‘Musik’
David Bowie – Low
- Speed Of Life
- Breaking Glass
- What In The World
- Sound And Vision
- Always Crashing In The Same Car
- Be My Wife
- A New Career In A New Town
- Warszawa
- Art Decade
- Weeping Wall
- Subterraneans
Low, das Album
Bei Low handelt es sich um das erste Album der sogenannten Berlin Trilogy, die in Zusammenarbeit mit der Roxy Music-Legende und Soundtüftler Brian Eno entstand. Aufgenommen wurde das Album im Jahre 1976 zum Teil in den berühmten berliner Hansa Studios aufgenommen, als David Bowie für ein paar Jahre dieser Stadt wohnte.
Der Grundstil des Albums ist ein sehr elektronischer, hier ist ganz eindeutig die Handschrift Brian Enos zu erkennen, der ja neben seiner Arbei mit Roxy Music auch gerade für seine elektronischen Ambientmusik bekannt geworden ist. So klingt das Album für damalige Verhältnisse sehr futuristisch und nimmt die musikalischen Stilmittel der später als New Wave benannten Bewegung vorweg. Hier hat Bowie mal wieder sein Gespür für innovative Klangexperimente bewiesen.
Der Titel des Albums spielt auf die desolate und fast schon depressive Grundstimmung David Bowies Charakter zu der Zeit an, was sich hier auch so stark wie nie auf die Stücke selbst auswirkt. Neben recht unterhaltsamen Stücken wie “Breaking Glass” und dem Trademarksong “Sound And Vision”, ist es vor allem die zweite Albumhälfte, die um einiges düsterer daherkommt. Es ist fast so als würde man sich auf die Rückseite des Mondes begeben, alles erscheint sehr unwirtlich und ohne Hoffnungsschimmer als wäre man in völliger Isolation gefangen. Diese Stimmung wird auch dadurch verstärkt, dass die zweite Hälfte des Albums im Grunde nur aus Instrumentalstücken besteht, die eine immense Sogwirkung besitzten und recht desolate Bilder im Kopf erzeugen. “Warszawa” zum Beispiel ist mit Abstand wohl das ungewöhnlichste Stück auf dem Album, es baut sich nur sehr langsam auf, nimmt aber in punkto Intensität immer weiter zu, düstere Ambientpassagen transportieren wirklich das Bild eines sehr bedrückenden Warschaus der damaligen Zeit, besonders herauszustellen sind die geheimnisvollen Worte, die Bowie in dem Stück singt, die einer Kunstsprache entnommen sind und dadurch sehr surreal wirken.
Fazit
Low ist der erste Teil der sogenannten Berlin oder Eno-Trilogy, vom Grundthema her begegnen uns auf der ersten Albumhälfte recht eingängige Electro-Rock Stücke wie “Breaking Glass” und das berühmte “Sound And Vision” bis uns die zweite Albumhälfte mit düsteren Instrumentalklängen in eine andere Welt entführt, die die damalige bedrückende Stimmung des geteilten Berlins und des Ostblockes im Allgemeinen sehr gut widerspiegelt. “Low” gehört zusammen mit den anderen beiden Alben der Trilogy zu den besten Bowie-Alben überhaupt.
David Bowie – Station To Station (Box-Set)
CD 1:
| 1. Station To Station |
|
| 2. Golden Years |
|
| 3. Word On A Wing |
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| 4. Tvc15 |
|
| 5. Stay |
|
| 6. Wild Is The Wind |
CD 2:
| 1. Station To Station (Live Nassau Coliseum ’76) |
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| 2. Suffragette City (Live Nassau Coliseum ’76) |
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| 3. Fame (Live Nassau Coliseum ’76) |
|
| 4. Word On A Wing (Live Nassau Coliseum ’76) |
|
| 5. Stay (Live Nassau Coliseum ’76) |
|
| 6. Waiting For The Man (Live Nassau Coliseum ’76) |
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| 7. Queen Bitch (Live Nassau Coliseum ’76) |
CD3:
| 1. Life On Mars? (Live Nassau Coliseum ’76) |
|
| 2. Five Years (Live Nassau Coliseum ’76) |
|
| 3. Panic In Detroit (Live Nassau Coliseum ’76) |
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| 4. Changes (Live Nassau Coliseum ’76) |
|
| 5. TVC15 (Live Nassau Coliseum ’76) |
|
| 6. Diamond Dogs (Live Nassau Coliseum ’76) |
|
| 7. Rebel Rebel (Live Nassau Coliseum ’76) |
|
| 8. The Jean Genie (Live Nassau Coliseum ’76) |
Station To Station, das Album
Nach dem doch eher durchwachsenden Vorgänger Young Americans, auf dem sich David Bowie an sehr befremdlich wirkenden Soulkängen versuchte, kehrte er 1976 als Thin White Duke zur alter Bestform zurück. Stilistisch lässt sich Station To Station mit so keinem Vorgänger vergleichen, Bowie schafft es hier wieder einmal, sich völlig neu zu erschaffen und den Zuhörer erneut von seiner Genialität zu überzeugen. Schon der über 10 minütige Titeltrack “Station To Station” lässt keine Zweifel daran, dass wir es hier mit einem weiteren Meisterwerk des Musikers zu tun haben, neu sind die erstmals hier auftauchenden elektronischen Klänge, die eine Zugfahrt zu simulieren scheinen, zwar lässt sich hier schon der Einfluss Kraftwerks auf seine Musik erkennen, doch so richtig kultiviert hat er diesen Aspekt erst mit den sogenannten Berlin-Alben, die in Zusammenarbeit mit dem Soundtüftler Brian Eno etnstanden sind.
Zu den ohrwurmverdächtigsten Stücken des Albums gehören, das sehr tanzbare “Golden Years”, das eine Menge Spaß macht, weil Bowie hier so richtig schön lässig rüberkommt und eine interessante Version von Rock und Funk darbietet, und “TVC15″, dass einen ähnlichen Aufbau hat aber noch einen Tick temporeicher ausgefallen ist. Mein persönliches Highlight ist aber “Word On A Wing”, das zu den besten Songs gehört, die Bowie je aufgenommen haben, eingentlich kann man die Stimmung des Songs gar nicht in Worte fassen, jedenfalls, war ich hin und weg als ich es zum ersten Mal hörte. Es ist eine Art rockige Liebesballade, in der Bowies großartige Stimme sehr gut zur Geltung kommt, gerade wenn sich seine Stimme in tiefere Regionen bewegt, läuft mir ein kalter Schauer den Rücken runter.
Diese Special Edition des Albums kommt übrigens auf nicht weniger als drei CDs daher, so findet man neben dem Originalalbum, noch zwei zusätzliche CDs, die das legendäre Nissau-Konzert von 76 dokumentieren, und damit zu den wertvollsten Zeitdokumenten überhaupt gehören.
Fazit
Station To Station gehört zu den besten Bowie-Alben, die man finden kann. Als Thin White Duke erfindet sich der Meister neu und beschert uns eine gelungene Mischung aus tollen Rocksongs mit Funkeinflüssen, mit Songs wie “Golden Years” und “TVC15″ gibt es dann auch gleich zwei tolle Ohrwürmer. Starkes Album.
David Bowie – Young Americans
- Young Americans
- Win
- Fascination
- Right
- Somebody Up There Likes Me
- Across The Universe
- Can You Hear Me
- Fame
Young Americans, das Album
Auf Young Americans machte David Bowie einen sehr überraschenden und ruckartigen Schritt ein eine völlig neue Richtung; dem Glam Rock vergangener Tage kehrte Bowie von nun an den Rücken zu, vergessen waren die Zeit, als er als androgyner Rockstar in die Rolle des Ziggy Stardust schlüpfte und mit viel Make-Up und exzentrischen Bühnenoutfits für großes Aufsehen sorgte.
Dieses Album zeigt einen ganz anderen Bowie, diesmal ließ er sich ganz stark von er amerikanischen Soul und Discomusic beeinflussen, die mitte der 70er Jahre gerade ihren Durchbruch hatten und als das next big thing beschrieben wurden. So verwundert es nicht, dass sich auch Bowie vom allgemeinen Enthusiasmus der von der schwarzen Musik ausging anstecken ließ.
Im Grunde ist Young Americans ein pures White Soul-Album, welches als einziges seiner Art im musikalischen Katalog von Bowie schon eine kleine Sonderstellung innehat. Bis auf das herausragende Funkstück “Fame”, das übrigens in Zusammenarbeit mit John Lennon entstand, sind alle anderen sieben Stücke sehr homogen und verbreiten eine sehr soulige Stimmung, wie man sie von David Bowie zuvor noch nicht kannte. Für meine Begriffe wirkt dieser neue Stil etwas befremdlich für mich, da er hier die harten Gitarrenriffs fast völlig herausgenommen hat und sich weitaus tanzbaren Rhythmen hingibt. Am gelungensten dieser Soulfunkstücke ist meiner Meinung nach immer noch “Fascination”, das mit einem recht dreckigen Funkriff aufwartet und dessen lyrischer Text von einem gerwissen Luther Vandross, der damals noch recht unbekannt war, mitgeschrieben wurde.
Young Americans ist das einzige Album David Bowies, bei dem ich noch heute keinen rechten Zugang gefunden habe, ich denke es liegt an dem Soulfaktor, der eigentlich überhaupt nicht gut zu Bowie passt, auch haben die Vocals der Backgroundsängerinnen etwas von Gospelchor, was sicherlich für einige Gemüter sehr gewöhnungsbedürftig sein dürfte.
Glücklicherweise hielt diese Phase nicht lange an und schon mit dem nächsten Album “Station To Station” bewies Bowie wieder, was für eine genialer Musiker er doch ist.
Fazit
Weg vom Glam Rock der vergangenen Tage, versucht sich Bowie am amerikanischen Kulturgut, so ist Young Americans ist ganz dem amerikanischen Soul der 70er verpflichtet, was meiner Meinung gründlich in die Hose ging, bis auf dem wirklich gelungenen Funkknaller “Fame”, sind mir persönlich die anderen Songs einfach zu soulig und oftmals von penetranten Backgroundstimmen begleitet, die dem ganzen so einen Gospelcharakter verleihen, was ich nun gar nicht ab kann. Sicherlich wird auch dieses Album seine Fans finden, ich für meinen Teil höre lieber die rockigeren Platten des Meisters.
David Bowie – Diamond Dogs (30th Anniversary Edition)
CD 1:
- Futur Legend
- Diamond Dogs
- Sweet Thing
- Candidate
- Sweet Thing (Reprise)
- Rebel Rebel
- Rock ‘N’ Roll With Me
- We Are The Dead
- 1984
- Big Brother
- Chant Of The Ever Circling Skeletal Family
CD 2:
- 1984/Dodo
- Rebel Rebel (US Single Version)
- Dodo
- Growin’ Up
- Diamond Dogs (K-Tel Best Of Edit)
- Candidate (Intimacy Mix)
- Rebel Rebel (2003 Version)
Diamond Dogs, das Album
Nach dem leider viel zu unterschätzten Coveralbum Pin Ups kehrte David Bowie 1974 wieder zu seinen Glam Rock-Wurzeln zurück und veröffentlichte mit Diamond Dogs ein Album, dass ganz in der Tradtion der Meisterwerke Ziggy Stardus und Aladdin Sane steht. Wie diese Alben, ist auch Diamond Dogs wieder ein Konzeptalbum geworden, das thematisch auf den George Orwell Klassiker 1984 gegründet ist und von einer Glam Rock-gefärbten postapokalyptischen Welt handelt.
Schon das Cover des Albums ist genial, David Bowie als androgynes Fabelwesen aus Mensch und Hund. Seine Frisur erinnert sehr stark an den Stil, den er als Ziggy Stardust pflegte, sodass nicht wenige Stimmen meinten, dass hier Bowie für einen Moment wieder in die Rolle des Ziggy Stardust geschlüpft ist.
Doch stilistisch gibt es hier so einige Neuerungen auszumachen, neben waschechten Rocksongs, wie dem von den Stones-inspirierten Titeltrack “Diamond Dogs” und dem genial-einfachen “Rebel Rebel”, das schon fast zur Bowiehymne avancierte, klingt “1984″ mit seinen pompösen Streicherarrangements wie ein Vorbote der schon bald aufkommenden Discowelle. Zu den stärksten Songs gehören die drei miteinander verwandten Stücke “Sweet Thing”, “Candidate” und “Sweet Thing (Reprise), die einen großen Spannungsbogen aufbauen, bevor uns Bowie mit “We Are The Dead” einen seiner mitreißensten Songs überhaupt präsentiert. Die letzen drei Songs dieses Albums gefallen mir persönlich nicht mehr so gut, weil hier Bowie den einmal eingeschlagenen Weg verlässt und einen Umweg in doch sehr tanzorientierte Gefilde nimmt, das wirkt auf mich dann doch etwas zu sehr auf Unterhaltung getrimmt, sodass ich etwas den Tiefgang der anderen Titel vermisse.
Wie die anderen Jubiläumseditionen auch, kommt auch Diamond Dogs mit einer zweiten CD im Schlepptau, die eine Auswahl an Remixen und alternativen Versionen der Stücke bietet. Darunter findet sich übrigens auch die neue im Jahr 2003 eingespielte Version von “Rebel Rebel”, auf der Bowie beweist, dass er das Rocken nicht verlernt hat.
Fazit
Diamond Dogs bietet sehr starke Songs wie “Rebel Rebel”, “Sweet Thing” und dem unwiderstehlichen “We Are The Dead”, der wie ein Prototyp des Death Rocks der 80er wirkt und eine immense Wirkung auf mich hat. Zwar gibt es diesmal auch einige schwächere Songs wie “1984″, das wie nach Disco klingt, aber im großen und ganzen ist dieses Album der krönende Abschluss seiner Glam Rock-Phase, ist Diamond Dogs doch das letzte dieser Art.
David Bowie – Pin Ups
- Rosalyn
- Here Comes The Night
- I Wish You Would
- See Emily Play
- Everything’s Alright
- I Can’t Explain
- Friday On My Mind
- Sorrow
- Don’t Bring Me Down
- Shapes Of Things
- Anyway, Anyhow, Anywhere?
- Where Have All The Good Times Gone
Pin Ups, Das Album
Nach den beiden Vollblut Glam Rock-Alben Ziggy Stardust und Aladdin Sane, die für mich thematisch eine Einheit bilden, ging David Bowie für sein nächstes Album mal einen ganz anderen Weg und veröffentlichte ein Coveralbum. Auf dem Album Pinups ehrt Bowie seine 60er Jahre-Helden mit ausgwählten Coversongs, die ihn in den Jahren 64-67 entscheidend beeinflusst haben. So finden sich Titel von so namhaften Bands wie The Who, The Kinks, Pink Floyd und den Yardbirds.
Bei Presse und Publikum ist das Album leider nie so richtig gut angekommen und wird immer ein bisschen wie das schwarze Schaf seiner Glam-Rock-Periode angesehen. Rückblickend muss ich sagen, dass dem Werk zum großen Teil Unrecht getan wird, sicherlich zeugt es nicht gerade von großer Oriiginalitä irgendwelche Songs zu covern, aber wir sind hier immer noch in den 70ern und da klingen selbst Coveralben noch ganz anders als die heutigen lieblos zusammengeklöppelten Coversongs. So hängt die Qualität eines solchen Projektes natürlich auch immer von dem betreffenden Künstler ab, glücklicherweise haben wir mit David Bowie jemanden, der genau weiß, wie es geht und was er sich zutrauen kann.
Als jemand, der viele Jahre nach den 60ern geboren wurde, kannte ich die meisten Songs auf dem Album gar nicht, konnte also etwas unbefangeren an die Sache herangehen und was soll ich sagen, mir gefallen Bowies Versionen sehr gut, er schafft es diesen Songs seinen ureigenen Stil aufzudrücken ohne es sich dabei zu einfach zu machen.
Zu meinen Highlights gehören, das sehr obskure Pink Floyd-Cover “See Emily Play”, das mit verfremdeter Stimme und sogar einem Synthesizer aufwarten kann und dem Titel etwas sehr befremdliches verleiht, wie ich es aus dieser Zeit noch gar nicht kannte. Auch großartig ist das melodramatische “Sorrow”, das im Original von The Merseys stammt, und in dieser Version zu einem wahren Glam Rock-Knaller wird, der mich ein wenig an das Stück “Time” vom Vorgänger erinnert. Drittes Highlight für mich ist der Yardbirds-Klassiker “Shapes Of Things”, das auch wieder recht experimentell daherkommt und selbst für Bowie-Verhältnisse ungewöhnlich instrumentiert ist. Die anderen Stücke auf dem Album, sind alle sehr solide Bowie-Tracks, doch haben die drei zuvorgenannten Tracks bei mir sofort gezündet, wo man hier doch noch etwas Zeit braucht, bis auch diese Lieder sich voll entfalten können.
Fazit
Pin Ups ist viel besser als sein Ruf, zwar handelt es sich hier durchweg um Coversongs bekannter Größen wie Pink Floyd, The Who oder den Yardbirds, aber Bowie geht mit so eine bestimmten Frische und Erfindungsreichtumg zu Werke, dass man einfach Spaß mit diesen Liedern haben muss.
David Bowie – Aladdin Sane (30th Anniversary Edition)
CD 1:
| 1. Watch That Man |
|
| 2. Aladdin Sane |
|
| 3. Drive – In Saturday |
|
| 4. Panic In Detroit |
|
| 5. Cracked Actor |
|
| 6. Time |
|
| 7. The Prettiest Star |
|
| 8. Let’s Spend The Night Together |
|
| 9. The Jean Genie |
|
| 10. Lady Grinning Soul |
CD 2:
| 1. John I’m Only Dancing (Sax Version) |
|
| 2. The Jean Genie (Original Uk Single Mix) |
|
| 3. Time (Single Edit) |
|
| 4. All The Young Dudes |
|
| 5. Changes (Recorded Live At The Music Hall, Boston 1/10/72) |
|
| 6. The Supermen (Recorded Live At The Music Hall, Boston 1/10/72) |
|
| 7. Life On Mars? (Recorded Live At The Music Hall, Boston 1/10/72) |
|
| 8. John, I’m Only Dancing (Recorded Live At The Music Hall, Boston 1/10/72) |
|
| 9. The Jean Genie (Live) |
|
| 10. Drive-In Saturday (Recorded Live At The Public Hall, Cleveland 25/11/72) |
Aladdin Sane, das Album
Dies ist die zweite Veröffentlichung David Bowies, auf der er in eine Kunstfigur schlüpft, nach dem epochalen Erfolg des Albums Ziggy Stardust aus dem Jahr 1972, ist es nun die Gesalt des Aladdin Sane mit dem Bowie nun seine musikalischen Ideen verwirklicht und wiedereinmal seine abwechs-lungsreiche Wandelbarkeit unter Beweis stellt. Der exotisch wirkende Name ist dabei eine Art Wortspiel aus Aladdin Sane = A Lad Insane = Verrückter Kerl, eine sehr schöne Idee wie ich finde.
Vom Stil her empfinde ich Aladdin Sane noch eine Spur melodramatischer als den Vorgänger, was ich hier aber nicht negativ meine, vielmehr so, dass Bowie hier wieder ganz große Gefühle erzeugt, die nie pathetisch oder überladen wirken, sondern sehr authentisch rüberkommen.
Bei “Watch That Man” ließ sich Bowie direkt von den Rolling Stones inspireren, ist dieser Track doch von allen der rockigste und ist zudem noch recht dreckig produziert. Dieser Song ist auch nicht der einzige, der die Stones rezitiert, mit “Let’s Spend The Night Together” haben wir dann sogar noch ein waschechtes Stones-Cover auf der Platte, dass in punkto Qualität dem Original in Nichts nachsteht.
Der Titeltrack des Albums “Aladdin Sane” überrascht mit psychedelischen Jazz-Einflüssen und die sehr markante Pianopassage des Songs, gibt ihm so etwas ganz eigenes, kurzum ein Song mit großem Wiedererkennungswert.
Die drei folgenden Titel könnten auch gut vom Ziggy Stardust-Album stammen, bieten sie doch solide Glam-Rock-Kost ohne dabei wirklich hervorzustechen. Das richtige Highlight lässt aber nicht lange auf sich warten, so haben wir mit “Time” einen Song auf der Platte, der mich irgendwie an die Goldenen 20er erinnert, hat dieses Stück doch etwas sehr kabarettartiges an sich.
Das Album schließt mit einem fast schon düsteren Glam-Rock Song, im Tempo nochmal sehr stark zurückgenommen, erzeugt “Lady Grinning Soul” eine ungemein dichte Atmosphäre, die einen sofort gefangen nimmt.
Diese Jubiläumsausgabe hat natürlich wieder eine Bonusdisc mit in petto, worauf B-Seiten und alternative Versionen der Aladdin Sane-Stücke zu hören sind.
Fazit
Aladdin Sane ist ein sehr gelungener Nachfolger zum Ziggy Stardust-Album, mir persönlich gefällt es sogar noch eine Spur besser, da hier Bowie noch vielseitiger zur Geltung kommt. Gerade das geniale “Time” und das melancholische “Lady Grinnign Soul” machen dieses Album zu einem zeitlosen Stück Musikgeschichte.
David Bowie – The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders Of Mars
CD 1:
- Five Years
- Soul Love
- Moonage Daydream
- Starman
- It Ain’t Easy
- Lady Stardust
- Star
- Hang On To Yourself
- Ziggy Stardust
- Suffragette City
- Rock ‘N’ Roll Suicide
CD 2:
- Moonage Daydream (Arnold Corns Version)
- Hang On To Yourself (Arnold Corns Version)
- Lady Stardust (Demo)
- Ziggy Stardust (Demo)
- John I’m Only Dancing
- Velvet Goldmine
- Holy Holy
- Amsterdam
- The Supermen
- Round And Round
- Sweet Head (Take 4)
- Moonage Daydream (New Mix)
Ziggy Stardust, das Album
Mit dieser 30th Anniversary Special Edition wird ein Werk geehrt, das David Bowie 1972 in den Glam-Rock Olymp katapulitert hat. David Bowie gehörte damals neben T. Rex zu den ganz großen Glam-Rock Stars. Auf dem Album zelebriert er ein perfektes Unterhaltungskino der ganz großen Gefühle. Bowie schlüpft in die Kunstfigur Ziggy Stardust, ein außerirdisches Wesen, das irgendwo aus dem Weltraum kommt, durch ungeklärte Umstände auf die Erde gelangt und ein großer Rockstar werden will. Mit seiner Begleitband, den Spiders From Mars, gelingt es ihm auch, bis er sich am Höhepunkt seines Erfolges selbst zerstört.
Im ausführlichen Booklet erfährt man auch, dass es sich bei Ziggy Stardust eigentlich gar nicht um eine Konzeptalbum handelt, wie man vielleicht jahrelang geglaubt hat, vielmehr nahm Bowie Songs auf, die sehr gut zueinander passten und das passende Setting für die Grundidee lieferten.
Wenn man nun aber die Tracklist des Originalalbums einmal durchliest, dann kann man dieses Faktum kaum glauben, wird hier doch wirklich eine kleine Geschichte erzählt. Vor allem “Starman”, das im Übrigen eine nicht zu verleugnene Ähnlichkeit mit dem bekannten “Somewhere Over The Rainbow” besitzt, passt derart gut zu der Kunstfigur Ziggy Stardust, dass man glaubt es wirklich mit einem Konzeptalbum zu tun zu haben, ein weiterer Hinweis ist der letzte Song “Rock ‘n’ Roll Suicide”.
Neben dem Originalalbum wurde dieser Special Edition eine zweite CD spendiert, die eine Menge rarer Tracks aus der Zeit zu bieten hat und ergänzende Einblicke in Bowies damalige kreative Phase ermöglichen. So gibt es endlich auch mal die B-Seiten und raren Demos des Albums zu hören, die das Bild um Ziggy Stardust endllich vollenden. Mit “Amsterdam” haben wir dann auch eine Coverversion des gleichnamigen Jaques Brel Klassikers dabei und einen neuen Mix von “Moonage Daydream”, der gleich noch eine Spur kraftvoller daherkommt.
Fazit
Mit dieser Jubiläumsausgabe wird ein zeitloser Klassiker des Glam-Rock geehrt, den jeder ernsthafter Rockfan im Plattenschrank zu stehen haben sollte. Besonders interessant sind auch die vielen Bonustracks und raren Aufnahmen auf der zweiten CD, die das ohnehin schon gute Album zusätzlich aufwerten.
David Bowie – Platinum Collection
CD 1:
| 1. The Jean Genie |
|
| 2. Space Oddity |
|
| 3. Starman |
|
| 4. Ziggy Staradust |
|
| 5. John, I’m Only Dancing (Sax Version) |
|
| 6. Rebel Rebel |
|
| 7. Let’s Spend The Night Together |
|
| 8. Suffragette City |
|
| 9. Oh! You Pretty Things |
|
| 10. Velvet Goldmine |
|
| 11. Drive-In Saturday |
|
| 12. Diamond Dogs |
|
| 13. Changes |
|
| 14. Sorrow |
|
| 15. The Prettiest Star |
|
| 16. Life On Mars? |
|
| 17. Aladdin Sane |
|
| 18. The Man Who Sold The World |
|
| 19. Rock ‘N’ Roll Suicide |
|
| 20. All The Young Dudes |
CD 2:
| 1. Sound And Vision |
|
| 2. Golden Years (Single Version) |
|
| 3. Fame |
|
| 4. Young Americans (Single Version) |
|
| 5. John, I’m Only Dancing (Again) |
|
| 6. Can You Hear Me |
|
| 7. Wild Is The WInd |
|
| 8. Knock On Wood |
|
| 9. TVC 15 (Single Version) |
|
| 10. 1984 |
|
| 11. It’s Hard To Be A Saint In The City |
|
| 12. Look Back In Anger |
|
| 13. The Secret Life Of Arabia |
|
| 14. Dj |
|
| 15. Beauty And The Beast |
|
| 16. Breaking Glass |
|
| 17. Boys Keep Swinging |
|
| 18. Heroes (Single Version) |
CD 3:
| 1. Let’s Dance (Single Version) |
|
| 2. Ashes To Ashes (Single Version) |
|
| 3. Under Pressure |
|
| 4. Fashion (Single Version) |
|
| 5. Modern Love (Single Version) |
|
| 6. China Girl (Single Version) |
|
| 7. Scary Monsters (And Super Creeps) (Single Version) |
|
| 8. Up The Hill Backwards |
|
| 9. Alabama Song |
|
| 10. The Drowned Girl |
|
| 11. Cat People (Putting Out Fire) (Single Version) |
|
| 12. This Is Not America |
|
| 13. Loving The Alien |
|
| 14. Absolute Beginners (Single Version) |
|
| 15. When The Wind Blows |
|
| 16. Blue Jean |
|
| 17. Day-In Day-Out (Single Version) |
|
| 18. Time Will Crawl |
|
| 19. Underground (Single Version) |
Platinum Collection, die 3-CD-Box
Die gelungene CD-Box Platinum Collection bietet einen interessanten Überblick über das Schaffen David Bowies der Jahre 1969-1987. Musikalisch wird der Zeitraum thematisch dreigeteilt auf den einzelnen CDs verteilt. So beschäftigt sich die erste CD mit den Anfangsjahren Bowies und konzentriert sich vor allem mit seiner Glam-Rock-Phase, jedoch sind die Tracks nicht chronologisch geordnet, sondern sehr abwechslungsreich und interessant angeordnet. Frühe Hits wie “Space Oddity” fehlen hier ebensowenig wie das mitreißende “Life On Mars” oder auch das Rolling Stone-Cover “Let’s Spend The Night Together” vom Pin Up-Album.
Die zweite CD beinhaltet schwerpunktmäßig Stücke aus Bowies sogenannten Berlin-Alben, die er in den Jahren 1977-79 in Zusammenarbeit mit Brian Eno aufnahm und vor allem elektronisch geprägt sind. Einer der bekannteste Titel dieser Phase düfte “Heroes” sein, dass schon zu einer kleinen Hymne geworden ist. Diese Scheibe bietet aber auch frühere Aufnahmen aus der Young Americans-Zeit und dem Station To Station-Album.
Zu guter Letzt gibt es mit CD Nummer drei die vergleichsweise durchwachsene 80er Periode aufs Ohr. Hier orientierte sich der Meister leider am Mainstreampop der Zeit, sodass vom einstmals innovativen Sound nicht mehr viel übrig geblieben ist, aber unterhaltend ist das Material auf jeden Fall. Wer kennt sie nicht die Hits “Let’s Dance” oder “China Girl”.
Fazit
Die Platinum Collection bietet den besten Bowie-Einstieg für alle, die noch keine Scheibe von ihm besitzen, hier bekommt man auf drei CDs einen sehr guten Überblick der Jahre 1969-87 und kann seine Entwicklung von der Glam-Rock-Ikone bis zum 80er Mainstreampop sehr gut verfolgen.
David Bowie – Hunky Dory
- Changes
- Oh! You Pretty Things
- Eight Line Poem
- Life On Mars
- Kooks
- Quicksand
- Fill Your Heart
- Andy Warhol
- Song For Bob Dylan
- Queen Bitch
- The Bewlay Brothers
- Bombers
- The Supermen (Alternative Version)
- Quicksand (Demo Version)
- The Bewlay Brothers (Alternative Mix)
Hunky Dory, das Album
Auf Hunky Dory, dem vierten Album des Meisters, welches 1971 erschien, widmete sich Bowie melodischen, sehr rock-orientierten Songs, die zwar nicht mehr so anspruchsvoll waren wie noch auf dem direkten Vorgänger The Man Who Sold The World, aber dafür schon die Grundzüge seines unverwechselbaren Glam-Rock-Sounds haben, mit dem er dann endgültig seinen Durchbruch schaffte.
Hunky ist einerseits ein sehr unterhaltsames, aber gleichzeitig auch sehr nachdenklich stimmendes Werk, Bowie versucht es ein wenig wie der Wolf im Schafspelz, seine kritischen Botschaften in mitreißendes Rockgewand zu verpacken.
“Changes” dürfte jüngeren Semstern vor allem aus dem Animationsfilm Schreck bekannt vorkommen, so gehört dieser Song sicherlich auch zu den eingängigsten auf dem ganzen Album, mir persönlich gefällt der Song ganz gut, doch durch die ständige Wiederholung von ch-ch-changes, ist die Gefahr groß, dass man sich bald an ihm sattgehört hat.
“Life On Mars” ist mit Abstand der mitreißenste Song auf Hunky Dory, hier schafft es Bowie ganz langsam eine immer intensivere Atmosphäre aufzubauen, die sich dann schließlich im Chorus entlädt.
Zum ersten Mal finden auch andere berühmte Persönlichkeiten Erwähnung in seinem Werk, so hat er einige Stücke Künstlern gewidmet, die ihn stark beeinflusst haben, darunter finden sich Namen wie Andy Warhol, Bob Dylan und die Band Velvet Underground, die mit dem Stück Queen Bitch bedacht werden. “Queen Bitch” ist überhaupt der Song, der am meisten an den Glam-Rock-Bowie erinnert, so hätte das Stück auch sehr gut auf Alben wie Ziggy Stardust oder Aladin Sane gepasst. Hier spielt Bowie bewusst mit sexuellen Rollen und kultiviert weiter seine androgyne Ader, die zu vielen Diskussion über seine Sexualität führten.
Das Album war zur Zeit seiner Veröffentlichung ein vergleichsweise bescheidener Erfolg, erst mit dem Durchbruchsalbum Ziggy Stardust And The Spiders From Mars, gelang auch Hunky Dory der Sprung in die oberen Chartregionen, aus denen Bowie für lange Zeit nicht mehr wegzudenken war.
Fazit
Hunky Dory bietet im Vergleich zum doch eher sperrig ausgefallenen Vorgänger perfekt gemachte Rockmusik, die hin und wieder auch zum Nachdenken anregt, man höre sich doch nur einmal das großartige “Life On Mars” genauer an. Bowie schafft es außerdem seinen eigenen Stil zu finden, so klingt bereits ein Song wie das recht frivole “Queen Bitch” wie ein Prototyp seines markanten Glam-Rock-Sounds. Dieses Album ist für alle David Bowie Fans ein Muss.
David Bowie – The Man Who Sold The World
- Width Of A Circle
- All The Madmen
- Black Country Rock
- After All
- Running Gun Blues
- Savour Machine
- She Shook Me Cold
- The Man Who Sold The World
- The Supermen
- Lighting Frightening
- Holy Holy
- Moonage Daydream
- Hang On To Yourself
The Man Who Sold The World, das Album
Auf seinem dritten Album The Man Who Sold The World aus dem Jahr 1970 macht David Bowie eine erstaunliche Metamorphose durch, weg vom Folksound des von der Hippie-Bewegung geprägten Albums “Space Oddity”, zelebriert David Bowie hier auf diesem Werk einen viel schneidigeren, härteren Sound, der durch die vieleln Stilwechsel auf der Scheibe ungemein progressive ist.
Das Cover indes produziert ein falsches Bild, hier zeigt Bowie zum ersten Mal seine feminine Seite und präsentiert sich ganz mutig im Rock, was für die amerikanischen Gemüter wohl etwas zu viel war, sodass extra für den US-Markt ein alternatives Cover gestaltet wurde.
Schon der Opener “The With Of A Circle” ist ein wahres Bombasstück, das mit über acht Minuten Länge auch noch ungemein episch ist. Harte Rockgitarren wechseln sich mit David Bowies sehr kraftvoll vorgetragenen Gesang ab, innerhalb des Songs gibt es immer wieder Melodienwechsel und stilistische Einschübe, die den Track sehr abwechslungsreich machen. Ein echtes Highlight.
“All The Madmen” kommt wirklich sehr mad rüber, dieses Stück gehört sicherlich zu den ungewöhnlichsten, die David Bowie je aufgenommen hat. Der Song handelt von Selbstzerstörung und geistigem Wahnsinn, die Person in dem Song glaubt so langsam den Verstand zu verlieren und verrückt zu werden. Vor allem die folkigen Elemente wie das manische Flötenspiel, der wirre Synthesizer und die harten Gitarrenriffs, machen den Song zu etwas Besonderem.
Ja, der Wahnsinn wird auf dem Album großgeschrieben, es ist bestimmt David Bowies mutigstes Album, das sich im Grunde mit keinem Begriff so richtig beschreiben lässt, es ist besonders Bowies speziellen Gesang zu verdanken, dass sich TMWSTW von allen anderen Alben abhebt, aber auch von der Art und Weise wie er mit harten Gitarrenirffs immer wieder eine extreme Stimmung erzeugt. Darüber hinaus ist es auch noch sehr psychedelisch, ich will gar nicht wissen, welche Drogen er damals konsumierte, während er das Album aufnahm, der Einfluss ist aber unüberhörbar vorhanden.
Der bekannteste Song düfte wohl der gleichnamige Titeltrack aus dem Album sein, das besonders in der Verison von Nirvana bekannt geworden ist. Doch gefällt mir das Original zu “The Man Who Sold The World” immer noch am besten.
Fazit
The Man Who Sold The World ist mit Abstand David Bowies mutigstes Album, hier experimentiert er mit vielen Rock-Elementen und bietet auch Einflüsse aus Folk, Blues und vor allem Psychedelic Rock. Zu meinen persönlichen Highlights gehört der Song “Width Of A Circle” und “Saviour Machine”. Leider wird das Album noch heute viel zu sehr unterschätzt, sodass man ihm einmal die Aufmerksamkeit schenken sollte, die es verdient hat.
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