‘Komödien’
Reine Formsache
Inhalt
Pola und Felix sind miteinander verheiratet, haben sich aber im Laufe der Jahre auseinandergelebt und schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Pola kann die Macken von Felix nicht länger ertragen. Er hat noch nie in seinem Leben gearbeitet und sehr unzuverlässig und Verantwortung übernehmen kann er auch nicht. So reicht sie die Scheidung ein. Die beiden verbindet nur noch ihr gemeinsamer Nachname. Vor dem Scheidungsgericht Berlins ändert sich dies. Kurz vor der Verhandlung bricht die Richterin allerdings zusammen und die Verhandlung muss daraufhin vertagt werden.
Felix hält dies für ein Zeichen und möchte Pola nun zurückgewinnen. Doch diese lässt ihn abblitzen und so wendet er sich Trost suchend Ada zu. Diese ist aber mit Wito zusammen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt Felix bei Elfi und Gustav. Ihre Ehe scheint ebenfalls nicht unter einem guten Stern zu stehen und auch bei ihnen kriselt es und auch bei Ada und Wito sieht es in puncto Ehe nicht rosig aus. Felix und Ada schlafen miteinander und Pola schläft mit Wito. Gustav lernt eine neue Frau kennen. Doch durch diese wird ihm bewusst, dass es für ihn nur eine gibt, seine Effi. Felix plagt sich währenddessen mit einer ehemaligen Geliebten und seinem Vater herum. Pola hingegen scheint glücklich zu sein mit ihrem französischen Geliebten Hannibal und zieht zu ihm nach Paris. Am Ende vertragen sich alle wieder und Pola kehrt zu Felix zurück nach dem Tode seines Vaters bei dem sie ihm zur Seite stand.
Fazit
Der Film des Regisseurs Ralf Huettners ist eine Liebesgeschichte. Er drehte bereits „Mondscheintarif“ Berlin diente als Kulisse. Durch das stimmige Zusammenspiel sowohl der einzelnen Figuren als auch ihrer Interatkionen kann der Film punkten. Gelegentlich sind einige Aktionen vorhersehbar. Mit „Reine Formsache“ schuf er eine romantische und zu keiner Zeit langweilige Komödie.
Zu keinem Zeitpunkt wirkt der Film unglaubwürdig. Mit diesem Film schuf Huettner einen Ensemblefilm. Das Komödiantische kommt trotz der dramatischen Handlung in diesem Werk nicht zu kurz. Viele kleine Pointen und gut platzierte intelligente Wendungen sind eingewoben. Diese schaffen eine gut funktionierende Mischung mit dem Namen Romantic Comedy. Die erfrischende Erzählweise sticht besonders hervor. Mit dieser treibt er die Handlung durch die Figuren voran.
Die Darsteller können allesamt überzeugen. Einige haben schon vor „Reine Formsache“ mit dem Regisseur zusammengearbeitet. Sie spielen energisch aber nicht überzogen. Das Drehbuch ist sehr ausgereift und ausgelegt auf den dynamischen Wechsel zwischen Dramatik und Komödie. Das rundet den Film noch ab. Die Darsteller spielen mit viel Witz und Charme die liebevoll inszenierte Geschichte.
Nordkurve
Inhalt
Ein scheinbar ganz normaler Fußball-Samstag im Ruhrgebiet: Der fiktive Bundesliga-Verein „Union 86“ steht auf einem Abstiegsplatz, und während Vorstand und zwielichtige Vereinsgestalten an der Rettung des Vereins vor dem Abstieg und vor dem finanziellen Ruin arbeiten, bereiten sich die Fans auf das wichtige Nachmittagsspiel vor: Die einen „glühen“ bereits für das Spiel vor, und einige lassen sich das Bier so gut schmecken, dass sie vom Spiel nicht mehr viel mitbekommen.
Und dann sind da noch die ehemaligen und aktuellen Spieler von Union 86: Während sich der mittlerweile gealterte, ehemalige Publikumsliebling „Teddy“ mit dubiosen, halblegalen Geschäften und dem Betrieb des Vereinslokals mehr schlecht als recht über Wasser hält, hat der vielversprechende Nachwuchsspieler unmittelbar vor seiner Einwechslung so stark mit Lampenfieber zu kämpfen, dass er aus dem Stadion flüchtet und auf der Straße von vermeintlichen Fans, die sich als Schläger entpuppen, aufgegriffen wird. Und so entspinnt sich eine typische Ruhrgebiets-Geschichte, bei der nicht eine stringente Handlung im Vordergrund steht, sondern in der vor allem Wert gelegt wird auf eine sorgfältig kontrastierte Porträtierung der unterschiedlichen Charaktere und der typischen „Ruhrpott-Mentalität“.
Ein sympathischer Sport-Film mit dichter Atmosphäre und beeindruckend gut gezeichneten Protagonisten
Dem Regisseur Adolf Winkelmann („Die Abfahrer“, „Jede Menge Kohle“) gelingt mit „Nordkurve“ ein stimmiges Werk, welches zweifellos als „würdiger Abschluss“ von Winkelmanns Ruhrgebiets-Trilogie bezeichnet werden kann. „Nordkurve“ selbst ist ein Film, der sicherlich als ungewöhnlich bezeichnet werden kann, denn der Handlungsverlauf ist nicht in der üblichen linearen Weise angelegt, und Winkelmann verzichtet ganz bewusst auf einen „echten“ Hauptprotagonisten. Insofern ist Nordkurve in gewisser Weise sogar ein Vorreiter-Film, denn der Wechsel zwischen verschiedenen Handlungsschauplätzen und Protagonisten ist etwa ein wichtiges Stilmittel des „modernen Episodenfilms“ (Beispiele für solche Filme sind etwa das preisgekrönte Werk „L.A. Crash“ oder die Literaturverfilmung „Nichts als Gespenster“).
Dennoch ist „Nordkurve“ ein Film, der ganz bewusst auf Traditionen setzt, diese porträtiert, überzeichnet und teilweise sogar karikiert. In „Nordkurve“ kommen alle „Vereinstypen“ zu Wort: „Normale Fans“, Spielerberater, die mit Mafia-Methoden operieren und das Spiel beeinflussen und auch skrupellose Vereinsvorstände und Sponsoren. Winkelmann gelingt es, diese unterschiedlichen Charaktere aufeinander prallen zu lassen, ohne dabei drohend den Zeigefinger zu erheben. Zusätzlich versteht es der Film, eine große Lust auf Fußball zu erzeugen und porträtiert die ureigene Ruhrgebiets-Lebensart dabei auf ungemein sympathische Art und Weise.
Fazit
Die renommierte Kino- und Film-Fachzeitschrift „cinema“ bezeichnet „Nordkurve“ als „einen der zehn besten Sportfilme weltweit“. Über diese Auszeichnung lässt sich sicher streiten, denn insbesondere die englischen „Fußballfilme“ „Hooligans“ und „The Football Factory“ Jahre legten die Messlatte für sogenannte „Sportfilme“ zu Beginn des neuen Jahrtausends noch einmal deutlich höher. „Nordkurve“ ist jedoch zweifelsohne ein absolut sehenswerter Film, und jeder Fan von „Fußball-Filmen“, der auch einmal auf spektakuläre Gewaltszenen in einem solchen Film verzichten kann, wird an Nordkurve seine Freude haben. Ein wahres Filmvergnügen (nicht nur) für Fußballfans und „Ruhrpott-Nostalgiker“.
Das Mädchen aus Monaco
Inhalt
Bertrand Beauvois ist ein ernsthafter und rational denkender Staranwalt aus Paris. Er übernimmt jeden noch so kniffligen Fall, mag die Beweislage auch erdrückend sein. So übernimmt er auch im vollem Bewusstsein der Schuld seiner Mandantin, die Verteidigung einer Frau, die ihren russischen Liebhaber mit 17 Messerstichen getötet hat. Die Frau scheint sich schon mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben, denn zunächst begegnet sie Beauvois sehr reserviert, und behauptet, dass eine Frau wie sie keinen Anwalt benötige. Doch die Verteidigung der alten Lady ist nicht das Einzige, was Beauvois Kopfzerbrechen bereitet, während er sich in Monaco, dem Wohnsitz seiner Mandantin, auf den Fall vorbereitet.
In Monaco bekommt Beauvois zu seiner eigenen Verblüffung einen Bodyguard zur Verfügung gestellt, wovon der bekannte und angesehene Anwalt zunächst nur wenig begeistert ist – zumal sich der Bodyguard zu keiner Zeit mehr als 6 Meter von Beauvois entfernen darf. In Monaco lernt Beauvois dann aber auch die äußerst attraktive Audrey kennen, die Beauvois binnen kürzester Zeit um den Finger wickelt. Beauvois lässt sich auf eine Affäre mit der jungen Frau ein, und schon bald ist es um seine einst gefürchtete Souveränität und seine brillante Rhetorik im Gerichtssaal nicht mehr gut bestellt…
Ein turbulenter Sommerfilm voller Sinnlichkeit, Situationskomik und Humor, der zum Ende hin eine ungeahnte Tragik entwickelt
In gewisser Weise ist „Das Mädchen aus Monaco“ eine dieser klassischen „Sommerkomödien“, wie sie so leicht und herzerfrischend nur die Franzosen auf die Leinwand bringen können. Während im Jahr 2008 die Komödie Film „Willkommen bei den Sch’tis“ einen grandiosen Erfolg beim sehr kinoaffinen französischen Publikum verbuchen konnte, avancierte nun in diesem Jahr „Das Mädchen aus Monaco“ zum Sommer-Publikumshit in Frankreich. Der Film selbst erzählt eine relativ klassische Geschichte – ein bereits etwas älterer Mann verliebt sich in eine hinreißend schöne junge Frau, die beiden lassen sich auf eine Affäre ein, und die neue Beziehung sorgt dafür, dass der „Mann in den besten Jahren“, in diesem Fall der Anwalt Bertrand Beauvois (gespielt von Fabrice Luchini) sich nicht nur jünger fühlt, sondern darüber hinaus im sprichwörtlichen Sinne auch seinen Kopf verliert und einiges riskiert, um das Gefühl der Verliebtheit auszukosten.
Auch wenn der Film selbst sich darum bemüht, als klassische Komödie durchzugehen, die mit den komischen Aspekten der Liebe kokettiert, hat die Regisseurin Anne Fontaine nicht darauf verzichtet, zum Ende des Films einige tragische Momente in den Handlungsverlauf einzuflechten, die bis zu einem gewissen Punkt sogar als „Moral von der Geschichte“ gedeutet werden können. Die beeindruckende Kulisse und die leichten, sehr spritzigen, teils ins Groteske bis Skurrile abdriftenden Dialoge erzeugen jedoch eine Atmosphäre, die den Film zu jeder Zeit zu einem kurzweiligen und amüsanten Vergnügen macht und darüber hinaus eine ungemeine Lust auf laue Sommerabende erzeugt.
Fazit
„Das Mädchen aus Monaco“ war in den deutschen Kinos leider nur mäßig erfolgreich – umso mehr bleibt zu hoffen, dass diesem schönen und ungemein leichten französischen Film nun doch noch ein Erfolg auf DVD beschieden sein wird. Zwar hat der Film trotz der Etikettierung als „Arthouse-Film“ keinen übermäßig hohen Anspruch, und es wird vom Zuschauer keine gezielte Reflexion des Geschehens gefordert und erwartet, aber dies ist ja auch nicht immer der Indikator für einen guten Film. Wer in der kalten Jahreszeit noch einmal eine leichte, sorglose Stimmung erzeugen will und dabei noch köstlich amüsiert werden möchte, sollte sich „Das Mädchen aus Monaco“ ansehen. Jedoch kann der Film natürlich auch zu jeder anderen Jahreszeit gesehen werden und dabei einfach als humorvolle und sinnliche Hommage an den Sommer betrachtet werden.
Ein Mann für eine Saison
Inhalt
Lindsey Meeks ist so gar nicht eingestellt auf den Besuch von Ben Wrightman, einem Lehrer und seiner Schulklasse. Aber es war nun mal so vereinbart und so steht die Businessfrau den Schülern Rede und Antwort. Das mathematische Gedächtnis der Frau hinterlässt einen gorßen Eindruck bei den Schülern. Der Lehrer hingegen ist fasziniert von ihrer Ausstrahlung und ihrem Aussehen. Nachdem er all seinen Mut zusammen gefasst hat überredet er sie zu einem Date. Als er Lindsey dann zum verabredeten Zeitpunkt abholen will ist sie krank . Sie muss sich übergeben und möchte, dass Ben geht. Dieser jedoch bleibt und kümmert sich ganz rührend um seine Angebetete. Sie treffen sich von da an häufiger und verlieben sich ineinander.
Selbst ihre Freundinnen, die sonst in der Hinsicht nicht so schnell zu begeistern sind, sind hin und weg von Ben. Bis auf Robin. Sie hat das Gefühl mit Ben stimme was nicht. Ihrer Meinung nach kann es nicht sein, dass er mit 30 immer noch Single ist. Die Lebensstile der beiden sind grundverschieden werden von ihrer Verliebtheit aber überstrahlt. Lindsay ist ein Workoholic. Sie steckt ihre ganze Energie in eine baldige Beförderung. Ben hat seinen Beruf gewählt aufgrund der faulen arbeitsfreien Sommer. Doch nach einigen Wochen merkt Lindsey, dass mit der Liebe der beiden wirklich etwas nicht stimmt. Die von ihr anfangs akzeptierte Marotte wird zur handfesten Besessenheit.
Ben hat eine große Leidenschaft für „Boston Red Sox“ Von dieser Baseballmannschaft hat er Bettwäsche, Kleidung und die ganzen Wände seiner Wohnung mit ihnen versehen. Sein Onkel hatte ihn mit sieben das erste Mal zu einem Spiel mitgenommen und er seitdem kein einziges verpassst. Anfangs ging Lindsey gerne noch mit, doch Bens Begeisterung lässt kaum Raum für Gefühle. Sie lädt ihn zu einem Wochenendtrip nach Paris ein, den er aufgrund eines Spieles absagt. So trennt sie sich von ihm. Ben steckt in der Klemme denn er liebt sowohl Lindsey wie auch die Boston Red Sox.
Fazit
Die Vorlage zum Drehbuch lieferte ein Roman von Nick Honrby. Dessen Bücher sind absolute Erfolgsgaranten. Sie sind eine Mischung aus Humor, Romanze und liebenswerter Tricks. Bob und Peter Farrelly machten aus dem Roman und dem Drehbuch den dazu passenden Film. Sie sind Experten for direkt an der Gürtellinie und hatten schon Erfolg mit „Verrück nach Mary“, „Ich, beide und sie“ und „Dumm und dümmer“. Aus der Vorlage wurde durch die beiden ein eigenständiges Stück.
Es führt auf der eigentlichen Grundidee des Romans „Fever Pitch“ Hornbysche Züge sind noch in der Beziehung von Ben und Lindsey zu finden. Die Chemie zwischen den beiden Darstellern Drew Barrymore und Jimmy Fallon ist stimmig. „Ein Mann für eine Saison“ ist eine seichte Komödie. Sie kann zwar nicht durchgehend Charme beweisen und ist auch nicht wahnsinnig mitreißend aber dennoch unterhaltsam.
Der Fischer und seine Frau
Inhalt
Ida ist Modedesignerin. Während einer Japanreise trifft sie an einer Bushaltestelle auf Otto und Leo, zwei Fischverkäufer. Spezialisiert haben sie sich auf Kois und nennen sich selbst „The Flying Doctors“ Otto ist derjenige dem Ida es angetan hat. Noch in Japan heiraten die beiden und erhalten einen japanischen Glückbringer geschenkt, eine Katze. Sie soll ihnen Glück und Wohlstand bringen. Zurück in Deutschland wohnen die beiden zunächst in einem Wohnmobil und dann in einer Sozialwohnung. Sie schaffen es gerade so sich über Wasser zu halten. Ida ist zwischenzeitlich schwanger geworden.
Otto versteht sich als Lebenskünstler, Hausmann und Vater und mit seinem Leben zufrieden. Ida möchte mehr. Sie will mit ihrem Koi-Design Geld verdienen. Sie möchte ein besseres Leben für ihre Familie. So arbeitet sie unerbittlich Tag und Nacht und als sich die ersten Erfolge einstellen können sie umziehen in eine größere und modernere Wohnung. Idas Erfolg hält an. Geschäftlich geht es nach Japan und Otto bleibt mit dem Kind daheim. Dann können sie sich sogar eine Luxusvilla leisten vor der eine riesige Maneki Neko, die Glückskatze steht.
Ihre Ehe scheint aber am Ende. Ida zieht wieder zu ihrer Familie und Otto zu seiner Mutter. Doch die beiden kommen wieder zusammen und ziehen wieder in ihren alten Wohnwagen.
Fazit
Doris Dörrie, die Regisseurin hat hier eine Tragikkomödie inszeniert. Der Film ist eine sehr freie Interpratation des Märchens „Vom Fischer und seiner Frau“. Im Detail und auch bei der Interpratation. Die grobe Struktur ist aber dieselbe. Doris Dörrie ist sowohl Film- als auch Opernregisseurin, Autorin und Produzentin und seit 20 Jahren im Geschäft dabei. „Der Fischer und seine Frau“ ist tiefgründig und bietet ein hohes Maß an Unterhaltung. Leider ist der Film recht vorhersehbar da der Bezug auf die Grimmsche Vorlage sehr stimmig ist. Der Film wirkt dadurch konstruiert. So kann er seine eigentliche Stärke nicht so recht entwickeln.
Ihr Versuch der Interpretation des Märchens ist aber ein interessanter Versuch mit dem sie Bekanntes neu zu deuten versucht und das Märchen wieder aufleben lassen will. Die Schauspieler spielen zum überwiegenden Teil hervorragend und können überzeugen. Alexandra Maria Lara bringt ihre Energie in dem Film mit ein und spielt natürlich und sympatisch. Christian Ulmen, bringt die in sich ruhende Gleichmütigkeit seines Charakters ebenfalls gut rüber. Autentisch spielt auch Simon Verhoven. So ergänzt er den Film mit einer guten Nebenfigur. Der Film zeigt sich mit einer poppig –bunten Optik, die ebenfalls eine Bereicherung für den Film ist. Für die Regisseurin war dieser Film aufgrund seiner Vorlage ein interessantes Projekt.
Meeresfrüchte
Inhalt
Marc und Beatrix fahren gemeinsam mit ihren beiden Kindern an die Mittelmeerküste. Wohnen werden sie in dem Haus, in dem Marc selbst als Jugendlicher so einige Sommer verbracht hat. Tochter Laura steht der Sinn gar nicht nach Familienurlaub und setzt sich kurzerhand mit ihrem Biker-Freund an die Strände von Portugal ab. Charly, der mitten in der Pubrertät steckt macht derweil mit Martin, seinem Kumpel, die Gegend unsicher. Kompliziert wird es als herauskommt, dass Martin schwul ist und sich wohl auch noch in Charly verguckt hat.
Charly ist nicht schwul. Seine Mutter jedoch, die die Spannung zwischen den beiden mitbekommt befürchtet aber genau dieses. Sie kann damit umgehen. Doch als sie ihrem Mann davon erzählt reagiert er zunächst einmal sehr verkrampft. Als dann noch Beatrix Liebhaber Mathieu auftaucht sowie der schwule Klempner Didier wird es richtig kompliziert.
Fazit
In der Komödie der Regisseure Olivier Ducastel und Jaques Martineau geht es sehr bunt zu. Sie lebt von der Darstellung und dem Zusammenspiel der einzelnen Charaktere. Dabei wirkt sie aber niemals überzogen. Eine enorme Energie in dem Film zeigt Valeria Bruni-Tedeschis. Sie kann dem Charakter ihrer Rolle genau das geben was sie braucht. Das was die übrigen Darsteller in dem Film leisten wird von ihrer Leistung fast ein wenig überstrahlt. Doch auch sie zeigen eine tolle Leistung.
Ein wenig plätschert die Handlung stellenweise über längere Strecken ein wenig dahin. Doch insgesamt bietet der Film eine gute Unterhaltung. Er hat trotzdem noch so seine Momente. Der Film ist leicht und bietet eine seichte Unterhaltung. Valerie Bruni-Tedeschi lächelt auf eine besondere Art. Ihre Unterlipe verdeckt wenn sie lächelt immer einen Teil der oberen Zahnreihe. Sie spannt dabei gleichzeitig die Mundwinkel leicht an. Dies sieht sehr charmant aus. Dieses besondere Lächeln ist in „Meeresfrüchte“ sehr häufig zu sehen. Schwungvoll und amüsiert wird die Handlung von der Kamera begleitet. Wirkt aber nicht distanziert.
Parallelmontage zur Aussprache
Für das Ende haben die beiden Regisseure eine Parallelmontage gewählt für die Aussprache zwischen Valeria und Marc. Die beiden haben schon bei mehreren Projekten zusammengearbeitet. Mit diesem Film haben sie nun eine Komödie gedreht. „Meeresfrüchte“ ist der vierte Film, den sie zusammen gedreht haben. Beide sind große Fans des französischen Regisseurs Eric Rohmer. Er war der Gründervater der französischen Nouvelle Vague in den 60 er Jahren. Er glänzte mit klaren Leitlinien und einer präzisen Farb- und Bildersprache. In dem Film ist sowohl eine ernste Thematik enthalten wie auch Witz und Humor. Viele witzige Dialoge haben die beiden eingewoben. Meeresfrüchte beschäftigt sich witzig und einfühlsam mit dem ernsten Thema, dass angesprochen wird.
Zwei ungleiche Schwestern
Inhalt
Die lebenslustige Mittdreißigerin Louis Mollet ist Kosmetikerin und gerade in Paris wo sie ihre Schwester besuchen möchte und einen Verleger treffen. Sie weiß endlich was sie will. Sie möchte Romane schreiben und veröffentlichen und davon leben. In ihrem Erstlingswerk geht es um ihre eigene Beziehung zu ihrer Liebe des Lebens und „dem richtigen Mann“. Als sie dann morgens in den Zug steigt ist sie total nervös und überspannt und auch voller freudiger Erwartung. Während sie im Zug sitzt hat ihre Schwester Martine Demouthy bereits einen harten Morgen hinter sich. Sie ist recht frustiert über ihr Leben.
Nervlich stark angespannt
Die Frühstücksruhe störte ihr Mann mit lautem Atmen, Alexandre ihr Sohn hatte bei seinem Abschiedskuss nicht an ihre Nackenschmerzen gedacht und wenn ihr Dienstmädchen sie nicht an die Ankunft ihrer Schwester erinnert hätte, hätte sie diese total vergessen. Ausgerechnet an einem Samstag muss sie kommen wo doch Samstags kein Parkplatz in Paris zu finden ist. Ihre Freude die Schwester wiederzusehen hält sich auch in Grenzen. Schlecht gelaunt und total hektisch fährt sie zum Bahnhof um sie abzuholen. Die Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein. Dann folgen drei Tage in denen Martine auf eine harte Probe gestellt wird, was den Besuch ihrer Schwester angeht. In ihren Augen ist Louise überschwänglich und unterkühlt.
Martine ist mit ihren Nerven am Ende. Von ihren besten Freundinnen sowie auch von ihrem Mann betrogen, stellt sie sich die Frage nach dem Sinn ihres Lebens und der Gültigkeit ihrer Werte. Auch an Louise geht dies natürlich nicht spurlos vorbei. Einsam und Bedrückt reist sie nach drei Tagen wieder ab. Sie mag zwar nun am Anfang ihrer Schriftstellerkarriere stehen, doch wenn es um ihre Schwester geht, scheint sie diese für immer verloren zu haben.
Fazit
„Zwei ungleiche Schwestern“ ist ein wundervoller Film, der von Alexandra Leclère geschrieben sowie inszeniert wurde. Mit diesem Film zeigt sie ein hervorragendes Kinodebüt. Doch ohne die beiden Hauptdarstellerinnen wäre dies wohl nicht möglich gewesen. Frot spielt den Elefant im Porzellanladen und zeigt damit hinreißend ihr komödiantisches Talent. Der Film ist eine mitreißende Komödie, eine Tragikkomödie. Der Regisseur ermöglicht den Darstellern, dass sie ganz in ihren Rollen aufgehen können. Auch dies ist ein weiterer Aspekt, der den Film so gut macht. Die Handlung des Films ist keine neue bietet aber trotzdem gute Unterhaltung. Den beiden Hauptdarstellerinnen scheinen ihre Rollen geradezu auf den Leib geschrieben zu sein. Die beiden stehen hier auch erstmals gemeinsam vor der Kamera.
Eine Affäre in Paris
Inhalt
Isabels Entschluss sich auf den Weg nach Paris zu machen hat mit ihrer Schwester Roxanne, auch „Roxy“ genannt, zu tun. Sie will sie in der Stadt der Liebe besuchen. Noch nicht ganz angekommen sieht sie gerade, wie Roxys Ehemann Charles-Henri aus der gemeinsamen Wohnung auszieht und Roxy und seine achtjährige Tochter und das noch ungeborene Baby zurück lässt. Er möchte frei sein für Magda, Sie ist verheiratet und Russin. Roxy ist völlig am Ende und weiß nicht mehr weiter. Charles –Henri fordert auch noch so schnell wie möglich die Scheidung. Statt Schwangerschaftsbegleitung macht Isabel nun Trennungscoaching.
Nicht lange und Isabel merkt, dass ihr Aufenthalt wohl länger dauern wird als geplant und so kommt ihr der Asssistenzjob, den ihr Olivia Pace anbietet sehr gelegen. Diese möchte ihr gesammeltes Werk archivieren bevor sie es der Universität von Tulsa übergibt. Obwohl sich Charles-Henri verabschiedet hat hält sie den Kontakt zu seiner Familie. Die erste Begegnung zwischen Isabel und der Mutter ihres Ex-Schwagers ergibt sich auch bald. Diese gibt ihr zu verstehen was sie von einer Affäre im Kreise der de Persands hält.
Gemälde millionenschwer?
Als Roxy zu ihrem Ehemann nach Paris zog nahm sie ein wertvolles Ölgemälde mit. So kommt es zu einigen Fallstricken im Bereich der Scheidung. Das Ölgemälde zeigt ein Abbild der heiligen Ordensfrau Ursula. Es könnte sein, dass es ein echter und damit millionenschwerer Georges de La Tour ist. Die Eltern der Geschwister Margeeve und Chester machen sich große Sorgen und weisen ihre Töchter immer wieder darauf hin, dass Gemälde aus der Scheidung rauszuhalten. Roxy ist die Scheidung mit allem was damit zu tun hat ohnehin zu viel.
Isabel, die sehr lebenslustig istbginnt, während sie in Paris verweilt mit dem schüchternen Bücherwurm Yves eine Beziehung aber auch gleichzeitig eine leidenschaftliche Romanze mit dem sehr viel älteren Onkel Edgar. Er ist Diplomat und Geschäftsmann und zeigt ihr die kulinarischen Geheimnisse der Nouvelle Cuisin. Isabel hat auf einmal eine neue Frisur und eine kirschrote Kelly Bag. Solch eine Tasche bekommt jede neue Geliebte des Diplomaten. Daran erinnert sich auch Olivia sowie auch Suzanne, Roxannes Schwiegermutter. Diese ist wütend aber nicht weil ihr Bruder verheiratet ist sondern weil solche Beziehungen die Probleme der Familie nur noch komplizierter machen.
Isabel kostet das Leben, dass sie nun führt voll aus. Roxyx hingegen verfällt in Depressionen und leidet unter Verfolgungswahn. Hochschwanger versucht sie sich das Leben zu nehmen, doch Isabel findet sie noch rechtzeitig. Die Eltern der beiden fliegen umgehend zu ihren Kindern.
Fazit
James Ivory hat als brillanter Filmemacher für historische sich einen einen legendären Ruf erarbeitet, wie auch sein Produktionspartner Ismail Merchant. An Themen der Gegenwart haben sie sich bis jetzt zwei Mal herangetraut. Mit „Eine Affäre in Paris“ schufen sie eine romantische Tragikkomödie. Für ihren Film holten sie sich grandiose Darsteller für die jeweiligen Rollen. Der Film hat den Roman „Le Divorce“ zur Vorlage. Doch so richtig romantisch oder lustig wird es nicht in dem Film. Die Tragik, die sich in dem Film befindet hat keine Tiefe. Sie ist mehr eine Untermalung. Der dramatische Spannungsaufbau kommt nicht so rüber wie er sollte.
Kopf über Wasser
Inhalt
Richter George hat Nathalie in einem Strafprozess zu einem milden Urteil verurteilt. Sie Im Anschluss heiraten die beide und verbringen ihre Flitterweochen in ihrem Ferienhaus auf einer Insel in Maine. Da taucht Nathalies einziger Geliebte Kent plötzlich auf. George ist auf einer nächtlichen Angeltour. In dieser Nacht stirbt Kent ganz plötzlich. Er hatte eine Menge Alkohol getrunken. Aus Angst und Panik versteckt Nathalie die Leiche unter der Bodenluke, welche zum Keller führt. Denn ihr Mann soll von dem Besuch ihres Ex Freundes nichts erfahren.
Dieser sieht nachdem er von seinem Angelausflug zurückkommt, dass die Bodenluke nicht zu ist und tritt einmal kräftig nach. So bricht er der Leiche mit dem Tritt das Genick. Seine Frau erzählt ihm dann vom nächtlichen Besuch Kents und das er auf natürliche Weise gestorben sei. Sie möchte zur Polizei und den Vorfall melden. Doch George ist der Meinung, dass diese den beiden nicht glauben würde, dass es ein Unfall gewesen sei und an Mord glauben, denn die Umstände wie er starb auf gar keinen Fall nach einem natürlichen Tod aussähen.
Leiche zerstückelt und im Meer versenkt
In Kents Wodkaflasche befand sich zum einen Methanol und dann hat er noch einen Genickbruch und er ist nackt und die Kleidungsstücke nicht mehr aufzufinden. Diese hatte Nathalie im Meer versenkt. So kommen die beiden überein die Leiche im Meer zu versenken. Doch Lance, der mit Nathalie seit ihrer Kindheit befreundet ist und auch auf der sonst unbewohnten Insel wohnt, stört sie bei ihrem Vorhaben. So zerstückelt George die Leiche. Die Stücke betoniert er in die Stufen der neu gebauten Gartenlaube. Nathalie kann nicht fassen wie weit ihr Mann gehen kann.
George hat Angst, sie könne die Polizei verständigen und versucht sie deshalb umzubringen. Diese hatte sich in ihrer Not an Lance gewandt. George erschießt volltrunken Lance. Nathalie fesselt er an einen Stuhl und bindet ihr einen Betonblock um die Füße und droht ihr sie ins Meer zu werfen. Doch wie sich herausstellt hat auch er Methanol getrunken und wird blind. Er fällt ins Wasser und als ein Teil der Gartenlaube abbricht von diesem durchbohrt. Auch Nathalie fällt ins Wasser, wird aber gerettet von einem Polizisten der Küstenwache. Er kam auf die Insel um nach dem Boot, dass Kent damals gestohlen hatte zu suchen.
Als die beiden gemeinsam die Insel verlassen und Nathalie ihm auf der Fahrt mit dem Boot alles erzählt, fragt der Polizist ob sie etwas zu trinken habe und Nathalie gibt ihm eine Wasserflasche. Was sie allerdings nicht weiß, dass George diese mit ihren Betäubungsmitteln vergiftet hatte.
Fazit
Dieser Film kommt mit fünf Darstellern aus und die gesamte Handlung spielt sich auf der Insel ab. Insbesondere Cameron Diaz und Harvey Keitel gelingt es durch ihr Minenspiel die komische Seite der Kriminalkomödie zu präsentieren. Langsam kommt die Geschichte in Fahrt die mit dem Tod des Ex-Lovers beginnt. Dieser Tod ist nicht vorhersehbar gewesen, bis er dann passiert und durch ihn entsteht eine tragische Verstrickung und eine nicht endende Kettenreaktion. Dieses Szenario hätte nicht noch mehr auf die Spitze getrieben werden können. Sei geht sogar weit über das Ende des Films hinaus. Der Film wurde mit einem niedrigen Budget inszeniert.
Friends with Money
Inhalt
Olivia ist Ende dreißig, Single und weiß gerade nicht so recht wo sie in ihrem Leben hin will. Gerade hat sie ihren Job als Lehrerin aufgegeben und verdient ihren Lebensunterhalt nun als Putzfrau. Manche ihrer Freundinnen können dies nicht nachvollziehen. Ihre Freunde sind drei Päarchen. Da sind Jane und Aaron, die beide erfolgreich als Designer arbeiten, Christine und Patrick, die miteinander verheiratet sind und als Drehbuchautoren Duo zusammen arbeiten und dann noch Franny und Matt, welche die sehr wohlhabend sind und ein so wie es scheint glückliches Paar sind.
Die vier Freundinnen erkennen, dass sie älter geworden sind. Ihr Leben ist keine Probe mehr und wird sich wohl auch nicht mehr sonderlich ändern. Sie stellen sich die Frage ob sie glücklich oder unglücklich in ihrem Leben sind. Das Geld egal ob wenig oder viel spielt dabei eine unwesentliche Rolle. Olivia´s kurze Beziehung geht wieder auseinander und auch die Freunde sind an einem Punkt angelangt wo ihr Leben nicht mehr so läuft wie sie es sich vorgestellt hatten.
Fazit
Nicole Holofcener beschäftigt sich in ihren Filmen immer mit denselben Themen. In diesem Film überrascht sie mit einem scharfen Blick und dezenter Ironie. Die Besetzung de einzelnen Rollen ist einfach hervorragend. Die Regisseurin wollte kein bierernstes und möglichst reales Drama drehen sondern eine unterhaltsame Komödie kreieren. Die Charaktere sind ein wenig überzeichnet. Nicole Holofcenter hat den goldenen Mittelweg gefunden sie geht nie so weit, dass es weh tut.
Der Film geht mit seinen Protagonisten sehr feinfühlig um. Er bietet amüsante, charmante Unterhaltung auch für einen gemütlichen DVD oder Videoabend. So wirklich hervor sticht keine der Darstellerinnen des Frauenquartetts. Alle spielen auf einem gleich hohen Niveau und bleiben auch auf diesem. Jennifer Aniston ist eine Enddreißigerin in einer Sinnkrise. Sie spielt diese glaubhaft und äußerst charmant. Frances McDormand zeigt ihren ganzen Mut und Erfahrung bei ihrer Rolle und es bereitet ihr keinerlei Probleme den ein oder anderen peinlichen Ausraster zu spielen. Sie ist im Film die Pessimistin. Catherine Keener zeigt als zurückhaltende Christine, dass sie nur kleine Gesten beötigt damit sie ihre Leinwandpräsenz ganz ausspielen kann.
Joan Cusack verleiht ihrer Rolle als Franny den richigen interessanten und egozentrischen Touch der Rolle. Holofcenter hält sich selbst bei der Inszenierung komplett zurück. Sie stellt sich gänzlich in den Dienst ihrer Figuren sowie deren Geschichten. Das Geschehen spielt sie grundsolide ab ohne dabei irgendwelche Spielereien zu verwenden. Der Film wechselt zwischen den einzelnen Handlungssträngen so schnell hin und her, dass er gar nicht langweilig werden kann.
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