zehn Jahren wurde aus der strahlenden Stadt Elantris aus heiterem Himmel eine düstere Stadt – und ihre Einwohner, einst wunderschöne und magisch begabte Wesen, wurden zu verfaulenden, schwachen Wesen. Die Veränderung, die aus normalen Menschen einst wunderbare Halbgötter machte, ist nun eine Strafe. Diejenigen, die sie ereilt, werden auf ewig in die Totenstadt Elantris eingesperrt. Raoden, Prinz von Arelon, muss eines Morgens feststellen, dass die Veränderung ihn ebenfalls getroffen hat. Er wird nach Elantris geschafft und voller Entsetzen wird ihm klar, dass die Bewohner wie Wilde jeden Neuling anfallen, der in die Stadt kommt.

Währenddessen erreicht die teonische Prinzessin Sarene Arelon, nur um feststellen zu müssen, dass ihr Verlobter Raoden kurz zuvor gestorben ist. Aufgrund eines Vertrages ist sie nicht frei, sondern Witwe – und muss sich den Herausforderungen eines Landes stellen, das kurz vor dem Untergang steht. Diesen Untergang möchte Hrathen ausnutzen. Er ist Angehöriger eines religiösen Ordens und hat nun die Aufgabe, Arelon innerhalb von drei Monaten zu bekehren – ansonsten marschiert die Armee Fjordens ein und zerstört Arelon restlos.

Kampf gegen den Fluch
Während Sarene und Hrathen darum kämpfen, die Vorherrschaft über den Adel zu übernehmen, lernt man durch Raodens Augen Elantris und seinen Fluch kennen. Raoden muss erkennen, dass er nicht mehr ganz unter den Lebenden weilt. Sein Herz schlägt nicht mehr, seine Wunden bluten nicht mehr – und heilen nie wieder. Ein kleiner Kratzer wird ihn auf ewig quälen. Und zu viele davon werden ihn in die geistige Umnachtung treiben. Doch Raoden ist nicht jemand, der einfach aufgibt. Schnell findet er ein paar Leute, mit denen er versucht, seine eigene Vorstellung von diesem „Halbleben“ in der Stadt zu etablieren. Dass er dabei nicht immer auf Freunde stößt, ist klar. Doch Raoden spielt auf Zeit. Denn auch er muss sich den Schmerzen, die nie vergehen werden, stellen.

Sarene versucht unterdessen die Herzen einer Gruppe adliger Rebellen für sich zu gewinnen. Der Fluch der Elantrier hat Arelon schon lange ergriffen. Regiert von einem geldgierigen Kaufmann geht das Land immer mehr zugrunde. Sarene darf das aber nicht zulassen, denn Arelon ist der einzige Bündnispartner ihres Heimatlandes, welches noch nicht in die Fänge des Landes Fjorden und seiner grausamen Religion geraten ist. Hrathen wiederum versucht alles, um Adlige für seine fjordellische Religion zu gewinnen. Die Absetzung des Königs käme ihm ebenfalls sehr gelegen und so versucht auch er alles, um das Gleichgewicht des Landes zu stören. Hilfreich ist da die Angst und der Hass auf die verfluchten Elantrier.

Während die Bedrohung von außen immer größer wird, kommt Raoden dem Geheimnis der Stadt Elantris immer mehr auf die Spur. Wird er es schaffen, das Rätsel zu lösen? Was verbirgt sich hinter dem Fluch der Elantrier? Und: Wie wird Sarene reagieren, wenn sie erfährt, dass Raoden gar nicht tot ist?

Fazit
Durchaus spannend wird hier die Geschichte um die Stadt Elantris erzählt. Raoden und Sarene sind tatkräftige und gewitzte Charaktere, die sich von Schwierigkeiten nicht so leicht abschrecken lassen. Beide behaupten ihren Platz in der neuen Umgebung und schaffen es, diese zu verändern. Hrathen wird als Antagonist eingeführt, der so einige düstere Ziele hat. Man kann schwer einen religiösen Fanatiker sympathisch finden, aber Hrathen wird im Laufe der Geschichte eindeutig tiefgründiger, als es zunächst den Anschein hat.

Am interessantesten bleibt aber wohl das Rätsel um Elantris. Voller Spannung erwartet man, dass die Geschichte nach dem üblichen Ablauf Raoden-Sarene-Hrathen wieder zu Raoden zurückschwenkt und er einige weitere Puzzleteile zur Lösung des Fluches findet. Sarenes Rebellenkreis und die Diskussion um die Rettung das Landes nimmt dagegen oft langatmige Züge an. Auch Hrathen erscheint mehr als Mittel zum Zweck, als dass er als Hauptcharakter unbedingt nötig gewesen wäre.

Der Stil von Brandon Sanderson lässt den Leser manchmal etwas stutzen. Beschreibungen, Redeweisen – oftmals hat man den Eindruck, dass er insgesamt nicht so flüssig schreibt, wie man das von großen Autoren gewohnt ist. Auch das Ende lässt zu wünschen übrig. So groß sind die Geheimnisse, dass sie über viele, viele Seiten eingeführt werden – und dann reichen gerade fünfzig Seiten für das Finale? Natürlich nicht. Einige großartige Geheimnisse werden auf den letzten Seiten glanzlos entlüftet und wahnsinnig schnell abgehandelt. Einige anderen verschwinden in den Tiefen der Geschichte, ohne jemals wieder erwähnt zu werden.

Dafür, dass Sanderson unglaublich detailreiche Essensszenen entworfen hat, wirkt es am Ende eher so, als wäre er sich der Schwere der 800 Seiten bewusst geworden und wolle nun schnell zum Ende finden. Das Buch entführt in eine geheimnisvolle und spannende Welt und spätestens bei den letzten 300 Seiten kann man es nicht mehr aus der Hand legen. Doch unausgereifter Schreibstil – der aber bei weitem noch nicht als schlecht zu bezeichnen ist – und das ebenso ungare Ende lassen den Leser wünschen, Sanderson würde das Buch noch einmal überarbeiten. So viel Potenzial, das letztendlich nicht genutzt wird – schade drum. Ein Klassiker der -Literatur wird „Elantris“ deshalb wohl nicht werden.

Wachen! Wachen!

Wachen! Wachen!: Ein Roman von der bizarren Scheibenwelt von

Die Verschwörung
Ankh-Morpork ist nicht nur die größte und älteste Stadt auf der Scheibenwelt, sondern auch immer wieder ein Ort, an dem ein ungewöhnliches Ereignis jedweder Art stattfinden kann. So auch in dieser speziellen Geschichte. Die geheime Sekte der „Aufgeklärten Brüder der Völlig Schwarzen Nacht“ unter der Leitung des Obersten Größten Meisters hat eine Verschwörung im Sinn. Unzufrieden mit ihrem Leben und der aktuellen Regierung haben sie sich einen ungewöhnlichen Plan ausgedacht: Sie wollen einen beschwören.

Rein der Tradition gemäß tritt dann in der größten Not und im vom Drachen ausgelösten Chaos ein rechtmäßiger Thronerbe aus der Masse hervor und sorgt mit seinem gleißenden Schwert wieder für Ordnung. Ein manipulierbarer Thronerbe ist natürlich schon sorgsam ausgewählt und der Plan überhaupt absolut perfekt. Aber der Drache ist leider so gar nicht kooperationsbereit und bringt alles gehörig durcheinander.

Die Rettung
Ankh-Morpork geht in Flammen auf und die Katastrophe scheint unaufhaltsam, doch es gibt ja noch die Palastwächter. Hauptmann Mumm und seine kleine Truppe können nicht einfach tatenlos zusehen, immerhin vertreten sie das Gesetz. Und von Recht und Ordnung kann schon lange keine Rede mehr sein. Deshalb stellen sich die Gesetzeshüter dem Drachen und seinen Untaten entgegen.

Wenn sie nur nicht schon ein bisschen eingerostet wären, sie und ihre Prinzipien. Aber glücklicherweise gehört zu Mumms Mannschaft auch der zwei Meter große Zwerg Karotte (der für seine Karriere bei den Wachen seine heimatliche Mine verlassen hat), ein belesener Orang-Utan (eigentlich Bibliothekar an der Unsichtbaren Universität) und natürlich Lady Käsedick (die überraschend unkonventionelle Dame aus altem Adel, die kleine Sumpfdrachen-Haustiere züchtet). Da kann dann doch nichts mehr schief gehen, auch wenn die Chancen eins zu einer Million stehen, oder?

Fazit
„Wachen! Wachen!“ ist intelligent formulierter Klamauk um eine etwas ungewöhnliche Heldengruppe: Die Wachen. Hier haben sie ihren großen Auftritt. Die Geschichte an sich ist nicht unbedingt eine Glanzleistung: Eine ominöse Sekte, die einen Drachen beschwört, den sie dann (natürlich) für ihre eigenen Zwecke einsetzen wollen und der dann doch unkontrollierbar ist. Und die etwas naiven aber trotzdem liebenswerten Palastwachen, die sich dem Tyrannen widersetzen. Aber Terry Pratchetts Welt lebt von den vielen Details und Ausschmückungen, die dem gewöhnlichen Konzept Leben einhauchen – verrücktes, üppiges und abenteuerliches Leben.

Terry Pratchetts Geschichten über die ungewöhnlichen Ereignisse auf der bizarren Scheibenwelt sind auf jeden Fall immer lesenswert. Die Kombination aus überraschenden Wendungen, originellen Charakteren, wunderbarer Ironie und einer guten Portion Humor machen die Geschichten zu reinem Lesevergnügen. Genauso auch bei „Wachen! Wachen!“. Es ist unglaublich unterhaltsam und amüsant, in die Erlebnisse der Palastwache einzutauchen und mitzuerleben, was in einem anderen Universum innerhalb der ganzen möglichen Multiversen alles passieren kann und welche ungewöhnlichen Lebewesen dort zu finden sind.

Mozart in der Zukunft

Mozart in der Zukunft von

Inhalt
Hauptpersonen des Buches sind Max, ein 12jähriger Österreicher, der Musik liebt und Klavierunterricht nimmt, allerdings von seiner Mutter stark angespornt wird. Dieser Druck macht ihm trotz seiner Liebe zur Musik doch eines Tages zu schaffen und er träumt, dass eine “Musikfee” kommt und ihm einen Wunsch erfüllt. Da er schon immer mal Mozart treffen wollte, wünscht er sich diesen. Und – schwupps – taucht Mozart am Ende der Straße, ebenfalls im gleichen Alter, auf und Max versteckt ihn in seiner Spielhütte auf dem Grundstück seiner Eltern.

Die Autorin lässt die beiden Helden im Weiteren dann verschiedene “Abenteuer” erleben, die alle darauf fußen, dass der kleine Mozart unterschiedliche Technologien, Handlungsweisen und Sprechstile erlebt als die, die er aus seiner “Vergangenheit” kennt. So macht er durch Zufall den Fernseher in Max´ Spielhütte an und ist fasziniert von dem Comic, der dort läuft, sie fahren zusammen in die “Stadt” zum Eisessen und fahren (schwarz!) mit dem Zug nach Salzburg (Mozartstadt) und müssen dort weitere Abenteuer bestehen. Am Ende des Buches schildert die Autorin ein wenig aus ihrem Leben und stellt ein Rezept für eine Sachertorte vor.

Hintergrund
Dieses Buch ist von der Brasilianerin Rodrigues-Peters (geb. 1964) geschrieben, die mit einem Österreicher verheiratet ist und auch in Österreich lebt. Sie scheint eine recht bunte Vergangenheit zu haben, denn sie schreibt über sich im Anhang des Buches, dass sie sowohl Lehramt in Brasilien studiert hat, aber auch Schauspielerin an einem Amateurtheater war, Kunst studiert hat, bei einem Radio gearbeitet und Malunterricht genommen hat usw.

1997 zog sie nach Europa und veröffentlicht schließlich 2008 dieses Buch auf Portugiesisch. Es wurde von Ihrem Ehemann ins Deutsche übersetzt und mittlerweile auch ins Spanische und Englische. Publiziert wurde es von den beiden in Eigenregie über Books on Demand; darüber hinaus hat der Ehemann starke “Guerilla-Marketing”-Aktionen unternommen (u.a. über Twitter), um das Buch zu vermarkten. Im Vergleich zu “normalen” Verlagen und Autoren ist allein dies schon einmal eine sehr interessante Tatsache. Qualitativ ist der Druck von Books on Demand sehr gut gelungen, ein schöner Hochglanzeinband, gute Druckqualität der Schrift.

Die Idee des Buches ist, zu beschreiben, wie Mozart als Kind im 21. Jahrhundert sich wohl verhalten würde, wie er die technischen Errungenschaften (Internet, Busfahren, Fernsehen) umgeht, wie sich die sozialen Beziehungen geändert haben usw. Als Hauptlesergruppe werden Kinder von 9-12 Jahren angegeben, aber es ist auch für Erwachsene geeignet.

Fazit
Das Buch ist schon allein aufgrund des oben genannten Hintergrundes sehr interessant. Auch die Tatsache, dass eine Brasilianerin ein Kinderbuch mit europäischem Hintergrund (Mozart), schreibt, macht das Buch zu etwas Besonderem. Die Illustrationen sind von einem brasilianischen Bekannten der Autorin gemacht und comic-karikaturhaft. Die Idee, sich eine Story für Kinder auszudenken, was passieren würde, wenn der junge Mozart plötzlich im 21. Jahrhundert wäre, ist auf alle Fälle interessant und phantasievoll. Das Buch ist ist leicht lesbar und regt hoffentlich Kinder dazu an, sich zu klassischer Musik etwas mehr Gedanken zu machen als dies viele Kinder heutzutage machen.

Auf der anderen Seite ist der Satzbau und die Ausdrucksweise manchmal etwas gewöhnungsbedürftig und holperig. Leider hat der Übersetzer hier keine Glättungen vorgenommen, so dass aus meiner persönlichen Sicht es nicht dazu dient, jungen Lesern eine gute schriftliche Ausdrucksweise zu vermitteln, was ich von einem didaktisch erwarten würde, da die Ziellesergruppe ja bereits selbst liest. Beispiele: „Und Glück haben sie.“ – ein solcher Satz würde im Deutschunterricht aus diversen Gründen rot angestrichen werden.

Ebenfalls:Wörtliche Rede wird zwar lustig, aber falsch, mit Noten eingeleitet, nie aber beendet. Didaktisch äußerst befremdlich finde ich, dass die beiden Kinder schwarz fahren mit der Bahn. Sie werden zwar vom Schaffner erwischt, aber entwischen ihm auch wieder, ohne dass sie bestraft werden. Das dürfte in einem Kinderbuch nicht sein. Das mag in anderen Kulturkreisen akzeptabel sein, ich würde jedoch nicht wollen, dass meine Kinder ein solches Verhalten von Romanfiguren vorgelebt bekommen. Auch die Idee, für die Handlung einen Menschen in die Zukunft zu versetzen ist nicht neu, wobei es natürlich schwierig ist, heutzutage noch wirklich neue Stories zu erfinden. Jedoch wurde meines Erachtens hier ein wenig zu viel inhaltlich von Rosendorfers “Briefe in die chinesische Vergangenheit” genommen, viele Erlebnisse finden sich auch dort wieder.

Insgesamt kann man das Buch aber dennoch empfehlen, eben weil es sich von anderen Jugendbüchern unterscheidet und Vielfalt, auch aufgrund des anderen kulturellen Hintergrundes der Autorin, aus meiner Sicht immer positiv ist. Die Schwächen des Buches sollten jedoch meiner Meinung nach von Erwachsenen kommentiert werden, damit die Kinder keine falschen Vorbilder erhalten.

Einfach bezaubernd

Einfach bezaubernd von , Eileen Dreyer und Anne Stuart, Goldmann Verlag

Die Hexenschwestern
In einem kleinen Ort mit Namen Salem Fork leben die jungen Schwestern Dee, Mare und Lizzie ein wenig zurückgezogen. Denn, was niemand in dem kleinen Ort wissen soll ist, dass die Mädchen Hexen sind. Dee verwandelt sich, sobald sie sich aufregt, Mare hat telekinetische Fähigkeiten und Lizzie kann Dinge in Kaninchen verwandeln. Das Problem ist nur, dass die drei Mädchen ihre Fähigkeiten überhaupt nicht unter Kontrolle haben.

Die Vorgeschichte
Phil und Fiona Fortune waren Hexe und Zauberer. Sie waren heirateten und bekamen drei Töchter: Deidre Dolores, Moira Mariposa und Elizabeth Alicia. Doch auch die Schwester von Fiona, Xanthippe, war eine Hexe. Und Xan war nicht gerade freundlich gestimmt. Denn sie wollte nur eines: Macht. Daher überredete sie Phil und Fiona eines Tages, ihr die gesamte Macht zu geben, die sie besaßen. Sie saugte den beiden die Macht aus und dadurch wurden Phil und Fiona so schwach, dass sie starben. Ihre Töchter, mittlerweile Teenager, flohen daraufhin vor ihrer Tante und versteckten sich.

Der Liebeszauber
Nun waren aus den kleinen Mädchen mittlerweile junge Frauen von Anfang bis Mitte Zwanzig geworden und sie lebten einigermaßen glücklich in Salem Fork. Da sie ihre Fähigkeiten kaum benutzten, waren sie niemandem näher aufgefallen. Doch ihre Tante Xan war ihnen auf den Fersen. Um an die Mädchen hatte sich Xan einen Plan einfallen lassen. Sie hatte für die Mädchen jeweils einen Liebeszauber ausgesprochen um den perfekten Mann zu finden. Mit diesen Männern, so hoffte Xan, würden sich ihre Nichten einlassen und von nun an keine Fähigkeiten mehr brauchen. Diese würden sie dann an Xan abgeben und alle wären zufrieden.

Und so kam es, dass eines Tages drei Fremde Männer im kleinen Örtchen Salems Fork auftauchten. Danny James, der Dee sprechen wollte, um sie für ein Buch zu interviewen; der Zauberer Elric, der Lizzie erklären wollte, wie sie aus Stroh Gold zaubern kann und der neue Abteilungsleiter der Videotheke Jude Green, Moiras Chef. Doch halt – auch Moiras Jugendliebe Crash stand plötzlich vor der Türe, um Moira zurückzugewinnen. War das auch einer von Xan’s Plänen? Oder haben sich da Dinge verselbständigt, die eigentlich so nicht sein sollten…

Fazit
Ich lese eigentlich gerne Bücher von Jennifer Crusie. Doch dieses hat mich wirklich nicht umgehauen. Die Idee war nicht wirklich schlecht, doch die Umsetzung ist nicht gelungen. Die Geschichte ist nicht wirklich flüssig geschrieben, was vielleicht an der unterschiedlichen Schreibe der drei Autorinnen liegen kann. Die Geschichte ist eigentlich schon witzig und doch wieder nicht. Die Charaktere sind irgendwie nicht ausgereift und benehmen sich teilweise sehr widersprüchlich. Da ich mich gerne mit den Hauptprotagonisten in meinen Büchern identifiziere um mich in die Geschichte rein zu versetzen, habe ich es auch in dieser Geschichte versucht. Doch es wollte mir bei keinem der drei jungen Frauen gelingen! Irgendwie reagieren die meist ein wenig seltsam. War nett zu lesen, wird aber mit Sicherheit nicht mein Lieblingsbuch werden.

Das Spielmannslied

Inhalt

Der junge Spielmann Wolfram von Kürenberg stolpert gerade unfreiwillig in die berufliche Selbstständigkeit, als er nach seinem katastrophalen Auftritt die Küchenmagd Krona Jarkur kennen lernt, die heimlich eine steile Karriere als Kriegerin vorbereitet. Und weil Krona die Küche und Wolframs Lehrmeister seinen Schüler gehörig satt hat, entscheiden der zukünftige Geschichtenerzähler und die zukünftige Heldin sich kurzerhand dafür, auf eigene Faust allerlei Heldentaten und Balladenstoff zu produzieren.

Auf dem Schiff, das Wolfram und Krona den , bösen Zauberern und mächtigen Unterdrückern entgegen bringen soll, treffen sie auf Sindri von Winterfeld, einen selbstverliebten Adligen mit Elfenqualitäten, der auf der Suche nach seinem glanzvollen Schicksal und der Frau in seinen Träumen ist. Krona und Wolfram fühlen sich von seiner Beschreibung einer bedrohten Jungfrau angesprochen, die Finanzierung dieser Queste gestaltet sich jedoch als zunehmend schwierig und so wird schon bald entschieden, die Reise als Schutzpersonal eines zwergischen Handelszuges fortzusetzen.

Doch Sindris wegweisende Träume bekommen schon bald einen bitteren Nachgeschmack und als Sabotage den Handelszug aufzuhalten droht und den Erfolg der Queste gefährdet, wird schnell klar, dass die drei Nachwuchshelden es mit mehr als einem feuerspuckenden Märchendrachen zu tun haben.

 

Bewertung

Susanne Pavlovic zeigt mit neuen, unverbrauchten Ideen und einer ebenso stilsicheren wie lockeren Sprache, dass es noch Überraschungen im Bereich und Literatur in Jugendbuchregalen geben kann. Mit einer ungewöhnlichen Geschichte, die Selbstironie mit Heldentum und einer Prise verbindet, zieht sie den Leser bereits nach wenigen Seiten in ihren Bann. Dabei verbindet die Autorin die Rahmenhandlung als Gegenwart, in der Wolfram seine Geschichte vorträgt, geschickt und geistreich mit der abenteuerlichen Erzählung und macht den Leser zum Zuhörer Wolframs Spielmannslieds.

Pavlovic bevölkert ihr Erstlingswerk mit erfrischend normale und bezaubernd einzigartige Figuren, versieht ihre Hauptcharaktere spielerisch mit einer erstaunlichen Tiefe und skizziert die Nebenfiguren mit wenigen Worten so bezeichnend, dass man sie nicht mehr vergisst. Das Land Abrantes ist mit außerordentlichem Fachwissen einer magischen Version des europäischen Mittelalters nachempfunden und bildet eine authentische und spannende Bühne für die charmant erzählten Abenteuer der drei Protagonisten. 

 

Fazit

Dies ist ein Buch, das man lieber weglegen sollte, wenn man auf Reisen ist, damit man seinen Zug nicht verpasst. Die originellen Einfälle, witzigen Anspielungen auf bekannte Literatur und die leichte Lesbarkeit machen „Das Spielmannslied“ für alte und junge Freunde von Fantasy- und Abenteuerromanen zu einer wahren Bereicherung und beweisen eindrucksvoll, dass dieses Genre noch so einige Überraschungen bereitzuhalten hat.

Ein außerordentliches Erstlingswerk, das Lust auf mehr macht und auf eine baldige Fortsetzung hoffen lässt.

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